Negative Keywords

Was sind Negative Keywords?

Negative Keywords sind Suchbegriffe, bei denen eine Anzeige in Google Ads nicht ausgespielt werden soll. Die auch als auszuschließende Keywords bezeichneten Begriffe verhindern Anzeigenkontakte bei unpassenden Suchanfragen. Dadurch lassen sich Streuverluste reduzieren, Suchintentionen genauer steuern und Budgets auf relevante Nutzer ausrichten.

Negative Keywords grenzen in SEA-Kampagnen gezielt aus, für welche Suchanfragen eine Anzeige nicht erscheinen soll. Ein Onlineshop für neue Büromöbel kann beispielsweise Begriffe wie „gebraucht“, „kostenlos“ oder „Reparatur“ ausschließen, wenn diese Suchintentionen nicht zum Angebot passen.

Wie funktionieren Negative Keywords?

Google Ads gleicht die Suchanfrage eines Nutzers mit den gebuchten und den ausgeschlossenen Begriffen ab. Trifft ein Ausschluss gemäß der gewählten Keyword-Option zu, nimmt Google die Anzeige für diese Suchanfrage nicht an der Auktion teil. Dadurch entsteht für die betreffende Anfrage weder eine Impression noch ein Klick.

Der zentrale Denkfehler besteht darin, Negative Keywords mit einer allgemeinen Zielgruppeneinstellung gleichzusetzen. Ein Ausschluss bewertet weder den Nutzer noch dessen generelles Interesse. Negative Keywords prüfen die konkrete Formulierung der Suchanfrage. Derselbe Nutzer kann deshalb bei einer anderen, passenden Suche weiterhin eine Anzeige sehen.

Negative Keywords lassen sich je nach Kontostruktur auf unterschiedlichen Ebenen hinterlegen:

  • Auf Anzeigengruppenebene steuern sie einzelne Themen oder Produktgruppen besonders präzise.
  • Auf Kampagnenebene gelten sie für sämtliche Anzeigengruppen innerhalb der jeweiligen Kampagne.
  • Gemeinsame Ausschlusslisten können mehrere Kampagnen mit denselben unerwünschten Begriffen versorgen.

Keyword-Optionen für Ausschlüsse

Für Negative Keywords stehen bei Suchkampagnen drei Keyword-Optionen zur Verfügung. Die Optionen „weitgehend passend“, „passende Wortgruppe“ und „genau passend“ bestimmen, unter welchen sprachlichen Bedingungen ein Ausschluss greift. Die Logik unterscheidet sich von der Aussteuerung positiver Keywords und sollte deshalb anhand realer Suchanfragen geprüft werden.

OptionSchreibweiseAusschluss greift, wenn
Weitgehend passendgebrauchte büromöbelalle enthaltenen Wörter in der Suchanfrage vorkommen, unabhängig von ihrer Reihenfolge
Passende Wortgruppe"gebrauchte büromöbel"die vollständige Wortgruppe in derselben Reihenfolge vorkommt
Genau passend[gebrauchte büromöbel]die Suchanfrage genau aus diesem Begriff besteht

Ein weitgehend passendes negatives Keyword gebrauchte büromöbel blockiert beispielsweise die Suche „büromöbel gebraucht kaufen“, wenn alle ausgeschlossenen Wörter enthalten sind. Die Suche „gebrauchter schreibtisch“ bleibt dagegen grundsätzlich möglich, weil das Wort „büromöbel“ fehlt. Für einen umfassenden Ausschluss müssen daher häufig mehrere relevante Varianten ergänzt werden.

Negative Keywords berücksichtigen nicht automatisch sämtliche Synonyme, Singularformen, Pluralformen oder abweichenden Wortvarianten. Wer „Job“ ausschließt, blockiert damit nicht zwingend auch „Jobs“, „Stellenangebot“ und „Karriere“. Prüfe deshalb den Suchbegriffe-Bericht regelmäßig und ergänze tatsächlich auftretende Varianten.

Warum Ausschlusskeywords die Leistung verbessern

Negative Keywords können die Klickrate erhöhen, weil Anzeigen seltener bei offensichtlich unpassenden Suchintentionen erscheinen. Gleichzeitig sinkt der Anteil von Klicks, die aufgrund eines inhaltlichen Missverständnisses entstehen. Eine höhere Klickrate allein beweist jedoch keine bessere Wirtschaftlichkeit. Entscheidend bleiben Conversions, Kosten pro Conversion und Conversion-Wert.

Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt den Budgeteffekt: Erzeugen unpassende Suchanfragen 40 Klicks zu durchschnittlich 2 Euro, entstehen 80 Euro Kosten. Werden diese Suchanfragen künftig zuverlässig ausgeschlossen, kann das Budget auf Begriffe mit passender Kauf- oder Kontaktabsicht verteilt werden. Das Beispiel beschreibt eine Berechnung, keinen allgemeinen Branchenwert.

Besonders relevant sind Ausschlüsse bei weitgehend passenden positiven Keywords. Diese Ausrichtung kann zusätzliche Suchvarianten erschließen, erhöht aber zugleich den Prüfbedarf. Die Abgrenzung zwischen SEO und SEA bleibt dabei klar: Negative Keywords steuern bezahlte Anzeigen und verändern keine organischen Rankings.

Negative Keywords richtig auswählen

Geeignete Negative Keywords entstehen aus echten Suchanfragen, nicht allein aus Vermutungen. Der Suchbegriffe-Bericht zeigt, welche Eingaben Anzeigen ausgelöst haben und welche Klicks oder Conversions daraus entstanden sind. Prüfe dabei immer die vollständige Suchintention, bevor du einen einzelnen Bestandteil ausschließt.

Typische Kategorien für mögliche Ausschlüsse sind:

  • Abweichender Bedarf: „mieten“, wenn ausschließlich verkauft wird.
  • Unpassender Zustand: „gebraucht“, wenn nur Neuware angeboten wird.
  • Informationssuche: „Anleitung“ oder „Definition“, wenn die Kampagne ausschließlich Bestellungen erreichen soll.
  • Karriereabsicht: „Jobs“, „Ausbildung“ oder „Gehalt“ bei Kampagnen zur Kundengewinnung.
  • Falsche Produktgruppe: Produktarten, Marken oder Materialien, die nicht angeboten werden.

Messbar ist der Nutzen von Negative Keywords durch einen Vergleich der Suchanfragen vor und nach dem Ausschluss. Beobachte dabei Impressionen, Klicks, Kosten, Conversions und Kosten pro Conversion. Das SEA-Tool der Performance Suite bündelt SEA-Daten für die laufende Kampagnenanalyse. Einzelne Werte sollten immer gegen das Kampagnenziel bewertet werden.

Typische Fehler bei Negative Keywords

Zu weit gefasste Ausschlüsse können relevante Reichweite entfernen. Schließt ein Händler beispielsweise „kostenlos“ kampagnenweit aus, kann auch eine wirtschaftlich interessante Suche wie „Bürostuhl mit kostenloser Lieferung“ betroffen sein. Vor jedem Ausschluss solltest du deshalb prüfen, ob der Begriff allein unerwünscht ist oder nur in einer bestimmten Kombination.

Übernimm Suchbegriffe nicht ungeprüft in eine Ausschlussliste. Ein einzelner Klick ohne Conversion belegt noch keine ungeeignete Suchintention. Bewerte Begriffe anhand ihrer Bedeutung, ihrer Kosten und einer ausreichenden Datenbasis. Kontrolliere anschließend, ob Impressionen und Conversions bei wichtigen Suchanfragen stabil bleiben.

Ein weiterer Fehler ist die Wahl der falschen Ebene. Ein Begriff, der nur für eine einzelne Produktgruppe ungeeignet ist, gehört meist auf Anzeigengruppenebene. Ein grundsätzlich unpassendes Angebot wie „gebraucht“ kann dagegen kampagnenübergreifend sinnvoll sein. Die Ebene bestimmt, wie umfassend der Ausschluss wirkt.

Markenbegriffe benötigen eine gesonderte Prüfung. Ein pauschaler Ausschluss kann gewünschte Brand-Kampagnen oder Vergleichssuchen beschneiden. Beim Brand Monitoring in der bezahlten Suche sollten Markenanfragen, Wettbewerbsumfeld und Kampagnenziel getrennt bewertet werden.

Negative Keywords und SEO-Daten

Negative Keywords wirken ausschließlich auf die Ausspielung bezahlter Anzeigen. Die zugrunde liegenden Suchbegriffe können trotzdem für SEO wertvoll sein. Eine informationsorientierte Anfrage ohne SEA-Conversion kann beispielsweise eine relevante Frage für einen Ratgeber, ein Glossar oder eine FAQ-Seite liefern.

SEO und SEA sollten Ausschlüsse deshalb unterschiedlich interpretieren. Für SEA bedeutet ein Begriff möglicherweise vermeidbare Klickkosten. Für SEO kann derselbe Begriff einen frühen Schritt im Entscheidungsprozess abbilden. Der Leitfaden zu SEO-SEA-Synergien zeigt, wie sich Daten beider Kanäle gemeinsam für Keyword-Prioritäten nutzen lassen.

Häufige Fragen zu Negative Keywords

Wo fügt man Negative Keywords in Google Ads ein?

Negative Keywords lassen sich je nach gewünschter Reichweite in einer Anzeigengruppe, einer Kampagne oder über eine gemeinsame Ausschlussliste hinterlegen. Die gewählte Ebene bestimmt, auf welche Anzeigen und Keywords der Ausschluss angewendet wird.

Wie oft sollte man Negative Keywords prüfen?

Die Ausschlusslisten sollten regelmäßig zusammen mit dem Suchbegriffe-Bericht geprüft werden. Bei neuen Kampagnen, geänderten Angeboten oder weitgehend passenden Keywords ist eine engere Kontrolle sinnvoll, weil sich die ausgelösten Suchanfragen schneller verändern können.

Können Negative Keywords Conversions verhindern?

Ja, ein zu breiter oder auf der falschen Ebene gesetzter Ausschluss kann relevante Suchanfragen blockieren. Prüfe deshalb vor der Aufnahme, welche konkreten Suchphrasen betroffen wären, und kontrolliere danach Impressionen und Conversions wichtiger Begriffe.

Sind Negative Keywords bei automatischen Gebotsstrategien noch nötig?

Negative Keywords bleiben auch bei automatischen Gebotsstrategien relevant. Die Gebotsstrategie steuert Gebote anhand des Kampagnenziels, während Ausschlüsse festlegen, bei welchen Suchanfragen eine Teilnahme an der Anzeigenauktion vermieden werden soll.

Was ist der Unterschied zwischen Keywords und Suchbegriffen?

Keywords werden vom Werbetreibenden zur Ausrichtung oder zum Ausschluss hinterlegt. Suchbegriffe sind die tatsächlichen Eingaben der Nutzer. Ein gebuchtes Keyword kann deshalb mehrere unterschiedliche Suchbegriffe auslösen.

Sollte man Begriffe ohne Conversion sofort ausschließen?

Ein Begriff sollte nicht allein wegen eines einzelnen Klicks ohne Conversion ausgeschlossen werden. Prüfe zuerst Suchintention, Klickkosten, Datenmenge und mögliche unterstützende Wirkung im Entscheidungsprozess. Ein Ausschluss ist sinnvoll, wenn die Anfrage erkennbar nicht zum Angebot oder Kampagnenziel passt.

Wenn du Ausschlusslisten, Suchanfragen und Kampagnenstruktur fachlich prüfen lassen möchtest, bietet ein Potenzialcheck einen neutralen Ausgangspunkt.

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