Share of Search
Was ist Share of Search?
Share of Search bezeichnet den prozentualen Anteil einer Marke am gesamten markenbezogenen Suchvolumen innerhalb eines definierten Wettbewerbsfelds. Die Formel lautet: Suchvolumen der eigenen Marke geteilt durch das Suchvolumen aller betrachteten Marken, multipliziert mit 100. Die Kennzahl zeigt, wie stark eine Marke aktiv nachgefragt wird.
Share of Search, auf Deutsch der Anteil an der Markensuche, misst die relative Suchnachfrage nach einer Marke. Berücksichtigt werden Markenname, Schreibvarianten und eindeutig zuordenbare Produktmarken. Generische Suchbegriffe wie „Laufschuhe kaufen“ gehören normalerweise nicht in die Berechnung, weil sie keine konkrete Markenpräferenz ausdrücken.
Share of Search berechnen
Die Berechnung benötigt ein klar abgegrenztes Wettbewerbsfeld, einen einheitlichen Zeitraum und Suchvolumina aus derselben Datenquelle. Das Suchvolumen der eigenen Marke wird durch die Summe aller untersuchten Marken geteilt. Unterschiedliche Länder, Zeiträume oder Datenquellen dürfen nicht vermischt werden, weil die Werte sonst methodisch nicht vergleichbar sind.
Eine belastbare Berechnung umfasst mehr als den exakten Markennamen. Für jede Marke sollte ein festes Keyword-Set definiert werden, das relevante Schreibweisen, Abkürzungen und Produktlinien enthält. Eine Suchanfrage wie „Marke A Erfahrungen“ kann aufgenommen werden, während „Marke A gegen Marke B“ nach einer vorher festgelegten Regel einer oder beiden Marken zugeordnet werden muss.
Diese Daten gehören in die Messung
Share of Search messen 2026
Messbar ist das zum Beispiel so: Sammle für jede Marke sämtliche relevanten Suchbegriffe, ermittle deren monatliches Suchvolumen und bilde pro Marke eine Summe. Der kostenlose Keyword-Planner hilft dabei, Suchvolumen, Wettbewerbsniveau und Klickkosten mehrerer Begriffe einheitlich zu vergleichen.
Prüfe zuerst die Suchvolumina deiner Marke und der wichtigsten Wettbewerber:
Share of Search sollte als Zeitreihe ausgewertet werden. Ein einzelner Monatswert kann durch Kampagnen, Nachrichten, Produktrückrufe, saisonale Nachfrage oder eine neue Produktveröffentlichung verzerrt sein. Ein rollierender Vergleich über mehrere Monate zeigt besser, ob die relative Markennachfrage steigt, fällt oder nur kurzfristig schwankt.
Share of Search in der SERP
Die SERP ist die Suchergebnisseite, die nach einer Suchanfrage erscheint und organische Treffer, Anzeigen sowie zusätzliche SERP-Features enthalten kann. Share of Search misst den Schritt vor dieser Ergebnisseite: die Entscheidung des Nutzers, nach einer bestimmten Marke zu suchen. Rankings und Anzeigenpositionen fließen deshalb nicht direkt in die Formel ein.
Die Gestaltung der SERP beeinflusst jedoch, wie gut eine Marke vorhandene Nachfrage aufnimmt. Bei einer Markensuche können die eigene Website, Händler, Bewertungsportale, Nachrichten, Anzeigen und Wettbewerber sichtbar sein. Ein hoher Share of Search führt daher nicht automatisch zu vielen Websitebesuchen, wenn die eigene Domain die markenbezogene SERP nur schwach abdeckt.
Markennachfrage und SERP trennen
Eine vollständige Analyse verbindet deshalb die Markennachfrage mit der tatsächlichen Suchergebnisdarstellung. Prüfe für jede relevante Markensuche, welche Domains und SERP-Features erscheinen und welchen Anteil der Klicks die eigene Website erhält. Der Beitrag zur datenbasierten SEO-Marktanalyse zeigt, wie sich Wettbewerbspositionen anhand einheitlicher Keyword-Sets vergleichen lassen.
Relevanz für SEO und SEA
Für SEO zeigt Share of Search, ob Markenbekanntheit und aktive Nachfrage im Verhältnis zum Wettbewerb wachsen. Die Kennzahl ersetzt jedoch keine Ranking-, Traffic- oder Conversion-Daten. Ein Unternehmen kann einen hohen Wert besitzen und bei generischen Suchbegriffen kaum organisch sichtbar sein. Umgekehrt kann eine Domain für viele Kategoriebegriffe ranken, obwohl nur wenige Nutzer direkt nach ihrer Marke suchen.
Für SEA hilft Share of Search bei der Einordnung von Marken- und Nichtmarken-Kampagnen. Ein steigendes Suchvolumen nach dem Markennamen kann mit Kommunikationsmaßnahmen zusammenhängen, beweist deren Wirkung allein aber nicht. Markenanzeigen erfassen überwiegend bestehende Nachfrage, während generische Anzeigen neue Nutzer erreichen können. Die Abgrenzung zwischen SEO und SEA hilft, beide Effekte getrennt zu bewerten.
Abgrenzung zum Share of Voice
| Kennzahl | Was wird gemessen? | Typische Datenbasis |
|---|---|---|
| Share of Search | Anteil einer Marke an allen markenbezogenen Suchanfragen im Wettbewerbsfeld | Suchvolumen definierter Markenbegriffe |
| SEO Share of Voice | Anteil der organischen Präsenz in einem festgelegten Keyword-Set | Rankings, Suchvolumen und häufig eine Positionsgewichtung |
| Advertising Share of Voice | Anteil der Werbepräsenz innerhalb eines Marktes oder Kanals | Impressionen, Reichweite oder Werbeausgaben |
| Marktanteil | Anteil eines Unternehmens am Absatz oder Umsatz eines Marktes | Verkaufszahlen oder Umsatzdaten |
Der Unterschied zwischen Share of Search und Share of Voice liegt im Messobjekt. Share of Search erfasst aktive Markensuchen. Share of Voice bewertet die Präsenz einer Marke in organischen Ergebnissen, Werbung, Medien oder anderen Kanälen. Marktanteil misst dagegen ein wirtschaftliches Ergebnis. Ein steigender Suchanteil ist deshalb ein Indikator für Nachfrage, aber kein Umsatznachweis.
Einordnung für GEO
GEO, kurz für Generative Engine Optimization, benötigt eine eigene Messmethode. KI-Systeme arbeiten mit Fragen und Prompts statt mit einem klassischen Keyword-Set. Erwähnungen, Empfehlungen und verwendete Quellen lassen sich deshalb nicht sinnvoll in den Share of Search einrechnen. SEO Share of Voice und GEO Share of Voice müssen methodisch getrennt ausgewertet werden.
Ob eine Marke in ChatGPT, Perplexity, Gemini und Grok genannt wird, lässt sich über wiederkehrende Testfragen erfassen. Der Beitrag zum Messen von Markenerwähnungen in KI-Antworten erklärt diese Auswertung. Share of Search bleibt parallel relevant, weil viele Nutzer Marken weiterhin über klassische Suchmaschinen prüfen, nachdem sie eine Empfehlung aus einem KI-System erhalten haben.
Typische Fehler bei der Auswertung
Der häufigste Messfehler ist ein unsauberes Wettbewerbsfeld. Werden lokale Spezialanbieter mit internationalen Konzernen verglichen oder Produktmarken nur bei einzelnen Unternehmen berücksichtigt, beschreibt das Ergebnis vor allem die Auswahlmethode. Prüfe deshalb vor jeder Berechnung, ob alle Marken nach denselben Regeln erfasst werden.
Häufige Fragen zu Share of Search
Was ist ein guter Share of Search?
Einen allgemein gültigen Zielwert gibt es nicht. Ein Wert von 30 Prozent bedeutet lediglich, dass 30 Prozent der erfassten Markensuchen auf die eigene Marke entfallen. Aussagekräftig wird der Wert durch den Vergleich mit direkten Wettbewerbern und der Entwicklung über mehrere Monate.
Wie oft sollte Share of Search gemessen werden?
Eine monatliche Messung eignet sich für die meisten Märkte. Bei starken saisonalen Schwankungen sollte zusätzlich derselbe Monat des Vorjahres verglichen werden. Sehr kleine Suchvolumina lassen sich besser quartalsweise auswerten.
Gehören generische Keywords zum Share of Search?
Generische Begriffe gehören bei der klassischen Berechnung nicht zum Share of Search, weil sie keine konkrete Marke nennen. Sie können separat analysiert werden, um die allgemeine Nachfrage nach einer Produktkategorie zu beurteilen.
Kann Share of Search den Marktanteil vorhersagen?
Share of Search kann Veränderungen der Markennachfrage anzeigen, ist aber keine direkte Prognose des Marktanteils. Preise, Verfügbarkeit, Vertrieb, Kundenbindung und Conversion beeinflussen den tatsächlichen Absatz zusätzlich.
Wie werden Schreibfehler bei Markennamen behandelt?
Häufige und eindeutig zuordenbare Schreibfehler können in das Keyword-Set aufgenommen werden. Die Regel muss für alle untersuchten Marken gleich gelten und während der gesamten Zeitreihe unverändert bleiben.
Funktioniert Share of Search auch für kleine Unternehmen?
Share of Search eignet sich auch für kleine Unternehmen, sofern genügend markenbezogene Suchanfragen vorhanden sind. Bei geringen Volumina sind längere Messzeiträume und ein regional begrenztes Wettbewerbsfeld sinnvoll.
Wenn du Suchnachfrage, Rankings und Wettbewerberdaten in einem Account prüfen möchtest, kannst du mit einem kostenlosen Export und einem SEO-Audit starten.
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