Lookalike Audiences

Was sind Lookalike Audiences?

Lookalike Audiences sind automatisch gebildete Zielgruppen, deren Mitglieder einer bestehenden Kundengruppe in ausgewählten Merkmalen ähneln. Eine Werbeplattform analysiert dazu eine Ausgangszielgruppe, bewertet weitere Nutzer anhand statistischer Gemeinsamkeiten und verwendet die ähnlichsten Profile für die Ausspielung bezahlter Anzeigen.

Lookalike Audiences helfen Werbetreibenden, neue potenzielle Kunden zu erreichen, die bekannten Käufern, Leads oder besonders aktiven Website-Besuchern ähneln. Die deutsche Entsprechung lautet Ähnlichkeitszielgruppen. Lookalike Audiences werden vor allem im SEA und in Social Ads eingesetzt, wobei Bezeichnung, Erstellung und Verfügbarkeit von der jeweiligen Plattform abhängen.

Wie funktionieren Lookalike Audiences?

Lookalike Audiences basieren auf einer sogenannten Seed Audience, also einer Ausgangszielgruppe. Diese kann beispielsweise aus Käufern, qualifizierten Leads, App-Nutzern oder Empfängern einer Kundenliste bestehen. Die Werbeplattform untersucht gemeinsame Signale dieser Personen und sucht anschließend weitere Nutzer mit einem vergleichbaren statistischen Profil.

Welche Merkmale in die Berechnung einfließen, legen die Plattformen nicht vollständig offen. Mögliche Signale sind Interessen, Interaktionen, demografische Merkmale, Kaufverhalten, verwendete Geräte oder Reaktionen auf Anzeigen. Lookalike Audiences sind deshalb keine Liste von Personen mit identischen Eigenschaften. Sie sind das Ergebnis eines Wahrscheinlichkeitsmodells, das potenzielle Ähnlichkeit bewertet.

  • Ausgangsdaten: Eine Kundenliste, ein Tracking-Signal oder eine bestehende Plattform-Zielgruppe liefert das Muster.
  • Merkmalsanalyse: Der Algorithmus erkennt statistische Gemeinsamkeiten innerhalb der Ausgangszielgruppe.
  • Ähnlichkeitsbewertung: Weitere Nutzer werden anhand der erkannten Muster bewertet.
  • Anzeigenausspielung: Die Kampagne erreicht passende Personen, die noch nicht zur Ausgangszielgruppe gehören müssen.

Die Seed Audience bestimmt die Qualität

Der häufigste Denkfehler besteht darin, die Größe der Seed Audience automatisch mit ihrer Qualität gleichzusetzen. Eine große Liste aller Website-Besucher enthält häufig Käufer, Bewerber, Bestandskunden, Informationssuchende und zufällige Zugriffe. Der Algorithmus erhält dadurch ein unscharfes Muster. Eine sauber abgegrenzte Gruppe wertvoller Kunden kann trotz geringerer Größe das stärkere Signal liefern.

Die beste Ausgangszielgruppe hängt vom Kampagnenziel ab. Für eine Leadkampagne eignen sich bestätigte und vertrieblich qualifizierte Kontakte besser als sämtliche Formular-Absender. Ein Onlineshop kann Käufer eines bestimmten Sortiments, wiederkehrende Kunden oder Bestellungen mit hohem Warenkorbwert getrennt verwenden. Prüfe vor der Erstellung, ob alle Personen der Seed Audience das Verhalten zeigen, das die Kampagne vervielfältigen soll.

Ein sinnvoller Test verwendet getrennte Ausgangszielgruppen. Du kannst beispielsweise eine Lookalike Audience aus allen Käufern und eine zweite aus wiederkehrenden Käufern erstellen. Erhalten beide Kampagnen vergleichbare Anzeigen, Zielseiten, Laufzeiten und Budgets, lassen sich Unterschiede bei Conversion-Rate, Kosten pro Conversion und Umsatzwert sauberer zuordnen.

Reichweite und Ähnlichkeit ausbalancieren

Viele Plattformen ermöglichen eine engere oder breitere Definition der Lookalike Audience. Eine enge Zielgruppe priorisiert Profile mit hoher statistischer Ähnlichkeit und begrenzt die verfügbare Reichweite. Eine breitere Zielgruppe umfasst mehr Nutzer, akzeptiert dafür aber größere Abweichungen vom Muster der Seed Audience.

Eine hohe Ähnlichkeit garantiert keine hohe Kaufwahrscheinlichkeit. Das Modell kennt meist nur die Signale, die über Tracking, Kundenlisten und Plattforminteraktionen verfügbar sind. Es erkennt beispielsweise, dass zwei Nutzer ein vergleichbares Verhalten zeigen, kann aber nicht automatisch beurteilen, ob beide denselben Bedarf, dasselbe Budget oder denselben Entscheidungszeitpunkt haben. Teste Reichweitenstufen deshalb anhand wirtschaftlicher KPIs.

VarianteTypische EigenschaftGeeigneter Einsatz
Enge ÄhnlichkeitKleinere Reichweite und stärkere Orientierung an der Seed AudienceTests mit klarem Conversion-Ziel und ausreichendem Datenvolumen
Breite ÄhnlichkeitGrößeres erreichbares Publikum und mehr algorithmischer SpielraumSkalierung nach einem erfolgreichen Basistest
Mehrere Seed AudiencesGetrennte Modelle für verschiedene KundentypenSortimente, Regionen oder Leadqualitäten mit deutlichen Unterschieden

Lookalike Audiences im SEA

Im SEA erweitern Lookalike Audiences die Neukundenansprache über starre demografische oder interessenbasierte Zielgruppen hinaus. Das Verfahren ist besonders relevant, wenn ein Unternehmen bereits belastbare Conversion-Daten besitzt. Abhängig von der Plattform werden ähnliche Nutzer als eigenständige Zielgruppe, als Signal für automatisierte Kampagnen oder als Bestandteil algorithmischer Ausspielung verwendet.

Die konkrete Verfügbarkeit verändert sich regelmäßig. Google Ads bietet frühere Similar Audiences nicht mehr als manuell auswählbare Zielgruppen im ursprünglichen Format an und verarbeitet vergleichbare Signale stärker innerhalb automatisierter Kampagnentypen. Bei Social-Ads-Plattformen können Lookalike Audiences weiterhin direkt angeboten oder durch prognosebasierte Zielgruppen ersetzt werden. Prüfe deshalb die aktuelle Kontostruktur, bevor du eine Kampagne planst.

Eine kanalübergreifende Strategie verbindet Zielgruppendaten mit Suchintentionen. Informationen aus der Keyword-Recherche zeigen, wonach potenzielle Kunden suchen. Lookalike Audiences beantworten dagegen, welche Nutzer bekannten Kunden statistisch ähneln. Die Kombination unterstützt eine abgestimmte Ansprache über Google Ads und Social Ads.

Lookalike, Custom Audience und Remarketing

Der Unterschied zwischen Lookalike Audiences und Custom Audiences liegt in der Zielgruppenherkunft. Eine Custom Audience enthält bekannte Kontakte oder Nutzer, die bereits mit dem Unternehmen interagiert haben. Eine Lookalike Audience verwendet diese Gruppe nur als Muster und sucht neue Personen, die ihr statistisch ähneln.

Remarketing richtet Anzeigen an Nutzer, die eine Website besucht, ein Produkt angesehen oder eine andere definierte Handlung ausgeführt haben. Lookalike Audiences dienen dagegen überwiegend der Neukundengewinnung. Eine saubere Kampagnenstruktur schließt Bestandskunden und Mitglieder der Seed Audience aus einer Akquisekampagne aus, sofern keine erneute Ansprache beabsichtigt ist.

ZielgruppenartEnthaltene NutzerHauptzweck
Custom AudienceBekannte Kontakte oder Nutzer mit vorhandener InteraktionGezielte Ansprache eigener Datenbestände
Remarketing-ZielgruppeFrühere Website-, App- oder AnzeigenbesucherFortsetzung eines begonnenen Entscheidungsprozesses
Lookalike AudienceNeue Nutzer mit statistischer ÄhnlichkeitGewinnung zusätzlicher potenzieller Kunden

So misst du Lookalike Audiences

Messbar ist die Qualität von Lookalike Audiences durch einen kontrollierten Vergleich mit anderen Akquisitionszielgruppen. Bewerte mindestens Conversion-Rate, Kosten pro Conversion, Umsatz, ROAS und bei Leadkampagnen die spätere Vertriebsqualität. Der ROAS berechnet sich aus dem zugeordneten Umsatz geteilt durch die Werbekosten. Ein Umsatz von 8.000 Euro bei 2.000 Euro Werbekosten entspricht beispielsweise einem ROAS von 4.

Eine hohe Klickrate reicht als Erfolgsnachweis nicht aus. Auffällige Anzeigen können viele Klicks erzeugen, ohne qualifizierte Nutzer zu erreichen. Vergleiche Lookalike Audiences deshalb bis zur wirtschaftlich relevanten Handlung, etwa einem Kauf, einem bestätigten Termin oder einem qualifizierten Lead. Der Beitrag zum Unternehmensergebnis lässt sich zusätzlich über eine strukturierte ROI-Auswertung im Online-Marketing einordnen.

Typische Fehler bei Ähnlichkeitszielgruppen

  • Die Seed Audience enthält Nutzer mit unterschiedlichen oder widersprüchlichen Absichten.
  • Käufe, Leads und allgemeine Website-Besucher werden zu einer einzigen Ausgangsgruppe vermischt.
  • Bestandskunden werden nicht ausgeschlossen, obwohl die Kampagne Neukunden gewinnen soll.
  • Mehrere Zielgruppen konkurrieren innerhalb derselben Kampagnenstruktur um dieselben Nutzer.
  • Die Bewertung endet bei Klicks, obwohl Umsatz oder Leadqualität das eigentliche Ziel darstellen.
  • Zielgruppenvarianten werden gleichzeitig mit Anzeigen, Geboten und Zielseiten verändert.

Lookalike Audiences brauchen außerdem eine funktionierende Datengrundlage. Fehlende Conversion-Ereignisse, doppelt erfasste Käufe oder veraltete Kundenlisten verändern das Ausgangsmuster. Prüfe vor jedem Test, ob das verwendete Ereignis nur einmal ausgelöst wird, der gewünschten Geschäftshandlung entspricht und genügend aktuelle Daten liefert.

Häufige Fragen zu Lookalike Audiences

Wofür werden Lookalike Audiences eingesetzt?

Lookalike Audiences werden überwiegend zur Neukundengewinnung eingesetzt. Sie erweitern die Reichweite über bekannte Kunden und Website-Besucher hinaus, indem Werbeplattformen Nutzer mit statistisch ähnlichen Merkmalen suchen.

Wie groß muss eine Ausgangszielgruppe sein?

Die erforderliche Mindestgröße hängt von der jeweiligen Werbeplattform und dem Zielgruppentyp ab. Wichtiger als eine möglichst große Liste ist eine ausreichende Zahl aktueller Personen, die dasselbe wertvolle Verhalten zeigen.

Welche Kundendaten eignen sich für eine Lookalike Audience?

Geeignet sind beispielsweise bestätigte Käufer, wiederkehrende Kunden und qualifizierte Leads. Allgemeine Website-Besucher liefern meist ein weniger präzises Signal, weil ihre Interessen und Absichten stark voneinander abweichen können.

Sind Lookalike Audiences auch ohne Website-Tracking möglich?

Einige Plattformen können Lookalike Audiences aus hochgeladenen Kundenlisten oder vorhandenen Interaktionen bilden. Welche Daten verwendet werden dürfen und welche technischen Voraussetzungen gelten, hängt von der Plattform und der rechtlichen Grundlage der Datennutzung ab.

Ersetzen Lookalike Audiences eine manuelle Zielgruppenanalyse?

Lookalike Audiences ersetzen keine Analyse von Zielgruppen, Angeboten und Kaufmotiven. Der Algorithmus erkennt statistische Ähnlichkeiten, erklärt aber nicht, warum ein Nutzer kauft oder welches Argument seine Entscheidung beeinflusst.

Wie lange sollte ein Zielgruppentest laufen?

Ein Test sollte so lange laufen, bis genügend relevante Conversions für einen belastbaren Vergleich vorliegen. Eine feste Zahl von Tagen ist ungeeignet, weil Budget, Conversion-Rate, Saison und Kaufzyklus das erforderliche Datenvolumen bestimmen.

Wenn du Lookalike Audiences in eine messbare SEA-Strategie einordnen möchtest, kannst du Kampagnenstruktur, Tracking und Zielgruppensignale gemeinsam prüfen lassen.

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