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DENIC

Was ist Denic?

Webseiten haben viele unterschiedliche Endungen. Von jedem Land gibt es eine sogenannte Top-Level-Domain (TLD), die in Deutschland mit “.de” endet. Zuständig für die Verwaltung und den Betrieb der Domain ist die DENIC eG. Der Name ist die Abkürzung für das “Deutsche Network Information Center“. Die eingetragene Genossenschaft hat ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main. Neben der Verwaltung ist sie zusätzlich für alle einhergehenden Aktivitäten in Bezug auf die deutsche Top-Level-Domain zuständig.

Geschichte der Denic

Die deutsche TLD wurde Anfang November im Jahr 1986 eingeführt und in der Anfangszeit von der IRB (Informatikrechner-Betriebsgruppe) der Universität in Dortmund verwaltet. Ab 1994 war die Universität in Karlsruhe für die Verwaltung zuständig. Die Universität und erhielt einen Vertrag mit einem Interessenverbund namens “Deutsches Network Information Center”. In dem Vertrag mit der IV-DENIC waren rund zwei Dutzend Internet-Service-Provider in Deutschland zusammengeschlossen.

In den nächsten Jahren stieg die Nachfrage nach den deutschen .de-Domains deutlich und deshalb erfolgte Ende 1996 die Gründung einer Genossenschaft. Die Genossenschaft war als Non-Profit-Organisation konzipiert und sollte für einen zuverlässigen Rechtsrahmen im Umgang mit der deutschen Top-Level-Domain sorgen. Bis Mitte 1997 übernahm die Genossenschaft nach und nach die Verwaltung der Domains. Knapp ein Jahr später erfolgte der Umzug des Nameservers nach Frankfurt am Main. Die offizielle Übernahme der TLD erfolgte am 1. Januar 1999. Im Oktober 1999 wurde die millionste Domain registriert und die Anzahl an Domains stieg in den nächsten Jahren auf rund 5 Millionen an.

Im Jahr 2002 führte die Denic die ENUM-Technik im Rahmen einer Testphase ein. Mit dieser Technologie lassen sich Telefonnummern auf Domains direkt abbilden. Um die rechtlichen Unklarheiten zu beseitigen, schloss die Genossenschaft einen Vertrag mit der Behörde für Post und Telekommunikation. 2005 wurde die Testphase erfolgreich beendet. Noch im gleichen Jahr wollte die Denic die TLD .net übernehmen, konnte sich jedoch nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. Das Oberlandesgericht in der Stadt Frankfurt am Main entschied in seinem Urteil im April 2008, dass die Denic dem Volkswagenkonzern die offizielle Registrierung der Adresse vw.de erlauben muss, obwohl die Richtlinien der Genossenschaft drei Zeichen voraussetzen. Infolgedessen erlaubt die Denic seit Oktober 2009 jedem Nutzer eine zweistellige Domain und gestattet reine Zifferndomains.

Verschiedene Standorte der Genossenschaft

Seit 2007 sind das Rechenzentrum und der Bürobetrieb der Genossenschaft räumlich voneinander getrennt. Das Rechenzentrum wurde Ende 2007 an einem Standort verlegt, der direkt an den Knotenpunkt DE-CIX angebunden ist. Bis 2008 wurde zusätzlich ein Mirror in der niederländischen Stadt Amsterdam aufgebaut. Dieser soll bei Problemen des deutschen Rechenzentrums einen ausfallsicheren Betrieb gewährleisten. Weltweit unterhält die Denic an 16 Standorten 18 Nameserver. Die wichtigsten Standorte sind Berlin, Hamburg, London, Hongkong, Miami, Los Angeles, Paris, Moskau, Peking, Wien, Seoul und Stockholm. 2015 bestand die gemeinnützige Organisation aus mehr als 300 Mitgliedern und beschäftigte über 110 Mitarbeiter.

Welche Aufgaben hat die Denic?

Die Denic ist eine zentrale Registrierungsstelle für alle Internetdomains, die unter der Endung .de aufgerufen werden. Die Registrierung erfolgt in den meisten Fällen nicht direkt, sondern durch Dritte. Die meisten Domains werden über einen Drittanbieter entweder direkt oder als Teil eines Webhostingpakets registriert. Ein Internetdienstanbieter, wie beispielsweise die 1&1 Internet SE, übernimmt die Registrierung der Domain für ihre Kunden. Alternativ können die Kunden ihre Wunschdomain direkt bei der Genossenschaft registrieren lassen. Damit die Domain später erreicht werden kann, ist dennoch ein Internetdienstanbieter nötig, denn dieser sorgt für die nötige technische Infrastruktur. Die Denic gibt auf ihren Internetseiten sogar an, dass es in der Regel kostengünstiger ist, eine neue Domain über einen Internetdienstanbieter registrieren zu lassen.

Neben der Registrierung von neuen Domains und der Verwaltung von bestehenden Domains ist die zentrale Registrierungsstelle für die ständige Erreichbarkeit dieser Domains verantwortlich. Zu diesem Zweck betreibt die Genossenschaft ein weltweites Netzwerk von leistungsstarken Nameservern. Weltweit werden jeden Tag mehr als sieben Millionen Anfragen bearbeitet. Umgerechnet entspricht dies pro Sekunde und Standort 6.000 Anfragen. Zu den Aufgaben der Denic zählt noch zusätzlich ein DNS-System. Als Abkürzung steht DNS für “Domain Name System”. Ganz einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass alle Rechnernamen mit den jeweiligen IP-Adressen verknüpft werden müssen. Ohne das Domain Name System müsste sich jeder Internetnutzer zahlreiche Zahlenkombinationen merken und könnte nicht einfach eine bestimmte Webadresse in seinen Browser eingeben.

Whois-Dienst

Auf der Webseite der Denic oder bei einem Internetdienstleister können Kunden ohne großen Aufwand überprüfen, ob eine Domain frei ist oder wer der Besitzer ist. Mit dem Whois-Dienst lassen sich alle Domains Hinblick auf ihre Existenz abfragen. Durch eine solche Abfrage finden Interessenten schnell heraus, wem eine Domain gehört. Die Daten sind öffentlich zugänglich und können ohne Kosten abgerufen werden.

Der Whois-Dienst spielt nicht nur im Hinblick auf die reine Recherche eine Rolle. Mit diesem Dienst können Behörden herausfinden, wer genau für rechtswidrige Inhalte oder urheberrechtliches Material verantwortlich ist. Der C-Admin (technischer Admin) ist in der Regel noch transparenter als der eigentliche Inhaber der Domain. Der technische Ansprechpartner (Tech-C) arbeitet beim zuständigen Internetdienstleister und kann bei technischen Problemen kontaktiert werden. Die Anmeldung einer Domain geht stets mit der Registrierung einer juristischen oder natürlichen Person einher. Dies bedeutet, dass jede Domain immer einem eindeutigen Inhaber zugeordnet werden kann. Der Inhaber der Domain muss sich in vollem Umfang für die Inhalte der Webseite verantwortlich zeigen. Der Domaininhaber ist außerdem dazu verpflichtet, seine persönlichen Angaben stets aktuell zu halten. Falsche Angaben sind strafbar. Gleichzeitig oder ergänzend ist die Eintragung von einem abweichenden C-Admin möglich.

So funktioniert die Registrierung einer Domain

Internetnutzer, die eine bestimmte Domain registrieren möchten, müssen zuerst überprüfen, ob diese frei ist. Gehört die Adresse einem anderen, kann sie nicht registriert werden. Über Internet-Handelsplätze, wie beispielsweise Sedo, können Domains, die bereits im Besitz von jemanden sind, jedoch weiterverkauft werden. Käufer können so entweder einen angegebenen Festpreis akzeptieren oder ein Angebot machen. Ist die Domain noch frei, kann diese direkt über die zentrale Registrierungsstelle oder über einen Dienstleister registriert werden.

Entscheidet sich der Kunde für einen Internetdienstleister (Registrar), kann er auf dessen Webseite einen Domain-Check durchführen und die Online-Registrierung einer freien Domain vornehmen. Zu diesem Zweck füllt der Kunde einen Antrag mit einigen Angaben zu seiner Person aus. Der Registrar leitet den Antrag und die Angaben an die Denic weiter. Anschließend wird die reservierte Domain in einer Datenbank der zentralen Registrierungsstelle abgelegt. Die übermittelten persönlichen Angaben identifizieren den Kunden in der Datenbank als Inhaber der Domain. Als Nächstes weist die Denic dem Domain-Namen eine passende IP-Adresse zu. Ist die Registrierung erfolgreich abgeschlossen, werden alle Informationen über die Adresse direkt an den globalen Dachverband aller Registrys weitergeleitet. Die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) ist somit zuständig für alle deutschen, österreichischen, schweizerischen sowie liechtensteinischen Top-Level-Domains.

Kritik an der Denic

Bei vielen Entscheidungen der Genossenschaft gab es kritische Stimmen, die der Denic eine mangelnde Transparenz vorwarfen. Aufgrund dieser Kritik gab es Mitte 2005 eine außerordentliche Generalversammlung und bei dieser sollte eine Abwahl des amtierenden Aufsichtsrats erfolgen. Entsprechende Anträge wurden von der Mehrheit abgelehnt. Beim NASA-Projekt wurde der Genossenschaft eine mangelnde Informationspolitik vorgeworfen. Bei diesem Projekt bewarb sich die Denic um die Endung .net. Obwohl die Mitglieder mehrheitlich für die Bewerbung stimmten, wurden die entscheidenden Details nicht öffentlich gemacht. Dies geschah erst später durch den massiven öffentlichen Druck.

Nachdem ein- und zweistellige Adressen sowie reine Zifferndomains erlaubt wurden, warf die Öffentlichkeit der Genossenschaft wiederum vor, dass die Vergabe keinesfalls fair durchgeführt wurde. Ende 2009 wurden interne Informationen zu dem Vergabeverfahren an WikiLeaks weitergeleitet und deshalb musste sich die Denic zu der Vergabe erneut rechtfertigen. 2010 waren außerdem mehrere Millionen Domains nicht erreichbar. Grund für diesen Ausfall war ein technisches Problem beim Betrieb der Nameserver. Erst nach mehr als 2 Stunden konnte die Vergabestelle den Fehler korrigieren. Aufgrund der zögerlichen Kommunikation wurde die Genossenschaft stark kritisiert.

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