Priming Effekt

Priming Effekt

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Was ist ein Priming-Effekt?

Der Priming-Effekt wird definiert als ein impliziter Erinnerungseffekt, bei dem die Exposition gegen√ľber einem Reiz die Reaktion auf einen anderen Reiz beeinflusst. Diese Technik wird in der Psychologie verwendet, um das Ged√§chtnis einer Person sowohl auf positive als auch auf negative Weise zu trainieren.

Priming ist eine Technik, mit der ein versteckter (unterbewusster) Erinnerungseffekt in einem Individuum erzeugt wird. Dabei wird ein Individuum zun√§chst einem bestimmten Reiz ausgesetzt, der dann eine Reaktion auf ein sp√§teres Ereignis formt. W√∂rtlich √ľbersetzt bedeute Priming grundieren. In der Psychologie wird die Grundierung als vorbereiten bezeichnet. Das hei√üt, der erste vom Gehirn aufgenommene Reiz beeinflusst die Reaktion auf oder die Interpretation des zweiten Reizes. Dabei wird die Tatsache genutzt, dass Emotionen, Gedanken und Handlungen nicht auch dem Nichts entstehen, sondern sich immer auf etwas Vorhergehendes beziehen.

Der Priming Effekt ist ein wirksames Mittel, um das Verbraucherverhalten psychologisch zu ver√§ndern und K√§ufer dahingehend zu manipulieren, dass sie f√ľr ein Produkt empf√§nglicher werden. Der Priming Effekt kann von Vermarktern genutzt werden, um f√ľr ihre Produkte zu werben, um so die maximale Aufmerksamkeit des Verbrauchers unterbewusst zu gew√§hrleisten. Dies geschieht durch Stimulieren der menschlichen Sinne wie Sehen, H√∂ren, Schmecken, Riechen und Ber√ľhren, wodurch erreicht werden kann, dass der Verbraucher in einer bestimmten Situation in einer bestimmten Weise handelt.

Wie funktioniert der Priming Effekt?

Verbraucher werden von einer Vielzahl √§u√üerer Faktoren wie der Marke, dem Preis oder der Verpackung beeinflusst, die nicht zu den Eigenschaften eines Produktes geh√∂ren aber oft Entscheidungen herbeif√ľhren, ohne dass die K√§ufer √ľber die Konsequenzen ihrer Wahl nachdenken. Die meisten dieser Entscheidungen werden unterbewusst getroffen, daher ist es f√ľr Vermarkter wichtig, das Unterbewusstsein der Verbraucher ansprechen.

Der erste Schritt in diese Richtung besteht darin, die Aufmerksamkeit der Verbraucher zu gewinnen. Forschungen zufolge ist der menschliche Geist sehr empf√§nglich f√ľr Suggestionen, die im Allgemeinen eine sofortige Reaktion hervorrufen. Diese unterbewusste Ver√§nderung des menschlichen Willens als Priming bezeichnet. Das Priming ist so subtil, dass der Empf√§nger sich nicht bewusst ist, dass sein Verhalten ver√§ndert wird, das hei√üt, dass der Empf√§nger die gew√ľnschten Informationen unbewusst wahrnimmt.

Priming-Techniken werden von Vermarktern auf verschiedene Art und Weise implementiert. Werbetreibende bereiten mithilfe von Branding und Interaktionen die Verbraucher vor, mit dem Ziel, dass sie mehr ausgeben als urspr√ľnglich beabsichtigt. Vorreiter dieser Art des Priming ist IKEA. Das schwedische M√∂belhaus nutzt den Priming Effekt in dem es seinen Kunden in sich abgeschlossen Wohnwelten pr√§sentiert, mit dem Gedanken, dass sich die Kunden alle angebotenen Produkte vor dem Kauf des urspr√ľnglich gewollten Produkts ansehen und sich dabei viele der Waren unbewusst merken, die ihnen pr√§sentiert werden. Zumindest einen Teil davon legen die Kunden dann im nachfolgenden Warenlager in ihren Einkaufswagen, obwohl der Kauf urspr√ľnglich nicht beabsichtigt gewesen ist.

Eine andere, von Supermärkten und Discountern praktizierte Technik besteht darin, den täglichen Bedarf wie Lebensmittel und Milch immer im hinteren Teil der Märkte zu platzieren. Dadurch werden die Kunden gezwungen, andere Produkte, deren Kauf nicht beabsichtigt ist, zu sehen. Manchmal werden Produkte in Gruppen angeordnet, sodass der Verstand der Verbraucher den einen Artikel ohne die anderen als unvollständig wahrnimmt, wodurch oft mehr Produkte aus diesen Gruppen gekauft werden.

Subtile Hinweise in der Umgebung ‚Äď einschlie√ülich Bildern, Text und Ton ‚Äď k√∂nnen unbewusst beeinflussen, wie Verbraucher auf eine Marketingbotschaft reagieren. Marketingstrategen k√∂nnen die Wirkung des Priming effektiv nutzen, indem sie die Kontrolle √ľber den Medienkontext aus√ľben, in dem ihre Markenbotschaft vermittelt wird.

Arten des Priming

Die Psychologie unterscheidet verschieden Formen des Priming. Priming liefert einen Stimulus, der die kurzfristigen Gedanken und Handlungen in der Zukunft beeinflusst, auch wenn sie nicht miteinander verbunden zu sein scheinen. In vielen Fällen erhöht das Priming die Geschwindigkeit, mit der das zweite verwandte Element erkannt wird.

Von Conceptual Priming wird gesprochen, wenn verwandte Begriffe verwendet werden, um die Antwort vorzubereiten. Zum Beispiel w√ľrde der Begriff “Hut” in vielen F√§llen zum Begriff “Kopf” f√ľhren.
Semantisches Priming besagt, das die erzeugte Bedeutung die späteren Gedanken beeinflusst. Semantisches und konzeptionelles Priming sind sich sehr ähnlich und die Begriffe werden manchmal synonym verwendet.
Perzeptives Priming basiert auf der Form des Stimulus. Wenn zum Beispiel ein (abstraktes) Teilbild basierend auf einem zuvor gesehenen Bild in Gedanken vervollständigt wird.
Assoziatives Priming beschleunigt die Antwort- oder Verarbeitungszeit. Das Gehirn reagiert schneller auf einen Stimulus, wenn die Gegenstände oder Wörter im Alltag assoziiert sind oder zusammen verwendet werden.
Repetitive Priming tritt auf, wenn die Wiederholung von etwas dazu f√ľhrt, dass sp√§tere Gedanken beeinflusst werden.
Reverse Priming tritt auf, wenn Menschen erkennen, dass sie beeinflusst wurden sind. Wenn sie bemerken, dass sie voreingenommen waren, √ľberreagieren sie in ihren Entscheidungen, sodass der Priming Effekt in umgekehrter Richtung ausgerichtet ist.

Die Grenzen des Priming Effekt

Es gibt viele Diskussionen √ľber die tats√§chliche Wirksamkeit des Priming Effekt. Zwar ist eindeutig belegt, dass das Priming unter stark vereinfachten und kontrollierten Laborbedingungen, bei denen die Versuchspersonen nur den Reizen ausgesetzt sind, die die Experimentatoren liefern, erstaunliche Effekte haben kann. Es ist aber kaum zu bestimmen, wie wirksam die Priming-Stimuli in einer realen, unkontrollierten Umgebung sind, da in der realen Welt alle Arten von Stimuli miteinander in Konflikt stehen k√∂nnten und kein Reiz isoliert auftritt. Zudem ist davon auszugehen, dass selbst ein starker Priming Effekt nicht sehr lange anh√§lt.

Die Anwendung des Priming Effekt in der Marketingstrategie kann verschiedene Vorteile mit sich bringen. Priming nutzt die Erkenntnisse der Psychologie, um die Wirkung von Werbebotschaften zu erh√∂hen. Design und Inhalte einer Webseite k√∂nnen dazu dienen die gew√ľnschten Reaktionen der Besucher hervorzurufen. Anhand der Messung der Verweildauer, der Conversion- und Klickraten kann die Wirksamkeit der getroffenen Ma√ünahmen bestimmt werden.

Bei einer sorgf√§ltigen und ethisch einwandfreien Nutzung kann Priming in einer breiten Palette von Anwendungen wirksam sein. In dem Vermarkter die Bed√ľrfnisse, W√ľnsche und motivierenden Kr√§fte hinter dem Verhalten der Verbraucher verstehen, k√∂nnen diejenigen, die Marketingkampagnen konzipieren, das Wissen um den Priming Effekt nutzen, um das Engagement und die Zufriedenheit der Verbraucher zu steigern, wodurch letztendlich das Umsatzwachstum und eine bessere Markenerkennung gef√∂rdert werden.

FAQ

Warum ist Priming so effektiv?

Da man so Menschen sanft in eine Richtung schubsen kann, die man selbst bevorzugt und somit beispielsweise mehr verkaufen kann.

Wer nutzt Priming gerne?

Zum Beispiel Superm√§rkte und IKEA wenden es oftmals an, da sie somit nat√ľrlich ein optimales Werkzeug haben, um mehr zu verkaufen.

Warum benutzt jeder Priming?

Da jeder, ob gewollt oder nicht, versucht Leute zu seinen Gunsten zu bewegen.

Tipp

Wenn Sie noch Fragen bez√ľglich eines Online Marketing Themas haben, dann k√∂nnen Sie gerne unseren Glossar besuchen und sich √ľber das Thema informieren, wo Sie noch speziell Fragen haben.


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