SEO-Faktoren für Domains, Subdomains und Verzeichnisse

Subdomains vs. Verzeichnisse

[email protected]/Brian A Jackson


Die Domain spielt in der Suchmaschinenoptimierung eine wichtige Rolle. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie aus SEO-Sicht bei Subdomains und Unterverzeichnissen speziell achten müssen und auf was Sie zur Gliederung Ihrer Website setzen sollten.

Einführung in Domains

Jeder Domain wird eine IP-Adresse zugeordnet, um sie im Internet eindeutig zu identifizieren. Die IP-Adresse besteht dabei aus vier Oktetts und ergeben eine bestimmte Zahlenkombination (z. B. 123.343.55.666). Da es schwierig ist sich eine solche Zahlenkombinationen zu merken, wird jede IP-Adresse einem DNS (Domain Name System) Server zugeordnet, der die Zahlenkombination wiederum bei einer Anfrage in einen Domainnamen umwandelt.

Aufbau einer Domain

Jeder Domain-Name besteht aus mehreren Teilen, die man auch “Level” nennt und durch Punkte trennt. Der vollständige Name einer Domain wird als FQDN (Fully Qualified Domain Name) bezeichnet.

Die unterschiedlichen Level

  • Erste Ebene (Top Level Domain; .TLD)
    Die Domainendung wird häufig nach Ländern gewählt so zum Beispiel .de für Deutschland, .ch für die Schweiz, .at für Österreich. Die Endung .com wird häufig für internationale Seiten genommen. Bei den Suchmaschinen setzten sich die Länderspezifischen Domains meistens durch, so werden bei der deutschen Google Suche hauptsächlich .de Seiten an den ersten Stellen gelistet. Mit dem Webmaster-Tools Produkt von Google kann eine nicht länderspezifische TLD einem geografischen Ziel zugewiesen werden, wodurch zumindest ein bisschen gegen die länderspezifischen TLDs gewirkt werden kann.
  • Zweite Ebene (Second Level Domain)
    Hier bekommt die Internet Präsenz eine der Kreativität des Domain Besitzers überlassene Beschreibung. Der Name sollte möglichst so gewählt werden, dass die Besucher schon hier herauslesen können welche Produkte und/oder Dienstleistungen angeboten werden.
  • Dritte Ebene (Third Level Domain oder auch Subdomain)
    Ist man im Besitz einer Domain, kann man beliebig viele Subdomains anlegen und auf jeder verschiedene Inhalte anbieten.

Was ist eine Subdomain?

Um die Trennung unterschiedlicher Dienste und Angebote innerhalb der eigenen Domain logisch zu trennen werden Subdomains verwendet. So wird zum Beispiel für den Mailserver mail.musterseite.de verwendet und ist somit eine Subdomain der Domain musterseite.de.

Weiterhin kann man z.B. unterschiedliche Länderseiten als Subdomains einer Oberseite angeben, dieses wäre dann wie folgend aufgebaut:

  • de.musterseite.com
  • at.musterseite.com
  • ch.musterseite.com

oder man bindet den blog als Subdomain ein: “blog.musterseite.com”.

Wichtige SEO Faktoren bei Subdomains

Nur thematisch andere Bereiche sollten auf eine Subdomain ausgelagert werden
(Diese können als Ersatz von Unterordnern dienen und einfacher auf einem Proxyserver gehostet werden.)

Ein Teil der gewonnenen Domainstärke wird an Subdomains weitergegeben, allerdings ist die Übertragungsrate nicht so hoch wie bei Unterordnern innerhalb der Domain.
Um in den SERPs ein gutes Ergebnis zu erreichen, sollten auch die Subdomains eine eigene Linkbuilding Struktur erhalten.

Beim Einrichten von Subdomains sollten Sie darauf achten, dass sie sofort Keyword optimiert sind und die Inhalte wirklich nur über einen Pfad (der Hauptdomain) erreichbar sind. Sollte der Content unter weiteren Pfaden erreichbar sein, ist es empfehlenswert eine 301 Weiterleitung einzurichten, damit kein Duplicate Content entsteht.

Tipp

Es macht Sinn, eigene Properties in der Google Search Console anzulegen, weil dadurch eine Auswertung pro Subdomain möglich ist.

Wozu dienen Verzeichnisse?

Die Verzeichnisse sind ein wichtiger Bestandteil der URL-Struktur und somit sehr wichtig für die Suchmaschinenoptimierung. Die Suchmaschinen-Crawler lesen Websites ähnlich wie Verzeichnisse und Daten auf einer Festplatte. Würden zum Beispiel alle Daten direkt unter den Stammdaten liegen, so würde man sich doch ganz schnell nicht mehr zurechtfinden. Die URL-Struktur Ihres Internet Auftritts sollte daher ebenfalls aufgeräumt sein. Der inhaltliche Aufbau Ihrer Seite sollte immer auch der URL-Struktur und der Navigationsgliederung entsprechen.

Auch lässt sich mit einer ordentlichen Struktur der Bot über die Datei robots.txt besser kontrollieren. So kann man ihm zum Beispiel den Ordner /Druckdaten/ alle Printversionen der Website für den Bot ausschließen.

Subdomain oder Verzeichnis – was ist sinnvoller?

Matt Cutts äußerte sich im Oktober 2012 und sagte, dass es zwischen Subdomains und Verzeichnissen generell kaum einen Unterschied mehr gibt. Früher konnte man pro Host (z.B. blog.deineurl.de) nur maximal zwei Ergebnisse in den SERPs haben. Dies nutzen viele aus und lagerten alle ihre Inhalte auf Subdomains aus, damit sie so viele Ergebnisse wie möglich in den Suchergebnissen haben konnten.

Mittlerweile wird laut Matt Cuts aber die Domain (deineurl.de) als Grundlage für die Ergebnisse genommen und Google kann den Inhalt einer Subdomain viel besser der eigentlichen Domain zuordnen. Damit soll sichergestellt werden, dass die angebotenen Suchergebnisse mehr Vielfalt aufweisen.

Laut John Müller sollten Verzeichnisse dann gewählt werden, wenn die Inhalte einer Seite möglichst nahe beieinander liegen. Bei inhaltlichen Unterschieden sollte allerdings auf Subdomains zurückgegriffen werden. Hier seine Meinung aus 2018 bei den Google Office Hours:

I did a video about this briefly a while back. I would recommend taking a look at that.

In general, we see these the same. I personally try to keep things together as much as possible, so if it’s the same site, then try to put them on the same site essentially. And use subdomains where things are really kind of slightly different.

But there are lots of really strong opinions on this, but from my point of view, this is something that could go either way.

And if you have really strong reasons to go one way or the other, then like obviously, that might be what you’d want to watch out for. On the other hand, if you’re like well, I don’t care either way, then I would just keep in within the same site.

Wir wollen hier einmal anhand von konkreten Beispielen zeigen, wie sich die Verzeichnis- im Vergleich zu einer Subdomain-Struktur tatsächlich auswirkt.

Der Vorteil bei Subdomains ist ganz klar, dass es oft einfach leichter ist diese zu erstellen. Bei Domainfactory beispielsweise muss man nur im Kundenmenü die Domain auswählen und bekommt dann den Button „Subdomain hinzufügen“ angezeigt. Wenn man diese hinzugefügt hat, kann man auf dieser das CRM seiner Wahl installieren.

Ein neues Verzeichnis anzulegen kann da schon deutlich schwieriger sein, vor allem, wenn man schöne „sprechende“ URLs haben möchte.

Bei einem Verzeichnis liegen die Vorteile ansonsten ganz klar auf der Hand: Vererbung des Trusts der Domain, Linkjuice, etc.

Tipp

Wenn Sie Ihre bestehende URL-Struktur ändern, müssen Sie unbedingt die alten Webseiten, die bereits von Google indiziert wurden auf Ihre neuen Webseiten mit den entsprechenden Adressen permanent (301) weiterleiten.

Hier sind die jeweiligen Vorteile für Subdomains bzw. Verzeichnisse in einer Tabelle zusammengefasst:

KriteriumEigene Domains

domain.de

domain.fr

Subdomains

de.domain.com

fr.domain.com

Verzeichnisse

domain.com/de-de/

domain.com/fr-fr/

Linkjuice
muss für jede Domain einzeln aufgebaut werden

muss für jede Domain einzeln aufgebaut werden

Verzeichnisse profitieren
von Hauptseite
Trust & Power
muss für jede Domain einzeln aufgebaut werden

muss für jede Domain einzeln aufgebaut werden

Verzeichnisse profitieren
von Hauptseite
Backlinks
muss für jede Domain einzeln aufgebaut werden

muss für jede Domain einzeln aufgebaut werden

Verzeichnisse profitieren
von Hauptseite
URL-Struktur
eigene URL-Struktur möglich

eigene URL-Struktur möglich

URL-Struktur nur eingeschränkt abänderbar
Keywordkannibalisierung
mit hreflang vermeidbar

mit hreflang vermeidbar

mit hreflang vermeidbar
Branding
muss für jede Domain einzeln aufgebaut werden

muss für jede Domain einzeln aufgebaut werden

nur eine Domain
Risiko-Management
Risiko-Diversifikation

eingeschränkte Risiko-Diversifikation

keine Risiko-Diversifikation
HTTPS-Zertifikate
jede Domain einzeln

jede Subdomain einzeln

nur eine Domain
Google Search Console & Analytics
jede Domain einzeln

jede Domain einzeln

nur eine Domain, aber eigne Properties für Verzeichnisse möglich

Laut Matt Cutts müsste es möglich sein, dass alle User Signale, Links, usw., von denen die Subdomain profitiert, auch für die Hauptdomain gelten, da Google beide als zusammengehörig erkennt. Das Schlüsselwort ist hier „müsste“.

Wie ändern sich die Sichtbarkeiten verschiedener Domains tatsächlich, wenn man Subdomains in Verzeichnisse umzieht und Verzeichnisse in Subdomains auslagert?

Beispiele der Veränderung in der Sichtbarkeit

monster.de

Ein Beispiel, das auf Sistrix analysiert wurde, ist der Fall von monster.de (das Gleiche gilt auch für andere Länder). Monster.de hat 2016 die Subdomain Struktur in Verzeichnisse umgezogen.

Enticklung der Sichtbarkeit von monster.de

(c) sistrix.de

Sicherlich wurde parallel noch mehr gemacht, aber man erkennt doch einen signifikanten Anstieg der Sichtbarkeit.

Die Subdomain jobs.monster.de wurde beispielsweise auf monster.de/jobs/ umgezogen. Man erkennt hier, dass das Verzeichnis trotz seiner „Neuheit“ bereits nach kurzer Zeit eine höhere Sichtbarkeit hat, als die Subdomain jemals hatte.

Entwicklung der Jobs Seite von monster.de

(c) sistrix.de

fcbayern.com

Ein weiteres Beispiel ist die Seite vom FC Bayern.

Änderung der Seitenstruktur fcbayern.com

(c) sistrix.de

Hier wurden nicht nur viele der Subdomains in Verzeichnisse umgezogen, sondern auch die Domain selbst von .de auf .com umgestellt.

Eine sehr starke Subdomain war der Fanshop des FC Bayern (shop.fcbayern.de).

Veränderung der Sichtbarkeit bei FCBayern Website

(c) sistrix.de

Hier hat sich die Sichtbarkeit nicht so schnell entwickelt wie bei den anderen Beispielen. Das könnte folgende Gründe haben:

  • Die Redirects waren nicht richtig gesetzt
  • Der Fanshop war zum Zeitpunkt der Prüfung nicht in der Sitemap
  • Google ist einfach langsam

Die alte URL hat auch immer noch Rankings und entwickelt sich auch weiter.

pkw.de

Was ist aber mit kleineren Seiten mit weniger Sichtbarkeit?

Bei den Sistrix Top 100 Gewinnern von 2015 ist unter anderem pkw.de dabei. Die Seite ist aktuell bei einem Sichtbarkeitsindex um die 11.

Die Sichtbarkeit von pkw.de ist seit 2012 stetig gesunken. Dann sind die Subdomains zu Verzeichnissen geworden und voilà, die Sichtbarkeit ist auf einem neuen Höchststand.

Änderung der Sichtbarkeit bei pkw.de

(c) sistrix.de

Auch hier kann man bei der Subdomain autohaus.pkw.de erkennen, dass die Seite nach dem Umzug auf pkw.de/autohaus/ erheblich mehr Sichtbarkeit hat.

Sichtbarkeitsänderung der Autohausseite

(c) sistrix.de

Fazit

Auch, wenn Google angeblich einordnen kann, dass eine bestimmte Subdomain zu einer Domain dazu gehört, scheint das nicht so gut zu funktionieren, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Unsere Empfehlung ist daher eher Verzeichnisse zu verwenden, sofern es keine großen inhaltlichen Unterschiede gibt.

Kostenloser SEO-Check der OSG



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