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Xanadu

Was ist Xanadu?

Xanadu, ein Hypertext-Projekt aus den 1960er Jahren, ist ein Vorreiter des heutigen World Wide Web. Der Projektgründer Ted Nelson wollte damit ein Docuverse genanntes Dokumentenuniversum schaffen. Sein Ziel war es, in dieser universalen Bibliothek unzählige miteinander verknüpfte Dokumente zu hinterlegen. Nelson führte dazu den Begriff Hypertext ein. Sein Konzept, das er nach der gleichnamigen Stadt in der Mongolei benannte, hat bis heute großen Einfluss auf die Entwicklung der aktuellen Internettechnologien.

Architektur der Datenbank

Nelson entwickelte Xanadu als dezentrales Speichersystem, in dem jedem Dokument eine eindeutige, globale Adresse zugewiesen wurde. Über diese Adressierung konnten Dokumente innerhalb des Netzwerks aufgerufen werden, ohne dass ihr genauer Speicherort bekannt sein musste. Eine Sprungmarke bzw. ein Link konnte nicht nur auf ein Gesamtdokument verweisen, sondern auch auf einzelne Bestandteile innerhalb eines Dokuments. Lange bevor eine ganze Branche begann, nach Lösungen für die Abwicklung von Mikropayments zu suchen, arbeitete Nelson bereits an einem Mikropayment-System. Er wollte in sein Projekt eine einfache und wirtschaftliche Möglichkeit integrieren, Urheber für die Nutzung ihrer Inhalte zu vergüten.

Ablösung durch das WWW

Nelsons Ideen zu Hypertexten waren entscheidend für die Entstehung des World Wide Web und des Wiki-Konzepts. Sein daraus entwickelter Xanadu-Hypertextraum kam jedoch nicht über den Entwicklungsstatus von Prototypen hinaus. Er wurde in den 1990er Jahren durch die World Wide Web-Initiative abgelöst. Letztendlich scheiterte Xanadu an seiner immensen Komplexität. Teile des Quellcodes wurden in die Programmiersprache Java integriert.

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