TXT-Record

Was ist ein TXT-Record?

Ein TXT-Record ist ein Eintrag im Domain Name System, der frei definierbare Textinformationen zu einer Domain speichert. Dienste lesen diese Daten unter anderem zur Domain-Verifizierung und E-Mail-Authentifizierung aus. Der TXT-Record leitet keinen Webverkehr weiter und beeinflusst Rankings nicht direkt, unterstützt aber technische Prozesse rund um SEO, Sicherheit und Zustellbarkeit.

Wie funktioniert ein TXT-Record?

Ein TXT-Record, deutsch: Texteintrag im DNS, wird in der DNS-Zone einer Domain hinterlegt. Das Domain Name System liefert den gespeicherten Wert auf Anfrage an Suchmaschinen, E-Mail-Server oder andere Dienste aus. Der Inhalt folgt keinem universellen Format. Der jeweilige Verwendungszweck bestimmt, welche Zeichenfolge eingetragen werden muss.

Ein vollständiger Eintrag besteht aus dem Hostnamen, dem Record-Typ TXT, dem Textwert und einer TTL. Die TTL, kurz für Time to Live, legt fest, wie lange DNS-Resolver eine Antwort zwischenspeichern dürfen. Bei einer TTL von 3.600 Sekunden kann ein alter Wert nach einer Änderung noch bis zu eine Stunde aus einem Cache ausgeliefert werden.

Ein TXT-Record auf der Hauptdomain wird je nach DNS-Anbieter mit einem leeren Hostfeld, dem Zeichen @ oder dem vollständigen Domainnamen angelegt. Für Subdomains und Dienste stehen dort Namen wie _dmarc oder selector._domainkey. Maßgeblich ist immer die Vorgabe des Dienstes, für den der Eintrag erstellt wird.

Typische Aufgaben eines TXT-Records

TXT-Records speichern maschinenlesbare Nachweise und Richtlinien. Der empfangende Dienst fragt einen festgelegten Hostnamen ab, vergleicht den gefundenen Inhalt mit dem erwarteten Wert und bestätigt anschließend beispielsweise den Domainbesitz oder die Berechtigung eines E-Mail-Servers.

  • Domain-Verifizierung: Suchmaschinen, Analyseplattformen und andere Dienste prüfen über einen individuellen Token, ob du die DNS-Zone kontrollierst.
  • SPF: Das Sender Policy Framework legt fest, welche Server E-Mails für eine Domain versenden dürfen.
  • DKIM: DomainKeys Identified Mail veröffentlicht einen öffentlichen Schlüssel, mit dem empfangende Server die Signatur einer E-Mail prüfen.
  • DMARC: Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance definiert den Umgang mit Nachrichten, die SPF- oder DKIM-Prüfungen nicht bestehen.
  • Dienstkonfiguration: Hosting-, Zertifikats- und Softwareanbieter verwenden TXT-Records für automatische Prüfungen oder Freigaben.

TXT-Record im technischen SEO

Ein TXT-Record ist kein Rankingfaktor. Für technisches SEO wird er vor allem benötigt, um eine Domain-Property in der Google Search Console zu bestätigen. Eine Domain-Property fasst alle Protokolle und Subdomains einer Domain zusammen. Dadurch stehen Crawling-, Indexierungs- und Leistungsdaten zentral zur Verfügung, sofern Google den Verifizierungseintrag abrufen kann.

Die Verifizierung schafft erst den Zugang zu Daten, aus denen SEO-Maßnahmen abgeleitet werden. Fehlt der TXT-Record oder enthält er ein zusätzliches Leerzeichen, erkennt der Dienst den Token möglicherweise nicht. Der Fehler verändert das Ranking nicht unmittelbar, kann aber Monitoring und Fehleranalysen verzögern. Eine strukturierte Steuerung technischer SEO-Prüfungen sollte deshalb auch Zugänge und Domain-Verifizierungen dokumentieren.

Für SEA und GEO, also Generative Engine Optimization, gilt dieselbe Abgrenzung: Ein TXT-Record verbessert weder Anzeigenleistung noch KI-Sichtbarkeit direkt. Der Eintrag kann jedoch den Zugriff auf Plattformen und Messdaten absichern, die für Kampagnen, organische Rankings oder die Auswertung von Markenerwähnungen benötigt werden.

TXT-Record richtig anlegen

Ein TXT-Record wird im DNS-Bereich des Domain-Registrars oder Hosting-Anbieters erstellt. Du übernimmst Hostname und Wert exakt aus der Anleitung des anfordernden Dienstes. Anführungszeichen zeigt ein DNS-Interface teilweise nur zur Darstellung an. Ob du sie selbst eingeben musst, hängt vom Anbieter ab.

  • Öffne die DNS-Verwaltung der betroffenen Domain.
  • Wähle als Record-Typ TXT aus.
  • Trage den geforderten Hostnamen ein, beispielsweise @ oder _dmarc.
  • Kopiere den vollständigen Wert ohne zusätzliche Leerzeichen.
  • Lege die TTL fest oder übernimm den Standardwert des Anbieters.
  • Speichere den Eintrag und starte danach die Prüfung beim jeweiligen Dienst.

Die Prüfung sollte erst erfolgen, wenn der autoritative Nameserver den neuen Wert ausliefert. Ein DNS-Lookup zeigt, ob der TXT-Record öffentlich abrufbar ist. Bleibt dort der alte Inhalt sichtbar, kann ein DNS-Cache noch bis zum Ablauf seiner TTL antworten. Für eine umfassendere Prüfung der Website-Technik bietet sich zusätzlich ein technisches SEO-Audit an.

Zeichenlänge und mehrere Werte

Ein einzelner Zeichenblock innerhalb eines TXT-Records kann bis zu 255 Bytes enthalten. Längere Angaben, etwa öffentliche DKIM-Schlüssel, lassen sich innerhalb desselben Records in mehrere Zeichenblöcke aufteilen. Viele DNS-Oberflächen übernehmen diese Aufteilung automatisch. Mehrere Blöcke eines Records sind jedoch nicht mit mehreren eigenständigen TXT-Records gleichzusetzen.

Mehrere TXT-Records am selben Hostnamen sind grundsätzlich möglich, wenn sie unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Für SPF gilt eine engere Bedingung: Eine Domain darf am betreffenden Namen nur eine SPF-Richtlinie veröffentlichen. Zwei Einträge, die beide mit v=spf1 beginnen, führen bei der Auswertung regelmäßig zu einem PermError. Berechtigte Absender müssen daher in einer gemeinsamen SPF-Richtlinie zusammengeführt werden.

Kopiere SPF-, DKIM- oder DMARC-Beispiele niemals unverändert in eine produktive DNS-Zone. Ein syntaktisch gültiger Wert kann fachlich falsch sein und legitime E-Mails beeinträchtigen. Verwende ausschließlich die Angaben deines E-Mail-Dienstes und prüfe bestehende Records, bevor du einen weiteren Eintrag anlegst.

Unterschied zu anderen DNS-Records

Der Unterschied zwischen einem TXT-Record und anderen DNS-Records liegt in der Funktion. Ein TXT-Record liefert Textinformationen aus. A-, AAAA-, CNAME- und MX-Records steuern dagegen, unter welcher Adresse ein Dienst erreichbar ist oder welche Server E-Mails annehmen.

Record-TypAufgabeTypischer Inhalt
TXTNachweise und Richtlinien veröffentlichenVerifizierungstoken, SPF, DKIM oder DMARC
ADomain mit einer IPv4-Adresse verbindenIPv4-Adresse
AAAADomain mit einer IPv6-Adresse verbindenIPv6-Adresse
CNAMEEinen Namen als Alias auf einen anderen Namen verweisenZielhostname
MXZuständige E-Mail-Server festlegenMailserver und Priorität

Ein TXT-Record ersetzt auch keine HTML-Verifizierungsdatei und kein Meta-Tag. Die DNS-Verifizierung weist die Kontrolle über die Domain nach, während ein Meta-Tag nur über den Quellcode einer bestimmten Website erreichbar ist. Bei einem Relaunch bleibt der DNS-Nachweis normalerweise bestehen, solange Domain und Nameserver unverändert bleiben. Eine Relaunch-Checkliste sollte DNS-Einträge dennoch ausdrücklich berücksichtigen.

Häufige Fehler beim TXT-Record

Die häufigsten Fehler entstehen durch einen falschen Hostnamen, unvollständig kopierte Werte oder widersprüchliche Einträge. Besonders bei einem Nameserver-Wechsel kann die DNS-Verwaltung beim bisherigen Anbieter wirkungslos werden, weil nur die Zone auf den aktuell autoritativen Nameservern öffentlich ausgeliefert wird.

  • Der vollständige Domainname wird doppelt ergänzt, etwa wenn das DNS-System ihn automatisch anhängt.
  • Ein Verifizierungstoken enthält am Anfang oder Ende ein Leerzeichen.
  • Ein bestehender SPF-Wert wird durch einen zweiten SPF-Record ergänzt.
  • Ein DKIM-Schlüssel wird beim Kopieren gekürzt oder fehlerhaft getrennt.
  • Der Verifizierungsnachweis wird direkt nach erfolgreicher Prüfung gelöscht.
  • Die Änderung erfolgt in einer DNS-Zone, die nicht mehr autoritativ ist.

Eine kurze Praxisbeobachtung aus technischen Audits: Nach Hosting- oder Nameserver-Wechseln werden Website und Postfächer meist zuerst geprüft, Verifizierungs- und Sicherheitsrecords dagegen leicht übersehen. Kontrolliere bei einer Migration deshalb auch SPF, DKIM, DMARC und die Tokens deiner Webmaster-Dienste. Weitere Prüfpunkte findest du in den wichtigsten technischen SEO-Maßnahmen.

Häufige Fragen zum TXT-Record

Wie kann ich einen TXT-Record prüfen?

Ein TXT-Record lässt sich mit einem DNS-Lookup oder dem Abfragewerkzeug deines Dienstanbieters prüfen. Kontrolliere dabei den abgefragten Hostnamen und den vollständig ausgelieferten Textwert.

Wie lange dauert es, bis ein TXT-Record aktiv ist?

Der autoritative Nameserver kann einen neuen TXT-Record innerhalb weniger Minuten ausliefern. Zwischengespeicherte ältere Antworten bleiben jedoch bis zum Ablauf ihrer TTL sichtbar, weshalb die Änderung abhängig von den beteiligten Caches später ankommen kann.

Kann eine Domain mehrere TXT-Records haben?

Ja, eine Domain kann mehrere TXT-Records für verschiedene Zwecke besitzen. Zwei eigenständige SPF-Richtlinien am selben Hostnamen sind jedoch ungültig und müssen zu einer Richtlinie zusammengeführt werden.

Darf ich einen TXT-Record nach der Verifizierung löschen?

Ein Verifizierungsrecord sollte bestehen bleiben, solange du den zugehörigen Dienst verwendest. Manche Plattformen kontrollieren den Domainbesitz erneut und können den Zugriff einschränken, wenn der Nachweis fehlt.

Warum wird mein TXT-Record nicht gefunden?

Häufige Ursachen sind ein falscher Hostname, eine Änderung in der falschen DNS-Zone, ein noch aktiver Cache oder ein unvollständiger Wert. Prüfe zusätzlich, welche Nameserver für die Domain autoritativ sind.

Beeinflusst ein TXT-Record das Google-Ranking?

Ein TXT-Record ist kein direkter Rankingfaktor. Er ermöglicht jedoch beispielsweise die DNS-Verifizierung der Google Search Console und damit den Zugriff auf Daten zu Rankings, Indexierung und technischen Fehlern.

Wenn du DNS-Verifizierungen und weitere technische Grundlagen deiner Domain fachlich prüfen lassen möchtest, kannst du einen unverbindlichen Potenzialcheck anfragen.

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