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Telnet

Was ist Telnet?

Bei Telnet handelt es sich um ein im Internet genutztes Netzwerkprotokoll, welches bereits 1973 spezifiziert wurde. Das Protokoll lässt sich auf allen netzwerkfähigen Windows Versionen sowie weiteren bekannten Betriebssystemen wie Linux, Unix oder macOS unter der Bezeichnung Telnet aufrufen.

Funktionsweise

Das Netzwerkprotokoll ermöglicht die Fernsteuerung von Computern mittels textbasierten Eingaben und Ausgaben. Hierzu wird standardmäßig eine Client-Server-Verbindung über das Protokoll TCP und dem Port 23 aufgebaut. Der ferngesteuerte Rechner fungiert dabei als Server und wartet auf Befehle. Die steuernde Instanz stellt der Client dar, welcher auch als Remote Zugriff bzw. Login bezeichnet wird. Dieser kann sowohl auf einem herkömmlichen Computer wie auch einem speziellen Gerät installiert sein. Die Darstellung kann sich je nach genutztem Gerät unterscheiden. Es ist zudem möglich, Anwendungen mit einer fehlenden grafischen Oberfläche zu steuern.

Einsatzmöglichkeiten

Telnet wurde insbesondere deshalb entwickelt, weil Computersysteme zum damaligen Zeitpunkt sehr kostspielig und somit nicht für jeden zugänglich waren. Zudem waren sie aufgrund ihrer enormen Größe an bestimmte Orte gebunden. So wurde es beispielsweise dazu genutzt, die Rechner von Unternehmen oder Universitäten für alle Befugten zugänglich zu machen. Mit einer entsprechenden Berechtigung können User direkt Anwendungen auf den Großrechnern starten und für ihre Zwecke nutzen.

Bei der Erstellung von Datenbanken spielte Telnet über einen langen Zeitraum ebenfalls eine wichtige Rolle. In den 1980er Jahren stellten Bibliotheken verstärkt Onlinekataloge öffentlich zur Verfügung wobei Telnet zu den elementaren Bausteinen gehörte. Die Nutzung war zunächst auf lokale Netzwerke mit Terminals begrenzt. Mit der wachsenden Verbreitung des Internets kam mit lokal nutzbaren Web-Interfaces eine weitere Zugriffsmöglichkeit hinzu. Die Kommunikation erfolge dabei in vielen Fällen über das Telnet Protokoll.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist der Zugriff auf textbasierte Programme, die sich auf einem Applikationsserver befinden. Ein Beispiel hierfür ist der “Internet Chess Server”. Durch die Eingabe von Text können Nutzer aus den vorhandenen Gegnern wählen und ihre Züge machen. In der Zwischenzeit wurde die textbasierte Eingabe von Informationen jedoch weitgehend durch grafische Schnittstellen abgelöst.

Nicht zuletzt wird Telnet auch von Netzwerk- und Systemadministratoren eingesetzt. Ein großer Vorteil der Remote Verwaltung mit Telnet ist die Unterstützung durch nahezu alle Geräte. Zudem lässt es sich auch zur Überprüfung der Verfügbarkeit von bestimmten Ports oder zum Finden von Fehlern auf E-Mail-Servern genutzt werden. Hierzu wird direkt vom Server eine E-Mail versendet. Zur Konfiguration von Web-Servern ist das Telnet Protokoll ebenfalls ein probates Mittel. Hiermit lassen sich Änderungen an der Verzeichnisstruktur, den Dateirechten oder dem Kennwort schnell und einfach umsetzen.

Vor- und Nachteile des Protokolls

Bei Telnet handelt es sich um nahezu standardkonforme TCP-Verbindungen sodass auch andere auf TCP zurückgreifende Dienste genutzt bzw. getestet werden können. Per einfacher Anfrage lässt sich beispielsweise die Funktionsfähigkeit eines HTTP-Servers überprüfen.

Ein großer Vorteil dabei ist, dass Telnet sich plattformübergreifend einsetzen lässt. Es spielt keine Rolle ob Client- und Server-Rechner dasselbe oder unterschiedliche Betriebssysteme nutzen. Vorteilhaft ist zudem, dass mit der entsprechenden Berechtigung ein uneingeschränkter Zugriff ermöglicht wird.

Der große Nachteil von Telnet ist das hohe Sicherheitsrisiko. Sowohl der Verbindungsaufbau wie auch die Datenübertragung erfolgt ohne Verschlüsselung. Die gesendeten Informationen können somit von Dritten in Klartext abgefangen werden. Gleiches gilt auch für die beim Remote-Zugriff erforderlichen Anmeldeinformationen. Hacker erhalten dadurch einen relativ großen Spielraum.

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