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Sind W-Fragen Tools sinnvoll?

Sind W-Fragen Tools sinnvoll?

Copyright © g-stockstudio/Shutterstock

Wer kennt es nicht: Man hat ein Problem und weiß gar nicht so recht nach was man suchen soll. Also gibt man die konkrete Frage in die Suchmaschine ein. Was bei der klassischen Suchmethode in Schriftform nicht ganz so häufig vorkommt, ist bei der Voice Search Gang und Gäbe! Damit ihr auch wisst, welche Fragen zu welchem Keyword gestellt werden, gibt es sogenannte W-Fragen Tools.

Was ist ein W-Fragen Tool?

W-Fragen Tools funktionieren im Prinzip alle sehr ähnlich: Man gibt ein Keyword ein, das man im Vorfeld beispielsweise über eine Keywordanalyse ermittelt hat, und das W-Fragen Tool legt los. Nach etwas Wartezeit spuckt das W-Fragen Tool eine ganze Liste von Fragestellungen, die das Keyword beinhalten, aus.

Mit dem W-Fragen Tool ist es also möglich, konkrete Fragestellungen, die es zu dem Keyword bzw. dem Textinhalt gibt, zu finden. Meist sind die Ergebnisse nach W-Wort sortiert. Dabei begegnen einem die Kategorien

  • warum,
  • was,
  • wer,
  • wie,
  • wieso und
  • wo.

W-Fragen über Google Suggest

Das W-Fragen Tool bekommt die häufig gestellten Fragen über Google Suggest. Google Suggest ist die automatische Vervollständigung von Suchanfragen. Als Nutzer kennt man Google Suggest, wenn man im Suchschlitz beginnt zu schreiben und darunter sofort Vorschläge auftauchen, um die Suchanfragen zu komplettieren. Diese Funktion ist heutzutage nicht mehr weg zu denken. Allerdings gibt es die Autovervollständigung tatsächlich erst seit 2009. Anfangs war das eine ziemliche Umstellung, es gab nicht wenige kritische Stimmen.

Google war mit Google Suggest durchaus Vorreiter einer Technik, die heute nicht nur bei den klassischen Suchmaschinen zum Einsatz kommt, sondern ein wichtiges Usabilitymerkmal für Suchfunktionen auf Websites insbesondere Onlineshops ist.

Die automatischen Vervollständigungen führten und führen immer wieder zu Kontroversen. Vor allem bei der Suche nach Namen kommen gerne lustige Kombinationen heraus. Nicht ganz so lustig, aber wohl am bekanntesten war die Autovervollständigung von der damaligen Gattin des Bundespräsidenten Christian Wulff Bettina Wulff. Sie klagte gegen Google, da die Autovervollständigung häufige Suchbegriffe wie “Prostituierte” hinter dem Namen ergänzte. Google entfernte daraufhin acht Suchergebnisse aus dem Index.¹

Autovervollständigen Google Suggest

(c) Screenshot von der Google Startseite.

Welche W-Fragen Tools gibt es?

W-Fragen Tools gibt es mittlerweile genügend im Internet. Im Prinzip sind alle kostenlos und kostenpflichtige sind meist nur Bestandteile von Online Marketing Tools, die kostenpflichtig sind. Sucht man bei Google nach “W-Fragen Tool” findet man seitenweise Ergebnisse. Welches man davon nutzt, ist im Prinzip egal, sie funktionieren alle gleich. Eine konkrete Empfehlung geben wir an diese Stelle nicht, allerdings arbeiten wir meistens mit den W-Fragen Tools von w-fragen-tool.com und answerthepublic.com.

W-Fragen Tool

(c) Screenshot von w-fragen-tool.com.

Was bringen W-Fragen Tools?

Es handelt sich bei den von W-Fragen Tools ausgespielten Ergebnissen um tatsächlich stattgefundene Suchanfragen. Von daher ist – je nach Popularität des Suchbegriffs – davon auszugehen, dass die Ergebnisse tatsächlich eine gewisse Relevanz im Suchverhalten von Nutzern haben. Allerdings zeigt die Erfahrung bei Keywordanalysen, dass die meisten Sätze keine oder nur sehr geringe Suchvolumen aufweisen. Wobei das Suchvolumen auch von der Branche und dem Suchbegriff abhängt.

Vor dem W-Fragen Tool: Keywordanalyse

Suchvolumen ist jedoch nicht alles. Allerdings eine Seite, mit der man umsatzwirksam ranken möchte, lediglich auf eine W-Frage zu optimieren wäre vermutlich nicht effektiv. Daher ist es immer ratsam, die Keywordrecherche und Keywordanalyse immer für einen Suchbegriff im kurzen oder mittleren Bereich anzulegen. Die Abwägung zwischen zu generischen Begriffen (z. B. “Wettbewerberanalyse”), mit extrem hohem Streuverlust an die falsche Zielgruppe und Longtailfragestellungen wie “Wo kann ich eine Wettbewerbsanalyse für KMU erstellen lassen”, die kaum relevantes Suchvolumen aufweisen, muss vorgenommen werden. Die grundsätzliche Empfehlung wäre wie so oft: Es kommt drauf an!

Beginnt also immer mit einer Keywordrecherche nach sinnvollen Keywords, mit denen auch mittelfristig realistische Erfolge möglich sind. Analysiert diese Keywords unter den Gesichtspunkten Suchvolumen, erwartetem Wettbewerb und anhand der Tätigkeiten der SEO-Wettbewerber.

Tipp

SEO-Wettbewerber sind nicht zwingend eure Hauptwettbewerber auf dem Markt. Jeder (!), der vor euch in der organischen Suche steht, ist ein SEO-Wettbewerber. Die können bei verschiedenen Keywords natürlich stark variieren. Schaut euch pro Keyword die Wettbewerber an und schaut, was sie (besser) machen.

Fragen definieren

Wenn ihr euer Fokuskeyword für euren Seiteninhalt gefunden habt, könnt ihr schauen, wie andere die Keywords in ihren Texten unterbringen. Bei erklärbedürftigen Inhalten sind W-Fragen obligatorisch. Bei “normalen” Inhalten muss man sich schon die Fragen stellen, ob ein Frage-Antwort-Spiel überhaupt sein muss. Daher macht es Sinn, ein W-Fragen Tool zu verwenden.

Immerhin können auch bei einem Allerweltsprodukt Fragen aufkommen. Sei es zu der Verarbeitung, dem Herstellungsland, der Passform und so weiter. Indiviudelle FAQ-Bereiche zu jedem Produkt können also durchaus hilfreich für die Nutzer sein. Diese sollten aber nicht nur aus SEO-Sicht hinzugefügt und gepflegt werden. Aus Usabilitysicht machen Zusatzinformationen immer Sinn, der Nutzer fühlt sich gut aufgehoben und seine Fragen werden beantworte, bevor es zu einer Supportanfrage kommt oder noch schlimmer einem Absprung.

W-Fragen Tool Answerthepublic Answerthepublic

(c) Screenshot des W-Fragen Tools Answer the Public.

Die W-Fragen Tools können somit durchaus helfen, geeignete Fragen zu finden. Da sie aber über Google Suggest funktionieren, decken sie nur Fragen ab, die tatsächlich über Google gestellt wurden. Es kann gut sein, dass man noch weitere Fragen behandeln sollte, die sich ein Nutzer, der sich bereits auf der (Produkt-)Seite befindet, stellt.

Gliederung des Contents

Unabhängig davon, ob man jetzt W-Fragen verwendet oder nicht: W-Fragen Tools können euch auf zusätzliche Ideen und Problemstellungen geben, die ihr vielleicht in eurer Planung nicht berücksichtigt habt. So lässt sich der Text auch unter Berücksichtigung der Fragestellungen sinnvoll gliedern.

Ob man vor der Beantwortung der Kernfrage, die zum Klick geführt hat, noch 2.000 Wörter über das Thema schreibt oder die Frage vor dem ergänzenden Content beantwortet, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Auch hier gilt, dass es darauf ankommt. Viele Nutzer, die eine Frage eingeben, wollen aber meist sofort die Antwort und nicht erst zehn Minuten lesen, bis sie zur Lösung kommen. Googles Knowledge Graph ist das beste Beispiel dafür. Hier gelangen die Nutzer gar nicht mehr auf die Website, sondern Websiteinhalte werden direkt in den Suchergebnissen sichtbar. Ein Klick ist nicht zwingend notwendig.

Google Knowledge Graph

(c) Screenshot Google

Vor- und Nachteile von W-Fragen Tools

Wie ihr seht, gibt es viele Vorteile, wenige Nachteile. Wenn man versteht, wo die Daten herkommen und das nicht jede Frage, die ausgespielt wird, über eine hohes Suchvolumen verfügt, kann man mit W-Fragen Tools als Ergänzung zur Keywordanalyse nicht viel falsch machen.

Pro
  • Hilfe zur Optimierung auf Voice Search
  • Echte Suchanfragen aus der Vergangenheit
  • Ergänzung des Inhalts
  • Ergänzende Longtailkeywords
  • Branding durch Positionierung als Experte
  • Verbesserung der Usability
  • Verbesserung der Absprungrate
  • Reduzierung von Supportanfragen
Contra
  • Suchvolumen werden nur bedingt berücksichtigt
  • Fragen sind teilweise nicht realistisch

Sind W-Fragen Tools also sinnvoll?

Zum dritten und letzten Mal: Es kommt drauf an. Aber prinzipiell kann man diese Frage schon bejahen. Ob und in welcher Ausprägung die W-Fragen innerhalb des Contents zum Einsatz kommen, muss man individuell entscheiden. Aber zur Ergänzung von Contentbestandteilen, an die man unter Umständen selbst nicht gedacht hat und zur Identifizierung der Fragestellung der Nutzer können W-Fragen Tools absolut hilfreich sein. Durch den kostenlosen Gebrauch ist auch nichts verloren, wenn man die Ergebnisse letztendlich nicht verwenden kann.

Tipp

Wenn ihr nach W-Fragen bei großen Onlineshops sucht, könnt ihr euren allgemeien FAQ-Bereich mit den wirklich häufigsten Fragen befüllen.

Quellen:

¹ Google löscht Suchergebnisse zu Bettina Wulff, Süddeutsche Zeitung, 05.11.12 (abgerufen am 06.09.18)

Titelbild: Copyright © g-stockstudio/Shutterstock

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Kommentare


Davut 23. September 2018 um 21:48

Das ist ein sehr interessanter Artikel. Ich finde eure Artikel generell sehr interessant, deswegen werde ich eure News weiter verfolgen. Macht weite so!

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