Dynamisches DNS (DynDNS)

Dynamisches DNS

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Was ist Dynamisches DNS (DynDNS)?

Dynamisches DNS (DynDNS) oder auch DDNS bezeichnet eine dynamische Adressvergabe, bei der die IP-Adresse sich mit jeder Sitzung √§ndert. Die DynDNS stellt hierbei einen speziellen DNS-Dienst dar, der eine √Ąnderung der IP-Adresse in Echtzeit erm√∂glicht. Domains im Domain Name System (DNS) erfahren eine dynamische Aktualisierung. Auf diese Weise k√∂nnen Rechner oder Router nach dem IP-Adresswechsel den entsprechenden Eintrag der Domain √§ndern. Dies hat den Vorteil, dass der betroffene Computer stets unter demselben Host-Namen erreichbar ist, auch wenn die sich √§ndernde IP-Adresse unbekannt ist.

√úberblick, Allgemeines und Entwicklung

Grunds√§tzlich ist es zum Aufbau einer Verbindung eines Computers mit dem Internet erforderlich, dass die IP-Adresse der anderen Seite bekannt ist. Nur auf diese Weise kann eine Verbindung zum Zielrechner erfolgreich sein. Aufgabe des DNS ist es, Domain-Namen aufzul√∂sen, die IP-Adresse des Gegen√ľbers zu liefern und damit einen vereinfachten Zugriff auf entfernte Systeme zu gew√§hrleisten. Urspr√ľnglich handelte es sich um eine statische Verbindung der IP-Adresse mit dem eingesetzten System. Auch das Domain Name System hatte urspr√ľnglich eine statische Ausrichtung. Zwar war es m√∂glich, Eintr√§ge in Verzeichnissen zu √§ndern, doch sah die technische Infrastruktur keine st√§ndige √Ąnderung innerhalb kurzer Zeitfenster vor. Mit zunehmender Verbreitung und Wachstum des Internets wurde ein dynamisches DNS-Verfahren erforderlich.

Bei einer √Ąnderung der IP-Adresse ist es wichtig, dass der Nameserver des Providers √ľber die¬†√Ąnderungen informiert wird und sie verwalten kann. Sich √§ndernde IP-Adressen auf lokalen Rechnern werden durch Client-Programme erstellt und an den Nameserver weitergeleitet. Infolgedessen kann der Nameserver eine Verbindung zur neuen IP-Adresse ins Leben rufen. Vorteilhaft an der dynamischen Adressverwaltung ist ihre flexible M√∂glichkeit, auf √Ąnderungen zu reagieren. Die dynamische Adress√§nderung ist insbesondere sinnvoll, wenn es sich um einen Anschluss √ľber unterschiedliche Komponenten und Netze handelt. Einsatz findet das Verfahren DynDNS insbesondere im Zusammenhang mit der Internet-Telefonie oder bei DSL-Routern.

Herausforderung begrenzter Adressräume

Zur Gew√§hrleistung dynamischer DNS-Verfahren k√∂nnen mehrere Faktoren beitragen. Das DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) erm√∂glicht es etwa, dass Unternehmen oder Dienstleister ihren Ger√§ten automatisiert IP-Adressen zuweisen k√∂nnen, sobald sie hochfahren. Auf diese Weise lassen sich knappe Vorr√§te an IP-Adressen effizient nutzen, w√§hrend Anwendern gleicherma√üen die Administration leichter f√§llt. Allerdings m√ľssen Anwender davon ausgehen, dass die Systeme nach einem m√∂glichen Neustart nicht mehr unter der bekannten beziehungsweise bisherigen IP-Adresse erreichbar sind.

Die Problematik sich ver√§ndernder IP-Adressen kommen insbesondere dann zum Vorschein, wenn Anwender ihre eigenen Dienste im Internet nutzen oder anbieten. Hierzu geh√∂ren etwa private Server, Gateways eines Routers oder Speicherl√∂sungen. Bei einer dynamischen IP-Adresse stehen Anwender grunds√§tzlich vor der Herausforderung, dass der jeweilige Dienst √ľber eine bestimmte Adresse erreichbar sein muss. M√∂gliche √§ltere und bereits zugeordnete DNS-Eintr√§ge f√ľhren in diesem Falle ins Leere.

Dynamisches DNS (DynDNS) und seine Ansätze

Grunds√§tzlich sind zwei verschiedene Ans√§tze f√ľr die Herausforderung der Adresszuweisung zu unterscheiden. Eines der Verfahren ist in RFC 2136 spezifiziert. Das Dynamic Updates in the Domain Name System (DNS UPDATE) sieht vor, dass ein DHPC-Server zun√§chst den lokalen Systemen eine IP-Adresse zuweist. Anschlie√üend wird diese Adresse inklusive Hostnamen dem DNS-Server √ľbergeben. Das ehemalige Dokument RFC 2137 erg√§nzt diese Methode mit Authentifizierungsverfahren. Inzwischen hat RFC 3007 das Dokument RFC 2137 abgel√∂st.

Der andere Ansatz sieht vor, dass Dynamisches DNS (DynDNS) via HTTP beziehungsweise HTTPS sowie einen Drittanbieter implementiert wird. Der Drittanbieter leitet Anfragen aus dem¬†Internet grunds√§tzlich an die je aktuelle IP des Systems weiter. Wer als Anwender einen solchen Dienst in Anspruch nimmt, ist im Allgemeinen auf einen Account angewiesen. Ebenso bedarf es einer Software, √ľber die der jeweilige DynDNS-Anbieter √ľber eine √Ąnderung der IP-Adresse informiert wird. Solche Softwarel√∂sungen sind entweder bereits in den Router integriert oder sie lassen sich auf einem lokalen Computer installieren.

Dynamisches DNS (DynDNS) und seine Funktionsweise

Im Allgemeinen arbeiten Anwender nicht mit IP-Adressen, sondern mit Domain-Namen. Aus diesem Grunde bedarf es eines Systems, das die IP-Adressen stets aktuell h√§lt und ihnen einen spezifischen Domain-Namen zuordnet. Zu diesem Zwecke kommen Dienste wie etwa DynDNS.org zum Einsatz. Einige Dienste bieten ihre Subdomain-Adressen zur kostenlosen Nutzung an. Diese sind in den eigenen Router einzutragen. Sobald es zur √Ąnderung der Adresse des Zugangs-Routers kommt, sendet der Router eine entsprechende Meldung an den genutzten Dienst. Der Dienst sorgt daf√ľr, dass bei einer DNS-Anfrage unter eigenem Domain-Namen stets die je aktuelle IP-Adresse zur√ľckgeliefert wird. Eine Voraussetzung hierf√ľr ist die Kompatibilit√§t des Routers mit DynDNS.

In einem ersten Schritt teilt der lokale Server dem DDNS-Server die √∂ffentliche IP mit. Anschlie√üend weist der DynDNS-Service diese IP-Adresse einem Domain-Namen zu. Der lokale Server ist im Anschluss √ľber diesen Domain-Namen erreichbar, so lange wie diese IP dem Router zugewiesen wird. Kommt es zu einer √Ąnderung der IP-Adresse, erfolgt eine Mitteilung dieser neuen Adresse an den DDNS-Service.

Anschlie√üend speichert der DDNS-Server den Namen der Domain mitsamt der IP-Adresse. Damit ist er zust√§ndig f√ľr die Beantwortung von Anfragen, die unter diesem Domain-Namen erfolgen. Handelt es sich um eine Anfrage unter diesem Domain-Namen, so gibt der DDNS-Server die je aktuelle IP-Adresse heraus. Diese IP-Adresse erm√∂glicht eine Clienst-Server-Verbindung. Eine Voraussetzung hierzu ist die Einrichtung von Port-Forwarding (Portweiterleitung) im NAT-Router f√ľr die private IP-Adresse des Servers.

Anwendungsm√∂glichkeiten f√ľr Dynamisches DNS (DynDNS)

Die Einsatzbereiche f√ľr Dynamisches DNS (DynDNS) sind vielseitig. Es erm√∂glicht Anwendern beispielsweise einen Zugriff auf den eigenen Rechner von unterwegs. Dies kann etwa √ľber eine Remote-Desktopverbindung erfolgen. DynDNS erm√∂glicht es ebenso, eine h√∂here Anzahl von Betriebssystemen auf ein und demselben Ger√§t zu verwalten. Eigene Dateien lassen sich via Internet hin- und hersenden. Auch die Bereitstellung von Streaming-Inhalten und Medien ist √ľber Dynamisches DNS (DynDNS) m√∂glich. Ein anderes Anwendungs-Szenario ist der Zugriff auf den eigenen Mail-Server oder auf andere Dateien von einem Unternehmens-Rechner. Diese und weitere Anwendungsgebiete f√ľr Dynamisches DNS (DynDNS) stellen eine deutliche Arbeitserleichterung im Alltag f√ľr Anwender dar.

Abgrenzung DNS und Dynamisches DNS (DynDNS)

Grunds√§tzlich l√§sst sich Dynamisches DNS (DynDNS) als eine Art Erweiterung des regul√§ren Domain Name Systems verstehen. DNS stellt ein weltweit g√ľltiges Verzeichnis dar. Es kennt f√ľr jede registrierte Domain die jeweilige IP-Adresse, kann also Domain-Namen in Adressen aufl√∂sen. Auf diese Weise wird der Zugriff auf Webseiten, FTP oder E-Mails erst erm√∂glicht. Gegenw√§rtige Kontaktinformationen werden auf Anfrage ausgegeben und ansonsten bereitgehalten. DNS sucht nach der zugeh√∂rigen IP-Adresse und steht dabei im Austausch mit dem DNS-Verzeichnis des jeweiligen Anbieters. Ebenso lassen sich umgekehrt IP-Adressen in Domain-Namen √ľbersetzen (Reverse DNS). Mittels DDNS ist eine explizite Zuordnung dynamischer IP-Adressen zu einer spezifischen Domain m√∂glich. Durch die automatische Erkennung ist daf√ľr gesorgt, dass DNS-Eintr√§ge in Echtzeit aktualisiert werden.


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