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Umlaut-Domain

Was ist eine Umlaut-Domain?

Als Umlaut-Domain wird eine Domain bezeichnet, die einen Umlaut oder ein Sonderzeichen im Namen trägt. Sie erlaubt die Nutzung der Umlaute ä, ö und ü in einer Webadresse. Das Verfahren, das auch als Umlaut-Handling bekannt ist, bietet Nutzern einige Vorteile, birgt aber auch Risiken und Nachteile bei der Suchmaschinenoptimierung.

Hintergrund

Bis 2003 konnte man keine Umlaut-Domain registrieren, da internationale Sonderzeichen im Domain Name System (DNS) nicht vorgesehen waren. Ursprünglich wurden lediglich Namen zugelassen, die aus den 26 lateinischen Buchstaben, aus den Ziffern 0–9 und dem Bindestrich-Minus bestanden. Dieser Standardzeichensatz wird auch als ASCII (American Standard Code for Information Interchange) bezeichnet. Da viele Sprachen allerdings weitere Zeichen enthalten, musste ein neuer Standard für das Domain Name System geschaffen werden. Dieser Standard, der auch als Internationalizing Domain Names in Applications (IDNA) bekannt ist, schuf 2003 die Grundlage für das Umlaut Handling. Punycode wird bei der Konvertierung von Nicht-ASCII-Zeichen eingesetzt.

Registrierung

In Deutschland unterliegt die Verwaltung der Top-Level-Domain .de bei dem Non-Profit-Unternehmen DENIC eG. Sie hat eine eigene IDN-Zeichenliste, die aktuell 93 Sonderzeichen erlaubt. Somit kann eine Umlaut-Domain problemlos als .de-Domain registriert werden. Nicht alle Top-Level-Domains unterstützen Sonderzeichen, weshalb man sich im Vorfeld über die Registrierungsrichtlinien der jeweiligen Domain-Behörde informieren sollte. Die DENIC-Domainrichtlinien regeln zudem die Länge des Domain-Namens. Dieser kann bis zu 63 Zeichen betragen. Domains, die über nur ein Zeichen verfügen, werden als Premium-Domains angeboten und sind in der Regel mit höheren Kosten verbunden.

Funktionsweise

Wird eine URL mit Sonderzeichen im Webbrowser eingegeben, so findet im Hintergrund eine Umwandlung der Nicht-ASCII-Zeichen durch den Punycode Algorithmus statt. Umlaute werden in ASCII-konforme Zeichenketten übersetzt. Dies ist allerdings nur möglich, solange der Browser die IDNA-Funktionen unterstützt. Tut er dies nicht, so wird nur eine Fehlermeldung angezeigt. Im ersten Schritt der Konversion wird eine Normalisierung der Webadresse vorgenommen. Großbuchstaben werden etwa zu Kleinbuchstaben umgewandelt. Anschließend werden alle Sonderzeichen, die nicht zur ASCII-Zeichenkette gehören, aus dem Namen entfernt.

Danach bildet der Punycode Algorithmus einen neuen abgeleiteten String, der an das Ende des Domain-Namens angehängt wird. Das Präfix “xn--” wird zudem bei internationalen Domainnamen vorangestellt. Die DENIC bietet auf ihrer Seite ein Konvertierungstool an, welches den abgeleiteten String anzeigt, der durch Punycode gebildet wird.

Vorteile

  • Die Registrierung einer Umlaut-Domain kann bei einem Markennamen von großem Vorteil sein. Es wird so eine Kongruenz mit dem Namen der Marke erreicht und die Auffindbarkeit für Kunden generell erleichtert.
  • Während die meisten gängigen Domain-Namen schon vergeben sind, sind viele der Umlaut-Domains noch immer verfügbar.
  • Für Nutzer aus dem deutschsprachigen Raum sind die Umlaut-Domains einfacher zu merken.

Nachteile

  • Anfangs konnten die Crawler der Suchmaschinen noch keine Adressen lesen, die über einen Umlaut verfügten. Hieraus entstand der SEO-Konsens, dass man bei der Registrierung einer Domain auf eine Umlaut-Domain verzichten sollte. Mittlerweile hat sich dies leicht gebessert, da viele moderne Browser inzwischen über IDNA-Funktionen verfügen und auch die Crawler besser mit dem Punycode-Algorithmus umzugehen wissen.
  • Beim Teilen einer Umlaut-Domain in den sozialen Netzwerken ist zuweilen nur der String zu sehen, der durch Punycode gebildet wird. Dies wirkt auf viele Nutzer eher befremdlich und wenig vertrauenswürdig, da sie nur eine kryptisch anmutende URL sehen.
  • Internetnutzer, die außerhalb des deutschsprachigen Raumes leben, haben in der Regel keine Umlaute auf ihrer Tastatur. Für sie ist es schwieriger eine Umlaut-Domain zu besuchen.
  • Während die meisten CMS-Systeme inzwischen die IDNA-Vorgaben umsetzen können, gibt es bei einigen E-Mail-Diensten noch immer Probleme mit Adressen, die über einen Umlaut verfügen. Es können dann keine E-Mails an ein E-Mail-Konto verschickt werden, das an eine Umlaut-Domain geknüpft ist.

Bedeutung für die SEO

Da eine Umlaut-Domain noch immer mit einigen Nachteilen verbunden ist, wird in der SEO in der Regel dazu geraten, diese vor allem in einer Multidomain-Konfiguration zu nutzen. Soll etwa ein Markenname gesichert werden, so wird empfohlen, dass man sich auch alternative Schreibweisen sichert. Gelegentlich kann es bei einer Umlaut-Domain auch zu dem Problem kommen, dass die Skripte einer Webseite nicht richtig funktionieren, weil sie nicht mit der IDN-Schreibweise umgehen können. Die Nutzung von UTF-8 kann diese Probleme mindern.

Genauso wie bei Punycode besteht bei UTF-8 allerdings auch der Nachteil, dass die URLs sehr kryptisch ausgegeben werden. Um die Lesbarkeit zu erhöhen, kann in einem solchen Fall bei Apache Servern das Modul mod-rewrite verwendet werden. Generell muss man zurzeit noch mit Problemen bei einer Umlaut-Domain rechnen. Die Registrierung einer sogenannten IDN-Domain muss daher gründlich abgewogen werden. In Zukunft dürften die Vorteile aber die Nachteile überwiegen. Das zeigt alleine das Beispiel der Webbrowser, die anfangs noch Schwierigkeiten mit IDN-Domains hatten. Mittlerweile verfügen fast alle modernen Webbrowser über IDNA-Funktionen und können ohne Probleme eine Umlaut-Domain korrekt darstellen. Insofern kann man davon ausgehen, dass dieser Trend übergreifend auch für andere Applikationen gelten wird.

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