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Die 30 wichtigsten Branchenbücher und Online-Verzeichnisse

Münchner Frauenkircheals als Coverbild mit regionalem Bezug

© Shutterstock/Savvapanf Photo

Branchenbücher sind in SEO-Kreisen umstritten. Trotzdem lässt sich ihre Relevanz, insbesondere für das lokale Ranking von Unternehmen, nicht abstreiten. Weshalb wir das Thema in diesem Artikel näher für Sie beleuchten möchten. Noch immer zählen Einträge in Branchenverzeichnisse zu den wesentlichen Aufgaben von Local SEOs, denn sie ranken in der Regel relativ hoch in den Suchergebnissen. Bekanntlich ist jedoch nicht alles Gold, was glänzt und vor allem mit Webkatalogen ist Vorsicht geboten, da durch sie erhebliche Rankingverluste drohen können. Dazu aber gleich mehr.

Was ist ein Branchenbucheintrag und warum kann er für Unternehmen sinnvoll sein?

Online finden sich unzählige Verzeichnisse, Kataloge, Branchenbücher oder Webseiten wie beispielsweise gelbeseiten.de, meinestadt.de, yellowmap.de oder zum.de, in die Sie sich als Unternehmen eintragen können. Ein Branchenbucheintrag besteht aus einer kurzen Beschreibung Ihres Unternehmensprofils sowie den Kontaktdaten. Oft werden die Einträge noch mit dem Unternehmenslogo, Bildern und weiterführenden Informationen ergänzt. Aus SEO-Sicht wichtig ist zudem ein direkter Link auf Ihre Website. Diese sind oft kostenlos, können aber auch Teil eines kostenpflichtigen Upgrades sein, das sich bei Verzeichnissen mit guter Sichtbarkeit aber definitiv lohnt.

Grundsätzlich dient ein Eintrag in einem Branchenverzeichnis dazu, ein Unternehmen in den (lokalen) Suchergebnissen sichtbar zu machen. Entsprechend sollte durch jeden einzelnen Eintrag die Chance erhöht werden, dass potenziellen Kunden Ihr Unternehmen ganz oben in den Suchergebnissen finden. Dies wird allerdings nur dann passieren, wenn Google die Seite, auf der der Eintrag vorgenommen wurde, als qualitativ hochwertig einstuft. Als solches zählen Brachenverzeichnisse und Webkataloge, die natürliche Verlinkungen aufweisen können, nicht aber solche, die massenhaft Link-Farming  betreiben. Welche verheerenden Folgen solche Spam-Links haben können, wurde besonders nach dem ersten Penguin-Update 2012 deutlich, als vor allem Webkataloge und Online-Verzeichnisse abgestraft wurden. Diese Seiten mussten dadurch enorm an Sichtbarkeit einbüßen und haben sich zum Teil bis heute nicht richtig davon erholt. Wenn sie überhaupt noch existieren.

Screenshot aus Sistrix, der den Sichtbarkeitsverlust eines Webkatalogs nach dem ersten Google Panda Update veranschaulicht

Beispiel für den Sichtbarkeitsverlust eines Webkatalogs nach Google Panda Update (Quelle: Sistrix)

Tipp

Prüfen Sie die Verzeichnisse, in denen Sie Einträge vorgenommen haben, regelmäßig auf Ihre Aktualität und Aktivität. Erscheinen laufend neue Einträge? Gibt es einen Blog mit aktuellen Artikeln?  So vermeiden Sie zu übersehen, dass ein Portal eventuell durch Irrelevanz für die Suchmaschinen an Sichtbarkeit verlieren könnte.

Welche Gefahren bergen Einträge in Branchenbüchern und was muss man beachten?

1. Entführungsgefahr durch URL-Hijacking

Schuld am zunehmend schlechten Ruf von Online-Branchenbüchern und Webkatalogen ist vor allem ihr -für Unternehmen meist unbemerkte – Einsatz von sogenannten Redirects. Das sind dynamisch generierte 302-Weiterleitungen, welche zwar die Ziel-URL beinhalten, von den Suchmaschinen jedoch der weiterleitenden Seite zugeordnet werden können.

Beispiel: www.webverzeichnis.de/redirect.php?target=www.ziel-url.de

Dies kann dazu führen, dass in den Suchergebnissen statt der eigentlichen Zielseite, die weiterleitende Seite rankt. Der Pagerank der Unternehmensseite wurde also sozusagen vom Webkatalog “entführt”. Diesen Vorgang nennt man im SEO-Fachjargon daher auch “URL-Hijacking“. Er kann also verantwortlich dafür sein, dass eine Unternehmensseite nach dem Eintrag in ein Branchenbuch plötzlich an Sichtbarkeit verliert. Ob eine Seite von Hijacking befallen ist, kann anhand der Site- oder der Cacheabfrage evaluiert werden. Wurde die verlinkte URL einer Seite “entführt”, taucht in der jeweiligen Suchabfrage nicht der Domainname Ihrer eigenen Seite, sondern der der Hijacking-Seite auf. De facto erfährt eine Webseite, die aufgrund von Hijacking nicht mehr in den Suchergebnissen zu finden ist, einen Besuchereinbruch.

Von URL-Hijacking als Missbrauch spricht man, weil man davon ausgehen kann, dass viele Webkataloge die Unkenntnis von Webseitenbetreibern über solche Weiterleitungen ausnutzen. Um Ihre Seite “zurückzuerobern” stehen Ihnen zwei Optionen offen: Entweder Sie wenden sich direkt an den Webmaster der Seite, die den Redirect gesetzt hat oder sie erklären den Link in der Google Search Console als ungültig (Google Disavow Tool).

2. Stadtbranchenbücher: Draufzahlen kann sich hier lohnen

Zwar bietet eine Großzahl der Online-Branchenbücher kostenfreie Einträge, die auch einem Link zur Unternehmensseite erlauben, vor allem die Branchenverzeichnisse der größeren Stadtportale verlangen für solch eine Platzierung jedoch ein Entgelt. Wer hier gleich an Abzocke denkt, liegt falsch, denn diese Seiten haben als Authorityseiten meist eine sehr hohe Sichtbarkeit, was wiederum Ihrer verlinkten Seite zu Gute kommt und diese Investition lohnend macht. Die individuellen Konditionen finden Sie auf den Wirtschaftsseiten der jeweiligen Stadtportale, wie z.B. berlin.de.

3. Backlinkpflicht bei manchen Branchenbüchern

Es existieren immer noch Online-Verzeichnisse, die nur dann einen verlinkten Eintrag auf ihrer Seite veröffentlichen wollen, wenn Sie im Gegenzug ebenfalls einen Link zum Verzeichnis setzen. Man will Sie also zu einem Backlink verpflichten. Von solchen Deals raten wir Ihnen dringend ab. Nicht nur, weil unserer Meinung nach jedes Unternehmen selber entscheiden können sollte, auf welche Seiten es verlinken möchte, sondern weil die Gefahr besteht von solchen Seiten einen negativen PageRank zu erben.

4. Vorsicht vor Duplicate Content

Aufs Erste scheint es nahe liegend, sich in den verschiedenen Branchenbüchern mit derselben perfekt auf den Punkt gebrachten Unternehmensbeschreibung zu präsentieren. Davon raten wir Ihnen allerdings unbedingt ab, um Duplicate Content zu vermeiden und das Ranking Ihrer Seite nicht zu gefährden.

Tipp

Falls Sie Schwierigkeiten haben sollten, unterschiedliche Beschreibungen Ihres Unternehmens zu erstellen, bitten Sie einfach Ihre Mitarbeiter um Hilfe. Wenn jeder jeweils einen kurzen Text zu Ihrem Unternehmensprofil verfasst, haben Sie bereits eine gute Auswahl.

5. Besonderes Augenmerk: Ihre NAP-Daten

Während wir Sie eben erst vor doppelten Inhalten in den Beschreibungstexten gewarnt haben, möchten wir nun darauf hinweisen, dass wiederum Ihre NAP-Daten (Firmenname, Adresse und Telefonnummer), in jedem einzelnen Branchenbuch identisch sein müssen. Nur so können die Suchmaschinen sicher gehen, dass es sich bei den unterschiedlichen Einträgen um ein und das selbe Unternehmen handelt.

6. Google My Business – das vielleicht mächtigste Branchenverzeichnis der Welt

Es liegt mehr oder weniger auf der Hand, dass ein Eintrag im hauseigenen Branchenbuch von Google Pflicht für jedes Unternehmen ist. Achten Sie auch hier auf individuelle Beschreibungstexte und akkurate NAP-Daten. Wichtig ist außerdem eine korrekte Zuordnung der Kategorien und nutzen Sie die Möglichkeiten Zusatzinformationen, z.B. wie Öffnungszeiten oder aktuelle Angebote, anzugeben.

Google MyBusiness Beispieleintrag

Beispiel eines Google MyBusiness Eintrags (Quelle: www.google.de/business)

Diesen Online-Branchenbüchern und -Verzeichnissen können Sie noch vertrauen

Wir haben für Sie 50 Verzeichnisse zusammengestellt, die aufgrund ihrer Sichtbarkeit in Sistrix und Xovi auch für uns als Online Marketing Agentur vertretbar sind. Um die Auflistung so übersichtlich wie möglich zu halten, haben wir die Verzeichnisse kategorisiert.

Klassische Branchenbücher und Telefonverzeichnisse

1. 11880.com – ein Telefon- und Branchenbuch für ganz Deutschland

2. dasoertliche.de – Verzeichnis mit Telefonnummern von lokalen Unternehmen und Personen

3. gelbeseiten.de – deutschlandweites Branchenverzeichnis mit Telefon-, Faxnummern sowie Adressen und Firmen-Informationen

4. yellowmap.de – Branchenbuch für Deutschland

Ortsgebundene Branchenbücher

5. berlin.de – alles Wissenswerte rund um die Hauptstadt

6. hamburg.de – Infos rund um Hamburg und Region

7. hannover.de – Informationen rund um Hannover und Region

8. koeln.de – Informationen rund um Köln und Umgebung

9. leipzig.de – Infos rund um Leipzig sowie die Region

10. herold.at – Portal mit Telefonbuch, Gelben Seiten Branchenbuch für ganz Österreich

11. meinestadt.de – Informationsportal für alle deutschen Städte mit Stadtplänen, Branchenadressen, Veranstaltungen etc.

12. city-map.de – Branchenbuch mit Kontaktdaten, Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten und Stadtplan

13. deutsche-staedte.de – Städte Deutschlands mit Infos zu Geschichte, Kultur, Gewerbe, Veranstaltungen, Hotels, Gastronomie, Shopping und Immobilien

14. regiostars.suedkurier.de – Branchenbuch mit Einträgen zu Handwerk, Gastronomie, Handel und Dienstleistungen

15. stadtplan.de – Stadtpläne deutschlandweit

Allgemeine Branchenbücher

16. google.de/business – Google`s eigenes Unternehmensverzeichnis mit Schnittstellen zu Maps, etc.

17. branchenverzeichnis.org – Fachportal für Firmen aus Industrie und Wirtschaft

Branchenspezifische Verzeichnisse

18. heise.de/itmarkt/catalog – Informationsportal rund um IT, Medien, Wissenschaft und Politik

19. kennstdueinen.de – Verbraucherempfehlungen zu Ärzten, Handwerkern, Finanzberatern etc.

20. treatwell.de – Plattform für Beauty-Dienstleister

21. zum.de/portal – Informationsportal rund um Bildung und Bildungsarbeit, Unterrichtsmaterialien und Unterrichtsmedien

Online-Kartendienste

22. bing.com/maps – Digitaler Weltatlas, Routenplaner, Kartendienst

23. google.de/maps – Routenplaner und Weltatlas

24. openstreetmap.de – Karten und Luftbilder deutschlandweit

25. onlinestreet.de – Digitales Branchenbuch

Empfehlungsdienste & Soziale Netzwerke

26. facebook.com – Soziales Netzwerk mit Personenprofilen und Unternehmensseiten

27. plus.google.com – Google’s hauseigenes soziale Netzwerk, inkl. Unternehmensprofile

28. foursquare.com – Informationen zu Essen, Veranstaltungen und Nachtleben in deutschen Städten

29. golocal.de – Bewertungsplattform für Unternehmen und Dienstleister

30. yelp.de – Empfehlungsportal für Geschäfte, Dienstleistungen, Restaurants und Hotels

Fazit

  • Bei der Auswahl der Branchenbücher gilt Qualität vor Quantität. Prüfen Sie vor jedem Eintrag mit den entsprechenden Tools die Sichtbarkeit der Seite.
  • Achten Sie darauf, unterschiedliche Unternehmensbeschreibungen für die verschiedenen Plattformen zu erstellen, um Duplicate Content zu umgehen.
  • Prüfen Sie die Verlinkung auf Ihre Seite auf Redirects (Rechtsklick auf Link oder Button, Linkadresse kopieren und in einem neuen Tab öffnen).
  • Gehen Sie auf eine Backlinkverpflichtung nur bei Seiten ein, die auch einen qualitativen Mehrwert bieten und eine gute Sichtbarkeit besitzen. Wertvolle Tipps zur Auswahl passender Seiten, finden Sie in unserem neuesten Artikel über nachhaltigen Linkaufbau in 2018.

(TitelbildCopyright © Shutterstock/Savvapanf Photo)

 

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Die 30 wichtigsten Branchenbücher und Online-Verzeichnisse
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Kommentare


sven 1. Oktober 2018 um 13:40

Toller Artikel. Danke für die Liste.

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