Customer Effort Score (CES)

Was ist der Customer Effort Score?

Der Customer Effort Score, kurz CES, ist eine Kennzahl für den Aufwand, den ein Kunde bei einer konkreten Interaktion mit einem Unternehmen empfindet. Eine kurze Befragung erfasst beispielsweise, wie einfach ein Kauf, eine Kontaktaufnahme oder die Lösung eines Servicefalls war. Ein geringer wahrgenommener Aufwand weist auf eine reibungsarme Customer Journey hin.

Bedeutung des Customer Effort Score

Der Customer Effort Score misst den subjektiv wahrgenommenen Kundenaufwand an einem bestimmten Kontaktpunkt. Typische Messpunkte sind der Bestellprozess, die Registrierung, eine Supportanfrage, die Rückgabe eines Produkts oder das Auffinden einer Information auf einer Website.

Die Kennzahl basiert auf der Annahme, dass einfache Abläufe die Kundenerfahrung verbessern. Muss ein Nutzer mehrfach nachfragen, lange Formulare ausfüllen oder zwischen verschiedenen Kanälen wechseln, steigt sein wahrgenommener Aufwand. Der CES macht solche Reibungspunkte messbar.

Eine typische Frage lautet: Wie einfach war es für dich, dein Anliegen zu erledigen? Die Antwort erfolgt meist auf einer Skala von 1 bis 5 oder 1 bis 7. Unternehmen müssen eindeutig erklären, ob ein hoher oder niedriger Wert für wenig Aufwand steht.

Customer Effort Score berechnen

Für die Berechnung des Customer Effort Score werden die vergebenen Bewertungen addiert und durch die Anzahl der gültigen Antworten geteilt. Bei einer Skala, auf der 1 für sehr schwierig und 7 für sehr einfach steht, ist ein höherer Durchschnittswert positiv.

Die Formel lautet: CES = Summe aller Bewertungen geteilt durch die Anzahl der Antworten. Vergeben 100 Kunden zusammen 560 Punkte, beträgt der durchschnittliche Customer Effort Score 5,6 auf einer Skala von 1 bis 7.

Alternativ lässt sich der Anteil positiver Antworten berechnen. Bei einer Skala von 1 bis 7 können beispielsweise die Bewertungen 5, 6 und 7 als geringer Aufwand definiert werden. Geben 75 von 100 Teilnehmern eine solche Antwort, liegt der positive CES-Anteil bei 75 Prozent.

Beide Berechnungsmethoden sind zulässig, dürfen aber innerhalb einer Auswertung nicht vermischt werden. Für belastbare Zeitvergleiche müssen Frage, Skala, Messzeitpunkt und Berechnungsweise gleich bleiben. Ein Wechsel der Methode kann Veränderungen erzeugen, obwohl sich die tatsächliche Kundenerfahrung nicht verändert hat.

Was ist ein guter CES?

Ein allgemein gültiger guter Customer Effort Score existiert nicht, weil Skalen, Fragen und Auswertungsmethoden variieren. Aussagekräftiger als ein branchenübergreifender Richtwert ist der Vergleich mit früheren Messungen, einzelnen Kundengruppen und verschiedenen Kontaktpunkten.

Ein Wert von 5,8 auf einer Skala bis 7 kann beispielsweise positiv wirken. Er bleibt jedoch wenig aussagekräftig, wenn nicht bekannt ist, ob Neukunden, Bestandskunden oder Nutzer nach einem Supportfall befragt wurden. Der Kontext bestimmt, wie der Messwert zu interpretieren ist.

CES richtig erheben

Der beste Zeitpunkt für eine CES-Befragung liegt unmittelbar nach der untersuchten Interaktion. Kunden erinnern sich dann noch an einzelne Schritte und können den erforderlichen Aufwand genauer bewerten. Eine spätere allgemeine Befragung vermischt häufig mehrere Erlebnisse.

Eine belastbare Erhebung folgt einem festen Ablauf:

  • Definiere einen konkreten Kontaktpunkt wie Bestellung, Registrierung oder Support.
  • Formuliere eine kurze und neutrale Frage zum empfundenen Aufwand.
  • Verwende eine verständlich beschriftete und dauerhaft einheitliche Skala.
  • Ergänze ein freiwilliges Kommentarfeld für die Ursache der Bewertung.
  • Werte Ergebnisse nach Gerät, Kanal, Kundengruppe und Prozessschritt aus.

Die Zahlenbewertung zeigt, ob ein Prozess leicht oder mühsam wahrgenommen wird. Das Kommentarfeld erklärt, warum dieser Eindruck entsteht. Aussagen wie „Ich musste meine Daten zweimal eingeben“ oder „Die Rückgabebedingungen waren schwer zu finden“ liefern konkrete Ansätze für die Optimierung.

Ein CES-Wert ohne klar definierte Skala kann falsch interpretiert werden. Wenn bei einer Befragung 1 für sehr einfach und bei einer anderen 1 für sehr schwierig steht, sind die Ergebnisse nicht direkt vergleichbar. Die Bedeutung jeder Skalenstufe muss deshalb sichtbar und eindeutig sein.

Relevanz für digitales Marketing

Der Customer Effort Score ist kein direkter Ranking-Faktor für Google. Er liefert jedoch Hinweise auf Schwierigkeiten, die Conversion, Wiederkehr und Kundenzufriedenheit beeinflussen können. Ein Inhalt kann organisch gut ranken und trotzdem wenig Geschäftswert erzeugen, wenn Nutzer ihr Ziel auf der Zielseite nur mit hohem Aufwand erreichen.

Im SEO zeigt der CES, ob eine Seite nach dem organischen Klick die Suchintention erfüllt. Lange Formulare, unklare Navigation oder fehlende Informationen erhöhen den Aufwand. Eine strukturierte Optimierung von UX und Usability kann solche Hürden anhand konkreter Nutzerwege untersuchen.

Im SEA hilft die Kennzahl bei der Bewertung von Zielseiten hinter Google Ads. Eine hohe Klickrate allein belegt noch keine gute Nutzererfahrung. Wenn Anzeigen eine einfache Lösung versprechen, der anschließende Prozess aber viele Schritte verlangt, können Conversion-Rate und Wirtschaftlichkeit sinken. Ergänzende Technik-Checks für Google-Ads-Zielseiten decken weitere Ursachen auf.

Für GEO, also Generative Engine Optimization, ist der CES vor allem nach dem Besuch relevant. Eine Empfehlung durch ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Grok kann einen Nutzer zur Website führen. Ob daraus eine Anfrage oder ein Kauf entsteht, hängt auch davon ab, wie leicht er dort Informationen findet und die gewünschte Handlung abschließt.

Unterschied zu NPS und CSAT

Der Unterschied zwischen Customer Effort Score, Net Promoter Score und Customer Satisfaction Score liegt im Messziel. Der CES bewertet den Aufwand einer Interaktion, der NPS die Weiterempfehlungsbereitschaft und der CSAT die Zufriedenheit mit einem Erlebnis, Produkt oder Service.

KennzahlZentrale FrageMesszielTypischer Einsatz
CESWie einfach war die Erledigung?Wahrgenommener AufwandBestellung, Support, Registrierung
NPSWie wahrscheinlich ist eine Empfehlung?Kundenbindung und LoyalitätÜbergreifende Markenbewertung
CSATWie zufrieden bist du?Zufriedenheit mit einem ErlebnisProdukt, Kauf oder Servicekontakt

Die drei Kennzahlen können sich ergänzen. Ein Kunde kann mit dem Ergebnis eines Supportfalls zufrieden sein und trotzdem einen hohen Aufwand erlebt haben. In diesem Fall fällt der CSAT positiv aus, während der CES einen verbesserungsbedürftigen Prozess anzeigt.

Customer Effort Score verbessern

Zur Verbesserung des Customer Effort Score solltest du zunächst den Prozess mit den schwächsten Bewertungen untersuchen. Durchschnittswerte über die gesamte Customer Journey verdecken häufig einzelne Hürden. Eine getrennte Analyse nach mobilen Geräten, Desktop, Neukunden, Bestandskunden und Traffic-Kanal macht Ursachen genauer sichtbar.

Typische Maßnahmen zur Senkung des Kundenaufwands sind verständliche Formulare, eine eindeutige Navigation, konsistente Informationen und leicht erreichbare Kontaktmöglichkeiten. Im E-Commerce können außerdem transparente Lieferangaben, Gastbestellungen und klar erklärte Rückgabeprozesse die Anzahl unnötiger Schritte reduzieren.

Die Wirkung einer Optimierung sollte mit weiteren Kennzahlen geprüft werden. Dazu gehören Conversion-Rate, Abbruchrate, Supportanfragen und Bearbeitungsdauer. Der ROI im Online-Marketing zeigt anschließend, ob die Maßnahme auch einen wirtschaftlichen Beitrag leistet.

Häufige Fragen zum Kundenaufwand

Wie oft sollte der Customer Effort Score gemessen werden?

Der CES sollte kontinuierlich oder in festen Intervallen direkt nach dem relevanten Kontaktpunkt erhoben werden. Bei wenigen Transaktionen ist eine monatliche oder quartalsweise Auswertung sinnvoll, damit genügend Antworten für einen belastbaren Vergleich vorliegen.

Welche Skala eignet sich für den CES?

Häufig werden Skalen von 1 bis 5 oder 1 bis 7 verwendet. Wichtiger als die Anzahl der Stufen ist eine eindeutige Beschriftung, aus der hervorgeht, welcher Wert für einen geringen und welcher für einen hohen Aufwand steht.

Wie viele Antworten braucht eine CES-Umfrage?

Eine feste Mindestzahl gilt nicht für jedes Unternehmen. Je kleiner die Stichprobe ist, desto stärker können einzelne Bewertungen den Durchschnitt verändern. Ergebnisse sollten deshalb zusammen mit Antwortzahl, Zeitraum und Kundengruppe dokumentiert werden.

Kann der Customer Effort Score negativ sein?

Ein negativer CES ist nur bei einer Berechnung möglich, die positive und negative Antwortwerte gegeneinander aufrechnet. Bei der üblichen Durchschnittsberechnung auf einer Skala von 1 bis 5 oder 1 bis 7 bleibt das Ergebnis positiv.

Wann sollte die CES-Frage gestellt werden?

Die Frage sollte unmittelbar nach der untersuchten Handlung erscheinen, etwa nach einer Bestellung oder einem abgeschlossenen Servicefall. Dieser Zeitpunkt reduziert Erinnerungslücken und ordnet die Antwort einem klaren Erlebnis zu.

Reicht der CES zur Bewertung der Customer Experience aus?

Der CES allein bildet die Customer Experience nicht vollständig ab. Er sollte mit Kennzahlen wie CSAT, NPS, Conversion-Rate, Abbruchrate und qualitativen Kundenkommentaren kombiniert werden, damit Aufwand, Zufriedenheit und wirtschaftliche Wirkung getrennt erkennbar bleiben.

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