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Crowd-Eyetracking

Was ist Crowd-Eyetracking?

Crowd-Eyetracking basiert auf den traditionellen Eyetracking-Analysen, bei welchen die Blickrichtung von Probanden mit Hilfe eines Eyetrackers verfolgt wird. Es ist eine Erneuerung der üblichen Tracking-Modelle. Studien können so unabhängig von einem definierten Einsatzort erfolgen. Benötigt wird hierfür lediglich ein Eyetracker, ein Internetzugang und ein aktueller Webbrowser. Crowd-Eyetracking ist im Unterschied zu früheren Tracking-Modellen nicht kostenintensiv.

Was ist das Funktionsprinzip?

Bei einer Eyetracking-Analyse wird gemessen, auf welchen Teil der Bildschirmfläche sich der jeweilige Proband fokussiert. Dazu wird am Computermonitor ein sogenannter Eyetracker installiert, der mit einer Infrarot-Kamera ausgestattet ist. Diese wird auf den Probanden ausgerichtet und zeichnet die Blickbewegungen auf. Ein Punkt, der vom Probanden länger betrachtet wird, bezeichnet man dabei als Fixation. Bewegen sich die Augen schnell von einem Bereich zu einem anderen Bereich, so spricht man von Sakkaden. Traditionell werden solche Studien und Analysen in einem speziellen Labor vorgenommen.

Crowd-Eyetracking kann dagegen grundsätzlich an jedem Einsatzort, so etwa dem Zuhause des Probanden, erfolgen. Die Arbeitsoberfläche, die für die Studie erforderlich ist, wird dem Probanden zur Verfügung gestellt. Statische und dynamische Elemente, die zum Beispiel aus Fragen, Grafiken und Anweisungen bestehen können, sind Teil dieser Studie und werden zur Messung der Ergebnisse gebraucht. An einer Crowd-Eyetracking Studie können mehrere Personen gleichzeitig teilnehmen. Die Daten können noch in Echtzeit ausgewertet werden. Auf einer Zeitleiste werden die Tracking-Ergebnisse festgehalten.

Wie erfolgt die Messung beim Crowd-Eyetracking?

Ein Blickpfad besteht aus einer Abfolge von Fixationen und Sakkaden. Beim Crowd-Eyetracking wird gemessen, welchen Blickpfad die Augen nehmen. Es steht die Frage im Vordergrund, was den Blick anzieht und worauf der Blick der Probanden ruht. Das gezielte Betrachten wird als Fixation bezeichnet und kann einen Zeitraum von bis zu 600 Millisekunden ausmachen. Die Sakkade ist dagegen ein kurzer Zeitraum, in welchem das Auge von einer Fixation zur nächsten Fixation springt. Dies wird mitunter auch als Blickwechsel bezeichnet.

Der Proband nimmt innerhalb dieses sehr kurzen Zeitraumes, der zwischen 30 und 100 Millisekunden liegen kann, keinerlei neue Informationen auf. Springt das Auge auf den vorherigen Fixationspunkt zurück, so spricht man beim Crowd-Eyetracking von einer Regression oder einer Regressionssakkade. Mit einer Infrarot-Kamera werden die Blickpfade aufgezeichnet und bei einzelnen Personen in numerischer Kreisform präsentiert. Bei mehreren Probanden wird hingegen eine Heatmap verwendet, die die Fixationspunkte in Farbabstufungen festhält.

EIne Eyetracking Heat Map am Beispiel Wikipedia

Copyright © Wikipedia.org / Urheber: Tschneidr (https://de.wikipedia.org/wiki/Eye-Tracking#/media/File:Eyetracking_heat_map_Wikipedia.jpg)

Welchen Nutzen stiftet es?

Ein Hauptaspekt im Marketing besteht darin, dass man die relevante Zielgruppe anspricht. Crowd-Eyetracking kann aufzeigen, wie eine Anzeige gesehen wird. Es wird festgehalten, welcher Teil der Werbung von den Kunden am Ehesten betrachtet wird. Untersucht wird dabei, was die Aufmerksamkeit potentieller Kunden weckt.

Info

Die Ergebnisse des Crowd-Eyetracking spielen für die Werbepsychologie eine große Rolle.

Noch ehe eine Werbung geschaltet wird, können Anpassungen an der Gestaltung der Werbung vorgenommen werden, um die Wirksamkeit und Effektivität der Werbeanzeige zu erhöhen. Weitere Relevanz besitzt das Eyetracking beim Aufbau eines User Interfaces. So etwa bei der Gestaltung eines Menüs in einem Onlineshop. Crowd-Eyetracking ist nicht kostenintensiv, bedarf keiner exklusiven Software und kann im Prinzip über einen Webbrowser an jedem Computer aufgerufen werden. Das ist besonders für kleinere Firmen nützlich, die sich vormals keine traditionelle Eyetracking-Analyse leisten konnten.

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