Delphi

Was ist Delphi?

Delphi ist eine integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) für Rapid Application Development von Desktop-, mobiler, Web- und Konsolensoftware. Delphis Programmiersprache ist ein eigener Object Pascal-Dialekt von Pascal. Der Compiler generiert daraus Maschinencode für Windows, MacOS, iOS, Android und Linux.

Herkunft

Ursprünglich wurde Delphi ab 1995 von der Firma Borland als Nachfolger von Turbo Pascal für objektorientierte Programmierung (Object Pascal) herausgegeben. Seit 2008 erfolgt die Entwicklung durch die Firma Embarcadero Technologies.

Eigenschaften

Delphi ist eine streng typisierte High-Level-Programmiersprache. Low-Level-Programmierung wird aber unterstützt, indem Assembler und Code anderer Sprachen eingebunden werden kann. Delphis Objektorientierung umfasst nur Klassen- und Interface-basierten Polymorphismus. Objekte sind wie in Java tatsächlich Referenzen auf Objekte, die implizit dereferenziert werden. Dadurch muss nicht explizit Speicher für Zeiger auf Objekte zugewiesen werden.

Bestandteile der IDE sind ein Code-Editor, ein visueller Designer für grafische Oberflächen, ein Debugger und ein Source Code Control-Tool. Darüber hinaus besteht Support für Plugins für die IDE und Code-Bibliotheken von Drittanbietern.

Mit Delphi können Applikationen als Webservice konzipiert oder in einen solchen konvertiert werden. Für diesen Zweck werden die Extensible Markup Language (XML), Extensible Stylesheet Language (XSL), Simple Object Access Protocol (SOAP) und Web Services Description Language (WSDL) unterstützt.

Seit 2005 wird Refactoring unterstützt, inklusive der Möglichkeit, UML-Modelle aus Sourcecode zu erzeugen und den Sourcecode durch Änderungen im UML-Modell zu modifizieren.

Der Compiler optimiert den Code und arbeitet im Single-Pass-Modus. Es wird nativer Maschinencode für eine jeweils spezifische Plattform erzeugt, was die performanteste Form von kompiliertem Code ist. Object Pascal wurde auch auf schnelles Kompilieren optimiert, der Compiler weist daher eine hohe Performance auf, insbesondere höher als bei Sprachen wie C und C++. Eine Million Codezeilen werden auf einem Single-Core-Prozessor in wenigen Sekunden kompiliert. Der Compiler kann Executables erzeugen, die keine Dynamic Link Libraries (DLLs) benötigen. Der Compiler kann auch Standard DLLs, ActiveX DLLs, COM Automation Servers und Windows Services generieren.

Neue Delphi-Versionen sind weitgehend abwärtskompatibel, was eine gute Wartbarkeit des Codes gewährleistet.

Programmierschnittstellen

Delphis wichtigste Programmierschnittstellen:

  • Run Time Library (RTL) für Zugriff auf nicht-grafische Funktionen des Betriebssystems
  • Visual Component Library (VCL) für Nutzung der grafischen Steuerelemente von Windows
  • FireMonkey (FMX) für plattformunabhängige Entwicklung
  • Internet Direct für die Arbeit mit gebräuchlichen Internetprotokollen

RAD Studio

Delphi teilt sich diese Schnittstellen mit dem C++Builder vom selben Hersteller. Beide Sprachen sind daher interoperabel und können gemeinsam im selben Projekt zum Einsatz kommen. C++Builder kann Delphi- und C++-Sourcecode verarbeiten, ebenso kann mit C++Builder kompilierter Code in Delphibenutzt werden. Seit 2007 werden beide gemeinsam als Teil des RAD Studio ausgeliefert, das ferner Embarcadero Prism und HTML5 Builder umfasst.

Verbreitung

Delphi gehört auch fast ein Vierteljahrhundert nach seiner Einführung zu den 20 am meisten genutzten Programmiersprachen. Im TIOBE Index, der die Verbreitung von Programmiersprachen abbildet, stand sie im Oktober 2018 auf Platz 17.


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