MX-Record
Was ist ein MX-Record?
Ein MX-Record ist ein DNS-Eintrag, der festlegt, welche Mailserver E-Mails für eine Domain annehmen. Jeder Eintrag enthält einen Servernamen und eine Priorität. Der Server mit dem niedrigsten Zahlenwert wird zuerst angesprochen. Ohne korrekte Konfiguration können Nachrichten an Adressen der Domain nicht zuverlässig zugestellt werden.
Der MX-Record gehört zum Domain Name System und wird deutsch auch Mailserver-Eintrag genannt. Die Abkürzung MX steht für Mail Exchange. Der Eintrag verbindet eine Domain wie beispiel.de mit dem Hostnamen des zuständigen E-Mail-Servers, etwa mail.beispiel.de.
Wie funktioniert ein MX-Record?
Wenn ein Absender eine Nachricht an kontakt@beispiel.de verschickt, fragt der sendende Mailserver zunächst die MX-Records von beispiel.de ab. Das DNS liefert daraufhin die Namen der empfangsberechtigten Mailserver und deren Prioritäten. Anschließend baut der Absender per SMTP eine Verbindung zum bevorzugten Server auf.
Ein MX-Record verweist auf einen Hostnamen, nicht direkt auf eine IP-Adresse. Für diesen Hostnamen muss wiederum ein gültiger A-Record für IPv4 oder ein AAAA-Record für IPv6 vorhanden sein. Fehlt diese Auflösung, kennt der sendende Server zwar das vorgesehene Ziel, kann aber keine Netzwerkverbindung herstellen.
10 mail1.beispiel.de und 20 mail2.beispiel.de. Der Mailserver mit dem Wert 10 wird zuerst angesprochen. Ist dieser nicht erreichbar, versucht der Absender den Server mit dem Wert 20. Die Zahlen geben eine Reihenfolge an und sind keine Prozentwerte oder Qualitätskennzahlen.Priorität richtig interpretieren
Bei der Priorität eines MX-Records gilt eine häufig missverstandene Regel: Der niedrigste Wert besitzt die höchste Priorität. Ein Server mit dem Wert 5 wird deshalb vor einem Server mit dem Wert 10 kontaktiert. Die konkrete Zahl ist frei wählbar, solange die gewünschte Reihenfolge eindeutig bleibt.
Mehrere MX-Records mit identischer Priorität können die Verarbeitung auf mehrere Mailserver verteilen. Welcher gleich priorisierte Server zuerst angesprochen wird, hängt vom sendenden System ab. Soll ein Server ausschließlich als Ausweichziel dienen, braucht er einen höheren Zahlenwert als der primäre Mailserver.
| Priorität | Ziel | Funktion |
|---|---|---|
| 10 | mail1.beispiel.de | Primärer Mailserver |
| 20 | mail2.beispiel.de | Erstes Ausweichziel |
| 30 | mail3.beispiel.de | Zweites Ausweichziel |
MX-Record und technisches SEO
Ein MX-Record ist kein direkter Rankingfaktor. Eine fehlerhafte MX-Konfiguration verändert weder den Website-Inhalt noch das Crawling oder die Indexierung. Die Website kann weiterhin erreichbar sein, wenn ihre A-, AAAA- oder CNAME-Einträge korrekt gesetzt sind. Technisches SEO und E-Mail-Routing nutzen zwar dasselbe DNS, erfüllen dort aber unterschiedliche Aufgaben.
Für die digitale Marketing-Performance kann ein fehlerhafter MX-Record trotzdem erhebliche Folgen haben. Anfragen aus Kontaktformularen, Bestellbestätigungen, Zugangslinks oder Benachrichtigungen aus SEO- und SEA-Systemen erreichen möglicherweise nicht den vorgesehenen Empfänger. Dadurch bleiben Leads unbearbeitet, obwohl Website, organische Rankings und Anzeigen technisch funktionieren.
Bei einem Domainwechsel oder Website-Relaunch mit technischer Checkliste sollten DNS-Einträge deshalb getrennt geprüft werden. Die Übernahme der Website-Daten ersetzt nicht die Konfiguration des E-Mail-Dienstes. Ein vollständiger technischer SEO-Audit betrachtet zusätzlich Erreichbarkeit, Weiterleitungen, Indexierung und weitere technische Signale.
Unterschied zu anderen DNS-Einträgen
Der Unterschied zwischen einem MX-Record und einem A-Record liegt im Ziel der Zuordnung. Der MX-Record bestimmt den Mailserver einer Domain. Der A-Record ordnet einem Hostnamen eine IPv4-Adresse zu. Beide Einträge arbeiten häufig zusammen, weil das im MX-Record genannte Ziel über einen A- oder AAAA-Record erreichbar sein muss.
Ein CNAME-Record definiert einen Hostnamen als Alias eines anderen Hostnamens. Das Ziel eines MX-Records sollte dagegen ein regulär auflösbarer Hostname sein und nicht nur ein Alias. Diese Trennung vermeidet widersprüchliche DNS-Antworten und verbessert die Kompatibilität zwischen verschiedenen Mailservern.
TXT-Records speichern textbasierte Angaben und werden unter anderem für SPF, DKIM und DMARC verwendet. Diese Verfahren unterstützen die Authentifizierung ausgehender E-Mails und den Schutz vor missbräuchlicher Absendernutzung. Ein MX-Record regelt dagegen den Empfangsweg. Ein korrekter MX-Record ersetzt deshalb keine E-Mail-Authentifizierung.
MX-Record prüfen und ändern
Messbar ist ein MX-Record über eine DNS-Abfrage. Mit dig MX beispiel.de oder nslookup -type=MX beispiel.de lassen sich Ziele und Prioritäten auslesen. Prüfe anschließend jeden ausgegebenen Hostnamen mit einer A- oder AAAA-Abfrage. Ein Versandtest von einem externen Anbieter zeigt zusätzlich, ob der Mailserver Nachrichten tatsächlich annimmt.
Die TTL, kurz für Time to Live, bestimmt in Sekunden, wie lange DNS-Resolver eine Antwort zwischenspeichern dürfen. Eine TTL von 3600 entspricht einer Stunde. Nach einer Änderung können zwischengespeicherte MX-Records deshalb bis zum Ablauf ihrer bisherigen TTL ausgeliefert werden. Reduziere die TTL bei planbaren Umstellungen rechtzeitig und kontrolliere nach dem Wechsel sowohl den DNS-Wert als auch den realen E-Mail-Empfang.
Eine strukturierte Prüfung sollte folgende Punkte abdecken:
Weitere Zusammenhänge zwischen DNS, Crawling und Website-Erreichbarkeit behandelt der Ratgeber zum Management technischer SEO-Fehler. Eine umfassendere Prüfroutine findest du außerdem in den wichtigsten Tipps für technisches SEO.
Typische Fehler beim MX-Record
Zu den häufigsten Fehlern gehören vertauschte Prioritäten, falsch geschriebene Hostnamen und Ziele ohne gültigen A- oder AAAA-Record. Ebenfalls problematisch sind alte MX-Records, die nach einem Anbieterwechsel aktiv bleiben. Sendende Systeme können dadurch Nachrichten an einen nicht mehr zuständigen Server übermitteln.
Ein weiterer Denkfehler besteht darin, einen MX-Record für jede einzelne E-Mail-Adresse anzulegen. Der Eintrag gilt grundsätzlich für die Domain oder eine definierte Subdomain. Welche Postfächer wie info@, service@ oder bestellung@ existieren, entscheidet erst das E-Mail-System hinter dem angegebenen Mailserver.
Domains, die bewusst keine E-Mails empfangen sollen, können einen Null MX verwenden. Dabei verweist ein MX-Record mit der Priorität 0 auf einen einzelnen Punkt. Diese Konfiguration signalisiert ausdrücklich, dass die Domain keinen Mailserver betreibt. Das ist eindeutiger als ein versehentlich fehlender Eintrag.
Häufige Fragen zum MX-Record
Wo finde ich den MX-Record meiner Domain?
Der MX-Record wird in der DNS-Verwaltung deines Domain- oder Hosting-Anbieters gepflegt. Öffentlich auslesen kannst du ihn mit einer DNS-Abfrage wie dig MX oder nslookup mit dem Abfragetyp MX.
Kann eine Domain mehrere MX-Records haben?
Ja, eine Domain kann mehrere MX-Records besitzen. Unterschiedliche Prioritäten schaffen eine Reihenfolge für Ausweichserver, während identische Prioritäten die Verarbeitung auf mehrere Ziele verteilen können.
Was passiert, wenn kein MX-Record vorhanden ist?
Sendende Mailserver können unter bestimmten Bedingungen versuchen, die Domain direkt über ihren A- oder AAAA-Record zu erreichen. Darauf sollte sich ein produktiver E-Mail-Dienst nicht verlassen, weil ein ausdrücklich konfigurierter MX-Record den vorgesehenen Empfangsweg eindeutig festlegt.
Wie lange dauert eine Änderung am MX-Record?
Die Dauer hängt vor allem von der zuvor gültigen TTL und den Zwischenspeichern der DNS-Resolver ab. Eine TTL von 3600 erlaubt eine Speicherung von bis zu einer Stunde, bereits länger zwischengespeicherte Antworten können jedoch erst nach ihrem individuellen Ablauf ersetzt werden.
Hat der MX-Record Einfluss auf das Google-Ranking?
Der MX-Record ist kein direkter Google-Rankingfaktor. Eine fehlerhafte Konfiguration kann jedoch Marketingprozesse beeinträchtigen, wenn Kontaktanfragen, Bestellinformationen oder Systemmeldungen nicht zugestellt werden.
Brauche ich neben dem MX-Record auch SPF, DKIM und DMARC?
Für einen verlässlich authentifizierten E-Mail-Versand sind SPF, DKIM und DMARC sinnvoll. Diese Angaben werden meist über TXT-Records bereitgestellt und erfüllen andere Aufgaben als der MX-Record, der den Empfangsserver festlegt.
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