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Android

Was ist Android?

Bei Android handelt es sich sowohl um ein Betriebssystem als auch um eine Software-Plattform für mobile Endgeräte wie Tabletcomputer, Smartphones und Netbooks. Das mobile Betriebssystem wurde von der Open Handset Alliance gegründet, die von dem IT-Giganten Google ins Leben gerufen wurde. Dabei handelt es sich um eine quelloffene Softwareplattform, die von zahlreichen Entwicklern genutzt wird, um moderne Apps für mobile Endgeräte bereitzustellen. Das System basiert auf einer stark überarbeiteten Version des Linux-Kernels, sodass es sich von den verschiedenen Distributionen klassischer Linux-Systeme unterscheidet. Die Bedienung des Betriebssystems erfolgt über Touchscreens und ein eigenes Userinterface, welches allerdings von Hersteller zu Hersteller stark variieren kann.

Hintergrund

Das von Andy Rubin gegründete Unternehmen Android, das Software für Mobiltelefone entwickelte und in erster Linie standortbezogenen Leistungen bereitstellte, wurde im Sommer 2005 von Google gekauft. Das System war ursprünglich für die Bedienung von Digitalkameras gedacht und wurde mehrheitlich nicht von Grund auf neu entwickelt. Es wurden größtenteils etliche bereits als Open-Source bestehende Bausteine zusammengefügt. Die bedeutendsten davon sind der Linux-Kernel, die Programmiersprache Java sowie einige Programmbibliotheken und Daemons anderer weniger bekannter Projekte. Google gab im November 2007 bekannt, gemeinsam mit den Mitgliedern des Open Headset Alliance an einem mobilen Betriebssystem zu arbeiten. Am 21. Oktober 2008 wurde Android offiziell vorgestellt und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das erste mobile Endgerät auf Basis von Android war das HTC Dream, das am 22. Oktober 2008 in den USA auf den Markt kam. Android wurde von Anfang an, als ein mobiles Betriebssystem mit einer breiten Funktionsvielfalt konzipiert, sodass bereits dieses erste Gerät mit einem GPS-Empfänger und Beschleunigungssensoren ausgestattet war.

Android Versionen

Im Laufe der Jahre wurde das mobile Betriebssystem fortwährend weiterentwickelt, optimiert und durch neue Funktionen und Features ergänzt, sodass Android inzwischen den größten Marktanteil im Bereich der mobilen Betriebssysteme einnimmt. Ab der Version 1.5 ist die Open Handset Alliance dazu übergegangen, die nachfolgenden Android-Versionen nach Süßspeisen zu benennen. Die Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnungen für Süßspeisen folgen der alphabetischen Reihenfolge. Zu jeder Version gibt es ein spezielles Maskottchen, das in den Einstellungen des Smartphones angezeigt werden kann. Die jeweiligen Versionen lösen sich durch regelmäßige OTA-Updates ab. Diese Updates werden jedoch nicht von Google selbst, sondern von den jeweiligen Geräteherstellern entwickelt und als kostenloser Download zur Verfügung gestellt. Die ersten Versionen des mobilen Systems bis zu der Version 2.3 waren ausschließlich für den Einsatz auf Smartphones ausgelegt. Hierzu gehören:

  • Version 1.0 “Base”
  • Version 1.1 “Base 1.1”
  • Version 1.5 “Cupcake”
  • Version 1.6 “Donut”
  • Version 2.0 – 2.1 “Eclair”
  • Version 2.2 “Froyo”
  • Version 2.3 “Gingerbread”

Seitdem sind noch zahlreiche weitere Versionen erschienen, wobei die Version 3.0 (Honeycomb) nur für den Einsatz auf Tablets vorgesehen war. Mit der Version 4 wurde die Trennung zwischen Geräten abgeschafft, sodass Android inzwischen gleichermaßen für Tabletcomputer und Smartphones verfügbar ist. Bis heute sind folgende Versionen erschienen:

  • Version 3.x “Honeycomb”
  • Version 4.0.x “Ice Cream Sandwich”
  • Version 4.1.x – 4.3.x “Jelly Beans”
  • Version 4.4x “Kitkat”
  • Version 5.0.x / 5.1.x “Lollipop”
  • Version 6.0.x “Marshmallow”
  • Version 7.0.x / 7.1 x “Nougat”
  • Version 8.0 “Oreo”

Alle Versionen des Betriebsystems verfügen über mehrere Homescreens, auf denen App-Verknüpfungen und Widgets erstellt werden können. Obwohl mit jeder neuen Version Veränderungen und Optimierungen im Aufbau hinzukommen, ist das Grundkonzept jedoch seit der ersten Version dasselbe geblieben. Die einzelnen Startbildschirme lassen sich durch horizontales Wischen auf dem Touchscreen nach links und nach rechts verschieben. Am oberen Rand der Benutzeroberfläche befindet sich die Statusanzeige, auf der Uhrzeit, Empfang und unterschiedliche Symbole und Benachrichtigungen angezeigt werden. Wenn der obere Balken nach unten gezogen wird, wird das Schnellzugriff-Menü angezeigt.

Updates

Aufgrund der zahlreichen Versionen und der herstellerspezifischen Updates ist die Android-Landschaft alles andere als einheitlich. Obwohl die meisten Geräte Updates auf neuere Versionen unterstützen, gibt es auch Smartphone-Hersteller, die für ältere Geräte keine Updates zur Verfügung stellen. Sofern diese Funktionalität jedoch unterstützt wird, ist es sinnvoll, das Smartphone regelmäßig auf die neueste Version zu updaten. Dies ist insbesondere deswegen wichtig, da neue Versionen das Gerät mit nötigen Sicherheitsupdates ausstatten und vorhandene Fehler in der Software ausbessern. Inzwischen werden bei den meisten Geräten Sicherheitsupdates über die OTA-Funktion (Over-the-Air) bezogen. Das Update kann so direkt über die Internetverbindung auf das Gerät geladen und installiert werden. Darüber hinaus ist auch ein Update über den PC möglich.

Vorhandene Android Software

Die für das Android-Betriebssystem erhältlichen Apps werden über den sogenannten “Google Play Store” bezogen. Früher wurde der Store mit dem Namen “Android Market” bezeichnet. Im Google Play Store wurden im Mai 2015 mehr als 1,5 Millionen unterschiedlicher Apps angeboten. Damit verfügt der App-Store von Google über das größte App-Angebot und hat den vorherigen Markführer Apple überholt. Entwickler können ihre Apps bei Google Play anbieten. Verkaufen kann man diese aber nur dann, wenn man in bestimmten Ländern ansässig ist, wie beispielsweise Schweiz, Österreich oder Deutschland. Apps, die den Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt werden, machen etwa 70 Prozent des Google Play-Angebots aus. Genauso wie bei den App-Stores von Apple und Microsoft handelt es sich auch bei Google Play um ein geschlossenes Ökosystem, bei dem Google die Regeln diktiert. Der IT-Gigant behält einen gewissen Grad an Kontrolle über die Android-Software. So können ausschließlich lizenzierte Android-Distributionen auf die closed-source Anwendungen von Google wie beispielsweise YouTube, Google Maps oder Google Kalender zugreifen. Dem hingegen sind Geräte von Apple und Microsoft mit eigenen Betriebssystemen versehen. Für Android entwickelte Apps sind dementsprechend nicht mit Apple- und Microsoft-Smartphones kompatibel und müssen auf jedes Betriebssystem neu angepasst werden.

Verbreitung und Erfolg von Android

Android hat sich im Laufe der Jahre zu einem universell einsetzbaren Betriebssystem entwickelt, das herstellerübergreifend kontinuierlich weiterentwickelt wird. In den USA wurden im ersten Quartal 2010 erstmals mehr Android-Smartphones als iPhones verkauft. Die große Beliebtheit des Betriebssystems ist vor allem der Entscheidung von Google zu verdanken, Android für Hersteller und Entwickler kostenlos zur Verfügung zu stellen. Diese Entscheidung hat aber auch zu einer starken Fragmentierung der Android-Landschaft geführt. In einer Untersuchung, die 2012 von Staircase durchgeführt wurde, konnten insgesamt 3997 unterschiedliche Geräte von 599 Herstellern identifiziert werden. Insbesondere in China benutzen viele Hersteller eine unlizenzierte Version des Systems, bei der keine Google-Anwendungen wie YouTube oder Google Maps enthalten sind.

Viele bekannte Hersteller bieten Geräte auf Basis von Android an. Neben Geräten von HTC, Samsung, LG und Sony sind auch spezielle von Google entwickelte Premium-Smartphones erhältlich, die unter der Produktlinie “Pixel” vertrieben werden. Bei der Pixel-Produktlinie handelt es sich um High-Performance Geräte, die mit einer von Google entwickelte Android-Distribution versehen sind und neue Updates und Versionen innerhalb kürzester Zeit erhalten. Die Pixel-Smartphones gelten als Nachfolger der Nexus-Produktreihe, die Google in Zusammenarbeit mitführenden Smartphone-Hersteller wie LG und Samsung entwickelt und vertrieben hat. Obwohl die Pixel-Geräte mit dem Slogan “Made by Google” beworben werden, werden sie jedoch von HTC hergestellt.

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