Burn-Down-Chart

Burn Down Chart

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Was bedeutet Burn-Down-Chart?

Das Burn-Down-Chart hat die Aufgabe, die noch anstehende Arbeit eines Projekts darzustellen. Meist kommt dieses Chart in der Scrum-Methode im Zusammenhang mit Scrum-Teams zur Anwendung. Es bietet einen Überblick in Form einer visuellen Darstellung ĂŒber die Arbeit innerhalb eines Projekts. Auf diese Weise stellt es dar, welche Arbeit noch zu verrichten ist und gibt gleichermaßen Auskunft ĂŒber die Arbeitsgeschwindigkeit eines Teams. Als wichtiger Eckpfeiler einer Arbeitsphase lĂ€sst das Burn-Down-Chart RĂŒckschlĂŒsse darauf zu, ob beteiligte Entwickler die richtige Anzahl an Aufgaben verrichten. Aus dem Chart lassen sich Informationen ableiten, die in die anschließende Planungsphase einfließen. Damit trĂ€gt es zu einer angemessenen zeitlichen Planung bei.

Überblick und Einsatz des Burn-Down-Charts

PrimĂ€rer Einsatzbereich des Burn-Down-Charts ist ein Daily-Scrum-Meeting, in dem die Teilnehmer der Scrum-Teams ihre verbleibenden TĂ€tigkeiten tĂ€glich aufzeichnen. Typischerweise werden im Burn-Down-Chart jeden Tag im Anschluss an das Daily-Scrum-Meeting noch zu erledigende TĂ€tigkeiten abgetragen, die zum Abschluss sĂ€mtlicher Aufgaben im Rahmen eines Sprints noch zu erfĂŒllen sind.

Das Scrum-Team hat auf diese Weise eine tĂ€gliche Einsicht in das verbleibende Arbeitspensum, den Aufwand und die restliche Dauer des Sprints. NĂŒtzlich ist ein Burn-Down-Chart bei der Retrospektive sowie bei Review-Meetings. In diesem Zusammenhang hilft das Chart bei der Abarbeitung verschiedener Arbeiten aus dem Sprint-Backlog.

Burn-Down-Chart in der agilen Software-Entwicklung

HĂ€ufig bevorzugen Software-Entwickler die agile Herangehensweise. Die agile Software-Entwicklung wird insbesondere im Zusammenhang mit der Scrum-Methode thematisiert. Das Scrum-Verfahren geht mit einer Reihe von VorzĂŒgen bei Planung und Umsetzung von Projekten einher. Das Burn-Down-Chart kommt in diesem Zusammenhang insbesondere zur Messung des jeweiligen Fortschritts zum Einsatz. Dieses unterstĂŒtzt Entwickler unter anderem bei der EinschĂ€tzung der Entwicklung des Backlog-Items sowie bei der Beurteilung der voraussichtlichen Dauer. Sowohl fĂŒr den Sprint-Backlog als auch fĂŒr den Product-Backlog kommen Burn-Down-Charts zum Einsatz.

Kriterien und Voraussetzungen

Eine korrekte Anwendung des Burn-Down-Charts ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden beziehungsweise mĂŒssen bestimmte Kriterien gegeben sein, um den Chart sinnvoll nutzen zu können. ZunĂ€chst ist es von Bedeutung, dass Art, Umfang und Details der auszufĂŒhrenden Tasks angemessen sind. Insbesondere sollte der Umfang der ausbleibenden Tasks ein bestimmtes Maß nicht ĂŒberschreiten. Dies ist von Bedeutung, damit Software-Entwickler eine Möglichkeit haben, den Restaufwand realistisch einzuschĂ€tzen. User-Storys sollten daher auf eine angemessene Anzahl von Tasks beziehungsweise Arbeitsschritten reduziert werden. Handelt es sich um grĂ¶ĂŸere Scrum-Projekte, so hat dies eine höhere Menge an Anforderungen zur Folge, die jeweils softwareunterstĂŒtzt verwaltet werden mĂŒssen.

Weiterhin ist zu berĂŒcksichtigen, dass der Restaufwand nicht mit dem bereits erbrachten Aufwand zu verwechseln ist. Entwickler mĂŒssen entsprechend den Restaufwand eines bestimmten Tasks tĂ€glich neu schĂ€tzen. Der bereits erbrachte Aufwand hat keine Bedeutung fĂŒr die SchĂ€tzung des verbleibenden restlichen Aufwands im Burn-Down-Chart. FĂ€llt der an einem Termin geschĂ€tzte Restaufwand beispielsweise höher aus als an einem frĂŒheren Termin eingeschĂ€tzt, so ist der höhere Restaufwand im Chart anzugeben.

Daher ist es erforderlich, dass Entwickler den Restaufwand jeden Tag am Ende eines Arbeitstages erneut schÀtzen. Nur wenn diese Aufgabe konsequent verfolgt wird, kann ein Burn-Down-Chart den tatsÀchlichen Stand eines Sprints widerspiegeln.

Funktionsweise und Arbeitsschritte

ZunĂ€chst gehen einem Burn-Down-Chart Story-Points voraus. Bereits vor einem Sprint werden die Story-Points erstellt und lassen RĂŒckschlĂŒsse auf den Aufwand zu. Die AbschĂ€tzung des Aufwands erfolgt ĂŒber die durch das Team ermittelten Backlock-Items. Hierbei kommen ZeitschĂ€tzungen zum Einsatz, die eine tatsĂ€chliche oder eine relative Zeitangabe zulassen. Als Gesamtheit der im Rahmen der Backlog-Items berechneten AufwĂ€nde spielt der Initial-Sprint-Effort eine wichtige Rolle. Dieser bleibt konstant, sofern sich die Sprintdauer sowie die VerfĂŒgbarkeit der Mitglieder des Teams nicht Ă€ndern. Der ideale Wert wird im Rahmen des ersten Sprints nach und nach berechnet.

Noch im Rahmen der Dauer eines Sprints werden Daily-Scrum-Meetings abgehalten. Hierbei berichtet jedes Mitglied eines Teams den gegenwĂ€rtigen aktuellen Status bei der Erledigung von Aufgaben. Hierbei kommen sowohl absolute als auch relative Angaben zum Einsatz. Relative Werte stellen Prozentzahlen dar (beispielsweise 60 Prozent erledigt). Als absolute Werte kommen beispielsweise Zeitangaben in Stunden zur Anwendung (beispielsweise 2 Stunden Restdauer). Die Gesamtheit aller verbleibenden Aufgaben (Remaining Efforts) fĂŒr sĂ€mtliche Backlog-Items eines Sprints trĂ€gt auch die Bezeichnung Remaining-Sprint-Effort. Besagter Wert ist tĂ€glich in das Burn-Down-Chart als Diagramm einzutragen.

Vorteile des Burn-Down-Charts

  • Bei einer Erstellung nach angemessenen Kriterien liefert ein Burn-Down-Chart anschauliche und prĂ€zise Resultate. Bis auf eine Stunde genau können die Angaben in einem solchen Chart ausfallen. Die EintrĂ€ge im Diagramm entsprechen richtigen Ergebnissen, sofern Teammitglieder keine SchĂ€tzungen, sondern tatsĂ€chliche Erfolge eintragen. Hierbei ist es jedoch wichtig, dass Entwickler angemessen schĂ€tzen und sich der gewĂ€hlte Ansatz als realistisch herausstellt.
  • Unter diesen Voraussetzungen eignet sich das Chart als einfaches Hilfsmittel fĂŒr die Aufgabe des Sprint-Controllings. Es lĂ€sst sich als Indikator verwenden, wie effizient Teammitglieder arbeiten und inwiefern sie sich noch im Rahmen eines vorgesehenen Zeitplans befinden. Die tĂ€gliche Aktualisierung des Burn-Down-Charts macht es zudem zu einem wichtigen Mittel zur Erkennung möglicher Risiken. Gleichfalls eignet es sich als Kommunikationsmittel fĂŒr Mitarbeiter, Stakeholder und Kunden.

Kritik und Alternativen: Burn-Up-Chart

Die Tatsache, dass nur noch bestehende, nicht jedoch bereits erledigte Arbeiten im Fokus stehen, gilt als Kritikpunkt. In der tĂ€glichen Arbeit werden lediglich die bevorstehenden Tasks thematisiert und nach und nach abgearbeitet, wĂ€hrend Erledigtes keine BerĂŒcksichtigung mehr findet. Es gilt außerdem in der Praxis als problematisch, dass es bei der Darstellung mit Flipcharts zur Verschiebung der Verlaufslinie in beide Richtungen kommen kann.

Weiterhin basieren Burn-Down-Charts auf der nicht immer realistischen Annahme eines konstanten Einsatzes von Ressourcen. Da sich die zur VerfĂŒgung stehenden Ressourcen Ă€ndern, hat dies Auswirkungen auf die Planung. Eine Möglichkeit, hierauf zu reagieren ist die Modifikation des Diagramms, sodass die Ideallinie von der geraden Linie abweicht. AusfĂ€lle (beispielsweise durch knappere Ressourcen, Krankheit oder Urlaub) können somit berĂŒcksichtigt werden. Hierbei ist es jedoch von Bedeutung, dass die Ideallinie im Endeffekt wieder einem geraden Verlauf folgt.

Der Zusammenhang zwischen Planung und Realisierung hĂ€ngt sehr von der PrĂ€zision ab, mit der das Team den Aufwand eingeschĂ€tzt hat. Bei Abweichungen der EinschĂ€tzungen kommt es auch zur Abweichung des Ergebnisses. Dem lĂ€sst sich mit einem Effizienzfaktor entgegenwirken. Bevor die Ideallinie gezeichnet wird, kann dieser mit dem ursprĂŒnglich eingeschĂ€tzten Aufwand multipliziert werden.

Alternative

Eine Alternative zum Burn-Down-Chart finden Entwickler im Burn-Up-Chart. Dieser entspricht einer kontrĂ€ren Darstellung und spiegelt die bereits geleisteten Aufgaben dar, wĂ€hrend die noch anstehenden Aufgaben weniger berĂŒcksichtigt werden. Hierbei entspricht auch der Graph des Diagramms der Spiegelung des Burn-Down-Charts. Dies bedeutet einen Verlauf der Linie von links unten nach rechts oben.


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