A-Record
Was ist ein A-Record?
Ein A-Record ist ein Eintrag im Domain Name System, der einen Hostnamen wie www.beispiel.de einer IPv4-Adresse zuordnet. Browser, Suchmaschinen-Crawler und andere Clients nutzen diese Zuordnung, um den zuständigen Webserver zu erreichen. Der Eintrag enthält neben der Zieladresse eine Gültigkeitsdauer, die sogenannte Time to Live.
Der A-Record (deutsch: Adressdatensatz) verbindet innerhalb des Domain Name System, kurz DNS, einen Domainnamen mit der numerischen IPv4-Adresse eines Servers. Das „A“ steht für „Address“. Ohne diese Zuordnung müsste ein Nutzer statt einer einprägsamen Domain eine Adresse wie 203.0.113.10 eingeben.
So funktioniert ein A-Record
Ruft ein Nutzer eine Domain auf, fragt sein Gerät zunächst einen DNS-Resolver nach der zugehörigen IP-Adresse. Liegt keine gültige Antwort im Cache, ermittelt der Resolver den zuständigen autoritativen Nameserver. Dieser liefert den A-Record zurück. Der Browser kann anschließend eine Verbindung zur angegebenen IPv4-Adresse herstellen und dort die Website anfordern.
Eine IPv4-Adresse besteht aus 32 Bit und wird üblicherweise als vier Zahlenblöcke zwischen 0 und 255 dargestellt. Ein möglicher DNS-Eintrag sieht vereinfacht so aus:
www.beispiel.de. 3600 IN A 203.0.113.10 ordnet den Hostnamen www.beispiel.de der IPv4-Adresse 203.0.113.10 zu. Der Wert 3600 ist die Time to Live in Sekunden. DNS-Resolver dürfen die Antwort damit bis zu einer Stunde zwischenspeichern.Der A-Record legt weder ein Übertragungsprotokoll noch einen Port oder einen URL-Pfad fest. Ob eine Website per HTTP oder HTTPS erreichbar ist, welches SSL-Zertifikat verwendet wird und welche Unterseite der Server ausliefert, wird an anderer Stelle bestimmt. Der DNS-Eintrag führt ausschließlich vom Hostnamen zur IPv4-Adresse.
Aufbau des DNS-Eintrags
Ein A-Record enthält mehrere Felder, deren Bezeichnungen je nach Hosting-Anbieter leicht variieren. Entscheidend sind Hostname, Record-Typ, Zieladresse und Time to Live.
Für denselben Hostnamen können mehrere A-Records hinterlegt werden. DNS-Resolver erhalten dann mehrere IPv4-Adressen, deren Reihenfolge wechseln kann. Diese Verteilung kann Anfragen auf mehrere Server lenken, ersetzt allein jedoch keine aktive Verfügbarkeitsprüfung. Ein ausgefallener Server bleibt erreichbar, solange seine Adresse weiterhin im DNS steht.
A-Record, AAAA und CNAME
Der Unterschied zwischen einem A-Record und einem AAAA-Record liegt im verwendeten Internetprotokoll. Ein A-Record verweist auf eine 32-Bit-IPv4-Adresse. Ein AAAA-Record verweist auf eine 128-Bit-IPv6-Adresse. Eine Domain kann beide Einträge parallel verwenden, wenn der Server über IPv4 und IPv6 erreichbar ist.
Ein CNAME-Record enthält dagegen keine IP-Adresse. Er erklärt einen Hostnamen zum Alias eines anderen Hostnamens. www.beispiel.de kann beispielsweise auf server.anbieter.de verweisen. Die IP-Adresse muss anschließend über die DNS-Einträge dieses Zielnamens aufgelöst werden.
| DNS-Record | Ziel | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| A | IPv4-Adresse | Domain oder Subdomain direkt mit einem Server verbinden |
| AAAA | IPv6-Adresse | Website über IPv6 erreichbar machen |
| CNAME | Anderer Hostname | Subdomain als Alias eines Dienstes oder Servers einrichten |
| MX | Mailserver | Zustellung eingehender E-Mails steuern |
Für die Hauptdomain ist ein CNAME normalerweise ungeeignet, weil dort bereits verpflichtende DNS-Daten wie NS- und SOA-Einträge vorhanden sind. Ein A-Record kann für die Hauptdomain verwendet werden, ohne diese Einträge zu verdrängen. Prüfe deshalb vor der Einrichtung, ob der Eintrag für die Domainwurzel oder eine Subdomain gelten soll.
Bedeutung für technisches SEO
Ein A-Record ist kein direkter Ranking-Faktor. Ein falsches oder nicht erreichbares Ziel verhindert jedoch, dass Nutzer und Suchmaschinen-Crawler die Website abrufen können. Google erhält dann keine verwertbare HTTP-Antwort vom Webserver. Hält die Nichterreichbarkeit länger an oder tritt sie regelmäßig auf, können Crawling, Indexierung und organische Rankings beeinträchtigt werden.
Bei einem Serverumzug muss der A-Record auf die IPv4-Adresse des neuen Servers zeigen. Die Website sollte unter alter und neuer IP-Adresse identische Inhalte, Weiterleitungen und Statuscodes liefern, solange zwischengespeicherte DNS-Antworten existieren. Eine strukturierte Checkliste für Website-Relaunches und Serverwechsel reduziert das Risiko, dass Suchmaschinen während der Umstellung unterschiedliche Versionen erreichen.
Auch SEA und GEO sind von der Erreichbarkeit abhängig. Anzeigen führen auf Zielseiten, die über den DNS-Eintrag erreichbar sein müssen. GEO, kurz für Generative Engine Optimization, setzt ebenfalls abrufbare und indexierbare Quellen voraus. Ein fehlerhafter A-Record unterbricht damit die technische Grundlage aller drei Kanäle, selbst wenn Inhalte und Kampagnen korrekt eingerichtet sind.
A-Record ändern und prüfen
Die Time to Live bestimmt, wie schnell eine Änderung für Resolver sichtbar werden kann. Bei einer TTL von 3600 Sekunden darf eine alte Antwort noch bis zu einer Stunde im Cache liegen. Eine Änderung verbreitet sich deshalb nicht zu einem festen Zeitpunkt weltweit. Entscheidend sind der zuvor gültige TTL-Wert und der Zeitpunkt, zu dem ein Resolver den alten Eintrag gespeichert hat.
Vor einem geplanten Serverwechsel kann die TTL frühzeitig reduziert werden. Ein Wert von 300 Sekunden erlaubt beispielsweise eine Zwischenspeicherung von fünf Minuten. Der kürzere Wert wirkt allerdings erst, nachdem zuvor gespeicherte Antworten mit der alten TTL abgelaufen sind. Nach einer stabilen Umstellung kann die TTL wieder erhöht werden, um die Zahl wiederholter DNS-Abfragen zu reduzieren.
Messbar ist der A-Record mit einer DNS-Abfrage über dig, nslookup oder einen DNS-Lookup-Dienst. Vergleiche dabei die ausgegebene IPv4-Adresse mit dem vorgesehenen Server und prüfe zusätzlich, ob die Website dort einen HTTP-Statuscode wie 200 oder eine geplante Weiterleitung liefert. Ein technisches SEO-Audit sollte DNS-Auflösung, Erreichbarkeit, Statuscodes und Weiterleitungsketten gemeinsam bewerten.
Typische Fehler beim A-Record
Fehler entstehen häufig durch eine falsche Zieladresse, einen fehlenden Eintrag für die www-Subdomain oder veraltete Records nach einem Hosting-Wechsel. Auch parallele A-Records können unerwartete Ergebnisse verursachen, wenn eine der hinterlegten IPv4-Adressen noch auf einen alten oder nicht erreichbaren Server zeigt.
Ein weiterer Fehler ist die Annahme, dass eine erfolgreiche DNS-Auflösung bereits die Erreichbarkeit der Website bestätigt. Der A-Record kann korrekt sein, während der Webserver einen 404-, 500- oder Zertifikatsfehler ausliefert. Die Unterschiede zwischen solchen Antworten erklärt der Beitrag zu HTTP-Fehlercodes und ihrer Verarbeitung durch Google. Prüfe deshalb immer DNS und Serverantwort getrennt.
Häufige Fragen zum A-Record
Wofür braucht man einen A-Record?
Ein A-Record verbindet einen Domainnamen oder eine Subdomain mit einer IPv4-Adresse. Browser, Crawler und andere Clients erfahren dadurch, unter welcher Serveradresse ein Host erreichbar ist.
Wie lange dauert eine Änderung am A-Record?
Die Dauer hängt vor allem von der zuvor eingestellten Time to Live und vorhandenen DNS-Caches ab. Bei einer TTL von 3600 Sekunden kann ein Resolver die alte Antwort noch bis zu einer Stunde verwenden.
Kann eine Domain mehrere A-Records haben?
Ja, für denselben Hostnamen können mehrere IPv4-Adressen hinterlegt werden. Die Verteilung der Adressen kann Anfragen auf mehrere Server lenken, führt aber ohne zusätzliche Überwachung nicht automatisch an ausgefallenen Servern vorbei.
Was ist der Unterschied zwischen A-Record und CNAME?
Ein A-Record verweist direkt auf eine IPv4-Adresse. Ein CNAME verweist auf einen anderen Hostnamen, dessen IP-Adresse anschließend durch eine weitere DNS-Abfrage ermittelt wird.
Braucht man neben dem A-Record einen AAAA-Record?
Ein AAAA-Record wird benötigt, wenn die Domain zusätzlich über IPv6 erreichbar sein soll. Ohne funktionierende IPv6-Konfiguration sollte kein AAAA-Record gesetzt werden, da Clients sonst eine nicht erreichbare Adresse verwenden können.
Warum funktioniert die Website trotz korrektem A-Record nicht?
Ein korrekter A-Record bestätigt nur die Zuordnung zur IPv4-Adresse. Fehler am Webserver, fehlende Domainkonfigurationen, blockierte Ports, ungültige Zertifikate oder falsche HTTP-Weiterleitungen können den Aufruf weiterhin verhindern.
Wenn DNS, Serverantworten oder Crawling nach einem Umzug unklar sind, kann eine technische Prüfung die Ursache eingrenzen.
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