Localhost

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Was ist localhost?

Grunds├Ątzlich bezeichnet der localhost den gegenw├Ąrtig genutzten Rechner beziehungsweise den festgelegten Domain-Namen einer virtuellen IP-Adresse auf dem Server des genutzten Computers. In der Netzwerktechnik sowie der Alltagspraxis ist unter dem localhost auch ein nachgebildeter Server oder Host zu verstehen. Dieser befindet sich auf dem eigenen Rechner und l├Ąsst sich im Browser unter der Domain localhost aufrufen. Die Anwendungsbereiche reichen von Testzwecken bis zum gezielten Sperren von (schadhaften) Webseiten. Netzwerkf├Ąhige Anwendungsprogramme bed├╝rfen Testdurchl├Ąufen, die sich bei Webservern oder Spieleservern auch auf dem eigenen Rechner ausf├╝hren lassen. Dieses Verfahren ist auch als lokaler Loopback bekannt.

├ťberblick und Allgemeines zum Localhost

Von jedem System, auf dem ein Webserver eingerichtet ist, l├Ąsst sich der localhost ├╝ber die Adresse http://localhost erreichen. Eine andere Variante, ihn aufzurufen, besteht in der Eingabe einer speziell hierf├╝r reservierten IP. Diese lautet 127.0.0.1. In diesem Prozess stellt ein Rechner eine Art virtuelle Netzwerkkarte zur Verf├╝gung, die s├Ąmtliche ausgehenden Daten an den eigenen Eingang zur├╝cksendet. Eine synonyme Bezeichnung f├╝r den localhost lautete daher lokaler Loopback. Beim Aufruf des localhost kommuniziert ein Rechner vereinfacht ausgedr├╝ckt mit sich selbst.

Diese Kommunikation ist typischerweise im Zusammenhang mit der IP-Adresse im Netzwerk zu verstehen. Die Adresse, mit der Anwender im Internet aktiv und sichtbar sind, stellt wiederum eine andere dar. Diese Adressvergabe erfolgt im Allgemeinen durch den jeweiligen Anbieter. Hierbei handelt es sich um dynamische Adressen. Vom localhost ist die Rede, wenn es sich um die Nutzung eines Servers auf dem eigenen Computer handelt. Demnach ist der Begriff nur im Zusammenhang mit Netzwerken relevant. Der localhost bezeichnet dabei nicht nur den virtuellen Server, sondern auch dessen Domain-Namen. In diesem Zusammenhang ist .localhost als Top Level Domain zu verstehen.

Diese ist reserviert f├╝r Testverfahren sowie Dokumentationszwecke. Beim Versuch eines Aufrufs dieser Domain kommt es zur Ausl├Âsung einer Loopback-Schleife. Der Aufruf der Adresse http://localhost oder der IP 127.0.0.1 erfolgt die Anfrage nicht etwa ├╝ber den Router an das Internet. Sie bleibt intern und die IP-Adresse referenziert auf den eigenen Computer.

Funktionsweise des localhosts und des Loopbacks

Grunds├Ątzlich ben├Âtigt jeder Teilnehmer in einem Netzwerk eine eigene IP-Adresse zur Gew├Ąhrleistung der gegenseitigen Kommunikation. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das Protokollpaar TCP/IP (Transmission Control Protocol und Internet Protocol), das einen der wichtigsten Eckpfeiler des Internets darstellt. Auch in lokalen Netzwerken kommt TCP/IP zum Einsatz. Mit Hilfe der IP-Adresse lassen sich Teilnehmer eines Netzwerks adressieren. Die Vergabe ├Âffentlicher IPs erfolgt ├╝ber die ICANN (Internet Corporation f├╝r Assigned Names and Numbers). Dieser obliegt auch die Verwaltung des DNS (Domain Name System), das f├╝r die Vergabe der Domain-Namen verantwortlich ist.

Wichtig ist hierbei, dass bestimmte Adressbereiche f├╝r spezielle Aufgaben reserviert ist. Dazu z├Ąhlt etwa der Adressbereich zwischen 127.0.0.0 und 127.255.255.255. Die Wahl dieses Bereichs h├Ąngt damit zusammen, dass IP-Adressen fr├╝her in Klassen eingeteilt wurde und dabei Class A (die erste Klasse) mit dem oberen Ende des Adressbereichs endete. Dieser Adressbereich hat die Eigenschaft, dass sich darin ein Localnet aufbauen l├Ąsst. Bemerkenswert ist, dass die darin enthaltenen IP-Adressen im Gegensatz zu anderen Adressen nicht einzigartig sind, sondern mehrfach vergeben werden.

F├╝r Loopbacks ist unter Internet Protocol Version 6 (IPv6) eine bestimmte Adresse reserviert. Sobald Anwender in ihre Webbrowser-Adresszeile eine bestimmte IP oder aber den Domain-Namen eingeben, erfolgt normalerweise eine Weiterleitung der Anfrage durch den Routern an das Internet zum korrekten Server. Handelt es sich aber um die IP-Adresse 127.0.0.1 kommt es zu keiner Weiterleitung in das Internet. Bereits der erste Block 127 teilt dem TCP/IP mit, dass Nutzer die Adresse nicht ins Internet senden m├Âchten, sondern auf den eigenen Computer referieren. In der Folge kommt es zur Ausl├Âsung eines Loopbacks.

Im Umkehrschluss sind auch keine Anfragen von au├čen m├Âglich, die an den 127.0.0.1 gerichtet sind. Andernfalls w├Ąre es f├╝r Hacker m├Âglich, sich in das eigene System einzuschleusen. Um zu gew├Ąhrleisten, dass der R├╝ckverweis auf den eigenen Rechner funktionsf├Ąhig ist, muss ein Loopback-Device erstellt werden. Dieses stellt eine ├╝ber das Betriebssystem umgesetzte virtuelle Schnittstelle dar. Unter Unix l├Ąsst sich die Schnittstelle ├╝ber den Befehl ifconfig und ├╝ber Windows-Systeme unter dem Befehl ipconfig anzeigen.

Anwendungsbereiche

Die wesentlichen Einsatzzwecke des localhosts finden sich zum einen in Testzwecken f├╝r Anwendungen und Programme und zum anderen zur Sperrung von Webseiten. Auch kommt die Loopback-Schleife zur Anwendung, wenn Administratoren Netzwerkverbindungen testen.

Anwendung des localhosts f├╝r Testzwecke

Im Zusammenhang mit Webservern sowie bei Planung und Entwicklung von Programmen und Anwendungen sind Tests der Funktionsf├Ąhigkeit von Bedeutung. Daher setzen Entwickler oder Netzwerkadministratoren Loopback ein, um zu testen, ob Anwendungen auch bei Internetzugriff so ablaufen wie geplant. Bestimmte Funktionen lassen sich erst ausf├╝hren, wenn der Zugriff auf entsprechende Dateien im Internet gegeben ist. Beispielsweise zeigt sich beim Zugriff auf Dokumente ein wesentlicher Unterschied, je nachdem ob sie nur auf einem lokalen PC aufgerufen oder zun├Ąchst auf einen Server geladen werden. ├ťber ein Loopback k├Ânnen Entwickler eine Internetverbindung simulieren, ohne dass ein Zugriff auf das Internet erforderlich ist. Der Test erfolgt intern.

Bei Testzwecken kommt Programmierern zudem die Geschwindigkeit des localhosts zugute. W├Ąhrend Anfragen ├╝ber das Internet in etwa 100 Millisekunden abgearbeitet werden, dauert die ├ťbertragung eines Pings an localhost selten l├Ąnger als eine Millisekunde. Dieses Testverfahren ist auch zur ├ťberpr├╝fung der richtigen Implementierung des Internetprotokolls geeignet. Dieser Test funktioniert ├╝ber den Ping-Befehl in der Eingabeaufforderung beziehungsweise des Terminals (je nachdem ob Windows oder Unix beziehungsweise Mac verwendet werden). Der Ping-Befehl wird weiter an die Domain localhost gesendet.

Einsatz zur Sperrung von Websites

In Bezug auf die hosts-Datei spielt localhost ebenso eine wichtige Rolle. Diese Datei kommt einer Art Vorl├Ąufer des Domain Name Systems gleich. Sie dient der genauen Adresszuweisung der Domain-Namen und ihrer IP-Adressen. Diese Datei ist in ihrer Rolle der Adress-├ťbersetzung zwar abgel├Âst worden, doch ist sie nach wie vor auf den meisten Betriebssystemen vorhanden. Typischerweise finden sich dort die zwei Eintr├Ąge 127.0.0.1 und ::1. Die Namensaufl├Âsung beziehungsweise Zuweisung muss demnach nicht ├╝ber das Internet erfolgen. Einsatz findet die hosts-Datei in diesem Zusammenhang zur Blockade bestimmter Webseiten. Zu diesem Zweck k├Ânnen Anwender die zu sperrende Seite in eine Liste eintragen und ihrer Domain die IP-Adresse 127.0.0.1 zuweisen. Kommt es nun zum Aufrufversuch der gesperrten Domain, so sieht der Webbrowser zun├Ąchst in der hosts-Datei nach und findet dort den entsprechenden Eintrag zur Sperrung der Adresse.


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