Banner Blindness

Banner Blindness

Copyright ┬ę Shutterstock/Sophy Photos

Was bedeutet Banner Blindness?

Nehmen Besucher einer Internetseite auf dieser Website geschaltete Werbebanner oder banner├Ąhnliche Werbeformate nicht wahr, spricht man von Banner Blindness oder auch Ad Blindness. Der deutsche Begriff f├╝r dieses Ph├Ąnomen ist Banner-Blindheit. Auswertungen des Display Benchmark Tools von Google ergaben, nur ein oder zwei Nutzer von 1.000 Seitenbesuchern klicken auf ein eingeblendetes Werbebanner.

Wissenschaftliche Grundlagen

Der Ausdruck Banner Blindness geht auf Jan Panero Benway und David M. Lane von der Rice Universit├Ąt in Houston zur├╝ck. Die beiden Forscher f├╝hren im Jahr 1998 Usability-Tests von Internetseiten durch. Dabei forderten sie Testpersonen auf, bestimmte Informationen auf einer extra f├╝r die Studie vorbereiteten Webseite zu suchen. Um die gesuchte Information zu erhalten, hatten die Probanden die M├Âglichkeit, auf einen internen Link im Text der Webseite oder auf ein Banner, das einen Link enth├Ąlt, zu klicken. F├╝r die Untersuchung wurden die Banner, die den Testteilnehmern eingeblendet wurden, in verschiedenen Designs angeboten. Einige Erscheinungsformen wurden gezielt in Anlehnung an g├Ąngige Werbebanner gew├Ąhlt, andere Darstellungsoptionen unterschieden sich deutlich vom verbreiteten Standard.

Das Ergebnis der Untersuchung war f├╝r alle getesteten Bannerdesigns gleich. Die Mehrzahl der Testpersonen ignorierte die Banner unabh├Ąngig von ihrer grafischen Aufbereitung. Die Studienteilnehmer bevorzugten die im Flie├čtext eingebauten Textlinks, um die gew├╝nschte Information zu erhalten. Daneben untersuchten Benway und Lane in ihren Experimenten, wie sich die Platzierung eines Banners auf einer Internetseite auf seine Wahrnehmung durch die Nutzer auswirkt. Sie konnten zeigen, dass Banner, die im oberen Bereich einer Webseite (Above the Fold) positioniert sind, von den Betrachtern h├Ąufiger unbeachtet bleiben als Banner, die weiter unten platziert sind.

Wie entsteht die Banner Blindness?

Das Nicht-Wahrnehmen der Online-Werbung durch Banner Blindness kann unbewusst geschehen oder auch durch ein bewusstes Ignorieren aufseiten des Nutzers. Seitenbesucher nehmen die eingeblendete Werbung nicht mehr wahr, weil sie so sehr an die Werbeeinblendungen gew├Âhnt sind, dass Banner ihre Aufmerksamkeit nicht mehr auf sich ziehen. Durch ihre Surferfahrung haben die Internetnutzer gelernt, welche Elemente und Bereiche einer Webseite h├Ąufig Werbung enthalten. Sie sortieren in ihrer Wahrnehmung diese Bestandteile aus, da sie nicht dem eigentlichen Ziel ihrer Internetnutzung dienen. Diese Selektion erfolgt in der Regel unbewusst anhand der erlernten Muster. Internetuser, die ohne ein bestimmtes Ziel zu verfolgen, sondern beispielsweise zum Zeitvertreib im Internet surfen, klicken eher auf Onlineanzeigen und unterliegen weniger der Banner Blindness. Ein weiterer Grund f├╝r das unbewusste ├ťbersehen von Bannern ist die steigende Reiz├╝berflutung, mit der einige Internetseiten ihre Besucher konfrontieren.

Info

Eine Form des┬ábewussten Ignorierens┬ávon Werbeanzeigen ist der Einsatz von┬áAd Blockern. ├ťber diese Browsererweiterungen wird die Werbeeinblendung softwareseitig unterdr├╝ckt. Der Nutzer sieht nur die Inhaltsbestandteile einer aufgerufenen Webseite ohne die eigentlich auf der Seite geschaltete Werbung.

Herausforderungen f├╝r das Online Marketing

Im Online-Marketing sind kreative Ans├Ątze gefragt, die den durch Banner Blindness sinkenden Click-Through-Rates im Bereich des Display Advertisings entgegenwirken.
2018 hat Google einen Beitrag ver├Âffentlicht, wie Adidas trotz Banner Blindness die Consumer Attention steigern konnte:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/bFHVms0jebY

 

Eine weitere Strategie gegen Banner Blindness ist Native Advertising. Dabei wird der Werbeinhalt so in den Gesamtkontext einer Webseite oder einer Anwendung verpackt, dass die Werbung nicht wie Werbung aussieht. Die Seitenbesucher sollen zun├Ąchst gar nicht erkennen, dass es sich um Marketing handelt. Werbebotschaften werden im Native Advertising daher prim├Ąr im gleichen Format pr├Ąsentiert wie die Inhalte der Seite, d.h. die Marketinginformationen werden als Video, Blogeintrag, redaktioneller Beitrag oder Podcast ver├Âffentlicht und zunehmend ├╝ber die Social Media Kan├Ąle mithilfe von Influencern verbreitet.

Bereits beim Design eines Webauftritts kann ├╝ber die geschickte Auswahl der Werbebereiche der Banner Blindness entgegengesteuert werden. Eye-Tracking-Studien liefern in Heatmaps und Gazeplots Hinweise darauf, welchen Seitenbereichen Nutzer von vorneherein kaum Aufmerksamkeit schenken und welche Positionen sie verst├Ąrkt wahrnehmen.


Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns

Kostenloser SEO-Check der OSG


Weitere Inhalte