Chipkarte

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Was ist eine Chipkarte?

Eine Chipkarte (Smartcard oder Integrated Circuit Card [ICC]) ist ein physisches elektronisches AutorisierungsgerÀt, das zur Steuerung des Zugriffs auf eine Ressource verwendet wird. Normalerweise handelt es sich dabei um eine Plastikkarte im Kreditkartenformat mit eingebetteter integrierter Schaltung. Viele Chipkarten enthalten ein Muster aus Metallkontakten, um eine elektrische Verbindung mit dem internen Chip herzustellen. Andere sind kontaktlos und einige enthalten beide Varianten.

Die Chipkarte bietet eine persönliche Identifikation, Authentifizierung, Datenspeicherung und Anwendungsverarbeitung. Zu den Anwendungen gehören Identifikation, Finanzen, Mobiltelefone (SIM), öffentliche Verkehrsmittel, Computersicherheit, Schulden und das Gesundheitswesen.

Smartcards bieten möglicherweise eine starke Sicherheitsauthentifizierung fĂŒr Single-Sign-On (SSO) in Organisationen. Mehrere Nationen haben in ihrer gesamten Bevölkerung die Chipkarte eingesetzt.

Die Entwicklung der Chipkarte

Der erste Prototyp einer Chipkarte wurde um 1975 von seinem Erfinder Roland Moreno erstellt. Der Chip wurde noch nicht miniaturisiert. Bei diesem Prototyp kann man sehen, wie jedes Bein des Mikrochips durch einen Kupferverbinder mit der Außenwelt verbunden ist.
1968 und 1969 meldeten Helmut Gröttrup und JĂŒrgen Dethloff gemeinsam die autorisierte Chipkarte an. Roland Moreno patentierte im Jahr 1974 das Speicherkartenkonzept. Ein wichtiges Patent fĂŒr Chipkarten mit Mikroprozessor und Speicher, wie sie heute verwendet werden, wurden 1976 von JĂŒrgen Dethloff angemeldet und 1978 das Patent erteilt.

Ein Jahr spĂ€ter erfand Michel Ugon von Honeywell Bull die erste Mikroprozessor-Chipkarte mit zwei Chips: Mit einem Mikroprozessor und einem Speicher. 1978 patentierte er den selbstprogrammierbaren Ein-Chip-Mikrocomputer (SPOM), der die fĂŒr die Programmierung des Chips erforderliche Architektur definiert. Drei Jahre spĂ€ter verwendete Motorola dieses Patent in seinem “CP8”. Zu dieser Zeit hatte Bull 1.200 Patente im Zusammenhang mit Chipkarten. Im Jahr 2001 verkaufte Bull seine CP8-Sparte zusammen mit seinen Patenten an Schlumberger, der anschließend seine eigene interne Chipkartenabteilung und CP8 zu Axalto zusammenbrachte. 2006 fusionierte Axalto und Gemplus, damals die beiden grĂ¶ĂŸten Chipkartenhersteller der Welt – und wurden zu Gemalto. Im Jahr 2008 löste sich Dexa Systems von Schlumberger aus und ĂŒbernahm den Bereich Enterprise Security Services, zu dem auch der Bereich der Smart Card Solutions gehörte, der fĂŒr die Implementierung der ersten großen Smart Card-Managementsysteme auf der Basis von Public Key Infrastructure (PKI) verantwortlich war.

Der erste Masseneinsatz der Karten erfolgte ab 1983 als Telefonkarte fĂŒr die Bezahlung in französischen MĂŒnztelefonen.

Nach der TĂ©lĂ©carte wurden 1992 Mikrochips in alle französischen Carte Bleue-Debitkarten integriert. Die Kunden steckten die Karte in das POS-Terminal (Point of Sale) des HĂ€ndlers ein und tippten die persönliche Identifikationsnummer (PIN) ein, bevor die Transaktion akzeptiert wurde. Nur sehr begrenzte Transaktionen (z. B. kleine MautgebĂŒhren) werden ohne PIN verarbeitet.

Smart-Card-basierte “elektronische Geldbörsen”-Systeme speichern Geld auf der Karte, sodass die Leser keine Netzwerkverbindung benötigen. Sie wurden Mitte der 90er Jahre in den europĂ€ischen Dienst aufgenommen.
Seitdem ist die Chipkarte die TeilnehmeridentitÀtsmodule (SIMs), die in GSM-MobiltelefongerÀten verwendet werden. Mobiltelefone sind auf der ganzen Welt weit verbreitet, so dass folglich auch die Chipkarte sehr verbreitet ist.

Anwendungsbereiche von Chipkarten

Die Chipkarte dient als Kredit- oder Bankomatkarte, Tankkarte, SIM-Handy fĂŒr Mobiltelefone, Berechtigungskarte fĂŒr das Pay-TV, Prepaid-Karte fĂŒr HaushaltsgerĂ€te, Identifikations- und Zugangsausweise mit hoher Sicherheit sowie Zahlungskarte fĂŒr öffentliche Verkehrsmittel und öffentliche Telefone.

Chipkarten können auch als elektronische Geldbörse verwendet werden. Der Chipkarten-Chip kann mit Geldern geladen werden, um Parkuhren, Verkaufsautomaten oder HĂ€ndler zu bezahlen. Kryptografische Protokolle schĂŒtzen den Geldaustausch zwischen Chipkarte und Maschine. Es ist keine Verbindung zu einer Bank erforderlich. Die deutsche Geldkarte wird auch verwendet, um das Alter der Kunden an Zigarettenautomaten zu ĂŒberprĂŒfen.

Chipkarten dienen zur Identifikation

Chipkarten können die IdentitĂ€t authentifizieren. In einigen FĂ€llen wird eine Public Key Infrastructur (PKI) verwendet. Die Karte speichert ein verschlĂŒsseltes digitales Zertifikat, das vom PKI-Anbieter ausgestellt wurde, zusammen mit anderen relevanten Informationen. Wenn die Karten biometrische Identifikationsdaten enthalten, können sie eine ĂŒberlegene Zwei- oder Drei-Faktor-Authentifizierung bieten.


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