HEIF (High Efficiency Image File)

HEIF

Copyright ┬ę Shutterstock /Alexander Kirch

Was ist HEIF?

Die Abk├╝rzung HEIF steht f├╝r High Efficiency Image File Format. Dabei handelt es sich um ein Container-Dateiformat f├╝r Grafiken und Grafiksequenzen, das sich durch enorme Flexibilit├Ąt auszeichnet und unterschiedliche Algorithmen zur Datenkomprimierung unterst├╝tzt. Entwickelt und definiert wurde das Format von der Moving Picture Experts Group (MPEG) und im Dezember 2000 erstmals ver├Âffentlicht.

Der neue Dateistandard bei Apple

Der Hersteller Apple hat sich zum Ziel gesetzt, mit dem HEIF-Bilddatenformat eine ├╝berzeugende Alternative zum Klassiker JPEG einzuf├╝hren. Eingef├╝hrt wurde der neue Dateistandard mit den Betriebssystemen iOS 11 f├╝r das iPhone und das iPad sowie dem macOS High Sierra f├╝r Mac-Computer.

Tipp

Wenn Sie noch Fragen bez├╝glich iOS haben, dann k├Ânnen Sie gerne den jeweiligen Glossar dazu besuchen und sich ├╝ber das Thema informieren.

Zahlreiche Nutzer von iPhones nutzen das Ger├Ąt zum Fotografieren, die Bilder werden im Anschluss h├Ąufig auf Mac-Computern nachbearbeitet. Im Vergleich zum JPEG leistet das neue Dateiformat deutlich mehr, gibt jedoch auch Anlass zu Kritik.

Die Merkmale des HEIF

Fotos, die mittels des neuen Standards komprimiert werden, sind lediglich halb so gro├č wie vergleichbare Dateien im JPEG-Format, und zwar ohne jeglichen Qualit├Ątsverlust. Eingesetzt wird daf├╝r das HEVC-Kompressionsverfahren, bekannt aus der 4K-Video-Sparte.

Die erstellten Dateien mit der Endung “.heic” k├Ânnen mehr als nur ein Bild beinhalten. Dies erm├Âglicht die Darstellung animierter Sequenzen analog zu Apple Live Photos und GIFs. Dar├╝ber hinaus speichert das Format Inhalte aus den Segmenten VR und AR. In diesen Segmenten zeigt Apple ein starkes Engagement und zielt mit der Etablierung des HEIF m├Âglicherweise auf einen eigenen ├╝bergreifenden Standard im Bereich Multimedia zu Kundenbindungszwecken ab.

Im neuen Bildformat werden zus├Ątzliche Informationen gespeichert. Dazu z├Ąhlen die Bildtiefe und die Transparenz, Belichtungsstufen, unterschiedliche Aufl├Âsungen im Falle von Serienaufnahmen sowie Metadaten auf unterschiedlichen Ebenen. Der zus├Ątzliche Spielraum bei der nachtr├Ąglichen Bearbeitung wird dadurch vergr├Â├čert. Zugleich ben├Âtigen Dateien dieses Formats im Vergleich zu anderen Rohdaten-Formaten signifikant weniger Speicherplatz.

Um die gleiche Qualit├Ąt zu erreichen, codiert der neue Standard mit einer Farbtiefe von 10 Bit, w├Ąhrend JPEG lediglich mit einer 8 Bit-Tiefe codiert. Damit erh├Âht sich beim HEIF die Zahl der Helligkeitsstufen enorm, die Qualit├Ątsverluste sind im Vergleich zu JPEG ├Ąu├čerst gering. Ein Foto mit der Endung .heic, unter iOS 11 erstellt, kann bis zu 1,07 Millionen Farben darstellen. Im direkten Vergleich zu Fotos im JPEG-Format sind die Farb├╝berg├Ąnge deutlich feiner und flie├čender.

Technische Voraussetzungen

F├╝r die Darstellung des Formats ├╝ber eine integrierte Software zur Bildbetrachtung eignen sich aktuell ausschlie├člich die neueren Ger├Ąte von Apple. F├╝r das Erstellen von Fotos ist mindestens ein iPhone 7 oder ein iPad Pro 2017 erforderlich. Die Wiedergabe der Bilder auf einem MacBook oder einem MacBook Pro ist ab dem Modelljahr 2016 m├Âglich. Auch der 5K-iMac ab 2015 und der 21,5-Zoll-iMac ab 2017 sind in der Lage, die Fotos anzuzeigen.

Zur Darstellung von Dateien des neuen Standards auf ├Ąlteren Apple-Medien, Windows-Computern und Mobilger├Ąten mit Android als Betriebssystem wird eine Zusatzsoftware f├╝r die Anzeige oder f├╝r die Umwandlung der Dateien ben├Âtigt. Aktuell bietet Adobe eine M├Âglichkeit mit den neuestens Versionen von “Adobe Photoshop CC” und “Lightroom CC” an.

Die Integration von HEIF und HEVC ist f├╝r Hersteller lizenz- und damit kostenpflichtig. Da Apple sich als Wegbereiter zeigt, indem das Unternehmen das speicherschonende Format unterst├╝tzt, werden vermutlich in naher Zukunft Software-Entwickler sowie Hersteller von Kameras an der entsprechenden Integration in ihre Systeme und Programme arbeiten.

Umwandlungsm├Âglichkeiten von HEIF zu JPEG und PNG

Windows-User, die kein HEIF-kompatibles Programm verwenden, haben die M├Âglichkeit, auf die inzwischen zahlreichen Image-Converter auszuweichen. Um Qualit├Ątsverluste zu minimieren, wird ihnen empfohlen, die HEIF-Dateien nicht als JPEG auszugeben, sondern als PNG. Diese sind zwar gr├Â├čer als JPEG-Dateien, daf├╝r ist die Qualit├Ąt h├Âher.

Um auf einem Speichermedium Platz zu sparen, k├Ânnen JPEG-Dateien umgekehrt in HEIF-Dateien umgewandelt werden. Dadurch wird zwar keine Verbesserung der Qualit├Ąt erreicht, allerdings verringert sich der Speicherbedarf deutlich. Auch hier ist die Frage nach der Kompatibilit├Ąt zu ber├╝cksichtigen.

Kompatible Apple-Ger├Ąte bieten ihren Nutzern die Option, das Dateiformat HEIF beim Speichern der Fotos au├čen vor zu lassen. Das iPhone mit dem Betriebssystem iOS 11 bietet daf├╝r eine Kamera-Einstellung unter dem Punkt “Formate”. Die Einstellung “High Efficiency” steht f├╝r HEIF, “Maximale Kompatibilit├Ąt” f├╝r JPEG. Auch die automatische Konvertierung von HEIF zu JPEG l├Ąsst sich unterbinden. Dazu w├Ąhlt man unter “Einstellungen/Fotos” den Punkt “Auf Mac und PC ├╝bertragen” die Option “Originale beibehalten”.

Der Nutzen des HEIF

Wer als Apple-Nutzer Speicherplatz sparen m├Âchte, findet in dem neuen Datei-Standard eine ansprechende Alternative. Dar├╝ber hinaus bietet das neue Format eine bessere Qualit├Ąt als JPEGs. Es bietet sich an, Bildersammlungen auch langfristig im neuen Dateiformat abzuspeichern, wenn der Speicherplatz geschont werden soll. Selbst wenn das Unternehmen Apple den neuen Standard wieder verwerfen sollte, ist die Lesbarkeit der Dateien langfristig so gut wie garantiert. Bei HEIF handelt es sich um einen sogenannten ├╝bergeordneten Standard, f├╝r den auch zuk├╝nftig geeignete Tools zur Anzeige und zur Konvertierung verf├╝gbar sein werden.

Bei VR-Anwendungen ger├Ąt das JPEG-Format schnell an seine Grenzen. Der neue Standard ist in diesem Bereich eine durchaus wertvolle Alternative.

Nachteile des neuen Datei-Standards

Die h├Âhere Komprimierung der Bilder kann den Prozessor des iPhones bis zu zehn Mal st├Ąrker belasten. Dadurch wird der Stromverbrauch erh├Âht, die Laufzeit des Akkus leidet deutlich.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelhafte Kompatibilit├Ąt zu anderen Systemen wie Windows und Android. Da es im Alltag – sowohl beruflich als auch privat – in der Regel auf eine reibungslose Kommunikation ankommt, werden die Nutzer sich weiterhin auf den Klassiker JPEG verlassen.

Tipp

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