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Informationsinfrastruktur

Was ist die Informationsinfrastruktur?

Mit dem Begriff Informationsinfrastruktur sind sämtliche organisatorischen Strukturen mit dem Zweck eines standardisierten Umgangs mit Informationen gemeint. Als Infrastruktur gehört sie neben dem anderen Systemen wie dem des Straßenverkehrs zu den grundlegenden Infrastrukturen einer Gesellschaft. Aber auch im unternehmerischen Bereich selbst spielt sie inzwischen eine maßgebliche Rolle. Wie in der Gesellschaft wächst die Datenmenge in Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung stärker als exponentiell. Die Informationsinfrastruktur soll die Speicherung, Strukturierung, Verarbeitung und Nachnutzbarkeit von solchen Daten gewährleisten. Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft stehen dabei in Bezug auf Kernpunkte gemeinsam vor denselben Problemen.

Zwecke einer Informationsinfrastruktur

Während es bis in die frühen 2000er-Jahre bei Informationsinfrastrukturen vor allem um die Übermittlung und Speicherung von Informationen ging, führte die Digitalisierung zu einer insgesamten Verdatung vieler Arbeits- und Kommunikationsprozesse. Damit fallen auch nicht-textuelle Medien wie etwa digitale Videos oder programmatisch umgesetzte User Interfaces unter den Begriff “Information”. Vor der Digitalisierung sollte eine Informationsinfrastruktur insbesondere folgenden Zwecken dienen:

– Sammlung von Informationen
– Aufbereitung der Informationen für die Nutzbarkeit
– Erschließung und Strukturierung
– Bereitstellung für die Nutzung
– Archivierung der Informationen

Wenn nicht mehr nur analoge Medien unter den Begriff der Information fallen, sondern inzwischen fast primär digitale Medien, kommen folgende Aufgaben einer Informationsinfrastruktur in verstärktem Ausmaß hinzu:

– Umsetzung der genannten Aufgaben für Medien aller Art
– Langzeitverfügbarkeit sichern
– Datensicherheit und Vertraulichkeit
– Ermöglichung kollaborativer Nutzung
– Ermöglichung virtueller Kommunikation

Insbesondere die ersten drei Punkte werden mit unterschiedlicher Gewichtung häufig unter dem Namen “Digitale Nachhaltigkeit” zusammengefast. Während der Sinn dieser Punkte für die Wissenschaft klar scheint, ist dies für Unternehmen auf den ersten Blick nicht so. Unternehmen haben möglicherweise kein großes Interesse daran, ihre Daten auf sehr lange Sicht zu archivieren. Datensicherheit und Vertraulichkeit, die Ermöglichung kollaborativer Nutzung und Kommunikation sind aber Punkte, die für viele Unternehmen relevant sind und in einer Informationsinfrastruktur umgesetzt werden müssen.

Unter einer IT-Informationsinfrastruktur wird der Unterbereich verstanden, der sich insbesondere mit den konkreten, informationstechnologischen Anforderungen befasst. Eine IT-Informationsinfrastruktur sorgt insbesondere für die Erfüllung der genannten Anforderungen für digitale Daten. Der Aufbau interner Kommunikationssysteme, die Sicherung von Unternehmensdaten unter Erfüllung rechtlicher Anforderungen sowie die Sicherung des Langzeitbetriebs fallen hierunter.

Probleme in der Umsetzung

Die Gewährleistung der klassischen wie neuen Aufgaben ist mit Problemen verbunden, die mit dem Fortschritt der Technik zusammenhängen. Während zwar Telefonsysteme, betriebsinterner Chat sowie Verzeichnisdienste je nach genutztem Service relativ einfach aktualisiert werden können, ist dies für die Speicherung und nachhaltige Bereitstellung von Daten nicht unbedingt der Fall.

Speichermedien können veralten und tun dies in der Regel in kurzen Abständen. Nicht nur das, auch Datenformate können veralten und dann unter Umständen nicht mehr mit neuen Programmen benutzbar sein. Oft liegt es auch nicht im Interesse der Hersteller von kommerziellen Programmen, Abwärtskompabilität zu gewährleisten, weshalb Konvertierungsmechanismen für alte Formate vorhanden sein müssen. In Wissenschaft und Gesellschaft ist dies ohnehin ein Problem, aber auch in Unternehmen mit lediglich zehn Jahren alten Daten kann die Veraltung von Speichermedien und Formaten ein Problem sein – mangelnde CD-ROM-Laufwerke in neueren Laptops und PCs sowie alte Word-Dateien sind hier alltägliche Beispiele.

Eine gute Informationsinfrastruktur sorgt hier dafür, dass auch alte Daten problemfrei bereitgestellt werden können. Hinzu kommt die Sicherung, gegebenenfalls in verteilten Systemen, um die Daten redundant und international ohne Latenz bereitstellen zu können. Derartige Komplexität nötigt dann weitere Sicherungsmechanismen, die gleichzeitiges Schreiben und somit potenzielle Datenkorruption verhindern.

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