Skip to main content

Ad Fraud

Was ist Ad Fraud?

Anzeigenbetrug – auch unter dem englischen Begriff Ad Fraud bekannt – ist eine Sammelbezeichnung für unterschiedliche Aktivitäten, die sich gezielt gegen die Ziele des Werbetreibenden richten. Der wirtschaftliche Schaden entsteht dabei vor allem in zwei Bereichen: Zum einen werden angestrebte Einnahmen verhindert, zum anderen entstehen dem Werbetreibendenden durch die beauftragten Werbemaßnahmen Unkosten, die durch die betrügerischen Aktivitäten keinen Gegenwert erzeugen. Vom Schaden betroffen sind auch Publisher und Plattformen, die aufgrund der betrügerischen Aktivitäten Werbekunden verlieren.

Was passiert beim Ad Fraud?

Juristisch gesehen wird beim Ad Fraud eine beauftragte Werbeleistung entweder nur vorgetäuscht oder falsch erbracht. Der Anzeigenbetrug nutzt in vielen Fällen die Tatsache, dass es im Internet schwierig ist zu unterscheiden, ob bestimmte Aktivitäten von einem Menschen oder einem Programm ausgeführt werden. Ein gut programmiertes Bot-Programm kann sowohl Klicks und auch anspruchsvollere Aufgaben auf einer Werbeseite ausführen. Dieser so genannte Non-Human-Traffic unterbricht die Wertschöpfungskette, die durch die digitale Werbung aufgebaut werden soll. Denn Ziel der Anzeigen und Banner ist, Interessenten ansprechen und potenzielle Käufer auf Dienstleistungen und Produkte des Werbetreibenden aufmerksam zu machen. Der Schaden kann auch entstehen, wenn Werbemittel auf der Webseite bewusst ungünstig dargestellt werden oder der Werbetreibende aufgrund falscher Angaben die Qualität einer Werbeseite zu hoch einstuft.

Verbreitete Formen des Anzeigenbetrugs im Internet

Zu den ältesten und verbreitetsten Ad-Fraud-Varianten gehört der Klickbetrug. Er zielt darauf ab, einen möglichst hohen Datenverkehr vorzutäuschen. Die erforderlichen Klicks werden oft durch Hitbots erzeugt, Programme, die automatisiert die gewünschten Aktivitäten ausführen. Diese Schadprogramme können auch auf fremden Rechnern eingeschleust werden, ohne dass der entsprechende Eigentümer dies merkt. Eine Alternative sind sogenannte Klick-Farmen, in denen Mitarbeiter die Klicks erzeugen, jedoch ohne jegliche Absicht, Werbeangebote im Sinne des Werbetreibenden zu nutzen.

Formen der betrügerischen Platzierung von Werbeanzeigen sind Pixel Stuffing und Ad Stacking. Bei der ersten Variante werden die beauftragten Anzeigen nur in Minimalgröße angezeigt. Das reicht, um bei üblichen Zählsystemen einen Aufruf zu generieren, potenzielle Kunden können das Werbemittel jedoch nicht wahrnehmen. Bei der zweiten Variante, den gestapelten Anzeigen, wird ein Werbeplatz auf der Webseite mehrfach verkauft und belegt. Die entsprechenden Werbemittel liegen dann übereinander und sind nicht alle sichtbar. Beide Varianten lassen sich kombinieren.

Andere Formen des Anzeigenbetrugs täuschen vor, Seiten zu betreiben, die für Kunden des Werbetreibenden interessant sind. Das kann durch Manipulationen am Domain-Namen (DomainSpoofing) geschehen oder durch Seiten, die zum Beispiel per Keyword-Fokus künstlich auf Suchmaschinen-Treffer optimiert werden. In beiden Fällen bucht der Werbetreibende Anzeigen, die kaum einen Effekt auf sein Zielpublikum haben. Das Gleiche gilt für die sogenannten Ghost Sites oder Fake Sites. Sie werden mit kopierten Inhalten und kostenfreien Bildern billig angelegt. Für den Traffic sorgen Hitbots.

Gegenmaßnahmen und Schutz vor Ad Fraud

Eine sorgfältige und wohlüberlegte Auswahl der Seite, auf der ein Webemittel erscheinen soll, ist eine wichtige Vorsichtsmaßnahme gegen Ad Fraud. Kooperationen zwischen Plattformen, Publishern und Akteuren im E-Commerce oder Netzwerke, die mehr Sicherheit bieten, sind noch im Aufbau begriffen. Für wirksame Gegenstrategien sind komplexere Ansätze notwendig. Es gibt eine Reihe von Software-Lösungen und Tools, die mithilfe von Big Data und intelligenten Algorithmen auffällige Muster im Datenverkehr erkennen können, die auf Ad Fraud hinweisen. Für eine zuverlässige Kontrolle ist zusätzlich ein Administrator erforderlich, der die Ergebnisse eines leistungsfähigen Algorithmus überprüft.

Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns

Kostenloser SEO-Check der OSG