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Yandex

Was ist Yandex?

Yandex ist eine russische Suchmaschine mit vielen Zusatzfunktionen. Der russisch-niederländische Konzern Yandex gehört als Suchmaschinenbetreiber zu den ganz Großen am weltweiten Markt. Im Vergleich steht er anderen erfolgreichen Suchmaschinen wie Bing oder Yahoo in nichts nach. Lediglich Google behält weltweit betrachtet die Führungsposition.

In Russland hingegen ist Yandex als Suchmaschine mit einem Marktanteil von 64 % nicht zu überbieten. Ähnlich wie Google bietet der Konzern zusätzlich ein umfangreiches Produktportfolio mit eigenen Leistungsangeboten wie E-Mail-Dienst, Kartendienst und Browser. Global gesehen liegt Yandex auf dem vierten Platz hinter Google, Baidu und Yahoo.

Von der Gründung bis zum erfolgreichen Mitstreiter am Markt

Verantwortlich für die Gründung und Ausgestaltung des Suchmaschinenbetreibers Yandex ist der russische Mathematiker Arkadi Wolosch, der mit einem Studium am sowjetischen Institut für Öl, Gas und angewandte Mathematik die Basis für seine späteren Erfolge legte. Schon 1990 bereitete er die Entwicklung der Suchmaschine für die russische Sprache vor, indem er entsprechende Suchalgorithmen erforschte und erstellte. Im Jahr 1993 gründete Wolosch mit seinem Schulfreund Ilja Segalowitsch das Unternehmen CompTek, mit dem er 1997, also bereits ein Jahr vor Gründung der Google-Suchmaschine, die erste kyrillische Suchmaschine auf den Markt brachte. Damals fehlte noch fast überall in Russland die notwendige Infrastruktur, die es der Bevölkerung möglich machte, das Internet und damit die neue Suchmaschine zu nutzen. Zudem gab es kaum Browser, die auch auf kyrillisch ausgelegt waren. Im Jahr 2000 wurde schließlich die Suchmaschine als eigenständige Firma mit dem Namen Yandex ausgegliedert.

Heute ist das russisch-niederländische Unternehmen mit seiner operativen Hauptzentrale in Moskau und einem Sitz in Amsterdam Marktführer in Russland. Dies ist vornehmlich darauf zurückzuführen, dass die Deklination oder Verb-Konjugation für das russische Umfeld besser beherrscht wird, als von der russischen Version des Suchmaschinenbetreibers Google. Das Unternehmen beschäftigt aktuell etwa 6.000 Mitarbeiter in Russland und weltweit. Zur Firma gehört neben den länderspezifischen Suchdiensten in Kasachstan, der Türkei, Weißrussland und der Ukraine ein eigenes Forschungszentrum in den USA im Silicon Valley.

Umfangreiches Können stärkt Marktposition

Yandex war von Beginn an in der Lage, alle notwendigen Grundfunktionen einer Suchmaschine sowie zahlreiche Zusatzfunktionen in gleicher Qualität anzubieten, wie dies auch bei den anderen bekannten Suchmaschinen der Fall ist. Nutzern, die eine Suchanfrage stellen, liefert die Suchmaschine mit ihrem Algorithmus ergänzende, passende Vorschläge. So wird beispielsweise bei fehlerhaft eingegebenen Suchbegriffen der vermutlich richtige Begriff vorgeschlagen. Zahlreiche eigene Crawler, die sogenannten Yandexbots, untersuchen ständig das Internet und prüfen dort die Qualität der Informationen auf den Webseiten. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Crawler, der für die Bildersuche vorgesehen ist und visuelle Suchergebnisse liefert. Damit dies besonders schnell geht, wird er von einem zusätzlichen Assistenz-Crawler unterstützt. So garantiert Yandex die hohe Zuverlässigkeit seiner Vorschläge und der Suchergebnisse.

Zu den vielen integrierten Zusatzfunktionen gehören ein umfangreicher Übersetzer und eine Rubrik für Nachrichten, die Anfragen des Nutzers mit aktuellen Berichten beantwortet. Weiterhin steht eine Kartenfunktion zur Verfügung, die ähnlich wie Google Maps eine Panoramafunktion besitzt, sodass eine Wunsch entsprechend hochauflösende Übersicht direkt vom Zielort möglich ist. Von Vorteil ist auch, dass sogenannte Interactive Search Snippets statt der normalen Snippets angezeigt werden können, mit deren Hilfe der Nutzer direkt auf der untersuchten Webseite bestimmte Handlungen vornehmen kann, beispielsweise das Buchen von Flugtickets. Die Funktion Yandex Island stellt bestimmte Funktionen in einer Box gebündelt dar und bietet anschließend die Möglichkeit, diese auf der eigenen Homepage zu integrieren (im Gegensatz zu Knowledge Graph von Google).

Nicht nur eine Suchmaschine

Neben den Tools der Suchmaschine verfügt Yandex über ein umfangreiches Spektrum zusätzlicher digitaler Dienstleistungen. Hierzu gehören neben dem bereits erwähnten Browser ein Immobilienportal, ein eigener App-Store und für Berufstätige ein soziales Netzwerk, das sogenannte Moi Krug, das ähnlich wie Xing arbeitet. Ebenso dazu gehören der eigene Online-Bezahldienst Money sowie als Alternative zu den üblichen Musik-Streamingdiensten der Service Musyka. Das eigenen Tool Metrica ist ähnlich Google Analytics für die Webanalyse vorgesehen. Zusätzlich geht Yandex bei Dienstleistungen über das normale Angebot einer Suchmaschine hinaus noch einen Schritt weiter und verfügt über eine Taxivermittlung, einen eigenen Stellenmarkt und ein erfolgreiches Immobilienportal. Besonders aufhorchen ließ zuletzt die Meldung, Yandex wolle sich in Zusammenarbeit mit Lkw- und Automobilherstellern an der Entwicklung der Technologie zum autonomen Fahren beteiligen. Geplant für eine umfangreiche Testphase ist ein autonomer Minibus.

Alle bekannten Suchmaschinen befinden sich in den Händen weltweiter großer Konzerne, die ständig mit fortschrittlicher Technologie daran arbeiten, ihre Märkte zu erweitern. Dies trifft genauso für den russischen Bereich auf die Entwicklung von Yandex zu. Trotzdem sollte man sich diesen Konzern einmal genauer betrachten. Gerade die Forschung ist für das Unternehmen ein wichtiger Baustein bei seiner weiteren Entwicklung über die bisher bekannte, normale Suchmaschinentechnik hinaus. Hier ist besonders die zum Konzern gehörende Schule für Datenanalyse zu erwähnen. Das Moskauer Institut für Physik und Technologie ermöglicht es Studenten, dort einen fachspezifischen Masterstudiengang zu absolvieren. In die gleiche Richtung weist das bereits erwähnte Forschungszentrum im Silicon Valley.

Yandex Metrica

Metrica ist das Analysetool von Yandex, das ähnlich wie Google Analytics Webmastern und SEOs das Tracking detaillierter Nutzerdaten ermöglicht. Um Metrica nutzen zu können, benötigt der Anwender hierfür zunächst einen persönlichen Account. Ist die entsprechende Registrierung erfolgreich, kann sich der Anwender mit seinem Google-, Twitter- oder Facebook-Account einloggen. Sofort erhält er aktuelle Informationen, die über Besucher und deren Verhalten auf seiner Webseite Auskunft geben. Hierzu gehören Statistiken über deren Verweildauer und über Nutzerzahlen. Diese Informationen kann er jederzeit mithilfe eines Dashboards abrufen, um sie anschließend nach geografischen und demografischen Merkmalen standardmäßig zu segmentieren. Hierfür steht eine Analyseebene mit der Bezeichnung Interessen zur Verfügung.

Zu den Funktionen von Metrica gehören zusätzlich einige Besonderheiten. So indexiert Yandex jede Seite mit eingebundenem Tracking-Code automatisch. Hinzu kommt eine sogenannte Scroll-Map. Diese visualisiert das Scrollverhalten der Nutzer auf der Webseite. Als nützliches Analysetool fungiert eine Übersicht mit dem Namen Link Map. In ihr werden die Links visualisiert, die ein User auf einer Unterseite anklickt. Über den Menüpunkt Content kann der Nutzer die meist sehr gut gefüllte Anzeige abrufen, in der Informationen zu eingehenden Links gesammelt werden. Diese Rubrik bietet zudem die Möglichkeit, Statistiken mit Informationen zu Downloads auf der Webseite zu analysieren.

Yandex als professioneller Online-Werbepartner

Für Nutzer, die auf dem russischen Markt gezielt potenzielle Kunden erreichen wollen, bieten Yandex ein eigenes Tool für Werbung. Dieses ähnelt entsprechenden Tools anderer Anbieter, beispielsweise Google AdWords, besitzt aber weitergehende Funktionen. Unter anderem besteht die Möglichkeit, für die Anzahl an Klicks pro Woche ein Limit zu setzen. Das Angebot umfasst insgesamt acht mögliche Strategien und wird über eine eigene Yandex-Währung abgerechnet. Voraussetzung für eine erfolgreiche Werbekampagne ist die Qualität der Webseiten des jeweiligen Nutzers. Hierzu gehören neben SEO-Maßnahmen gute Inhalte und Nutzerfreundlichkeit.

Fazit

Das russisch-niederländische Unternehmen ist in Russland die beliebteste Suchmaschine noch vor Google und mischt bei den größten Suchmaschinenbetreibern am Markt mit. Weitere Standorte neben Moskau und Amsterdam unterhält Yandex in Weißrussland und der Ukraine sowie in der Türkei, der Schweiz und in den USA. Hinzu kommt inzwischen auch eine deutsche Niederlassung. Bereits 2011 ging Yandex an die Börse in New York und sammelte umgehend 1,3 Milliarden Dollar ein. Das Unternehmen verzeichnete in den zurückliegenden Monaten mit einem Umsatz von ca. 375 Millionen Dollar (umgerechnet) einen Gewinn von über 60 Millionen Dollar. Das Magazin Forbes geht in seiner russischen Ausgabe von einem Unternehmenswert in Höhe von 7,6 Milliarden Dollar aus. Damit ist die Suchmaschine im Runet (russischsprachiges Internet) das wertvollste Unternehmen.

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