GTIN (Global Trade Item Number)

Was ist die GTIN (Global Trade Item Number)?

Die GTIN (Global Trade Item Number) ist eine weltweit eindeutige Identifikationsnummer für Handelsartikel. Sie ermöglicht es Unternehmen, Plattformen und Kassensystemen, ein Produkt eindeutig zuzuordnen. Je nach Einsatzbereich besteht sie aus 8, 12, 13 oder 14 Ziffern und wird meist in einem Barcode codiert.

Die GTIN (Global Trade Item Number) identifiziert eine konkrete Produkteinheit unabhängig davon, in welchem Onlineshop, Warenwirtschaftssystem oder Marktplatz sie geführt wird. Herausgegeben und verwaltet wird das Nummernsystem durch die Organisation GS1.

Aufbau und Bedeutung der GTIN

Eine GTIN besteht ausschließlich aus Ziffern. Ihre Bestandteile kennzeichnen unter anderem den Nummernbereich des Unternehmens, die jeweilige Artikelreferenz und eine abschließende Prüfziffer. Die Prüfziffer wird mathematisch aus den vorherigen Ziffern berechnet und hilft Systemen, fehlerhafte Eingaben zu erkennen.

Die Nummer beschreibt nicht automatisch Eigenschaften wie Farbe, Größe oder Material. Jede eigenständig bestellbare Produktvariante benötigt deshalb grundsätzlich eine eigene Kennzeichnung. Ein T-Shirt in Größe M und dasselbe Modell in Größe L werden als unterschiedliche Handelsartikel behandelt.

VarianteLängeTypischer Einsatz
GTIN-88 ZiffernKleine Artikel mit wenig Platz für einen Barcode
GTIN-1212 ZiffernVor allem nordamerikanische Produkte, häufig als UPC bezeichnet
GTIN-1313 ZiffernEinzelhandelsprodukte, häufig umgangssprachlich EAN genannt
GTIN-1414 ZiffernVerpackungseinheiten und übergeordnete Handelseinheiten

Wo steht die GTIN?

Die Nummer befindet sich häufig unter dem Barcode auf der Produktverpackung. Sie kann außerdem in Produktdatenblättern, Lieferantenkatalogen, Rechnungen, Warenwirtschaftssystemen oder Datenbanken des Herstellers hinterlegt sein. Die abgedruckte Ziffernfolge unter einem EAN- oder UPC-Barcode entspricht in vielen Fällen der gesuchten Produktnummer.

Unternehmen sollten Produktkennzeichnungen direkt vom Hersteller oder einem autorisierten Lieferanten übernehmen. Eine Nummer lässt sich nicht zuverlässig aus Produktnamen, Modellbezeichnungen oder vorhandenen Shopdaten ableiten. Hersteller eigener Produkte erhalten Nummern über die zuständige GS1-Organisation und weisen sie anschließend ihren Artikeln zu.

Eine Produktvariante braucht eine eigene GTIN, wenn sie separat verkauft, bestellt oder abgerechnet wird. Das betrifft beispielsweise unterschiedliche Größen, Farben, Füllmengen oder Packungsgrößen. Ein Zweierpack darf deshalb eine andere Nummer als ein einzelner Artikel besitzen.

Unterschied zwischen GTIN und EAN

Der Unterschied zwischen GTIN und EAN liegt in ihrer Bedeutung: Die GTIN ist die eigentliche Identifikationsnummer, während EAN ursprünglich ein bestimmtes Nummern- und Barcodesystem bezeichnete. Im deutschen Handel wird die 13-stellige GTIN weiterhin häufig als EAN oder EAN-Nummer bezeichnet.

Ein Barcode ist die maschinenlesbare grafische Darstellung einer Nummer. Die darunterstehende Ziffernfolge ist die Produktkennung. Eine GTIN kann daher in einem Barcode codiert, aber auch als reiner Zahlenwert in einem Produktfeed, einer Datenbank oder in strukturierten Daten gespeichert werden.

Abgrenzung zu UPC, ISBN und MPN

  • UPC: Die zwölfstellige Kennzeichnung wird vor allem in Nordamerika verwendet und entspricht der GTIN-12.
  • ISBN: Die ISBN identifiziert Bücher und lässt sich in ihrer 13-stelligen Form innerhalb des GTIN-Systems abbilden.
  • MPN: Die Manufacturer Part Number ist eine herstellerspezifische Artikelnummer und ersetzt eine vorhandene GTIN nicht.
  • SKU: Die Stock Keeping Unit ist eine interne Lager- oder Artikelnummer des Händlers und muss nicht weltweit eindeutig sein.

GTIN in Produktfeeds und Shops

Im E-Commerce dient die GTIN als Verbindung zwischen dem eigenen Produktdatensatz und externen Plattformen. Sie unterstützt Preisvergleichsportale, Marktplätze und Werbesysteme dabei, identische Produkte verschiedener Händler zusammenzuführen. Dadurch können Systeme Produktinformationen, Verfügbarkeit und Angebote genauer zuordnen.

Für Shopping-Anzeigen wird die Kennzeichnung im Produktfeed über das Attribut gtin übermittelt. Bei Markenprodukten sollte die tatsächlich vergebene Nummer zusammen mit korrekter Marke und gegebenenfalls MPN eingetragen werden. Fehlende, erfundene oder einer falschen Variante zugeordnete Werte können zu Warnungen, Ablehnungen oder ungenauen Produktzuordnungen führen.

Produkte ohne vergebene Kennzeichnung dürfen keine ausgedachte Nummer erhalten. Das betrifft beispielsweise Einzelanfertigungen, bestimmte handgefertigte Waren oder ältere Produkte. Ob ein Artikel eine Kennzeichnung besitzt, sollte anhand der Herstellerinformationen geprüft und im Feed korrekt angegeben werden.

Eine fremde oder selbst erfundene GTIN ist kein Ersatz für eine fehlende Produktkennung. Die Nummer kann einem anderen Artikel gehören und dadurch Produktfeeds, Anzeigen und Marktplatzangebote falsch verknüpfen. Verwende ausschließlich Kennzeichnungen, die dem konkreten Produkt und seiner Variante offiziell zugewiesen wurden.

Relevanz für SEO, SEA und GEO

Für SEO verbessert eine korrekte Produktkennung die maschinenlesbare Eindeutigkeit von Produktseiten. In strukturierten Produktdaten können je nach Länge Eigenschaften wie gtin8, gtin12, gtin13 oder gtin14 verwendet werden. Das erleichtert Suchmaschinen die Zuordnung eines Angebots zu einem bekannten Produkt, garantiert aber weder ein Rich Result noch ein bestimmtes Ranking.

Für SEA unterstützt die Nummer die Verarbeitung von Shopping-Feeds. Korrekte Identifikatoren helfen Werbesystemen, ein Angebot dem passenden Produkt zuzuordnen und mit vergleichbaren Händlerangeboten abzugleichen. Die Datenqualität beeinflusst damit die Ausspielbarkeit und Steuerbarkeit von Produktanzeigen, auch wenn die Nummer selbst keine gute Kampagnenstruktur ersetzt.

Für GEO, also Generative Engine Optimization, schafft eine konsistente Kennzeichnung zusätzliche Klarheit über Produktentitäten. KI-Systeme können identische Modellnamen, Varianten und Packungsgrößen leichter unterscheiden, wenn Website, Produktfeed und strukturierte Daten übereinstimmen. Die Nummer ist kein eigenständiger GEO-Rankingfaktor, stärkt aber eine eindeutige und überprüfbare Datenbasis.

Für Onlineshops gehört die Prüfung von Produktkennzeichnungen deshalb zur Datenpflege und zur technischen und inhaltlichen E-Commerce-SEO. Aussagekräftige Produktinformationen bleiben zusätzlich erforderlich. Der Leitfaden zu Produkttexten für Nutzer und Suchmaschinen zeigt, wie strukturierte Artikeldaten durch hilfreiche Inhalte ergänzt werden.

GTIN-Daten richtig pflegen

Eine saubere Datenpflege beginnt an einer zentralen Quelle, beispielsweise im Warenwirtschafts- oder Produktinformationssystem. Von dort sollte dieselbe Nummer ohne manuelle Abweichungen an Shop, Marktplätze, strukturierte Daten und Werbeplattformen übertragen werden. Das reduziert Zuordnungsfehler und erleichtert spätere Kontrollen.

  • Prüfe Länge und Prüfziffer der Nummer.
  • Ordne jede Nummer exakt einer Variante und Packungsgröße zu.
  • Übernimm Kennzeichnungen aus verlässlichen Herstellerdaten.
  • Halte Website, Produktfeed und Warenwirtschaft synchron.
  • Kontrolliere Feedwarnungen nach Änderungen am Sortiment.

In Shopprojekten entstehen Fehler häufig durch kopierte Varianten: Ein neues Produkt übernimmt dabei die Kennzeichnung des Ausgangsartikels. Eine automatisierte Validierung im Datenimport und regelmäßige Stichproben verhindern, dass doppelte Nummern unbemerkt an mehrere Plattformen übertragen werden. Ergänzend sollte ein technischer SEO-Check für den Onlineshop prüfen, ob Produktseiten erreichbar und ihre Daten sauber auslesbar sind.

Häufige Fragen zur GTIN

Ist die GTIN dasselbe wie die EAN?

Im deutschen Handel wird die 13-stellige GTIN häufig als EAN bezeichnet. Fachlich ist GTIN der übergeordnete Begriff für verschiedene Nummernlängen, während EAN vor allem mit der europäischen 13-stelligen Kennzeichnung und ihrer Barcode-Darstellung verbunden ist.

Kann ich eine GTIN selbst erstellen?

Eine gültige Nummer darf nicht frei erfunden werden. Hersteller und Markeninhaber beziehen Nummernbereiche über GS1 und weisen daraus eindeutige Kennzeichnungen ihren Produkten zu. Händler übernehmen die Nummer normalerweise aus den offiziellen Herstellerdaten.

Hat jedes Produkt eine GTIN?

Nein. Einzelanfertigungen, handgefertigte Waren, bestimmte Eigenprodukte und einige ältere Artikel können ohne globale Produktkennung angeboten werden. Bei Markenprodukten ist dagegen häufig bereits eine Nummer durch den Hersteller vergeben.

Braucht jede Produktvariante eine eigene GTIN?

Ja, wenn die Variante separat bestellt oder verkauft wird. Unterschiedliche Größen, Farben, Füllmengen und Packungseinheiten gelten als eigenständige Handelsartikel und erhalten jeweils eine eigene Kennzeichnung.

Was mache ich, wenn die GTIN im Produktfeed abgelehnt wird?

Prüfe zuerst Ziffernanzahl, Prüfziffer, Produktvariante und Herstellerangaben. Häufige Ursachen sind Tippfehler, führende oder zusätzliche Zeichen, eine falsche Packungseinheit oder die Nummer eines ähnlichen Produkts.

Ist die GTIN ein SEO-Rankingfaktor?

Die Produktkennung ist kein direkter Rankingfaktor. Sie hilft Suchmaschinen jedoch, einen Artikel eindeutig zu identifizieren und Produktdaten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen. Das kann die korrekte Verarbeitung strukturierter Produktinformationen unterstützen.

Wenn Produktdaten, strukturierte Angaben und Shopping-Feeds geprüft werden sollen, bietet ein Potenzialcheck eine belastbare Grundlage für die nächsten Schritte.

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