Pre-Roll-Werbung
Was ist Pre-Roll-Werbung?
Pre-Roll-Werbung bezeichnet eine Videoanzeige, die vor dem vom Nutzer ausgewählten Video abgespielt wird. Die Video-Vorschaltwerbung kann je nach Plattform überspringbar oder vollständig abzuspielen sein. Unternehmen nutzen das Format vor allem für Markenbekanntheit, Reichweite, Produktkommunikation und messbare Aktionen wie Websitebesuche oder Conversions.
Wie funktioniert Pre-Roll-Werbung?
Pre-Roll-Werbung erscheint unmittelbar vor einem redaktionellen Video, einem Musikvideo, einem Livestream oder einem anderen gewünschten Bewegtbildinhalt. Der Werbekontakt entsteht damit, bevor der Nutzer den eigentlichen Inhalt konsumiert. Ausgespielt werden solche Anzeigen unter anderem auf Videoplattformen, Streaming-Angeboten, Mediatheken und Websites mit integriertem Videoplayer.
Die Auslieferung basiert meist auf einem Werbesystem, das Zielgruppe, Gebot, Budget, Anzeigenqualität und verfügbaren Werbeplatz miteinander abgleicht. Werbetreibende können die Auswahl beispielsweise anhand von Interessen, demografischen Merkmalen, Themen, verwendeten Geräten oder bereits erfolgten Websitebesuchen eingrenzen. Bei kontextbezogener Aussteuerung orientiert sich die Pre-Roll-Werbung dagegen am Inhalt des jeweiligen Videos.
Formate der Pre-Roll-Werbung
Pre-Roll-Werbung lässt sich vor allem nach Überspringbarkeit und Abrechnungslogik unterscheiden. Die konkrete Bezeichnung eines Formats hängt vom jeweiligen Werbesystem ab. Für die Kampagnenplanung zählt deshalb weniger der Formatname als die Frage, wie lange der Nutzer die Anzeige sehen muss und wann Kosten entstehen.
| Format | Funktionsweise | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Überspringbare Anzeige | Der Nutzer kann die Werbung nach einer festgelegten Anfangsphase beenden. | Reichweite, Markenkommunikation und qualifizierte Videoaufrufe |
| Nicht überspringbare Anzeige | Die Anzeige läuft vollständig, bevor das gewünschte Video beginnt. | Kurze Botschaften mit hoher Kontaktsicherheit |
| Sehr kurzes Videoformat | Die Werbebotschaft wird innerhalb weniger Sekunden vollständig vermittelt. | Erinnerung an eine Marke, ein Produkt oder eine laufende Kampagne |
Überspringbare Pre-Roll-Werbung ist nicht automatisch schlechter, wenn viele Nutzer die Anzeige früh beenden. Das Überspringen liefert ein Qualitätssignal: Die ersten Sekunden haben die Zielgruppe entweder nicht angesprochen oder bereits genügend Information vermittelt. Beurteile das Format deshalb gemeinsam mit Wiedergabedauer, Klicks, Conversions und Reichweite innerhalb der Zielgruppe.
Abrechnung und Kennzahlen
Pre-Roll-Werbung kann nach Impressionen, Videoaufrufen, Klicks oder erzielten Aktionen abgerechnet und optimiert werden. Welche Logik gilt, hängt von der Plattform und dem gewählten Kampagnenziel ab. Ein Videoaufruf ist dabei nicht auf jeder Plattform identisch definiert. Prüfe vor einem Vergleich, nach welcher Wiedergabedauer oder Interaktion das jeweilige System einen Aufruf zählt.
Eine hohe View-Rate allein belegt noch keinen wirtschaftlichen Erfolg. Ein unterhaltsames Video kann vollständig angesehen werden, ohne dass Nutzer das beworbene Angebot verstehen oder eine gewünschte Aktion ausführen. Für eine belastbare Bewertung solltest du mindestens folgende Kennzahlen passend zum Kampagnenziel auswählen:
Messbar ist Pre-Roll-Werbung beispielsweise über die Kampagnenberichte des eingesetzten Werbesystems und ein korrekt eingerichtetes Conversion-Tracking. Die SEA-Funktionen der Performance Suite können Kampagnenkennzahlen in einem zentralen System zusammenführen. Für die Bewertung zählen Kosten, Reichweite und nachgelagerte Aktionen, nicht eine isolierte Einzelkennzahl.
Pre-Roll, Mid-Roll und Post-Roll
Der Unterschied zwischen Pre-Roll, Mid-Roll und Post-Roll liegt im Zeitpunkt der Einblendung. Pre-Roll-Werbung läuft vor dem gewünschten Inhalt. Mid-Roll-Werbung unterbricht ein bereits laufendes Video. Post-Roll-Werbung erscheint nach dem Ende des Inhalts.
Pre-Roll-Werbung erreicht den Nutzer zu einem Zeitpunkt, an dem dessen Aufmerksamkeit auf den Start des ausgewählten Videos gerichtet ist. Mid-Roll-Werbung profitiert von einem bereits begonnenen Konsum, unterbricht jedoch den Inhalt. Post-Roll-Werbung beeinträchtigt den laufenden Konsum kaum, erreicht aber nur Nutzer, die bis zum Ende bleiben. Wähle die Position anhand von Videoformat, Nutzererwartung und Kampagnenziel.
Pre-Roll-Werbung im SEA
Pre-Roll-Werbung gehört zum Bereich der bezahlten Onlinewerbung und damit zum erweiterten SEA-Kontext. Anders als klassische Suchanzeigen reagiert eine Videoanzeige nicht zwingend auf eine unmittelbar formulierte Suchanfrage. Pre-Roll-Kampagnen eignen sich deshalb besonders dafür, Nachfrage aufzubauen, Marken zu verankern oder erklärungsbedürftige Produkte visuell vorzustellen.
Die Verbindung von Video- und Suchkampagnen verbessert die Auswertung des gesamten Entscheidungsprozesses. Nutzer können eine Marke zuerst in einer Pre-Roll-Anzeige sehen und später über eine Suchanzeige oder ein organisches Suchergebnis zurückkehren. Ein Vergleich zwischen SEO und SEA hilft dabei, die unterschiedlichen Aufgaben der Kanäle sauber einzuordnen.
Gute Pre-Roll-Anzeigen gestalten
Die ersten Sekunden einer Pre-Roll-Werbung müssen Produkt, Problem oder Marke eindeutig erkennen lassen. Ein langer Vorspann verbraucht den aufmerksamkeitsstärksten Teil der Anzeige, ohne die Botschaft zu vermitteln. Zeige deshalb früh, worum es geht, und formuliere nur eine zentrale Aussage pro Video.
Ein häufiger Fehler besteht darin, Pre-Roll-Werbung wie einen klassischen Fernsehspot aufzubauen. Online können Nutzer schnell überspringen, klicken oder den Player verlassen. Die Anzeige braucht daher einen direkten Einstieg und eine Zielseite, die das gezeigte Versprechen ohne Umwege fortführt. Hinweise zur technischen Qualität solcher Zielseiten bietet der Beitrag über Technik-Checks für Google Ads.
Häufige Fragen zu Pre-Roll-Werbung
Was kostet Pre-Roll-Werbung?
Die Kosten hängen von Plattform, Zielgruppe, Wettbewerb, Kampagnenziel und Abrechnungsmodell ab. Üblich sind unter anderem Abrechnungen nach 1.000 Einblendungen, gewerteten Videoaufrufen oder Klicks. Ein aussagekräftiger Kostenvergleich berücksichtigt zusätzlich die erzielten Conversions.
Kann man Pre-Roll-Werbung überspringen?
Pre-Roll-Werbung kann je nach Anzeigenformat überspringbar oder nicht überspringbar sein. Bei überspringbaren Formaten wird die entsprechende Schaltfläche nach einer von der Plattform vorgegebenen Anfangsphase eingeblendet. Die gewählte Variante beeinflusst Reichweite, Nutzererlebnis und Abrechnung.
Wie lang sollte eine Pre-Roll-Anzeige sein?
Die sinnvolle Länge richtet sich nach Format, Botschaft und Kampagnenziel. Eine einfache Markenbotschaft benötigt weniger Zeit als eine Produkterklärung. Kernaussage und Marke sollten unabhängig von der Gesamtlänge bereits in den ersten Sekunden verständlich sein.
Wo wird Pre-Roll-Werbung ausgespielt?
Pre-Roll-Werbung kann auf Videoplattformen, Streaming-Angeboten, Mediatheken und Websites mit Videoinhalten erscheinen. Die verfügbaren Platzierungen hängen vom jeweiligen Werbenetzwerk ab. Werbetreibende sollten prüfen, ob Platzierung und Videoinhalt zur Zielgruppe passen.
Wie misst man den Erfolg von Pre-Roll-Werbung?
Der Erfolg lässt sich über Impressionen, View-Rate, Wiedergabedauer, Klickrate, Kosten pro Aufruf und Conversions messen. Die passenden Kennzahlen ergeben sich aus dem Kampagnenziel. Eine Reichweitenkampagne braucht daher eine andere Bewertung als eine Kampagne zur Leadgenerierung.
Was ist der Unterschied zwischen Pre-Roll-Werbung und Displaywerbung?
Pre-Roll-Werbung nutzt Bewegtbild und läuft vor einem ausgewählten Video. Displaywerbung besteht häufig aus grafischen oder animierten Anzeigen innerhalb einer Website oder App. Beide Formate können Reichweite aufbauen, unterscheiden sich aber in Nutzungssituation und Gestaltung.
Wenn du Videoanzeigen in deine bestehende SEA-Strategie einordnen oder deren Wirtschaftlichkeit prüfen möchtest, kannst du Kampagnenstruktur, Tracking und Zielseiten gemeinsam bewerten lassen.
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