Google Ads: Sollte mein Optimierungsfaktor 100 % sein?

google-ads-optimierungsfaktor

Copyright © Shutterstock/Bacho


Der Optimierungsfaktor von Google Ads ist ein Schätzwert zur Leistungsfähigkeit deines Kontos. Der Faktor kann zwischen 0 und 100 % liegen. 100 % bedeutet daher, dass dein Konto sein volles Potenzial nutzt und komplett optimiert ist. Dieser Optimierungsfaktor wird für Such-, Shopping- und Display-Kampagnen angezeigt. So erhalten Nutzer regelmäßige Empfehlungen und Anzeigen für konkreten Handlungsbedarf zur Optimierung ihrer Performance in Google Ads.

Was würde passieren, wenn ich alle Empfehlungen umsetze?

Aufgrund des Wunsches eines Kunden, der sich zum Ziel gesetzt hatte, einen Optimierungsfaktor von 100 % in Google Ads zu erreichen, hat eine Online Marketing Agentur das Experiment gewagt, allen Empfehlungen von Google zu folgen. Bei besagtem Kunden handelt es sich um einen Sterbehilfe-Service für kranke Haustiere.

1. Empfehlung: Hinzufügen von Preiserweiterungen

Normalerweise werden Preiserweiterungen vor allem im Einzelhandel genutzt. Daher lag es bisher für diesen Kunden nicht nahe, diese Erweiterung hinzuzufügen. Zusätzlich war der Kunde bis zu diesem Punkt strikt dagegen, Preise in seine Anzeigen aufzunehmen. Aufgrund des erhöhten Wettbewerbs in dieser Nische hat man sich dennoch entschlossen, diese Empfehlung umzusetzen. Bisher funktionieren die Preiserweiterungen für diesen Kunden, die Empfehlung war also gut.

2. Empfehlung: Kundenlisten benutzen

Kundenlisten für diesen Kunden zu verwenden hatte die Online Marketing Agentur bisher ebenfalls nicht in Betracht gezogen. Der Grund dafür: Wer würde schon seinen Kunden, die gerade den schmerzvollen Verlust einen Haustiers durchgemacht haben, weitere Anzeigen für den Sterbehilfe-Service ausliefern? -Das wäre schrecklich! Deshalb einigte man sich schließlich, ähnliche Zielgruppen für die Anzeigen zu verwenden. Das ist eigentlich eine gute Idee, auf die man so vielleicht nicht gekommen wäre. Bisher wurde diese Empfehlung allerdings noch nicht getestet.

3. Empfehlung: Dynamische Suchanzeigen

Dynamische Suchanzeigen für diesen konkreten Kunden zu implementieren, lag ebenfalls außerhalb des eigentlichen Vorstellungsbereiches. Denn diese Art von Anzeigen wird normalerweise eher bei Kunden mit einem großen Produktbestand und einer umfassenden Website verwendet. Dieser Kunde bietet jedoch nur einen einzigen Service an. Eine dynamische Suchanzeige wurde schließlich für eine Kampagne getestet und überraschenderweise hat diese dann doch ziemlich gut funktioniert. Jetzt stellt sich die Frage, ob das Ergebnis bei der Anwendung auf alle Kampagnen auch so positiv wäre.

4. Empfehlung: Smart Bidding

Hier wurde es dann etwas kritisch. Der Kunde hat mehr als 200 Kampagnen in seinem Konto. Bei jeder einzelnen Kampagne empfiehlt Google eine automatische Gebotseinstellung. Allerdings liegt es auf der Hand, dass die Umsetzung all dieser Empfehlungen das Budget des Kunden sprengen würde. Deshalb wurde Smart Bidding nur für eine Kampagne getestet. Das Ergebnis war, wie bereits erwartet, ein Anstieg der Ausgaben um 47 %. Würde man diese Steigerung also auf alle 200+ Kampagnen multiplizieren, hätte man eine ziemlich große Rechnung. Das würde dem Kunden sicherlich nicht gefallen – auch wenn er damit sein Ziel, einen Optimierungsfaktor von 100 % erreicht hätte!

Fazit

100 % Optimierungsfaktor sollte also nicht das Ziel eines Google Ads Kontos sein. Denn je höher der Optimierungsfaktor ist, desto mehr wird auch vom Budget ausgegeben. Das soll aber nicht bedeuten, dass der Optimierungsfaktor sinnlos ist. Im Gegenteil, er zeigt durchaus nützliche Vorschläge an. Allerdings sollte man Googles Empfehlungen immer hinterfragen und nicht einfach blind darauf vertrauen. Google ist klug, aber kennt Ihre Unternehmen nicht. Deshalb braucht man den menschlichen Feinschliff immer noch – sogar in 2020.

Quelle: searchenginejournal.com

Kostenloser SEO-Check der OSG



Weitere Inhalte


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*