Server Umzug Checkliste – Was beim Hosterwechsel zu beachten ist

Server Umzug Checkliste wichtigste Tipps

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Nicht nur Menschen, sondern auch Maschinen können unter Last ächzen und stöhnen. Dies gilt besonders für Server, die komplizierten Programmcode ausführen. Hier brauchen einige Exemplare scheinbar ewig, bis Resultate produziert sind. Bei genauer Analyse stellt sich dann oft heraus, dass das System schlichtweg überfordert ist und den Anforderungen nicht mehr genügen. Es wird Zeit sich Gedanken über den Server Wechsel bzw. Hoster Wechsel zu machen. Wir geben dir in unserem Blog eine umfangreiche Checkliste zum Server Umzug.

1. Aktuelle Leistung des Servers auswerten

Websites und das World Wide Web entwickeln sich sehr schnell weiter. Moderne Websites zeichnen sich durch eine durchdachte Usability mit vielen interaktiven und animierten Elementen aus. Moderne Programmiersprachen wie HTML5 oder JavaScript ermöglichen es attraktive Webseiten zu erstellen. All diese Technologien benötigen Ressourcen und Rechenleistung.

Ein älterer Server kann hier bei vielen gleichzeitigen Anfragen überfordert werden. Aber auch die Software kann die Leistung einschränken und einen Server Umzug nötig machen. Folgend erhältst du, im Rahmen unserer Server Umzug Checkliste, einen Überblick zur Auswertung der Leistung deines Servers.

Tipp

Nutze Webanalyse Tools wie Google Analytics, um den Traffic und die Zahl deiner Anfragen auszuwerten. So kannst du besser einschätzen, ob dein aktueller Server deinen Anforderungen genügt. Wie du Google Analytics nutzt, erfährst du in unserer Google Analytics Anleitung.

1.1 Die Art des Servers

Zuerst solltest du prüfen, auf welcher Art von Server die Domain gehostet wird. Denn Server ist nicht gleich Server. Es gibt verschiedene Arten von Servern, diese wirken sich somit auf die Leistung des Servers und der eigenen Website aus.

1.1.1 Shared und Virtuelle Server – geteilte Leistung

Beim Shared Hosting werden mehrere Webseiten auf einem Server verwaltet. Diese teilen sich damit auch die Ressourcen und Rechenleistung des Servers. Dies ist bei kleinen Webseiten und enigen Anfragen kein Problem. Wächst deine Webseite und somit dein Bedarf an Rechenleistung und Ressourcen, kann der Shared Server die Leistung deiner Webseite beeinflussen. Ebenso wirken sich viele gleichzeitige Anfragen der gehosteten Webseiten negativ auf die Leistung aus. Du solltest einen Server Umzug in Betracht ziehen.

Du kannst beispielsweise zu einem Hoster wechseln der virtuelle Server anbietet. Bei einem virtuellen Server werden zwar ebenfalls mehrere Webseiten auf einem Rechner verwaltet. Jedoch ist die Anzahl geringer. Pro Webseite stehen mehr Ressourcen und Rechenleistung zur Verfügung. Bei Lastspitzen stehen somit größere Leistungsreserven zur Verfügung. Zudem sind virtuelle Server oftmals besser konfiguriert, was ebenfalls der Leistung zugutekommt.

1.1.2 Volle Leistung mit eigenem Server

Ausreichend Leistungsreserven bietet dir ein eigener Server. Dabei stellen wir in unserer Server Umzug Checkliste die verschiedenen Arten vor. Bei einem eigenen Server unterscheidet man in,

  • Dezidierte Server
  • Root Server
  • Managed Server

Ein dezidierter Server verwaltet nur deine Webseite. Alle Leistungs- und Rechenreserven stehen nur deiner Webseite zur Verfügung. Beim dezidierten Server bestimmt also die verwendete Hardware die Leistungsfähigkeit des Servers und damit der Webseite. Ist hier ein langsamer CPU oder Hauptspeicher verbaut hat dies negativen Einfluss auf die Leistung. Du solltest im Rahmen eines Server Umzugs über einen Server mit leistungsfähigerer Hardware nachdenken. Die Verwaltung des Servers wird vom Anbieter übernommen. Du hast also eingeschränkte Möglichkeiten was die Optimierung der Serverleistung angeht.

Problem hast du beim sogenannten Root Server nicht. Hier stellt dir der Anbieter die grundlegende Infrastruktur zur Verfügung. Du bestimmt neben der Hardware auch die Software und Programme die auf dem Server laufen. Alle Funktionen der Serversoftware können selbst konfiguriert werden. Dies birgt viele Optimierungspotentiale, erfordert aber auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung.

Die letzte Variante ist der sogenannte Managed Server. Hier steht dir ebenfalls ein separater bzw. dezidierter Server für das Hosting deiner Webseite zur Verfügung. Der Unterschied zum Root Server besteht darin, dass der Serveranbieter für das Zusammenspiel der Serverkomponenten verantwortlich ist. Deshalb ist bei dieser Art von Server ein guter Support wichtig, um mögliche Probleme schnell zu lösen. Diesen Punkt solltest du generell beim Server Umzug beachten. Neben einem guten Support sollte der Hoster die Serverkomponenten und Software regelmäßig aktualisieren.

1.2 Hardware des Servers

Die oft genannte Problembeschreibung “Der Server ist zu langsam” ist eher ein Symptom als die eigentliche Ursache. Die Hardware des Servers ist maßgeblich für dessen Leistung. Zuallererst hat der eingesetzte Prozessor (CPU) einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Und ist daher einer der wichtigsten Punkte einer Server Umzug Checkliste. Müssen viele Prozesse und Anfragen gleichzeitig verarbeitet werden, kann eine schwache CPU zum Flaschenhals werden.

Tipp

Teste regelmäßig die Ladezeiten deiner Webseite und wichtiger Landingpages. Dies kannst du beispielsweise mit der OSG Performance Suite automatisieren oder unseren Website Speed Check nutzen. Hier erfährst du auch die Antwortzeit deines Servers und kannst gezielt an dieser arbeiten oder deinen Hoster kontaktieren.

Ebenso spielt, je nach Größe der zu verarbeitenden Daten die Größe des Hauptspeichers (RAM) eine wichtige Rolle. Auch hier kann es im Fall von vielen zeitgleichen Anfragen zu Leistungsengpässen kommen, da der Speicher voll ist. Informationen müssen in diesem Fall erst vom oftmals langsameren Massenspeicher angerufen werden. Dies kostet Rechenzeit und wirkt sich negativ auf die Leistung und besonders Ladezeit deiner Webseite aus.

Der lokale Massenspeicher ist in der Regel eine Festplatte (HDD) oder Solid-State-Drive (SSD). Er hat ebenfalls einen Einfluss auf die Bereitstellung der zu transportierenden Daten. Diese Medien besitzen nicht nur eine (endliche) Größe, auf der Daten gespeichert werden können, sondern können pro Sekunde nur eine gewisse Menge Daten transportieren. Altmodische HDD mit Magnetscheiben weisen weitaus langsamere Zugriffszeiten auf als moderne SSD-Speicher. Im Rahmen deines Server Umzugs solltest du daher auf den Massenspeicher deines neuen Servers achten.

Abschließend spielt im Bereich Hardware die Anbindung deines Servers eine wichtige Rolle. Achte bei deinem Hoster Umzug unbedingt auf eine gute und schnelle Anbindung deines Servers, unabhängig vom Servertyp. Ein noch so guter und schneller Server bringt dir nichts, wenn die Anbindung den Flaschenhals darstellt. Daher darf dieser Punkt in unserer Server Umzug Checkliste nicht fehlen.

1.3 Software des Servers

Neben der Hardware spielt die Software und das genutzte Betriebssystem beim Server Umzug ein wichtige Rolle. Die Wahl des Betriebssystems ist einer der wichtigsten Punkte auf einer Server Umzug Checkliste. Hier spielen viele kleinere Punkte eine Rolle. In Summe können diese einen Server Umzug notwendig werden lassen. Dieses beinhaltet oft die unterstützte Version des Betriebssystems und dafür verfügbare Programmbibliotheken und Erweiterungen. Windows und Linux sind die meist verbreitesten Betriebssysteme im Serverbereich.

Vor allem Linux erfreut sich als Open Source Betriebsystem, mit vielen Anpassungsmöglichkeiten, großer Beliebtheit. Das System unterstützt moderne Skriptsprachen wie PHP, Perl, Python oder Ruby. Zudem werden MySQL und MariaDB Datenbanken unterstützt. Des weiteren unterstützt Linux mit Nginx und Apache die beiden am weitesten verbreiteten Servertypen. Linux ist also eine gute Wahl um gängige Content Management Systeme (CMS) wie WordPress oder Typo3 auf dem Server zu betreiben. Zudem gilt Linux als sehr sicheres Betreibssystem.

2. Anforderungen der Entwickler für die Server Umzug Checkliste

Für die Auswahl und Dimensionierung eines Servers ist zuerst wichtig, welche Aufgaben und Lasten der Server zu bewältigen hat. Wird hier ein hochfrequentiertes CMS mit SQL-Datenbank wie WordPress, Typo3 oder Drupal eingesetzt, oder ist es lediglich eine kleine, vorwiegend statisch aufgebaute Homepage mit einigen Kontaktformularen? Anhand der Auswahl eines CMS ergeben sich automatisch einige Abhängigkeiten in der verwendeten Software, wie beispielsweise der eingesetzten PHP-Version und abhängigen Modulen.

Bei der Nutzung von PHP ist die Frage, in welcher Form ggf. Caching realisiert wird. Eine vom Nutzer aufgerufene Webseite wird dynamisch generiert und geladen. Seiten, deren Inhalt sich nicht ständig ändert (bspw. in Diskussionsforen), können gecached werden. Dabei werden die heruntergeladenen Daten in einen Zwischenspeicher geladen. Beim nächsten Aufruf der Webseite muss diese dann nicht komplett neugeladen werden. Dies verbraucht weniger Systemressourcen. Im Gegenzug wird mehr Hauptspeicher des Systems verbraucht. Verbreitete Caches sind APCu und Opcache. Hier müssen die Entwickler spezifizieren, welcher von diesen benötigt wird. Derartige Feinheiten werden nicht immer in einer Server Umzug Checkliste berücksichtigt, was oft für nachfolgenden Ärger sorgt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in unserer Server Umzug Checkliste ist die Wahl des verwendeten Typs des Webservers. Am verbreitetsten sind die Servertypen Apache oder nginx. Je nach Anforderungen kann ein Apache Server gegenüber Nginx Server Vorteile haben oder umgekehrt. Auch eine Kombination der beiden Systeme ist möglich. Für die Zukunftssicherheit ist aber vor allem wichtig welches HTTP-Protokoll der Server unterstützt. Die Version HTTP/2 ist wesentlich schneller als die alte Version HTTP/1.1. Im Gegensatz zu HTTP/1.1 werden bei HTTP/2 mehrere Anfragen über eine Verbindung gesendet.

Diese Technik wird auch Mulitplexing genannt und ist beim alten HTTP/1.1 Standard nicht vorhanden. Hier wird für jede Anfrage eine neue Verbindung zum Server aufgebaut. Dies kostest Zeit und zudem limitieren die meisten Browser die Anzahl der Verbindungen zu einem Server. Es bildet sich ein Engpass, der die Leistung negativ beeinflussen kann. Daher sollte auf diesen Aspekt beim Server Umzug geachtet werden. Achte zudem auch auf eine sichere und gute Verschlüsselung mittels HTTPS und entsprechenden SSL-Zertifikat. Die Übertragung der Daten mittels HTTPS ist ein wichtiges Sicherheitsmerkmal, das auch Suchmaschinen in ihre Bewertungen einbeziehen.

Tipp

Moderne Browser wie Google Chrome oder Mozilla Firefox unterstützen HTTP/2 nur in Verbindung mit einer verschlüsselten Verbindung mittels HTTPS. Achte bei deinem Server Umzug also unbedingt auf diesen Punkt.

Abschließend muss die Frage der Datenbank bzw. des Datenbanksystems, welches eingesetzt werden soll, in der Server Umzug Checkliste geklärt werden. Dieses richtet sich nach dem gewählten Betriebsystem, Linux oder Windows. Die Systeme MySQL und Mircosoft SQL sind zwei der verbreitesten Systeme.

3. Spezialisierter Hoster JA oder NEIN

Nachdem du generelle Fragen zur Ausstattung und der Anforderungen der Entwickler in deine Server Umzug Checkliste aufgenommen hast. Solltest du klären ob du einen speziellen Hoster nutzen willst. Je nach Wahl des CMS kannst du einen spezialisierten Hoster für dein CMS in Erwägung ziehen. Mittlerweile gibt es spezialisierte Hoster für beispielsweise WordPress und Typo3. Der Vorteil besteht darin, dass dich dein Hoster in technischen Fragen direkt unterstützen kann. Auch Updates für das Content Management System werden direkt vom Hoster eingespielt. So wirst unabhängiger von Entwicklern und kannst unter Umständen schneller auf Updates reagieren.

Allerdings können einige Updates aufgrund der speziellen Entwicklungen deines Hosters nicht kompatibel sein. Ein guter Service hilft auch bei solchen Problemen und du kannst gemeinsam mit deinem Hoster eine Lösung finden.

Zudem kannst du von der Erfahrung des Hosters mit dem jeweiligen CMS profitieren. Gerade für Einsteiger ist dies ein wichtiger Punkt. Technische Probleme und Weiterentwicklungen werden vom Hoster übernommen. Du kannst so die Flexibilität deines CMS nutzen, ohne tiefer gehendes technisches Wissen zu haben. Zudem ist der Server und dessen Software meist gut auf die Anforderungen des CMS abgestimmt, bspw. durch eine speziell angepasste PHP Version oder spezieller Hardware. Dies kann dir einen Leistungsvorteil bringen. Daher sollte diese Überlegung auf deiner Server Umzug Checkliste nicht fehlen.

4. Diese Punkte dürfen auf der Server Umzug Checkliste nicht fehlen

4.1 Verantwortlichkeiten klären und definieren

Die Anforderungen der Entwickler sind allerdings nur ein Teilbereich einer Server Umzug Checkliste. Aus weiteren Anforderungen kann sich ergeben, dass eventuell anstelle eines neuen Servers sogar ein neuer Hoster genutzt werden muss.

Zu Beginn hast du bereits die verschiedenen Arten von Servern kennengelernt. Diese haben nicht nur Auswirkungen auf die Leistung deiner Webseite. Je nach Art des Servers und Umfang des Services musst du einige weitere Punkte bedenken. Sollen beispielsweise E-Mail Adresse auf dem gleichen Server gehostet werden. Wird jediglich ein Server Umzug durchgeführt und der Hoster nicht gewechselt, müssen die Mail-Adresse nicht umgezogen werden. Wechselst du jedoch auch den Hoster, musst du entscheiden, ob deine E-Mails separat gehostet werden sollen.

Eine wichtige zentrale Frage ist zudem das Backup und Wiederherstellung. Wie weit reicht das Backup zurück und wie schnell ist es im Ernstfall wieder eingespielt? Wer ist für die Erstellung des Backups verantwortlich und wie wird dieses gespeichert? Eine gute Server Umzug Checkliste greift auch derartige Fragen auf.

Tipp

Erstelle regelmäßig Backups deiner Server-Daten, um für einen Ausfall oder Datenverlust vorbereitet zu sein.

4.2 Server Umzug Checkliste – Alle Systeme auf einem Server?

Verschiedenste Dienste müssen nicht zwingend auf dem gleichen Server betrieben werden. In einer Server Umzug Checkliste solltest du auch prüfen, ob Teilbereiche, wie E-Mail-Hosting oder DNS auf verschiedenen Systemen laufen kann. Teilweise wird ein Hoster Umzug deutlich erleichtert, wenn das E-Mail System bei dem bisherigen Hoster verbleiben kann. Hierzu werden nur die DNS-MX-Records umgetragen.

4.3 Sicherheit des Servers

Ein wichtiger Aspekt in unserer Server Umzug Checkliste ist die Sicherheit des Servers. Je nach der gewählter Art des Servers und des Hostings sind bestimmte Sicherheitsapsekte wie SSL-Verschlüsselung oder Passwortschutz nur bedingt gegeben. Bei einem Shared oder Managed Server werden diese Aspekte teilweise vom Hoster übernommen. Bei einem Root oder dezidiertem Server bist du selbst für diese Aspekte verantwortlich. Beachte daher bei deinem Server Umzug diese Punkte und wo die Verantwortlichkeiten liegen. Der Punkt Sicherheit sollte in deiner Server Umzug Checkliste nicht fehlen.

4.4 Möglichkeit zu Testen

Der letzte Punkt unserer Server Umzug Checkliste sind Tests. Besteht die Möglichkeit den Server und die Leistungen eines Anbieters zu testen? Ein Test bringt dir Erkenntnisse über die wirkliche Leistung des Servers und besonders die Ladezeiten deiner Webseite. So kannst du gezielt Anbieter und deren Angebote vergleichen und eine gezielte Entscheidung für deinen Server oder Hoster Umzug treffen.

5. Unsere Server Umzug Checkliste

Checkliste

 

oLeistung des aktuellen Servers auswerten
oAbschätzung der Belastung des Servers (Requests/Minute)
oAbleitung von CPU-Belastung, Hauptspeicher-Bedarf und Disk I/O
oHardwareanforderungen des neuen Servers bestimmen
oWahl des Servertyps (Shared, Dezidiert, Root, Managed)
oWahl des Betriebsystems
oPrüfung, ob Upgrade auf leistungsfähigere Systeme in Zukunft möglich ist
oAbleitung der bereitzustellenden Abhängigkeiten wie PHP, Perl, Python etc.
oFestlegung der zu betreibenden Programme z.B. CMS
oFestlegung der Backup-Anforderungen
oDefinieren der Anforderungen an den Support und dessen Verfügbarkeiten
oSind Testpakete/Staging-Instanzen beim neuen Anbieter zu bekommen
oSSL-Zertifikate
oTrennung von (Web)Hosting, Email, DNS
oZahlungsmodalitäten
opersönliche Ansprechpartner
oZeitdauer des Server Umzug

 

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