Click Fraud

Was ist ein Click Fraud?

In der Online-Werbung werden unterschiedliche Abrechnungsmodelle genutzt. Eines der meistgenutzten Modelle ist das Pay-per-Click-Verfahren (PPC), bei dem Werbeanzeigen klickbezogen abgerechnet werden. Ein bekanntes Beispiel f├╝r dieses Abrechnungsmodell ist Google AdWords.

Ein enormer Vorteil des PPC-Modells liegt in der Tatsache, dass Werbetreibende nur dann f├╝r die eingeblendete Online-Werbung bezahlen, wenn ein User auch tats├Ąchlich auf das angezeigte Werbemittel klickt.

Dieses Werbemodell wird von den Betreibern f├╝hrender Werbenetzwerke angepriesen, doch es kommt immer wieder vor, dass Werbetreibende feststellen, dass ihre Werbemittel trotz guter Klickrate nicht zu den erhofften Ergebnissen f├╝hren. Ein Grund hierf├╝r stellt Click Fraud (Klickbetrug) dar.

Was genau ist Click Fraud?

Bei Click Fraud handelt es sich um Ma├čnahmen, die eingesetzt werden, um Werbeabrechnungssysteme auszutricksen. Durch gezielte Manipulationen werden k├╝nstliche Klicks auf Online-Werbung wie beispielsweise Werbebanner oder Affiliate-Links generiert. In der Regel nutzen die Betr├╝ger eine Schwachstelle im “Pay-per-Click”-System aus, bei dem Ums├Ątze dadurch erzeugt werden, dass ein Besucher einer Webseite auf eine Online-Werbung klickt. Wenn diese Interaktion k├╝nstlich erzeugt wird, hat dies nat├╝rlich Folgen f├╝r den Werbetreibenden, da dieser letztendlich f├╝r nutzlose Klicks bezahlt, die weder einen erh├Âhten Traffic, noch eine h├Âhere Reichweite f├╝r das beworbene Produkt bzw. Dienstleistung zur Folge haben.

Der Betr├╝ger kann mit diesen Manipulationsma├čnahmen eine Menge Geld verdienen, wenn sie ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum unentdeckt bleiben. Der ahnungslose Webseitenbetreiber scheint auf den ersten Blick von den Manipulationsma├čnahmen zu profitieren, denn eine h├Âhere Klickrate steht in direkter Verbindung mit h├Âheren Werbeeinnahmen. Doch Publisher bzw. Webseitenbetreiber, auf deren Webpr├Ąsenzen Klickbetrug registriert wird, gehen das Risiko ein, von zuk├╝nftigen Werbekooperationen ausgegrenzt zu werden.

Mit Klickbetrug werden in der Regel folgende Ziele verfolgt:

  • Wettbewerbsvorteil
  • Erzielen von Leistungen

Methoden und Motive

Wenn der Click Fraud vom Publisher bzw. dem Webseitenbetreiber ausgeht, steht das Erschleichen von finanziellen Leistungen im Mittelpunkt. Um dies zu erreichen wird die Klickrate der Werbeanzeigen auf der eigenen Webpr├Ąsenz durch unterschiedliche manuelle und automatisierte Ma├čnahmen erh├Âht. Des Weiteren wird Click Fraud genutzt, um Werbeanzeigen zu bestimmten Keywords mit einer h├Âheren Klickrate zu versorgen, um so die Werbepreise zu bestimmten Themenbereichen k├╝nstlich in die H├Âhe zu treiben. In beiden F├Ąllen wirkt sich Klickbetrug ├Ąu├čerst negativ auf Ziele der Werbekunden aus. Click Fraud wird auch von den Betreibern f├╝hrender Werbenetzwerke wie beispielsweise Google AdWords oder Microsoft Bing als St├Ârfaktor wahrgenommen, da durch die gezielte Manipulation das Kundenvertrauen nachhaltig gesch├Ądigt wird.

Eine Manipulation der Klickrate wird eher seltener von den Werbepartnern selbst vorgenommen. Vielmehr bedienen sich Konkurrenten des jeweiligen Unternehmens diverser Klickbetrug-Methoden, um sich einen Vorteil gegen├╝ber der direkten Konkurrenz zu verschaffen. Das k├Ânnen beispielsweise andere werbetreibende Unternehmen sein, die Klickbetrug betreiben, um das Werbebudget von konkurrierenden Unternehmen gezielt unn├Âtigen finanziellen Belastungen auszusetzen. Das Ziel, welches mit diesen Methoden verfolgt wird, ist die Verdr├Ąngung kompetitiver Werbeanzeigen aus relevanten Webpr├Ąsenzen und Suchmaschinen. Es kommt auch vor, dass Publisher die Klickzahlen konkurrierender Unternehmen gezielt manipulieren, um eventuell eine Verbannung des Konkurrenten aus dem Werbenetzwerk zu provozieren.

Eine spezielle Form des Click Frauds, die sich nicht auf die Manipulation der Werbeanzeigen konzentriert, bezieht sich auf die Erzeugung k├╝nstlicher Views auf beliebten Videosharing-Plattformen wie beispielsweise YouTube oder Twitch. Ziel dieser manipulativen Bem├╝hungen ist es, gezielt Videos zu pushen, um die Reichweite zu steigern und somit auch die Werbeeinnahmen zu maximieren. Dar├╝ber hinaus wird Click Fraud auch immer ├Âfter in Social-Media-Netzwerken wie Twitter oder Facebook eingesetzt. Hier geht es in erster Linie um die Beeinflussung gekaufter Links.

Gegenma├čnahmen

Ma├čnahmen, die Click Fraud unterbinden sollen, werden inzwischen auf allen bedeutenden Werbeplattformen eingesetzt. Hier kommen sowohl manuelle als auch automatisierte Mechanismen zum Einsatz. Google setzt bei seiner Werbeplattform einen Onlinefilter ein, der alle eingehenden Klicks auf Werbeanzeigen analysiert und verd├Ąchtige Aktionen automatisch aufzeichnet. Diese werden anschlie├čend von einem Google-Mitarbeiter manuell untersucht. AdWords-Nutzern wird zudem die M├Âglichkeit gegeben, auff├Ąllige und unnat├╝rliche Klickraten zu melden.

IP-Adressen, die mit Click Fraud in Zusammenhang gebracht werden, k├Ânnen vom Betreiber des Werbenetzwerks auf eine sogenannte “Blacklist” gesetzt und somit effektiv gesperrt werden. Werbeanzeigen werden Nutzern mit geblockten IPs nicht mehr angezeigt, sodass auch die manipulierten Klicks ausbleiben.

Eine ├Ąu├čerst sichere und bew├Ąhrte Ma├čnahme, um Manipulationsversuche zu unterbinden, sind Remarketing-Kampagnen. Bei diesen werden Werbeanzeigen ausschlie├člich Besuchern angezeigt, die die beworbene Zielseite schon besucht haben.

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