Brandalism

Copyright ┬ę Shutterstock/A_Lesik

Was ist Brandalism?

Brandalism ist ein englisches Kunstwort, das aus den Bestandteilen Brand (Marke) und Vandalism (Vandalismus) besteht. Unter dem Begriff wird sich kritisch mit finanzkr├Ąftigen Unternehmen auseinandergesetzt, denen vorgeworfen wird, immer st├Ąrker den ├Âffentlichen Raum mit ihrer Werbung zu beanspruchen. F├╝r die Kritiker wirken die Werbebotschaften im Stadtbild ├Ąhnlich st├Ârend wie eine Verschandelung des ├Âffentlichen Raums mit Graffiti und ├Ąhnlichen Hinterlassenschaften. Auch okkupierten die Firmen durch Werbung und Sponsoring Schulen, Universit├Ąten, Bibliotheken und Sportvereine und setzten dort ihre wirtschaftlichen Interessen durch. Das eigentliche Ziel der Institute, ├Âffentliche Aufgaben zu erf├╝llen, gerate in den Hintergrund bzw. werde von den Profiteuren der Kommerzialisierung gelenkt.

Brandalism Beispiele

In der Fu├čball-Bundesliga sind die Namen der meisten Stadien mittlerweile mit dem Namen eines Sponsors versehen wie bei der Allianz-Arena im Stadion des FC Bayern M├╝nchen oder im Signal-Iduna-Park f├╝r die Spielst├Ątte von Borussia Dortmund. Andere Fu├čballvereine wie Bayer Leverkusen und Red Bull Leipzig sind bereits in ihrem Vereinsnamen nach Unternehmen benannt.

Kritiker sehen darin einen Verlust von Integrit├Ąt, Tradition und Identit├Ąt.

Auch die Benennung von Ligen und Sportereignissen nach Sponsoren ist durch Brandalism m├Âglich. Beispiele hierf├╝r sind der “BDO World Cup Men” sowie die “Asstel-Eishockey-Liga”. Allein aufgrund der Benennung ist der Zweck dieser Sportveranstaltungen als Feldhockey-Weltmeisterschaft im Jahre 2006 sowie als 2. Eishockey-Bundesliga 2006/07 nicht mehr klar ersichtlich.

Der Ursprung der Bewegung

Eine gro├če globale Sportveranstaltung war mit den Olympischen Sommerspielen in London 2012 das ausl├Âsende Moment f├╝r die Bildung der Brandalism-Bewegung. Es war ein Zusammenschluss von 26 Londoner K├╝nstlern, die sich unter dem Schlagwort Brandalism versammelten und in mehreren englischen St├Ądten Werbebotschaften mit Kunstsymbolen ├╝berdeckten, die w├Ąhrend der Olympiade an Intensit├Ąt zugenommen hatten. Gleichzeitig richteten sich die K├╝nstler gegen die Kommerzialisierung des bedeutenden Sportfestes und gegen die damit einhergehende Korrumpierung seiner Werte.

Bei der Klimakonferenz in Paris 2015 waren es 82 Aktivisten aus 19 L├Ąndern, die mit satirischen Werbebotschaften die Sponsoren der Konferenz angriffen, ihnen Heuchelei vorwarfen und ihnen eine Mitschuld an der Klimakatastrophe gaben. So trug ein scheinbares Werbeplakat der Firma Volkswagen den Slogan: “We┬┤re sorry, that we got caught” (es tut uns leid, dass wir erwischt wurden). Da die Kommerzialisierung seitdem nicht abgeebbt ist und von vielen B├╝rgern weiterhin als st├Ârend und problematisch wahrgenommen wird, ist mit weiteren unternehmenskritischen Aktionen unter dem Banner des Brandalism als zeitkritisches Ph├Ąnomen zu rechnen.


Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns

Kostenloser SEO-Check der OSG


Weitere Inhalte