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Impediment

Was ist Impediment?

Der Begriff Impediment (aus dem Englischen: Behinderung) stammt aus dem Verfahren Scrum beziehungsweise der agilen Softwareentwicklung. Impediments stellen Hindernisse dar, die ein Scrum-Team von der effizienten Bearbeitung eines Sprint-Ziels abhalten. Zur Darstellung von Impediments kommt ein Impediment-Backlog zum Einsatz. Darin sammeln Scrum-Master gegenwärtige Hindernisse mit dem Ziel, sie so schnell wie möglich zu beseitigen.

Überblick und Allgemeines

Scrum-Projekte sind selten vollkommen fehlerfrei, weshalb der Thematik der Impediments sowie der Lösung dieser Probleme eine besondere Bedeutung zukommt. Gemäß der klassischen Rollenverteilung in der agilen Softwareentwicklung nach dem Scrum-Guide kommt dem Scrum-Master die Aufgabe zu, auftretende Hindernisse und Probleme zu beseitigen. Damit ist der Scrum-Master für die Verwaltung des Impediment-Backlogs verantwortlich. Seine Ziele bestehen in der Ausschaltung sämtlicher auftretender Störungen, um eine fristgerechte Erledigung des Projekts zu gewährleisten. Zu den Hindernissen gehören beispielsweise Kommunikationsprobleme, Logistikprobleme oder Störungen der Infrastruktur.

Die Ermittlung der Behinderungen im Scrum-Projekt obliegt dabei nicht nur dem Scrum-Master, sondern dem gesamten Scrum-Team. Meist werden diese Hindernisse im Rahmen der Scrum-Meetings besprochen. Die Dokumentation und Beseitigung der Fehler liegt im Aufgabenbereich des Scrum-Masters. Dieser hat im Falle komplizierterer Probleme die Möglichkeit, auch externe Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Das Impediment-Backlog und seine Problematik

Impediments werden in einem Impediment-Backlog zusammengefasst. Dieser Backlog stellt eine Liste dar, in der gegenwärtige Hindernisse aufgeführt werden, die ein Team davon abhalten, seine Aufgaben effizient abzuarbeiten.

Eine der Aufgaben des Teams besteht darin, im Rahmen täglicher Scrum-Meetings über solche Impediments zu berichten. Hindernisse, die das Team von der Erreichung von Sprint-Zielen abhalten, können auch in einer Sprint-Retrospektive identifiziert werden (am Ende eines Sprints). Der Scrum-Master verfolgt das Ziel, die erkannten Hindernisse so rasch wie möglich zu beseitigen.

Impediment-Backlogs können unterschiedliche Darstellungsformen haben, beispielsweise Excel-Tabellen, Wiki-Einträge, Einträge in Tools zum Aufgaben-Management oder Zettel in einem Scrum-Board.

Probleme mit dem Scrum-Master

Bestimmte Gestaltungen des Impediment-Backlogs können für den Scrum-Master problematisch sein. Wenn das Backlog nicht öffentlich einsehbar ist, sind die gegenwärtigen Behinderungen nicht sichtbar. Dies birgt die Gefahr, dass sie leicht verdrängt beziehungsweise nicht hinreichend schnell beseitigt werden können.

Das Impediment-Backlog

Hinweis auf ein Problem ist ebenso ein leeres Impediment-Backlog. Es ist nicht realistisch, dass ein Team absolut fehlerfrei arbeitet. Ein leeres Backlog gibt daher eher Rückschluss darauf, dass es noch an der Fähigkeit mangelt, Hindernisse schnell zu identifizieren. Mit einem leeren Backlog vergleichbar ist ein sich nicht änderndes Backlog. Statische Backlogs zeigen, dass der Scrum-Master nicht effizient arbeitet beziehungsweise, dass es nicht gelingt, Lösungen für aktuelle Hindernisse zu erarbeiten.

Angesammelte Einträge

Vergleichbar problematisch ist es jedoch, wenn sich Einträge in einem Backlog ansammeln. Bei einer wachsenden Zahl von Impediments wird die Beseitigung der bereits in der Vergangenheit identifizierten Probleme immer unwahrscheinlicher. Für Scrum-Master wird es unter diesen Voraussetzungen immer schwieriger, Probleme selbst zu beseitigen. Daher sollten stets Prioritäten in der Beseitigung der Impediments gesetzt werden und im Zweifelsfall Dritte zur Problemlösung hinzugezogen werden. Sammeln sich zu viele Hindernisse an, ist schnell nicht nur das gegenwärtige Sprint-Ziel, sondern das gesamte Scrum-Projekt bedroht.

Beseitigung der Hindernisse

Ein weiteres verbreitetes Problem besteht darin, nur den Scrum-Master selbst zur Beseitigung der Hindernisse einzusetzen. In der agilen Softwareentwicklung spielt Teamarbeit eine herausragende Rolle, weshalb die gemeinsame Erarbeitung von Lösungen wichtig ist. Ebenso ist ein schnelles Vorankommen des Teams im Interesse aller, sodass Scrum-Master auch Experten von außen heranziehen sollten, um schwierigere Probleme zur schnelleren Lösung zu delegieren.

In diesem Zusammenhang ist häufig auch von internem und externem Impediment die Rede. Während interne Impediments unmittelbar vom Team gelöst werden können, obliegt die Lösung externer Impediments dem Scrum-Master oder der Kooperation mit externer Hilfe.

Herausforderungen bei der Beseitigung der Impediments

Da Impediments vielseitig sein können und an unterschiedlichen Stellen im Projekt auftreten können, ist es die Herausforderung des Scrum-Masters, sinnvolle Entscheidungen im Sinne ihrer Beseitigung zu treffen.

Dies betrifft zunächst die genaue Identifikation des Impediments. Hier gilt es die Frage zu beantworten, ob es sich überhaupt um ein Impediment im engeren Sinne handelt, oder ob das Entwicklungs-Team das auftretende Problem auch selbst lösen kann. Weiterhin sollten Scrum-Master stets die Frage stellen, ob es wirklich erforderlich ist, ein Impediment zu beseitigen. Weiterhin gilt es zu klären, worin das eigentliche Problem besteht und welche Ursache es hat.

Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass viele Beispiele für Impediments nicht in jeder Situation tatsächlich solche Hindernisse darstellen müssen. Von einem Impediment ist nur dann die Rede, wenn das Problem über die eigene Lösungskompetenz des Teams hinausgeht. Andererseits können auch mangelnde fachliche Kompetenzen eines Scrum-Teams Impediments darstellen. In diesem Falle kann das Erlernen der entsprechenden Skills durch ein oder mehrere Team-Mitglieder ein dauerhafter Lösungsansatz zur Vermeidung dieses Impediments sein. Ebenso sind teaminterne Konflikte nicht zwingend Impediments. Hier kann es beispielsweise genügen, wenn der Scrum-Master eine Diskussion zur Konfliktbeseitigung anregt.

Der Scrum-Master ist gut beraten, weitgehend auf die Selbstorganisationsfähigkeit des Teams zu setzen und diese auszubauen. Auf diese Weise können viele Ursachen für Impediments bereits im Vorfeld vermieden werden.

Strategien der Impediment-Beseitigung

Im Umgang und in der Beseitigung möglicher Impediments sind Scrum-Master gut beraten, bestimmte Lösungsansätze und Strategien zu beachten. Es empfiehlt sich, nicht erst bis zum Daily-Scrum zu warten, um ein Impediment zu erkennen oder anzusprechen. Zwar stehen mögliche Hindernisse auf der Agenda der Daily-Scrums, dennoch ist der Blick auch außerhalb dieser offen zu halten, um mögliche Behinderungen zu erkennen.

Es empfiehlt sich, mit Sprint-Goals zu arbeiten. Es handelt sich um nützliche Tools, die Scrum-Master dabei unterstützen, zu entscheiden, bei was es sich um ein tatsächliches Hindernis handelt. Stellt sich heraus, dass etwas das Team dauerhaft davon abhält, ein Sprint-Goal zu erreichen, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um ein Impediment handelt.

Blockaden

Es ist von Bedeutung, die Unterschiede zwischen Impediments im eigentlichen Sinne und Blockaden zu verstehen. Während Blockaden lediglich einzelne Aufgaben tangieren, stellen Impediments Behinderungen für den gesamten Fortschritt des Projekts dar. Blockaden lassen sich in vielen Fällen direkt vom Entwicklungsteam selbst lösen, während Impediments zu ihrer Beseitigung häufiger den Scrum-Master oder sogar externe Experten benötigen.

Eine Visualisierung der Impediments trägt zur Transparenz und damit zur Beschleunigung der Lösungen für ein Problem bei. Schon einfache Flip-Charts mit To-Do-Liste und Dokumentation bereits gelöster Hindernisse hilft. Auf diese Weise haben die Team-Mitglieder einen Überblick über gegenwärtige Probleme und deren aktuellen Bearbeitungsstatus.

Empfehlung und Zusammenarbeit

Weiterhin empfiehlt sich eine enge Kooperation mit dem Produktmanagement. Impediments haben oftmals zu tun mit der Zusammenarbeit mit Product-Ownern oder Zulieferern. Scrum-Master sind gut beraten, eine aufrechte Beziehung zum Produktmanagement aufrechtzuerhalten, da Product-Owner eine zentrale Position in diesem Zusammenhang einnehmen.

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