Delphi

Delphi

Copyright ┬ę Shutterstock / Teguh Jati Prasetyo

Was ist Delphi?

Delphi ist eine integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) für Rapid Application Development von Desktop-, mobiler, Web- und Konsolensoftware. Delphis Programmiersprache ist ein eigener Object Pascal-Dialekt von Pascal. Der Compiler generiert daraus Maschinencode für Windows, MacOS, iOS, Android und Linux.

Herkunft

Ursprünglich wurde Delphi ab 1995 von der Firma Borland als Nachfolger von Turbo Pascal für objektorientierte Programmierung (Object Pascal) herausgegeben. Seit 2008 erfolgt die Entwicklung durch die Firma Embarcadero Technologies.

Eigenschaften

Delphi ist eine streng typisierte High-Level-Programmiersprache. Low-Level-Programmierung wird aber unterst├╝tzt, indem Assembler und Code anderer Sprachen eingebunden werden kann. Delphis Objektorientierung umfasst nur Klassen- und Interface-basierten Polymorphismus. Objekte sind wie in Java tats├Ąchlich Referenzen auf Objekte, die implizit dereferenziert werden. Dadurch muss nicht explizit Speicher f├╝r Zeiger auf Objekte zugewiesen werden.
Bestandteile der IDE sind ein Code-Editor, ein visueller Designer f├╝r grafische Oberfl├Ąchen, ein Debugger und ein Source Code Control-Tool. Dar├╝ber hinaus besteht Support f├╝r Plugins f├╝r die IDE und Code-Bibliotheken von Drittanbietern.
Mit┬áDelphi┬ák├Ânnen Applikationen als Webservice konzipiert oder in einen solchen konvertiert werden. F├╝r diesen Zweck werden die Extensible Markup Language (XML), Extensible Stylesheet Language (XSL), Simple Object Access Protocol (SOAP) und Web Services Description Language (WSDL) unterst├╝tzt.
Seit 2005 wird Refactoring unterst├╝tzt, inklusive der M├Âglichkeit, UML-Modelle aus Sourcecode zu erzeugen und den Sourcecode durch ├änderungen im UML-Modell zu modifizieren.
Der Compiler optimiert den Code und arbeitet im Single-Pass-Modus. Es wird nativer Maschinencode f├╝r eine jeweils spezifische Plattform erzeugt, was die performanteste Form von kompiliertem Code ist. Object Pascal wurde auch auf schnelles Kompilieren optimiert, der Compiler weist daher eine hohe Performance auf, insbesondere h├Âher als bei Sprachen wie C und C++. Eine Million Codezeilen werden auf einem Single-Core-Prozessor in wenigen Sekunden kompiliert. Der Compiler kann Executables erzeugen, die keine Dynamic Link Libraries (DLLs) ben├Âtigen. Der Compiler kann auch Standard DLLs, ActiveX DLLs, COM Automation Servers und Windows Services generieren.

Neue┬áDelphi-Versionen sind weitgehend abw├Ąrtskompatibel, was eine gute Wartbarkeit des Codes gew├Ąhrleistet.

Programmierschnittstellen

Delphis wichtigste Programmierschnittstellen:

  • Run Time Library (RTL) f├╝r Zugriff auf nicht-grafische Funktionen des Betriebssystems
  • Visual Component Library (VCL) f├╝r Nutzung der grafischen Steuerelemente von Windows
  • FireMonkey (FMX) f├╝r plattformunabh├Ąngige Entwicklung
  • Internet Direct f├╝r die Arbeit mit gebr├Ąuchlichen Internetprotokollen

RAD Studio

Delphi┬áteilt sich diese Schnittstellen mit dem C++Builder vom selben Hersteller. Beide Sprachen sind daher interoperabel und k├Ânnen gemeinsam im selben Projekt zum Einsatz kommen. C++Builder kann┬áDelphi- und C++-Sourcecode verarbeiten, ebenso kann mit C++Builder kompilierter Code in┬áDelphibenutzt werden. Seit 2007 werden beide gemeinsam als Teil des RAD Studio ausgeliefert, das ferner Embarcadero Prism und HTML5 Builder umfasst.

Verbreitung

Delphi┬ágeh├Ârt auch fast ein Vierteljahrhundert nach seiner Einf├╝hrung zu den 20 am meisten genutzten Programmiersprachen. Im TIOBE Index, der die Verbreitung von Programmiersprachen abbildet, stand sie im Oktober 2018 auf Platz 17.


Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns

Kostenloser SEO-Check der OSG


Weitere Inhalte