HEIF (High Efficiency Image File)

Was ist HEIF?

Die Abkürzung HEIF steht für High Efficiency Image File Format. Dabei handelt es sich um ein Container-Dateiformat für Grafiken und Grafiksequenzen, das sich durch enorme Flexibilität auszeichnet und unterschiedliche Algorithmen zur Datenkomprimierung unterstützt. Entwickelt und definiert wurde das Format von der Moving Picture Experts Group (MPEG) und im Dezember 2000 erstmals veröffentlicht.

Der neue Dateistandard bei Apple

Der Hersteller Apple hat sich zum Ziel gesetzt, mit dem HEIF-Bilddatenformat eine überzeugende Alternative zum Klassiker JPEG einzuführen. Eingeführt wurde der neue Dateistandard mit den Betriebssystemen iOS 11 für das iPhone und das iPad sowie dem macOS High Sierra für Mac-Computer.

Zahlreiche Nutzer von iPhones nutzen das Gerät zum Fotografieren, die Bilder werden im Anschluss häufig auf Mac-Computern nachbearbeitet. Im Vergleich zum JPEG leistet das neue Dateiformat deutlich mehr, gibt jedoch auch Anlass zu Kritik.

Die Merkmale des HEIF

Fotos, die mittels des neuen Standards komprimiert werden, sind lediglich halb so groß wie vergleichbare Dateien im JPEG-Format, und zwar ohne jeglichen Qualitätsverlust. Eingesetzt wird dafür das HEVC-Kompressionsverfahren, bekannt aus der 4K-Video-Sparte.

Die erstellten Dateien mit der Endung “.heic” können mehr als nur ein Bild beinhalten. Dies ermöglicht die Darstellung animierter Sequenzen analog zu Apple Live Photos und GIFs. Darüber hinaus speichert das Format Inhalte aus den Segmenten VR und AR. In diesen Segmenten zeigt Apple ein starkes Engagement und zielt mit der Etablierung des HEIF möglicherweise auf einen eigenen übergreifenden Standard im Bereich Multimedia zu Kundenbindungszwecken ab.

Im neuen Bildformat werden zusätzliche Informationen gespeichert. Dazu zählen die Bildtiefe und die Transparenz, Belichtungsstufen, unterschiedliche Auflösungen im Falle von Serienaufnahmen sowie Metadaten auf unterschiedlichen Ebenen. Der zusätzliche Spielraum bei der nachträglichen Bearbeitung wird dadurch vergrößert. Zugleich benötigen Dateien dieses Formats im Vergleich zu anderen Rohdaten-Formaten signifikant weniger Speicherplatz.

Um die gleiche Qualität zu erreichen, codiert der neue Standard mit einer Farbtiefe von 10 Bit, während JPEG lediglich mit einer 8 Bit-Tiefe codiert. Damit erhöht sich beim HEIF die Zahl der Helligkeitsstufen enorm, die Qualitätsverluste sind im Vergleich zu JPEG äußerst gering. Ein Foto mit der Endung .heic, unter iOS 11 erstellt, kann bis zu 1,07 Millionen Farben darstellen. Im direkten Vergleich zu Fotos im JPEG-Format sind die Farbübergänge deutlich feiner und fließender.

Technische Voraussetzungen

Für die Darstellung des Formats über eine integrierte Software zur Bildbetrachtung eignen sich aktuell ausschließlich die neueren Geräte von Apple. Für das Erstellen von Fotos ist mindestens ein iPhone 7 oder ein iPad Pro 2017 erforderlich. Die Wiedergabe der Bilder auf einem MacBook oder einem MacBook Pro ist ab dem Modelljahr 2016 möglich. Auch der 5K-iMac ab 2015 und der 21,5-Zoll-iMac ab 2017 sind in der Lage, die Fotos anzuzeigen.

Zur Darstellung von Dateien des neuen Standards auf älteren Apple-Medien, Windows-Computern und Mobilgeräten mit Android als Betriebssystem wird eine Zusatzsoftware für die Anzeige oder für die Umwandlung der Dateien benötigt. Aktuell bietet Adobe eine Möglichkeit mit den neuestens Versionen von “Adobe Photoshop CC” und “Lightroom CC” an.

Die Integration von HEIF und HEVC ist für Hersteller lizenz- und damit kostenpflichtig. Da Apple sich als Wegbereiter zeigt, indem das Unternehmen das speicherschonende Format unterstützt, werden vermutlich in naher Zukunft Software-Entwickler sowie Hersteller von Kameras an der entsprechenden Integration in ihre Systeme und Programme arbeiten.

Umwandlungsmöglichkeiten von HEIF zu JPEG und PNG

Windows-User, die kein HEIF-kompatibles Programm verwenden, haben die Möglichkeit, auf die inzwischen zahlreichen Image-Converter auszuweichen. Um Qualitätsverluste zu minimieren, wird ihnen empfohlen, die HEIF-Dateien nicht als JPEG auszugeben, sondern als PNG. Diese sind zwar größer als JPEG-Dateien, dafür ist die Qualität höher.

Um auf einem Speichermedium Platz zu sparen, können JPEG-Dateien umgekehrt in HEIF-Dateien umgewandelt werden. Dadurch wird zwar keine Verbesserung der Qualität erreicht, allerdings verringert sich der Speicherbedarf deutlich. Auch hier ist die Frage nach der Kompatibilität zu berücksichtigen.

Kompatible Apple-Geräte bieten ihren Nutzern die Option, das Dateiformat HEIF beim Speichern der Fotos außen vor zu lassen. Das iPhone mit dem Betriebssystem iOS 11 bietet dafür eine Kamera-Einstellung unter dem Punkt “Formate”. Die Einstellung “High Efficiency” steht für HEIF, “Maximale Kompatibilität” für JPEG. Auch die automatische Konvertierung von HEIF zu JPEG lässt sich unterbinden. Dazu wählt man unter “Einstellungen/Fotos” den Punkt “Auf Mac und PC übertragen” die Option “Originale beibehalten”.

Der Nutzen des HEIF

Wer als Apple-Nutzer Speicherplatz sparen möchte, findet in dem neuen Datei-Standard eine ansprechende Alternative. Darüber hinaus bietet das neue Format eine bessere Qualität als JPEGs. Es bietet sich an, Bildersammlungen auch langfristig im neuen Dateiformat abzuspeichern, wenn der Speicherplatz geschont werden soll. Selbst wenn das Unternehmen Apple den neuen Standard wieder verwerfen sollte, ist die Lesbarkeit der Dateien langfristig so gut wie garantiert. Bei HEIF handelt es sich um einen sogenannten übergeordneten Standard, für den auch zukünftig geeignete Tools zur Anzeige und zur Konvertierung verfügbar sein werden.

Bei VR-Anwendungen gerät das JPEG-Format schnell an seine Grenzen. Der neue Standard ist in diesem Bereich eine durchaus wertvolle Alternative.

Nachteile des neuen Datei-Standards

Die höhere Komprimierung der Bilder kann den Prozessor des iPhones bis zu zehn Mal stärker belasten. Dadurch wird der Stromverbrauch erhöht, die Laufzeit des Akkus leidet deutlich.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelhafte Kompatibilität zu anderen Systemen wie Windows und Android. Da es im Alltag – sowohl beruflich als auch privat – in der Regel auf eine reibungslose Kommunikation ankommt, werden die Nutzer sich weiterhin auf den Klassiker JPEG verlassen.


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