CNAME-Record

Was ist ein CNAME-Record?

Ein CNAME-Record ist ein DNS-Eintrag, der einen Hostnamen als Alias auf einen anderen Hostnamen verweist. Er speichert keine IP-Adresse. Bei einer Anfrage löst das Domain Name System zuerst das CNAME-Ziel und anschließend dessen A- oder AAAA-Record auf. Typische Einsätze sind Subdomains für Shops, CDNs oder externe Plattformen.

Der CNAME-Record verbindet einen Alias wie shop.example.de mit einem Ziel wie shopsystem.anbieter.de. CNAME steht für Canonical Name, deutsch: kanonischer Name. Ändert der Anbieter später die IP-Adresse seines Systems, muss der Betreiber der Alias-Domain keinen eigenen A-Record aktualisieren.

So funktioniert ein CNAME-Record

Ein CNAME-Record enthält zwei zentrale Angaben: den Aliasnamen und den Zielhostnamen. Ruft ein Nutzer den Alias auf, fragt der DNS-Resolver zuerst nach dessen Eintrag. Der Resolver erhält den Zielhostnamen und sucht anschließend den dazugehörigen A-Record für IPv4 oder AAAA-Record für IPv6. Erst dessen IP-Adresse ermöglicht die Verbindung zum Webserver.

Ein vereinfachter Eintrag kann so aussehen:

shop.example.de. 3600 IN CNAME shopsystem.anbieter.de. Der Alias shop.example.de verweist auf den Zielhostnamen shopsystem.anbieter.de. Die TTL von 3.600 Sekunden erlaubt DNS-Caches, den Eintrag eine Stunde lang zu speichern. Die IP-Adresse steht nicht im CNAME-Record, sondern im A- oder AAAA-Record des Ziels.

Das Ziel eines CNAME-Records muss ein Hostname sein. Eine IP-Adresse, eine vollständige URL wie https://example.de/shop oder ein Verzeichnispfad ist als Ziel ungeeignet. DNS verarbeitet Domainnamen und IP-Adressen, aber keine Protokolle, URL-Pfade oder HTTP-Parameter.

CNAME-Record und technisches SEO

Ein CNAME-Record ist keine Weiterleitung. Der Browser behält den aufgerufenen Hostnamen in der Adresszeile, während das DNS lediglich die technische Zuordnung zum Zielserver herstellt. Eine HTTP-Weiterleitung mit Statuscode 301 oder 302 wird dabei nicht ausgelöst. Suchmaschinen behandeln einen DNS-Alias deshalb nicht automatisch als Signal für einen dauerhaften URL-Wechsel.

Dieser Unterschied wird bei Relaunches regelmäßig relevant: Wer eine alte Subdomain per CNAME auf einen neuen Server zeigen lässt, hat damit noch keine URLs weitergeleitet. Ändern sich Domain, Pfade oder indexierbare Adressen, müssen passende HTTP-Weiterleitungen eingerichtet werden. Eine strukturierte Checkliste für einen SEO-sicheren Website-Relaunch berücksichtigt DNS, Weiterleitungen, Canonical Tags, interne Links und Sitemaps als getrennte Signale.

Ein fehlerhafter CNAME-Record kann Crawling und Indexierung indirekt beeinträchtigen. Zeigt der Alias auf einen nicht erreichbaren Zielhost, erhalten Nutzer und Suchmaschinen keine Website. Liefert der Zielserver für den Alias ein falsches Zertifikat oder keine passende Host-Konfiguration aus, entstehen TLS-Fehler oder unerwartete Inhalte. Solche Fehler gehören deshalb in jeden Prozess für technische SEO-Prüfungen.

Doppelte Hosts sauber steuern

Ein CNAME-Record kann dazu führen, dass derselbe Inhalt unter mehreren Hostnamen erreichbar ist. Suchmaschinen sehen dann eigenständige URLs, obwohl beide Hosts denselben Server verwenden. Für indexierbare Varianten müssen Canonical Tags, interne Links, Sitemaps und gegebenenfalls 301-Weiterleitungen auf eine eindeutige Hauptversion zeigen. Ein CNAME-Record allein verhindert keinen Duplicate Content.

Bei einem CDN kann beispielsweise sowohl www.example.de als auch ein technischer CDN-Hostname Inhalte ausliefern. Der technische Host sollte nicht als eigenständige Website indexierbar sein. Prüfe deshalb den HTTP-Status, den Canonical Tag, die Zertifikatsabdeckung und die Erreichbarkeit über beide Hostnamen. Weitere Ursachen und Prüfwege erklärt der Ratgeber zum Erkennen von Duplicate Content.

Unterschied zu A-Record und Weiterleitung

Der Unterschied zwischen einem CNAME-Record und einem A-Record liegt im Ziel: Ein CNAME-Record verweist auf einen anderen Hostnamen, während ein A-Record direkt eine IPv4-Adresse speichert. Ein AAAA-Record erfüllt dieselbe Aufgabe für IPv6. Eine 301-Weiterleitung arbeitet dagegen auf HTTP-Ebene und sendet Browser sowie Suchmaschinen an eine andere URL.

KonfigurationZielBrowser-URLSEO-Signal
CNAME-RecordAnderer HostnameBleibt unverändertKein Weiterleitungssignal
A-RecordIPv4-AdresseBleibt unverändertKein Weiterleitungssignal
AAAA-RecordIPv6-AdresseBleibt unverändertKein Weiterleitungssignal
301-WeiterleitungAndere URLÄndert sichSignal für dauerhaften URL-Wechsel

CNAME-Record richtig einrichten

Ein CNAME-Record wird in der DNS-Verwaltung des zuständigen Providers angelegt. Vor der Änderung muss klar sein, welcher Alias eingerichtet wird, welchen vollständigen Zielhost der externe Dienst vorgibt und ob am Alias bereits andere DNS-Einträge liegen. DNS-Namen werden dabei von rechts nach links hierarchisch ausgewertet, beginnend bei der Top-Level-Domain.

  • Lege den gewünschten Alias fest, zum Beispiel shop, cdn oder tracking.
  • Übernimm den Zielhost exakt aus der Dokumentation des angebundenen Dienstes.
  • Entferne kollidierende DNS-Einträge nur nach Prüfung ihrer bisherigen Funktion.
  • Stelle sicher, dass der Zielserver den Alias als gültigen Hostnamen akzeptiert.
  • Prüfe nach der DNS-Aktualisierung HTTPS, HTTP-Status, Inhalte und Canonical Tag.

Ein regulärer CNAME-Record kann nicht gemeinsam mit anderen Datensätzen am selben Namen verwendet werden. Das betrifft beispielsweise parallele A-, AAAA- oder TXT-Einträge. Besonders relevant ist diese Bedingung an der Root-Domain, weil dort bereits verpflichtende SOA- und NS-Einträge vorhanden sind. Manche DNS-Anbieter lösen das mit ALIAS-, ANAME- oder CNAME-Flattening-Funktionen, die technisch keinen klassischen CNAME-Record an der Domainwurzel darstellen.

TTL vor Änderungen planen

Die TTL bestimmt in Sekunden, wie lange ein DNS-Resolver eine Antwort zwischenspeichern darf. Eine TTL von 3.600 Sekunden entspricht einer Stunde. Wird die TTL erst gleichzeitig mit dem Ziel geändert, können ältere Daten trotzdem bis zum Ablauf ihrer bisherigen TTL im Cache bleiben. Senke die TTL deshalb rechtzeitig vor einem geplanten Wechsel und erhöhe sie erst nach erfolgreicher Prüfung wieder.

Typische Fehler beim DNS-Alias

CNAME-Ketten entstehen, wenn ein Alias auf einen zweiten Alias verweist, der wiederum auf einen weiteren Hostnamen zeigt. Jede zusätzliche Stufe kann eine weitere DNS-Abfrage verursachen und schafft eine weitere Fehlerquelle. Richte den eigenen Alias möglichst direkt auf den vom Dienst vorgesehenen stabilen Zielhost aus und vermeide selbst erzeugte Zwischenstationen.

Ein CNAME-Record übernimmt weder HTTPS-Konfiguration noch Weiterleitungen oder Canonical Tags. Der Zielserver benötigt ein gültiges TLS-Zertifikat für den Alias und muss Anfragen für diesen Hostnamen korrekt beantworten. Prüfe nach jeder Änderung die DNS-Auflösung und rufe den Alias anschließend per HTTPS auf, bevor die Adresse in Kampagnen, Sitemaps oder internen Links verwendet wird.

Ein weiterer Fehler ist die Verwechslung von DNS-Propagation und Serverkonfiguration. Wenn der CNAME-Record korrekt aufgelöst wird, die Website aber einen Zertifikatsfehler, einen HTTP-Fehler oder die falsche Anwendung zeigt, liegt das Problem meist hinter der DNS-Ebene. Ein technisches SEO-Audit für Website-Technik und Crawling trennt deshalb DNS-Auflösung, Webserver-Antwort und Indexierung voneinander.

Häufige Fragen zum CNAME-Record

Kann ein CNAME-Record auf eine IP-Adresse zeigen?

Nein. Ein CNAME-Record verweist ausschließlich auf einen anderen Hostnamen. Für eine direkte IPv4-Adresse wird ein A-Record verwendet, für eine IPv6-Adresse ein AAAA-Record.

Kann ich einen CNAME-Record für die Hauptdomain verwenden?

Ein klassischer CNAME-Record ist an der Domainwurzel normalerweise nicht möglich, weil dort SOA- und NS-Einträge vorhanden sein müssen. Einige DNS-Anbieter bieten dafür ALIAS-, ANAME- oder Flattening-Funktionen an.

Wie lange dauert eine CNAME-Änderung?

Die Dauer hängt vor allem von der bisherigen TTL und den beteiligten DNS-Caches ab. Resolver dürfen alte Antworten bis zum Ablauf der zuvor gültigen TTL weiterverwenden.

Ist ein CNAME-Record dasselbe wie eine Weiterleitung?

Nein. Ein CNAME-Record ordnet auf DNS-Ebene einen Hostnamen einem anderen Hostnamen zu. Eine Weiterleitung arbeitet auf HTTP-Ebene, ändert die aufgerufene URL und kann Suchmaschinen einen dauerhaften oder vorübergehenden Wechsel signalisieren.

Kann ein CNAME-Record Duplicate Content erzeugen?

Der DNS-Eintrag selbst erzeugt keinen Inhalt. Wenn derselbe Inhalt durch den Alias unter mehreren indexierbaren Hostnamen erreichbar wird, können jedoch doppelte URLs entstehen. Canonical Tags oder Weiterleitungen müssen dann eine eindeutige Hauptversion festlegen.

Warum funktioniert HTTPS nach einer CNAME-Änderung nicht?

Der Zielserver benötigt ein gültiges TLS-Zertifikat, das den aufgerufenen Alias abdeckt. Zusätzlich muss der Server so konfiguriert sein, dass er Anfragen für diesen Hostnamen annimmt und die richtige Website ausliefert.

Wenn DNS, Serverantworten und SEO-Signale gemeinsam geprüft werden sollen, hilft ein technischer Potenzialcheck bei der sauberen Einordnung.

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