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Google-Bombing

Was ist Google-Bombing?

Mit dem Begriff Google-Bombing wird eine Vorgehensweise bezeichnet, eine Internetseite durch eine Nutzung fremder Keywords möglichst weit oben in den Suchergebnislisten anzeigen zu lassen. Meist handelt es sich hierbei um Suchbegriffe, die mit dem Inhalt der Seite in keinem Zusammenhang stehen und somit irrelevant sind. Google-Bombing wird auch als Google-Washing bezeichnet. Diese Form von Beeinflussung der Suchergebnisse kommt in den meisten Fällen zustande, indem mehrere für das Keyword relevante Seiten auf die Zielseite verlinkt werden.

Überblick und Allgemeines zum Google-Bombing

Google-Bombing beschreibt eine bewusste Manipulation der Suchergebnisse für bestimmte Begriffe im Sinne einer Optimierung einer Internetseite im Suchindex. Das Profil der Seite wird damit künstlich verbessert. Dies geschieht durch eine bestimmte Form von Verlinkung, bei der auf die Zielseite verweisende Links mit bestimmten Keywords verknüpft sind. Diese spielen auf der Zielseite keine Rolle. Damit ist die Zielseite für Suchende im Hinblick auf diesen Schlüsselbegriff irrelevant. Die Platzierung einer hohen Anzahl von Links kann das Ranking in den Suchmaschinen-Ergebnislisten (SERPs) deutlich verbessern.

Umsetzung, Einsatzbereiche und Beispiele

Umgesetzt werden Google-Bombs beispielsweise in Form von Crowdsourcing. Hierbei tragen viele Seitenbetreiber dazu bei, Begriffe auf die Zielseite zu verlinken.

Google-Bombing kann zahlreichen Zwecken dienen. Besondere Berühmtheit erlangten Google-Bombs, die zur politischen Meinungsbildung beitragen sollten. Hierbei werden meist Diffamierungen oder negative Begriffe mit einer Zielseite verknüpft. Ein Beispiel ist der Suchbegriff “miserable failure“, der im Jahr 2004, zur Ära des damaligen US-Präsidenten George W. Bush, auf dessen Biografie auf der Internetseite des Weißen Hauses führte. Es dauerte bis Anfang 2007, bis diese Bomb durch einen neuen Filteralgorithmus entfernt werden konnte.

Ebenfalls mit Bushs Irak-Politik verknüpft war die Verlinkung des Suchbegriffes “Weapons of mass destruction“, der auf eine humoristische Webseite führte. Auf dieser wurde angegeben, die Massenvernichtungswaffen könnten nicht angezeigt werden, womit der US-amerikanische Vorwand für den Einmarsch in den Irak aufs Korn genommen wurde. Ähnlich wie der US-Präsident wurde auch der damalige britische Premierminister Tony Blair 2005 mit einer Google-Bomb verlinkt. Er stand oben in den Suchergebnissen beim Suchbegriff “liar” (Lügner).

Der Begriff Google-Bombing hat sich aufgrund der hohen Popularität und Verbreitung der Suchmaschine des Marktführers durchgesetzt. Handelt es sich um eine andere Suchmaschine als Google, so ist auch von Link-Bombing, Link-Spam, Negative SEO oder Spam-Dexing die Rede.

Prinzip und Algorithmen

Das zugrunde liegende Funktionsprinzip des Google-Bombings ist der PageRank-Algorithmus. Die Suchergebnisse heutiger SERPs basieren noch immer teilweise auf diesem Algorithmus. Beim Google-Bombing wird diese Methode ausgenutzt, mit der Google grundsätzlich eine Bewertung von Webseiten durchführt, um über ihr Ranking zu entscheiden. Die Bewertung erfolgt gemäß PageRank auf Basis von auf eine Webseite verweisende Keywords und Links. Mit der Anzahl der Links, die von entsprechenden Begriffen auf eine Webseite verlinken, steigt das Ranking der Webseite in den SERPs. Dies macht es grundsätzlich möglich, Webseiten mit einer hohen Zahl von Verlinkungen zu irrelevanten Begriffen zu versehen und sie damit für diese Begriffe weiter oben in den Ergebnislisten ranken zu lassen.

Die heutige Funktionsweise Googles arbeitet jedoch mit weiteren Faktoren zur Beurteilung der Webseiten. Das Ranking hängt nicht nur mit der quantitativen Häufigkeit der Links zusammen, sondern auch mit der inhaltlichen Relevanz. Ranking-Faktoren inhaltlicher, technischer und struktureller Art sind zahlreich. Genauen Rückschluss auf sämtliche Aspekte lässt Google nicht zu, doch gehen Experten von mehr als 200 Ranking-Faktoren aus.

Nachdem Google in der Vergangenheit aufgrund des PageRank-Algorithmus sehr anfällig für SERP-Manipulationen war, reagierte der Suchmaschinenbetreiber mit neuen Algorithmen. Durch einen Filteralgorithmus bleiben die manipulierten Ergebnisse auf Kommentare sowie Forenbeiträge reduziert. Die Linkstruktur, das heißt auch die verlinkenden Webseiten und ihre Suchbegriffe werden genauestens analysiert, um mögliche Bombing-Maßnahmen zu entschleiern und auszusortieren. Hiervon ausgenommen sind Beiträge, die über Google-Bombing-Phänomene selbst berichten. Diese haben eine hohe Relevanz für eine Suchanfrage. So führt etwa der oben erwähnte Begriff “miserable failure” heute zum Webseiten, die über Google-Bombings berichten.

Zur Aufdeckung des Bombings kommen Methoden zum Einsatz, die nach linkbasierten Mustern oder textuellen Strukturen suchen. Manipulationen können auf diese Weise strukturell identifiziert werden. Google zeigt ein deutliches Vorgehen gegen die Manipulation der SERPs, damit die Objektivität seiner Suchergebnisse gewahrt bleibt. Ähnlich geht Google auch gegen andere Manipulationsversuche vor, darunter Linkfarmen, Keyword-Spam, Cloaking oder Click-Fraud.

Ursprünge und Entwicklung

Als eines der ersten Phänomene, die als Google-Bomb bezeichnet werden können gilt ein Verweis auf die Internetseite von Microsoft aus dem Jahr 1999. Der Suchbegriff “more evil than satan himself” ließ Suchende auf diese Webseite gelangen. Dies betraf auch die Suchergebnisse anderer Suchmaschinen, beispielsweise AOL. Da diese Suchanfrage beliebter wurde, als zahlreiche andere Begriffe kam eine große Reichweite zustande, sodass viele Suchende darauf aufmerksam wurden. Diese benachrichtigten den Suchmaschinenbetreiber, um von diesem zu erfahren, dass keine werksseitige Manipulation vorliegt. Google ging zu dieser Zeit nicht von einer Manipulation aus und hielt es für eine gängige Abweichung in den Suchergebnissen. Urheber des Begriffes Google-Bombing ist Adam Mathes, der ihn aber erst 2001 prägte.

In der Frühphase des Google-Bombings waren es insbesondere Politiker, die Zielscheibe der Ranking-Manipulationen waren. Im Wesentlichen wurden ihre Internetseiten oder Webseiten, die sich auf sie bezogen, mit negativen Begriffen verlinkt. Kommerzielle Anwendung erfuhr das Verfahren erst später. Dies war meist das Schaffen von SEO-Agenturen, die Linktexte bewusst editierten, um sie auf die Zielseite verweisen zu lassen. Heute ist diese Vorgehensweise dank Änderungen des Google-Algorithmus sowie strengeren Richtlinien deutlich erschwert.

Google-Bombing und SEO

Durch Vorgehensweisen wie das Google-Bombing wurde sehr deutlich, dass das Ranking in den SERPs im Wesentlichen von Algorithmen abhängt. Diese sind grundsätzlich für Manipulationen offen. Auch der Suchmaschinenbetreiber selbst hebt hervor, dass die Suchergebnislisten im Allgemeinen nicht durch manuelle Eingriffe beeinflusst werden. Ziel des Bombings ist es hingegen, direkten Einfluss auf die SERPs zunehmen.

Durch gezieltes Ausnutzen des PageRank-Algorithmus und seiner speziellen Abhängigkeiten lassen sich die Ergebnisse des automatisierten Ranking-Verfahrens schnell in ihr Gegenteil verkehren. Die Resultate gaben für Google neben anderen Aspekten Anlass, im Verlaufe der Zeit neue Ranking-Faktoren einzuführen. Durch diese werden Suchergebnislisten schrittweise optimiert. Daher können Google-Bombs letztlich als Anstoß zur Verbesserung des Rankings in den Suchergebnislisten betrachtet werden. Aufgrund der negativen Begleiterscheinungen der reinen PageRank-Betrachtungsweise legt Google heute deutlich stärkeren Fokus auf inhaltliche Relevanz, Nutzererlebnis sowie eine sinnvolle Verlinkungs-Struktur.

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