OSG Blog

Keyword Kannibalisierung – der interne Kampf um die Rankings Keyword Kannibalisierung – der interne Kampf um die Rankings
Unter „Keyword Kannibalisierung“ versteht man die direkte Konkurrenz verschiedener Seiten für das gleiche Keyword. Nehmen wir beispielsweise an, dass ein Shop eine Kategorie „Jacken“... Keyword Kannibalisierung – der interne Kampf um die Rankings

Keyword Kannibalisierung - gibt es sie wirklich?

Unter „Keyword Kannibalisierung“ versteht man die direkte Konkurrenz verschiedener Seiten für das gleiche Keyword. Nehmen wir beispielsweise an, dass ein Shop eine Kategorie „Jacken“ hat. Veröffentlicht er einen weiteren Artikel im Blog, der „Jacken – alles, was man dazu wissen muss“ heißt, hat er einen Artikel, der auf das gleiche Keyword optimiert ist, wie auch die bereits vorhandene Kategorie.

An dieser Stelle sollte vielleicht zunächst zwischen „Keyword Kannibalisierung“ und „Duplicate Content“ unterschieden werden. „Duplicate Content“ bedeutet es gibt eine eins zu eins Kopie einer Seite, weil zum Beispiel (unabhängig von technischen Aspekten) der selbe Kategorietext auf mehreren Seiten verwendet wird. Zudem gibt es auch „Near Duplicate Content“, dieser besteht aus sehr vielen gleichen Textbausteinen, die auf verschiedenen Seiten nur minimal variiert werden. Der große Unterschied besteht also darin, dass zur Keyword Kannibalisierung um zwei völlig unterschiedliche Texte handelt, die aber auf ein und dasselbe Keyword optimiert sind.

Welche der Seiten findet Google also relevanter für das Keyword „Jacken“?

Welche Seite Google für das Keyword ranken lässt hängt von verschiedenen On- und Offpage Faktoren ab.

  1. Welche Seite ist intern besser verlinkt?
  2. Welche Seite hat den „optimierteren“ Text (Länge, Bilder, etc.)?
  3. Welche Seite hat die besseren User-Signale?
  4. Welche Seite ist von extern besser verlinkt?

Gerade bei dem Thema der externen Verlinkung ist es oft schwierig eine Kategorie besser dastehen zu lassen als einen guten Blogartikel.

Was macht Google also, wenn es sich nicht entscheiden kann, welche Seite ranken soll? Es lässt keine der Seiten wirklich gut ranken und genau das ist das große Problem an der Sache.
Um noch zu untermauern, dass Keyword Kannibalisierung tatsächlich ein Problem und zwar genau dieses Problem mit sich bringt, kommt es hier ein Beispiel. Wer seine eigenen Keywords überprüfen möchte, kann dies mit Hilfe der Keyword Historie bei Sistrix nachsehen.

Die Keyword Historie bei Sistrix nutzen

Quelle: Sistrix

 

Das ist der Rankingverlauf für das Keyword „Weihnachtsgeschenke“ bei danato.com. Das beste Rankingergebnis war Platz 8. Insgesamt haben hier im letzten Jahr drei verschiedene URLs für das Keyword gerankt:

Keyword Kanibalisierung Weihnachtsgeschenke danato

Quelle: Sistrix

http://www.danato.com/weihnachtsgeschenke-weihnachten-l2.html
http://www.danato.com/weihnachtsgeschenke-mama-l2.html
http://www.danato.com/weihnachtsgeschenke-freundin-l2.html

Bei einer genaueren Analyse der Seiten sind mehrere Punkte auffällig. Zum einen steht das Keyword in jeder der URLs und alle URLs sind hierarchisch auf der gleichen Ebene. Jede der drei Seiten hat einen Text, bei der Hauptseite für Weihnachtsgeschenke mit 1600 Wörtern und bei den anderen beiden etwa 830. Die Keyworddichte liegt bei 1,14%, 1,06% und 1,38%, was bedeutet, dass „Weihnachtsgeschenke für die Freundin“ mehr auf „Weihnachtsgeschenke“ optimiert ist, als der Text der eigentlichen Hauptkategorie (getestet mit http://www.seonaptics.de/keyworddichte-seo-tool.html).

Im Vergleich dazu betrachten wir die Seite, die für „Weihnachtsgeschenke“ auf Platz 1 rankt https://www.design-3000.de/Geschenke/Weihnachtsgeschenke/. Hier hat 2016 ebenfalls eine Woche lang eine andere URL gerankt und zwar https://www.design-3000.de/Geschenke/Weihnachtsgeschenke/Weihnachtsgeschenke+fuer+die+Freundin/ auf Platz 24. „Weihnachtsgeschenke für die Freundin“ an sich rankt auf Platz 2 mit dieser URL.

Sistrix Ranking Weihnachtsgeschenke design3000.de

Quelle: Sistrix

Auf den ersten Blick könnte es ein Faktor sein, dass die URL eine Ebene tiefer liegt und damit der /Weihnachtsgeschenke/ Seite „untergeordnet“ ist. Die Seiten von design3000.de hatten ebenfalls bis wenigstens Juli kaum oder wenig Text (geprüft über http://web.archive.org) und dennoch hat hier die „richtige“ Seite gerankt.

Eine weitere Auffälligkeit ist die Keyworddichte. Bei dem allgemeinen Text zu „Weihnachtsgeschenke“ liegt die Keyworddichte bei 2,55%, bei dem Text in Kombination mit Freundin liegt sie jedoch nur bei 1,54% und für „Freundin“ dafür bei 3,27%. Der Text auf der Seite „Weihnachtsgeschenke für die Freundin“ ist außerdem deutlich kürzer.

 

Wie kann es dann sein, dass beispielweise die Glamour für ein Keyword mit mehr als einer Seite rankt?

Eine interessante Frage über die ich hier gerne einmal spekuliere.

Die Seite glamour.de (ein deutsches Fashion und Beauty Magazin) rankt mit dem Keyword „Schuhtrends“ auf Platz sechs und sieben (Stand 20.2.2017). Hier sollte gleich angemerkt werden, dass Glamour auf Platz 2 gerankt hat, bevor ein neuer Artikel mit gleicher Keyword-Ausrichtung online gegangen ist und seither stetig an Rankings verliert.

http://www.glamour.de/mode/modetrends/schuhtrends-fruehjahr-sommer-2017
http://www.glamour.de/mode/modetrends/schuhtrends-herbst-winter-2016-17

Meine erste Vermutung warum es überhaupt funktioniert, weil die Glamour ein Magazin, also „Informationsportal“ ist und beispielsweise kein Shop und demnach eher verschiedene relevante Informationen auf unterschiedlichen Seiten bereitstellen kann.

Die beiden Seiten, die aktuell noch Rankings haben sind tatsächlich auch relevant. Bei einer Suchanfrage wie „Schuhtrends“ ist es schwer abzusehen welche Intention der User hat. Möchte er aktuelle Trends oder sucht er eher etwas für die nächste Saison? Dadurch, dass Google hier beide Ergebnisse ausspielt sind auch beide Suchintentionen abgedeckt und es kann damit die bestmögliche Usererfahrung gewährleistet werden.

Keyword Wettbewerb und Suchvolumen

Ein weiterer wichtiger Faktor, der betrachtet werden sollte, sind die Keywords selbst.

Wertigkeiten der untersuchten Keywords zur Kannibalisierung Google Keyword Planer

Quelle: Google Keyword Planer

„Weihnachtsgeschenke“ hat nicht nur das höchste Suchvolumen, sondern auch den höchsten Wettbewerb und ist von der generellen Ausrichtung und er möglichen User-Intention eher ein Keyword, das nach einem Shopping-Ergebnis verlangt. FUNKTIONIERT NICHT

„Schuhtrends“ hat deutlich weniger Suchvolumen und auch einen geringeren Wettbewerb. Es ist ebenfalls, wie bereits beschrieben, eher ein informatives Thema. FUNKTIONIERT ETWAS

„Wein online Discount“ ist ein neues Keyword über das ich zufällig gestolpert bin.

Hier rankt der Netto tatsächlich auf Platz 1 und 2. Allerdings hat das Keyword weder Suchvolumen, noch Wettbewerb und auch bei Sistrix wird es nicht mal überwacht. FUNKTIONIERT

 

Wie lässt sich Keyword Kannibalisierung vermeiden oder bereinigen?

Wer im Vorfeld sichergehen möchte, dass bei seiner Seite dieses Problem gleich gar nicht auftritt, kann bei der Keyword Recherche und der Erstellung eines Content Plans die nötigen Vorkehrungen treffen.

Der richtige Keyword-Fokus

Zum einen sollte jede Seite einen und zwar seinen eigenen Keyword-Fokus haben. Dabei ist es egal, ob man ein Fan von holistischem Content ist oder für jedes Synonym eine eigene Seite erstellt – Keywords, die bereits für eine Seite vergeben sind, können und sollen nicht an anderer Stelle ebenfalls ein Fokus-Keyword sein. Der Blog sollte daher auch nur ergänzende Keywords abdecken. Nehmen wir wieder das Jacken Beispiel: Anstatt den Blogartikel „Jacken – alles, was man dazu wissen muss“ zu nennen, könnte der Titel „Das zieht Man(n) diesen Winter drüber“. Der Titel ist witzig, etwas doppeldeutig und wird wahrscheinlich auch in den Social-Media-Kanälen besser funktionieren. Der Text an sich darf natürlich dann auch das Wort „Jacken“ enthalten, dieses sollte dann aber natürlich mit einem Link zur Kategorie versehen sein.

Der Einsatz von Landingpages

Eine andere Möglichkeit ist für jeweils ein Keyword eine Landingpage auszuwählen oder zu erstellen. Gibt es bereits weitere Landingpages mit diesem Fokus-Keyword, können diese mit einem Canonical Tag auf diese Landingpage zu verweisen. Damit erhält Google den Hinweis, dass die anderen Landigpages nicht relevant sind und eben nur diese eine ranken soll.

Das Content Merging

Für diejenigen, die bereits mehrere Seiten (vor allem zwischen Kategorie und Blog) für das selbe Keyword erstellt haben, lautet die Lösung „Content Merging“. Das bedeutet, dass aller Content von allen Seiten, die auf dieses eine Keyword optimiert sind, auf einer Seite konsolidiert wird und die anderen Seiten dann per 301 Redirect auf diese weitergeleitet werden.

Bei dem Beispiel von danato.com wäre eine einfache Möglichkeit gewesen, die Keyworddichte für „Weihnachtsgeschenke“ auf allen anderen Seiten zu reduzieren und intern aus dem Text mit dem Keyword auf die „Hauptkategorie“ zu verlinken.

Gerade bei der Keyword Kanibalisierung kann gerade diese Detailarbeit einiges bewirken. Funktioniert diese Methode jedoch nicht, kann man immer noch darüber nachdenken Content Merging oder die Erstellung von Landingpages zu versuchen.

Titelbild: Copyright © iStock/elementals

Keyword Kannibalisierung – der interne Kampf um die Rankings
5 (100%) 5 votes

Aniela Glashauser

Aniela Glashauser ist SEO Manager bei der Online Solutions Group. Sie arbeitet seit 2009 im Online Marketing und hat dort Erfahrungen in den Bereichen SEO, Linkaufbau, Kooperationen und Content Marketing gesammelt. Als Account Managerin betreut Sie unsere Kunden zu Themen wie Onpage Technik, Content Marketing Strategien und Linkaufbau.

Bisher keine Kommentare.

Sei der Erste der einen Kommentar hinterlässt.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.