Spyware

Was bedeutet Spyware?

Der Begriff Spyware ist englischen Ursprungs und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie Spionagesoftware. Mit Spyware wird eine spezielle Art von Software bezeichnet, die das Online-Verhalten von Nutzern ausspioniert und aufzeichnet und diese gesammelten Daten dann an Drittpersonen weiterleitet. Die Daten werden von Cyber-Kriminellen für unterschiedliche illegale Zwecke eingesetzt, wie beispielsweise um Identitätsdiebstahl zu begehen oder gezielt die Konfiguration infizierter Rechner zu verändern. Schnüffel-Software wird sowohl auf traditionellen Desktop-PCs als auch neuerdings auf mobilen Endgeräten installiert. Die bösartige Software verhält sich äußerst penetrant und gilt als hochgefährlich. Sie wird vorwiegend durch Spam-Emails verbreitet.

Wie funktioniert Spyware?

Mit Spyware werden Daten gesammelt, die für Drittpersonen einen Nutzen haben, um daraus einen Profit zu schlagen. Spyware-Programme nutzen folgende Methoden, um ihre Ziele zu erreichen:

  • Das Online-Verhalten von Nutzern wird aufgezeichnet und die Programmnutzung wird für Werbezwecke überwacht.
  • Nutzer werden gezielt zu Werbe-Websites mit gefährlichen Inhalten umgeleitet.
  • Spyware integriert lästige Popup-Anzeigen in den Webbrowser der infizierten Rechner, sodass diese kontinuierliche mit unerwünschter Werbung überflutet werden.
  • Die bösartige Software zeichnet vertrauliche Nutzerdaten auf und leitet diese an Cyberkriminelle weiter.

Schnüffel-Software ist in der Lage, eine Vielzahl unterschiedlicher Daten zu sammeln. In den meisten Fällen werden jedoch Login-informationen zu Gaming-, Social Media- und E-Mail-Konten aufgezeichnet und weitergeleitet.

Schnüffel-Software wird bereits seit Jahrzehnten von Betrügern eingesetzt, um beispielsweise Chats über Instant-Messaging-Dienste aufzuzeichnen, Webcams zu kontrollieren oder sogar Veränderungen in der Systemkonfiguration vorzunehmen. Hoch entwickelte Spyware-Programme können diverse System- und Programmeinstellungen manipulieren. So kann beispielsweise die Startseite des Web-Browsers verändert werden, sodass Nutzer auf gefährliche Websites weitergeleitet oder zusätzliche Add-On-Programme installiert werden. Diese Systemänderungen lassen sich in der Regel schwer rückgängig machen.

Da Schadprogramme unerkannt im Stealth-Mode im Hintergrund ausgeführt werden, können sie sich auf die Performance der infizierten Computer äußerst negativ auswirken. Infizierte Rechner führen einfache Programme, wie beispielsweise MS-Office deutlich langsamer aus und stürzen in vielen Fällen plötzlich ab.

Die typischen Arten von Spyware

Eines der Hauptprobleme bei Schnüffel-Software ist, dass man die Computer-Schädlinge nicht immer auf Anhieb erkennt. Im Gegensatz zu Computer-Viren richtet Schnüffel-Software keine sichtbaren Schäden auf dem infizierten Rechner an und nicht selten wird sie mithilfe von Programmen ausgeliefert, welche der Nutzer freiwillig auf seinem Computer installiert. Eine besonders verbreitete Methode ist es, Schnüffel-Software in zusätzlichen Erweiterungen für andere Programme zu verstecken. Der Nutzer merkt in den meisten Fällen überhaupt nicht, dass sein Computer-System kompromittiert wurde und dass Dritte sein gesamtes Online-Verhalten überwachen.

Entwicklung von Spyware

Die Entwicklungen in den letzten Jahren zum Thema Spyware lassen sich aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.

1. Einerseits vergrößerst sich die Anzahl der Hacker-Angriffe auf Computer von Unternehmen und Privatpersonen kontinuierlich. Erst kürzlich haben IT-Experten einen Angriff aufgedeckt, bei dem mehr als 16 Millionen E-Mail-Accounts gehackt wurde. Von diesem Hacker-Angriff waren auch Millionen Deutsche betroffen. Bei diesem Angriff handelt es sich um einen Angriff, der mittels sogenannter “Keylogger” ausgeführt worden ist.

2. Andererseits weisen viele Sicherheitsforscher darauf hin, dass die Instrumente, mit denen Kriminelle versuchen, an Nutzerdaten zu kommen und die Kontrolle über Computersysteme zu übernehmen, immer ausgereifter werden. Intelligente Spyware-Programme versuchen nicht nur die Rechner der Opfer zu infizieren, sondern auch möglichst lange unentdeckt zu bleiben. Durch die Einbindung in systemkritische Prozesse und Dateien bleiben diese Schädlinge über längere Zeiträume unentdeckt und können so Passwörter und andere vertrauliche Daten ungestört an Kriminelle weiterleiten.

Wie gelangt Spyware auf einen Rechner?

Computerschädlinge werden in vielen Fällen heimlich zusammen mit anderen Software-Produkten installiert, welche die User wissentlich aus dem Netz herunterladen. Oft schleichen sie sich aber auch zusammen mit Freeware-Programmen in Computer-Systeme ein. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass Nutzern die langen Lizenzvereinbarungen einfach akzeptieren, ohne diese vorher durchzulesen.

Es kommt auch immer wieder vor, dass sich Nutzer versehentlich mit Schnüffel-Software infizieren, während sie im Netz surfen. Möglicherweise werden sie ausgetrickst, um auf einen Popup zu klicken, in dem ein kostenloser Gutschein oder der kostenlose Download einer Premium-App angeboten wird. Darüber hinaus können E-Mails, Nachrichten in sozialen Median und Sofortnachrichten in Instant-Messaging-Diensten Links zu Trojanern und Würmern enthalten. Diese Art von Computerschädlingen können auch durch unbemerkte Downloads (Drive-by Downloads) auf die Computer ahnungsloser Nutzer gelangen. In diesen Fällen reicht es schon oft aus, wenn man eine manipulierte E-Mail oder Website öffnet, um den Download-Vorgang auszulösen.

Anzeichen einer Infektion

Schnüffel-Software wird so programmiert, dass sie möglichst unerkannt im Hintergrund läuft. Aus diesem Grund lässt sie sich in der Regel schwer erkennen. Trotzdem gibt es bestimmte Anzeichen, die auf eine eventuelle Infektion mit Spyware hindeuten könnten.

  • Es werden plötzliche zahlreiche Popup-Anzeigen angezeigt.
  • Die Browser-Startseite hat sich ohne Einwirkung des Nutzers verändert.
  • Die Performance des Computers nimmt ab.
  • Der Rechner bleibt oft hängen oder stürzt ab.
  • Die Nutzer werden im Web-Browser auf unerwünschte Websites weitergeleitet.
  • Sämtliche Funktionen der installierten Sicherheitssoftware werden automatisch ausgeschaltet.

Wenn sich System- oder Browsereinstellungen verändert haben ist eine Zurücksetzung in vielen Fällen nicht möglich. Sind in dem Web-Browser zusätzliche Komponenten installiert, die der User nicht selbst heruntergeladen und installiert hat, wirkt der Browser oft verlangsamt und der Nutzer wird mit unerwünschter Online-Werbung überflutet. In diesen Fällen empfiehlt sich der Einsatz spezieller Anti Spyware-Programmen, welche die installierte Spyware entfernen können.

Maßnahmen zur Vermeidung von Spyware

Schnüffel-Software wird oft mit anderen Programmen auf den Computer installiert, die von unseriösen Websites stammen. Sie kann aber auch von Cyber-Kriminellen per unerlaubtem Fernzugriff heimlich auf den Rechner des ahnungslosen Nutzers installiert werden. Um sich gegen Spyware- und Schadsoftware-Angriffen zu schützen, sind einige äußerst effektive Lösungen erhältlich. So bietet eine Firewall bzw. eine Antivirus-Software einen sehr guten Schutz vor Computer-Schädlingen aller Art. Das automatische Aktualisierungs-Feature des Betriebssystems, wie es beispielsweise bei Windows 10 zum Einsatz kommt, sollte aktiviert sein. Damit wird sichergestellt, dass installierte Programme auf dem neusten Stand sind und dass die aktuellsten Sicherheits-Updates installiert sind.

Die Sicherheitseinstellungen des Web-Browsers sollten korrekt eingestellt sein. Über die Einstellungen lässt sich beispielsweise regulieren, wie viele Informationen einer Website vom Browser akzeptiert werden. Darüber hinaus können Nutzer in den Sicherheitseinstellungen einige potenziell Gefährliche Funktionalitäten komplett deaktivieren. Google empfiehlt für die globale Internetzone eine mittlere Sicherheitseinstellung. Darüber hinaus ist es sinnvoll, zusätzliche Anti Spyware-Lösungen zu installieren. Beispiele hierfür wären das kostenpflichtige Kaspersky Internet Security oder eine der zahlreichen kostenlos erhältlichen Sicherheitslösungen wie SpyBot.

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