Skip to main content

SEO Stopp: Auswirkungen auf Rankings und Traffic

SEO Stopp

Copyright © Shutterstock/ Photographee.eu

Wer heute eine Internetpräsenz betreibt, wird um das Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO) nicht herumkommen. Im digitalen Zeitalter wird selbst die schönste Website keinen Erfolg haben, wenn sie von der Zielgruppe nicht gefunden wird. Es gibt viele Möglichkeiten Traffic für die eigene Internetpräsenz zu generieren oder einzukaufen, zum Beispiel über Adwords-Werbung und Affiliate. SEO ist mittel- bis langfristig jedoch der kosteneffizienteste Kanal, denn im Vergleich zu anderen Online Marketing Kanälen entstehen keine Klickkosten. Warum SEO für jede Website so wichtig ist, haben wir auf unserer SEO Agentur Seite zusammengefasst. Doch was passiert eigentlich, wenn man im SEO erfolgreich ist und die SEO-Maßnahmen stoppt? Den “Worst-Case” haben wir zusammengefasst.

Der Case: Stark umkämpfte Finanzbranche

Bei dem Projekt geht es um einen Finanzvergleich. Hierfür wurde eine Internetpräsenz auf Basis von WordPress erstellt und eine SEO-Strategie entwickelt. Aufgrund der hohen Klickkosten in Adwords in dieser Branche, lag der Fokus von Anfang an auf der Suchmaschinenoptimierung. Bei der Umsetzung der Website wurden technische SEO-Kriterien beachtet (Mobile-Friendly, saubere Struktur, schnelle Ladezeiten usw.). Anhand der besten Wettbewerber und eigenen Ideen wurde ein Konzept für die Content-Optimierung und den Linkaufbau aufgestellt. Die Entwicklung wurde laufend überwacht, besprochen und je nach Entwicklung angepasst, um langfristig beste Ergebnisse für wichtige Keywords zu erzielen.

Das Projekt wurde im Juni 2016 gestartet. Eckdaten nach 1,5 Jahren Arbeit:

  • 215 Top10 Rankings
  • 5.558 Rankings Gesamt
  • 205 erstellte Texte
  • 76 hochwertige Backlinks

Durch die Erstellung der Texte unter Berücksichtigung von Qualitätsmerkmalen für Content ist die Anzahl der indexierten Seiten laufend gestiegen:

Anzahl indexierter Seiten

Anzahl indexierter Seiten / Screenshot aus dem Reporting Center der OSG

Die Sichtbarkeit der Seite ist im Gegensatz zum Indexierungsstatus in den ersten Monaten nur langsam gestiegen. Da viele SEO-Maßnahmen erst nachwirken, konnte die Sichtbarkeit nach den ersten 6 Monaten dafür monatlich umso stärker wachsen. In der Grafik ist zu erkennen, dass zu Beginn mehr SEO-Maßnahmen (goldene Flags) umgesetzt worden sind, die Sichtbarkeit (blaue Linie) später jedoch stärker steigt:

OSG Sichtbarkeit Finanzprojekt

Die Flags markieren wichtige Umsetzungen in der Contenterstellung (C), im Linkaufbau (B) und der technischen Optimierung (T) / Screenshot aus dem Reporting Center der OSG

Seit Anfang 2018 ist der Traffic über Organic Search bereits um 23% gestiegen – und das obwohl, die größten Optimierungen und die meisten Texte bereits 2016 erbracht worden sind. Bei gleichbleibender Entwicklung und gleichem Invest könnte sich der SEO Traffic in den nächsten Monaten wie folgt entwickeln (lässt man Google Updates außer Acht und geht vom aktuellen Stand aus):

Traffic SEO Finanzprojekt

Möglicher SEO Traffic (berechnet anhand Entwicklung, kann nicht garantiert werden)

Der Case zeigt bereits, dass SEO ein Kanal ist, der nachläuft. Aber was passiert, wenn man alle Aktivitäten komplett stoppt? War die ganze bisherige Arbeit umsonst?

SEO gestoppt – und nun?

Ende Februar 2018 wurde die Arbeit für das Projekt eingestellt. Um die Auswirkungen des SEO Stopps zu verstehen, muss die Sichtbarkeit über einen längeren Zeitraum betrachtet werden. In der Grafik ist der Stopp rot markiert:

SEO Stopp Sichtbarkeit

Entwicklung der Sichtbarkeit nach Einstellung der Leistungen / Screenshot aus dem Reporting Center der OSG

Auffällig ist, dass die Sichtbarkeit nach dem SEO Stopp zunächst weiter gestiegen ist und in den letzten Wochen wieder rapide gesunken ist. Nach insgesamt 4 Monaten (Ende Februar 2018 bis Anfang Juli 2018) ist die Sichtbarkeit jedoch weiterhin leicht höher als vor Einstellung der Arbeit.

In der nachfolgenden Grafik haben wir den Traffic über SEO mit den Sichtbarkeiten aus Sistrix und Xovi verglichen:

Sichtbarkeit vs SEO Traffic

SEO Traffic im Vergleich zur Sichtbarkeit in Xovi und Sichtbarkeit in Sistrix / Screenshot aus dem Reporting Center der OSG

Der Traffic über Organic Search nimmt seit Ende Juni leicht ab – jedoch nicht so stark wie die Sichtbarkeit. Der SEO Traffic liegt etwa auf dem gleichen Level wie kurz vor dem SEO Stopp.

Auf die Rankingverteilung gab es bisher keine negativen Auswirkungen. Die Anzahl der rankenden Keywords auf Seite 1 und 2 bei Google ist sogar gestiegen:

Rankingverteilung XOVI

Rankingverteilung XOVI vor und nach dem SEO Stopp

Insgesamt gab es nach dem SEO Stopp innerhalb von vier Monaten keine gravierenden Verluste oder Gewinne – und das obwohl die Seite mit starken Wettbewerbern wie Check24 und Verivox konkurriert. Der Case steht jedoch nicht stellvertretend für alle Projekte – ja nach Branche und Konkurrenzdruck können Verluste früher oder später eintreten. Je besser die Ausgangslage, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Einstellungen der SEO Leistungen erst Wochen oder Monate später bemerkbar macht. Nischenseiten, die eher unbekannte Keywords abdecken, können auch noch Jahre später gute Rankings erzielen. Langfristig sollte man im SEO jedoch nicht pausieren, wenn man vor hat sein Projekt auch künftig profitabel zu vermarkten. Im oben genannten Case gab es zwar keine Verluste, allerdings kann auch nicht mehr von den Gewinnen (bessere Sichtbarkeit, mehr Rankings) profitiert werden, die zunächst angestiegen sind.

Anderer Case – ähnliches Szenario

Auch bei einem weiteren Case gibt es ein ähnliches Szenario. bei diesem Projekt wurde der Webauftritt einer lokalen Praxis optimiert. Nachdem die SEO Maßnehmen im Herbst 2017 gestoppt worden sind, ist die Sichtbarkeit zunächst erst noch angestiegen, danach jedoch stetig gesunken:

Sistrix Sichtbarkeit negativ

Sistrix Sichtbarkeit sinkt nach einem kurzen Anstieg kontinuierlich / Screenshot aus Sistrix

Content und Linkaufbau gehören neben einer ansprechenden Usability und sauberen Technik weiterhin zu den wichtigsten Rankingfaktoren. Dies wurde mehrmals von Google Mitarbeitern wie Andrey Lipattsev (2016) bestätigt:

“It’s content and links pointing to your site.”

Die Gewichtung der Rankingfaktoren kann je nach Suchanfrage und Branche variieren. Gemeinsamen haben alle Rankingkriterien jedoch, dass eine einmalige Optimierung oft nicht reicht. Google nimmt regelmäßig Änderungen am Algorithmus vor, um den Usern die besten Ergebnisse in den SERPs anzuzeigen. Als Unternehmen hat Google selbst das Ziel profitabel zu arbeiten. Werden Usern Ergebnisse angezeigt, die nicht aktuell sind, springen diese irgendwann ab und nutzen andere Quellen zur Recherche. Aktuell hat Google auf nationaler Ebene und vielen weiteren Ländern eine klare Vormachtstellung und diese wird das Unternehmen auch in den nächsten Jahren weiter behaupten. Wer seine Seite nicht laufend optimiert – insbesondere auch im Linkaufbau und im Content – wird den Ansprüchen von Google und dessen Nutzern nicht mehr gerecht. Dabei geht es nicht nur darum, stetig neue Links und Texte zu erstellen, sondern auch vorhandene Techniken und Inhalte anzupassen, zu aktualisieren und dem User gerecht zu werden.

Wer in der organischen Suche erfolgreich sein will, muss Suchmaschinenoptimierung laufend betreiben. Ein SEO Stopp trifft vor allem kleinere Seiten stärker als bekannte Brands. Aber auch auf starke Seiten wirkt sich die Einstellung der SEO-Maßnahmen langfristig negativ aus. Bei einem großen Onlineshop wurden lange Zeit aktiv Backlinks aufgebaut und neue Inhalte erstellt. Suchmaschinenoptimierung wird auch weiter betrieben, allerdings wurde der aktive Linkaufbau gestoppt. Der Shop verfügt weiterhin über viele Top Rankings, konnte die Sichtbarkeit und viele Rankings in den letzten Monaten jedoch nicht mehr ausbauen – nicht zuletzt, da auch der Wettbewerb stark zugenommen hat:

In den letzten Monaten gab es keinen Zuwachs mehr in der Sichtbarkeit / Screenshot aus Sistrix

Große Seiten und Big Player haben oft schon ein gutes Fundament aufgebaut, von dem sie Zerren können, während Unternehmen, die erst mit SEO starten, sich erst einmal behaupten müssen. Bei dem nachfolgenden Beispiel wurde SEO erst eingeführt. Hier wurden Anpassungen an der Verzeichnisstruktur und der Technik (Ladezeiten, Steuerung Crawling) vorgenommen und erste Texte optimiert. Nachdem sich die ersten Erfolge eingestellt haben, wurde die Maßnahmen gestoppt. Drei Monate später waren die ersten Rankingerfolge wieder zunichte und die Sichtbarkeit ist auf das Ausgangslevel gefallen:

Sistrixverlauf entwickelt sich negativ

Nach dem SEO Stopp ist die Sichtbarkeit schnell gefallen. / Screenshot aus Sistrix

Je nach Ausgangslage fallen Sichtbarkeit, Rankings und Traffic nicht rapide, sondern mit einer Verzögerung von wenigen Wochen oder Monaten. Anders sieht es aus, wenn eine Webseite vom Netzt genommen wird oder nicht mehr erreichbar ist:

Sistrix Sichtbarkeitseinbruch

Nach Abstellen der Seite fällt die Sistrix Sichtbarkeit innerhalb weniger Tage / Screenshot aus Sistrix

In diesem Fall ist die Sichtbarkeit innerhalb weniger Tage auf 0 gefallen. Nach drei Wochen waren für diese Domain kaum noch Suchergebnisse in Google zu finden.

Info

Wir empfehlen niemanden SEO zu pausieren und zu stoppen, den professionelle Suchmaschinenoptimierung besteht aus mehr als nur Content und Linkaufbau. Die eigene Seite sollte laufend überwacht und auf Funktionalität geprüft werden. Wenn die eigene Webseite einmal down ist, muss schnell reagiert werden – in dieser Hinsicht sind ihre User und potentiellen Kunden oft strenger als Google.

Die Konkurrenz schläft nicht

Immer mehr Unternehmen setzten auf professionelle Suchmaschinenoptimierung, um erfolgreich im WWW zu sein. Das erhöht auch den Druck an den eigenen Internetauftritt. Nur wer unter den Top-Ergebnissen bei Google und Bing gefunden wird, kann sich über höheren Traffic freuen. Die erste Seite bei Google & Co bietet jedoch nur Platz für 10 organische Suchergebnisse. Ein Top-Ergebnis kann niemals langfristig garantiert werden – wer nichts tut und sich auf den Lorbeeren ausruht, wird langfristig von aktiven Wettbewerbern überholt.

In vielen Branchen tragen auch die hohen Kosten für bezahlte Online Marketing Kanäle dazu bei, dass immer mehr Unternehmen auf SEO setzten. In der Finanzbranche sind Klickkosten von über € 10,- pro Klick (!) keine Seltenheit:

CPC Kosten Finanzen

Vorgeschlagene Klickpreise aus dem Google Keyword Planner

Im SEO hingegen fallen keine Klickkosten an.

Tipp

In unserem Blogbeitrag SEO-SEA-Synergien haben wir zusammengetragen, warum es sich lohnen kann wichtige Adwords-Keywords im SEO zu optimieren.

Wer sich im SEO behaupten möchte, muss früher oder später seine Konkurrenz überholen, um die begrenzten Top-Rankings zu ergattern. Professionelle SEOs setzten dabei auf Technologien und SEO-Tools und haben ihren Wettbewerb stetig im Blick. Wenn Sie mit einem wichtigen Keyword den ersten Platz bei Google belegen, wird Ihre Konkurrenz alles daransetzten, Sie zu überholen. Mit SEO-Tools lässt sich heute leichter prüfen, welche guten Backlinks, Techniken und Inhalte eine Webseite besitzt. Wer gutes SEO betreibt, wird einen Nachahmer finden, der versuchen wird, es noch besser zu machen:

Sichtbarkeit Wettbewerb

Die blaue Linie gehört zum Kunden – die Wettbewerber steigen ähnlich schnell / Screenshot aus dem Reporting Center der OSG

Prüfen Sie daher laufend die Tätigekeiten und die Entwicklung Ihrer Konkurrenz.

Tipp

Mit unserem OSG Reporting Center haben Sie Ihre Wettbewerber stetig im Blick und werden über Alerts in Echtzeit informiert, wenn es auf Ihrer Internetseite zu technischen Problemen, Rankingverlusten und -gewinnen kommt.

Slow Death: Einen Status Quo gibt es nicht

Wer nichts mehr im SEO tut oder seine Maßnahmen nicht im Blick hat, wird früher oder später von der Konkurrenz übertrumpft. Einen Status Quo im SEO gibt es nicht. Google kennt über 200 Rankingfaktoren – nur wer es unter die Top-Ergebnisse geschafft hat, bietet den Usern das beste Nutzererlebnis. Top-Ergebnisse zeichnen sich durch eine gute Technik, hochwertige Inhalte, eine nutzerfreundliche Usability und starke Backlinks aus. Die Rankingfaktoren unterliegen hierbei einem stetigen Wandel um den Nutzern gerecht zu werden. Heute kommt zum Beispiel keine Internetpräsenz mehr ohne eine mobilfreundliche Seite aus. Wer seine Aktivität und die der Wettbewerber nicht mehr im Blick hat, wird in den organischen Suchergebnissen “langsam sterben”. Unter dem Begriff Slow Death (deutsch: langsamer Tod ) versteht man das sukzessive Verschwinden aus den SERPs von Google und anderen Suchmaschinen. Ein Slow Death lässt sich daran erkenn, dass immer mehr Keywords nicht mehr in den Suchergebnissen gefunden werden oder die SEO Sichtbarkeit laufend sinkt.

Slow Death: Seite verliert an Sichtbarkeit

Slow Death: SEO Sichtbarkeit sinkt sukzessive (Sistrix)

Weitere Informationen zum Slow Death haben wir hier zusammengefasst. Gründe für einen langsamen Tod können technische Fehler sein, aber auch, dass eine Internetpräsenz nicht mehr betreut und aktualisiert wird – und so Platz für andere Webseiten macht.

Gute Ergebnisse wirken nach

Das Szenario vom Slow Death ist nicht die Regel und tritt eher auf, wenn SEO-Maßnahmen öfters falsch oder schlecht umgesetzt worden sind. SEO ist ein langfristiger Kanal. Das deutet, dass eine gute SEO-Arbeit sich auch Wochen oder Monate später positiv auf die Ergebnisse auswirken kann. Wer SEO Basics (gute Technik, kein Spam) von Anfang an beachtet, kann auch später noch davon profitieren. Vergleichen kann man dies mit einem Hausbau: wer von Beginn an ein gutes Grundgerüst und Fundament setzt, muss bei einer späteren Renovierung nicht das gesamte Haus abreißen und komplett von vorne beginnen. Im SEO gilt ein ähnliches Prinzip: Auch wenn die SEO-Maßnahmen eingestellt werden (was wir nicht empfehlen), kann später auf eine solide Infrastruktur zurückgegriffen werden.

Fazit

Wer die Arbeit in der Suchmaschinenoptimierung einstellt, wird früher oder später aus den Google Suchergebnissen verdrängt. Der Verlust von Traffic, Umsatz Sichtbarkeit und Rankings ist ein schleichender Prozess und tritt in vielen Fällen nicht sofort ein. Da SEO ein langfristiger Kanal ist, können SEO-Maßnahmen auch noch Monate später profitabel sein und sich für Unternehmen auszahlen. Dennoch: Selbst wer nur pausiert verschenkt Chancen – denn die Konkurrenz schläft nicht.

TitelbildCopyright © Shutterstock/ Photographee.eu

 

Kostenloser SEO-Check der OSG

SEO Stopp: Auswirkungen auf Rankings und Traffic
5 (100%) 16 votes


Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*