Interaction to Next Paint (INP)
Was ist Interaction to Next Paint (INP)?
Interaction to Next Paint (INP) ist eine Core-Web-Vitals-Kennzahl für die Reaktionsfähigkeit einer Webseite. Sie misst die Zeit zwischen einer Nutzerinteraktion und der nächsten sichtbaren Aktualisierung. Bis 200 Millisekunden gilt der Wert als gut, mehr als 500 Millisekunden gelten als schlecht.
Interaction to Next Paint (INP) erfasst, wie schnell eine Webseite während des gesamten Besuchs auf Klicks, Berührungen und Tastatureingaben reagiert. Die deutsche Entsprechung lautet „Interaktion bis zur nächsten Darstellung“. Ein niedriger Wert vermittelt dem Nutzer das Gefühl, dass Schaltflächen, Menüs, Filter und Formulare unmittelbar reagieren.
Interaction to Next Paint erklärt
Interaction to Next Paint misst nicht die technische Dauer einer einzelnen JavaScript-Funktion. Die Kennzahl umfasst die gesamte Zeit vom Beginn einer Eingabe bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Browser das nächste Bild mit der sichtbaren Reaktion darstellen kann. Dadurch bildet INP drei aufeinanderfolgende Phasen ab:
Eine Interaktion kann deshalb langsam wirken, obwohl der eigentliche Event-Handler nur wenig Zeit benötigt. Wenn zuvor eine lange Aufgabe den Hauptthread blockiert oder die anschließende Layout-Berechnung aufwendig ist, steigt Interaction to Next Paint trotzdem. Prüfe bei einem auffälligen Wert immer alle drei Phasen und nicht nur die Ausführungszeit des angeklickten Elements.
Welche INP-Werte sind gut?
Die Bewertung von Interaction to Next Paint erfolgt in Millisekunden. Google beurteilt den Wert anhand realer Seitenaufrufe und betrachtet dafür das 75. Perzentil. Ein Wert von 200 Millisekunden bedeutet damit nicht, dass jede Interaktion exakt 200 Millisekunden dauert. Mindestens 75 Prozent der berücksichtigten Besuche müssen den jeweiligen Grenzwert einhalten.
| INP-Wert | Bewertung | Einordnung |
|---|---|---|
| Bis 200 Millisekunden | Gut | Die Webseite reagiert für die meisten Nutzer schnell. |
| Über 200 bis 500 Millisekunden | Verbesserungsbedarf | Verzögerungen können bei komplexen Interaktionen wahrnehmbar werden. |
| Über 500 Millisekunden | Schlecht | Die sichtbare Reaktion erfolgt deutlich verzögert. |
So wird Interaction to Next Paint gemessen
Interaction to Next Paint betrachtet grundsätzlich die längste relevante Interaktion während eines Seitenbesuchs. Bei Seiten mit vielen Eingaben berücksichtigt die Berechnung Ausreißer, damit eine einzelne ungewöhnliche Verzögerung den Gesamtwert nicht unverhältnismäßig bestimmt. Erfasst werden vor allem Maus-, Touch- und Tastatureingaben. Reines Scrollen und das Bewegen des Mauszeigers zählen nicht als INP-Interaktion.
Messbar ist das zum Beispiel so: Felddaten zeigen, was echte Nutzer auf unterschiedlichen Geräten und unter realen Bedingungen erlebt haben. Labordaten simulieren dagegen einen einzelnen Seitenaufruf in einer kontrollierten Umgebung. Da dort meist keine vollständige Nutzungssitzung stattfindet, dient häufig die Total Blocking Time als Diagnosewert für blockierende Aufgaben, sie ersetzt Interaction to Next Paint jedoch nicht.
Ein PageSpeed-Test liefert dir einen ersten Überblick über Ladezeit, Core Web Vitals und technische Potenziale. Prüfe deine Seite mit dem kostenlosen Ladezeiten-Check.
INP und PageSpeed 2026
Interaction to Next Paint gehört zusammen mit Largest Contentful Paint und Cumulative Layout Shift zu den Core Web Vitals. Largest Contentful Paint bewertet die Ladegeschwindigkeit des größten sichtbaren Inhaltselements. Cumulative Layout Shift misst unerwartete Layout-Verschiebungen. INP ergänzt diese Kennzahlen um die Reaktionsfähigkeit nach Nutzereingaben.
Der Unterschied zwischen PageSpeed und Interaction to Next Paint liegt im Umfang. PageSpeed bezeichnet die gesamte wahrgenommene und technische Geschwindigkeit einer Seite. Interaction to Next Paint misst dagegen einen klar abgegrenzten Teil der Nutzererfahrung: die Verzögerung zwischen einer Eingabe und der sichtbaren Reaktion. Eine Seite kann schnell laden und trotzdem einen schlechten INP-Wert besitzen, wenn komplexes JavaScript nach dem Laden den Hauptthread blockiert.
INP statt First Input Delay
Interaction to Next Paint ersetzte First Input Delay im März 2024 als Core Web Vital. First Input Delay erfasste nur die Wartezeit vor der ersten Interaktion und endete, sobald der Browser mit deren Verarbeitung begann. Die eigentliche Verarbeitung und die anschließende Darstellung blieben unberücksichtigt.
Interaction to Next Paint bewertet Interaktionen während des gesamten Seitenbesuchs und schließt die sichtbare Ausgabe ein. Eine Webseite konnte deshalb einen guten First Input Delay erreichen, obwohl spätere Filter-, Menü- oder Warenkorbaktionen langsam reagierten. INP bildet dieses Fehlerbild genauer ab. Vergleiche ältere FID-Berichte daher nicht direkt mit aktuellen INP-Werten.
Interaction to Next Paint verbessern
Ein hoher INP-Wert entsteht häufig durch lange JavaScript-Aufgaben, umfangreiche Event-Handler, unnötige Neuberechnungen des Layouts oder sehr große DOM-Strukturen. Der DOM ist die vom Browser verarbeitete Struktur der HTML-Elemente. Je mehr Elemente nach einer Eingabe geprüft und aktualisiert werden müssen, desto länger kann die sichtbare Reaktion dauern.
Relevanz für SEO und Conversion
Interaction to Next Paint ist Teil der Page Experience, die Google als Signal für die Bewertung von Webseiten verwendet. Ein guter INP-Wert ersetzt weder relevante Inhalte noch eine klare Suchintention. Bei vergleichbarer inhaltlicher Qualität kann eine reaktionsfähige Seite jedoch das bessere Nutzungserlebnis bieten. Technische Optimierung sollte deshalb gemeinsam mit Content, interner Verlinkung und Indexierbarkeit bewertet werden.
Für SEA beeinflusst Interaction to Next Paint vor allem die Qualität der Zielseite nach dem Anzeigenklick. Wenn Formulare, Konfiguratoren oder Warenkörbe verzögert reagieren, kann der Nutzer eine Eingabe wiederholen oder den Vorgang abbrechen. Die technischen Checks für Google-Ads-Zielseiten sollten daher auch Interaktionen nach dem ersten Laden berücksichtigen.
Für SEO-Manager und Entwickler ist ein INP-Bericht erst dann handlungsfähig, wenn langsame Seitentypen, Interaktionselemente und Ursachen getrennt erfasst werden. Ein pauschaler Domainwert zeigt den Zustand, aber noch nicht die Lösung. Prüfe auffällige URL-Gruppen einzeln und priorisiere Seiten, auf denen Nutzer kaufen, anfragen, suchen oder Inhalte filtern. Weitere Prüfpunkte liefert der Leitfaden zur Steuerung technischer SEO-Aufgaben.
Häufige Fragen zu INP
Was ist ein guter INP-Wert?
Ein INP-Wert bis 200 Millisekunden gilt als gut. Werte über 200 bis 500 Millisekunden benötigen Verbesserung, während mehr als 500 Millisekunden als schlecht bewertet werden. Maßgeblich ist das 75. Perzentil der realen Seitenaufrufe.
Ist INP ein Rankingfaktor?
INP gehört zu den Core Web Vitals und damit zur Page Experience. Google bewertet Page Experience gemeinsam mit vielen weiteren Signalen. Ein guter INP-Wert ersetzt keine relevanten Inhalte, unterstützt aber eine schnelle und gut bedienbare Webseite.
Warum ist mein INP trotz schneller Ladezeit schlecht?
Eine Webseite kann schnell erscheinen und nach dem Laden trotzdem langsam reagieren. Häufig blockieren lange JavaScript-Aufgaben, komplexe Event-Handler oder aufwendige Layout-Berechnungen den Hauptthread. Teste deshalb konkrete Interaktionen und nicht nur den Seitenaufbau.
Was ist der Unterschied zwischen INP und TBT?
INP basiert auf realen oder aufgezeichneten Nutzerinteraktionen und misst bis zur sichtbaren Reaktion. Total Blocking Time erfasst in einer Laboranalyse, wie lange lange Aufgaben den Hauptthread blockieren. TBT kann technische Ursachen sichtbar machen, ist aber kein Ersatz für INP-Felddaten.
Welche Nutzeraktionen misst INP?
INP berücksichtigt Klicks mit der Maus, Berührungen auf Touchscreens und Tastatureingaben. Reines Scrollen und das Bewegen des Mauszeigers zählen nicht dazu. Gemessen wird die Zeit bis zur nächsten sichtbaren Darstellung nach der Eingabe.
Kann man INP ohne echte Nutzerdaten messen?
Entwickler können einzelne Interaktionen in einer kontrollierten Umgebung aufzeichnen und analysieren. Eine belastbare Core-Web-Vitals-Bewertung benötigt jedoch Felddaten aus realen Seitenaufrufen. Bei neuen oder wenig besuchten Seiten können dafür zunächst zu wenige Daten vorhanden sein.
Wenn du langsame Seitentypen und technische Ursachen strukturiert priorisieren möchtest, kannst du deine Domain unverbindlich prüfen lassen.
Sie haben noch Fragen?


















