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hosts-Datei

Was ist die hosts-Datei?

Die hosts-Datei stellt eine lokale Konfigurations-Textdatei dar, die der festen Zuordnung der Host-Namen mit IP-Adressen dient. Die hosts-Datei ermöglicht es auch, den Besuch bestimmter Webseiten zu unterbinden. Dies kann sinnvoll sein, wenn Internetseiten Schad-Code beinhalten. Als schadhaft eingestufte Webseiten werden auf den sogenannten localhost (127.0.0.1) umgeleitet und lassen sich im Anschluss nicht mehr besuchen. Als System-Datei fand die hosts-Datei Anwendung an Stelle des moderneren DNS (Domain Name System). Letzteres hat die Datei hosts heute weitgehend abgelöst. Einsatz findet hosts jedoch noch bei der festen Zuordnung lokaler und virtueller Computernetze (LAN).

Überblick und Hintergrund

Zu den Grundlagen der hosts-Datei gehört die Frage, wie im Internet Webseiten zu finden sind. Jede Internetseite verfügt über eine eigene IP-Adresse. Diese besteht aus 12 Zahlen und bildet die Basis für einen Computer, um eine Webseite aufzufinden. Mit dem reinen Domain-Namen kann der Computer nichts anfangen, doch wäre es für Anwender aufwendig, für jede Domain eine eigenständige IP-Adresse einzugeben. Heute übernimmt das Domain Name System die Aufgabe der Adresszuweisung. Das DNS löst Adressen auf beziehungsweise übersetzt diese. Bevor DNS entstand, war diese Adresszuweisung die Hauptaufgabe der hosts-Datei.

hosts-Datei im ARPANET

Vor der Entwicklung des Internets waren im ARPANET die Namen der wenigen hundert miteinander verbundenen Computer mit ihren IP-Adressen tabellarisch in der hosts-Datei abgelegt. Die Verwaltung der Datei-Inhalte erfolgte zentral im NIC (Network Information Center), das zum SRI (Stanford Research Institute) gehörte. Kam es zu Änderungen in den Teilnetzen, so teilten die zuständigen Administratoren diese Änderungen via E-Mail dem NIC mit. Das NIC konnte die Änderungen anschließend in der zentralen hosts-Datei einpflegen und damit stets eine aktuelle Version der Datei auf einem zentralen Computer bereitstellen. Diese Datei stand lokalen Administratoren zum Download und zur Integration in die eigenen Systeme bereit.

Die Datei hosts stammt aus der Berkeley Software Distribution (BSD), einer Variante des Betriebssystems Unix. In der Unix-Version 4.3 stand sie in Zusammenhang mit dem dort entworfenen Netzwerk-Stack. Im weiteren Verlauf der Entwicklung ist das Format der hosts-Datei auch für andere Betriebssysteme entwickelt worden. Der Dateiname lmhosts (als Abkürzung für die LAN-Manager Hosts) stammt ebenso aus dieser Zeit.

Aufbau

Aufgebaut ist die hosts-Datei aus einer tabellenartigen Auflistung sämtlicher IP-Adressen und zugehöriger Computernamen. Kommentare einzelner Einträge sind durch Verwendung des #-Zeichens möglich. Doppelte Einträge sind für die Datei nicht vorgesehen, was sich sowohl auf den eigentlichen Namen als auch auf die IP-Adresse bezieht. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Abarbeitung der Einträge von oben nach unten erfolgt. Der erste passende Eintrag wird hierbei für die Namensauflösung beziehungsweise Adresszuweisung verwendet. Eine Nutzung der Datei hosts zur Namensauflösung ist in Anbetracht des DNS nur noch bedingt sinnvoll. Insbesondere ist Obacht geboten, da diese Datei bei der Namensauflösung vor dem DNS-Server abgefragt wird. Standardmäßig gehört zu jeder hosts-Datei auch der Eintrag localhost, der über die IP-Adresse 127.0.0.1 erreichbar ist. Eine Bearbeitung der Datei ist über einen Text-Editor möglich.

Funktion und Funktionsweise

Die Aufgabe der hosts-Datei ähnelt der des Domain Name Systems (DNS). Im Jahre 1984 ist DNS im damaligen ARPANET implementiert worden und dient bis heute als Standard zur Adressauflösung von Rechnern in IP-Adressen und umgekehrt. Vor Einführung des DNS stellte die Datei hosts die primäre Quelle aller Adressen dar. Grundsätzlich unterscheidet sich hosts insofern von DNS, als hosts nicht etwa auf einem externen Server, sondern auf mehreren lokalen Rechnern liegt.

Handelte es sich bei Webseiten um neue Seiten mit neuen Adressen, so war jedes Mal ein Update der hosts-Datei erforderlich, in dem die neuen Informationen aufgenommen wurden. Eine noch nicht in diese Datei aufgenommene neue Seite ließ sich allerdings auch nicht über den Browser aufrufen. Zumindest nicht über ihren Domain-Namen, sodass zum Aufruf die Kenntnis der vollständigen IP-Adresse erforderlich gewesen wäre. Als die Anzahl der Internetseiten noch übersichtlich war, stellte dies zunächst kein Problem dar.

Mit der rasanten Entwicklung und dem schnellen Wachstum des Internets hatten die lokalen hosts-Dateien in ihrer Funktion der Adresszuweisung ausgedient. Die hosts-Datei existiert dennoch weiter in Windows-Rechnern. Einsatz findet sie heute in erster Linie im Zusammenhang mit vom Internet unabhängigen Netzwerkverbindungen.

Die hosts-Datei in ihrer Funktion als Adressfilter

Eine interessante Eigenschaft der Datei hosts besteht darin, dass sie verändert werden kann. Auf diese Weise lässt sie sich etwa als Adressfilter einsetzen. Kommt ein entsprechendes Schutz-Programm zum Einsatz, kann durch Modifikation der hosts-Datei der Zugriff auf bestimmte Adressen im Internet blockiert werden. Durch entsprechende Schutz-Maßnahmen wird die hosts-Datei erweitert, indem die Software ihr Einträge hinzufügt. Die Dateigröße wächst damit an.

Sobald ein Anwender über den Rechner eine unseriöse oder entsprechend gelistete Adresse aufrufen möchte, wird diese Verbindung unterbunden. Es kommt also nicht zum Aufruf dieser Seite, sondern zu einer Verbindung des localhosts unter der Adresse 127.0.0.1. Dies stellt die Adresse des eigenen Rechners dar. Ein Verbindungsaufbau zur möglicherweise schadhaften Seite ist infolgedessen nicht mehr möglich. Dies funktioniert nur unter der Voraussetzung, dass Anwender die Adresse in Textform eingeben und nicht unmittelbar über die IP-Adresse.

Nachteile und Nachfolger

Die Adressverwaltung und -umleitung unter Nutzung der hosts-Datei ist mit mehreren Problemen und Nachteilen verbunden. So hatte die zuständige NIC keinerlei Einfluss auf die Namensvergabe. Somit war eine doppelte oder mehrfache Vergabe eines Namens stets möglich. Zudem hatten bereits die zunehmende Ausdehnung beziehungsweise die wachsende Anzahl von Adressen im ARPANET und später im Internet zur Folge, dass die Verwaltung dieser Dateien immer aufwendiger wurde und schließlich nicht mehr zu gewährleisten war. Damit verbunden war das Problem, dass es keine Möglichkeit gab, die Datei im vollständigen Netzwerk fortwährend aktuell zu halten.

Der maßgebliche Anspruch des gesuchten Nachfolgers bestand darin, die Daten einerseits global verfügbar zu halten, während die Datenverwaltung andererseits stets lokal vorgenommen werden sollte. Ein weiterer Anspruch bestand in einer selbstständigen automatischen Aktualisierung des Systems. Die Notwendigkeit von äußeren Eingriffen sollte so gering wie möglich sein. Eine hierarchische Anordnung des Namensraums und eine eindeutige Namenszuweisung sollten gewährleistet sein. Dies hatte die Entstehung des Domain Name Systems im Jahre 1984 zur Folge. Aufgrund der logistischen Probleme kommen hosts-Dateien heute nur noch selten im Internet oder größeren Netzwerken zum Einsatz. Ebenso bedürfen Loopback-Adressen keiner Einträge in hosts-Dateien mehr. Dennoch ist die Datei hosts bis heute auf nahezu sämtlichen Rechnern vorhanden.

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