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Joy of Use

Was ist Joy of Use?

Mit dem Begriff Joy of Use bezeichnet das Online-Marketing eine positive, zunächst unbewusste Reaktion beim Benutzer von Webseiten oder Software. Solch eine positiv besetzte Software-Interaktion oder Webseitenbenutzung löst beim Nutzer eine emotionale Befriedigung aus, die ihn dauerhaft bindet. Joy of Use, oder Nutzungsfreude, ist ein Konzept, das in den großen Bereich der User Experience gehört. Neben der guten, auf Usability optimierten Gestaltung können zahlreiche zusätzliche Faktoren zu Joy of Use beitragen und damit zu dauerhafter, positiver Bindung beitragen.

User Experience oder Joy of Use?

Joy of Use ist ein Konzept, das in den großen Bereich der User Experience gehört und dazu beitragen soll, die Nutzererfahrung positiv zu gestalten. Während bei der User Experience oft technische Voraussetzungen und die reine Funktionalität im Vordergrund stehen geht es bei der Joy of Use um eine emotionale Ansprache des Nutzers. Interaktionen bleiben dank hoher Nutzungsfreude dauerhaft positiv im Gedächtnis, der Kunde kehrt gerne wieder und kommt dem Abschluss immer näher.

Wozu brauchen Unternehmen eine Joy of Use?

Auch in Nischen verfügen Webseiten, Software und natürlich auch E-Commerce-Anbieter heute über Usability-optimierte Oberflächen. Unternehmen, die sich einem starken Konkurrenzdruck ausgesetzt sehen erhalten mit dem Joy of Use-Konzept eine Möglichkeit, sich vom Mitbewerb abzusetzen. Wo gleichwertige Produkte angeboten werden und hoher Wettbewerbsdruck herrscht, ist es für Unternehmen schwierig sich Wiedererkennungswert oder Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten. Verbraucher müssen daher andere Signale erhalten, die über Produkt oder Dienstleistung hinausgehend positive Werte vermitteln. Hier kann die Schaffung eines bestimmten Images sinnvoll sein, oder das Implementieren einfallsreicher Features oder kreativer Details. Die beim Nutzen entstehenden positiven Emotionen werden nun zum Alleinstellungsmerkmal, das zum Wettbewerbsvorteil führt. Die positiven Emotionen werden beim Nutzer mit der Marke oder dem Produkt verbunden. Der Nutzer sieht sich daher dazu ermutigt, die Webseite oder Software auch weiterhin zu verwenden. Idealerweise spielen Überlegungen zur Nutzungsfreude schon beim Markenaufbau eine Rolle.

Mit dem Joy of Use-Konzept steht der Mensch als Nutzer eines Web- oder Softwareangebots wieder im Mittelpunkt. Für die emotionalen Bedürfnisse von Menschen aufgebaut und strukturiert bringt die Nutzung Freude und schafft dadurch Mehrwert. Hohe Nutzerorientierung, übersichtlicher Aufbau, logische Features und konkrete Nutzungsfreude-Faktoren sorgen dafür, dass ein Nutzer nachhaltig gebunden und immer wieder zum Kunden wird.

Wie erzeugt man Joy of Use

Wie Joy of Use tatsächlich beim Nutzer erzeugt wird, ist stark kontext- und personenabhängig. Hier lohnen sich eine genaue Zielkundenanalyse und die Erstellung entsprechender Buyer Personas, um passende Faktoren zu identifizieren. Schließlich tritt jeder Nutzer mit unterschiedlichen Erwartungen und Hintergründen an ein Angebot heran. Für möglichst hohe Nutzungsfreude muss ein komplexes Geflecht an Faktoren zusammenspielen:

Ästhetische Faktoren

Für die Erzeugung von Nutzungsfreude spielen ästhetische Faktoren eine große Rolle. Eine attraktive grafische Gestaltung, welche die Strukturierung der Webseite unterstützt macht das Angebot für den Nutzer schnell und intuitiv einfach zu verstehen. Auch das Interaktionsdesign muss das Erfolgserlebnis für den Nutzer immer im Auge behalten und einen flüssigen Dialog erzeugen. Hier bietet sich das Implementieren von interaktiven Inhalten an, denn dies ist schon lange kein Bereich mehr, der nur im Arbeitsalltag eine Rolle spielt. Längst werden interaktive Inhalte im Internet und in Software auch während der Freizeit benutzt. Dass sie Spaß beim Anwenden machen dürfen, versteht sich von selbst. Gerade im E-Commerce wird Nutzungsfreude zum Entscheidungsfaktor: Hochaufgelöste Produktbilder mit 360°-Rundumsicht können auch online Aufschluss darüber geben, ob ein Produkt für einen Nutzer geeignet ist. Solche Features werden von Nutzern geschätzt und werten die Nutzererfahrung auf.

Logische Strukturierung

Wird ein Onlineangebot oder eine Softwareoberfläche logisch und nutzerzentriert strukturiert, unterstützt dies das Generieren von Nutzungsfreude. Denn der Nutzer findet sich ohne langes Suchen zurecht und kann seine Ziele oder Wünsche schnell erreichen. Dies löst das positive Nutzungsgefühl aus, das für Joy of Use so kennzeichnend ist.

Funktionalität

Alle Funktionen der Anwendung oder Webseite müssen reibungslos bedienbar sein und für möglichst große Nutzungsfreude ein Erfolgserlebnis ermöglichen. Dieses positive Erlebnis kann zunächst auch unbewusst wahrgenommen werden, trägt aber trotzdem zu einer positiven Konditionierung des Nutzers bei.

Joy of Use messen

Auch wenn Joy of Use ein abstraktes Konzept ist, das zudem noch interpersonell unterschiedlich ist, lässt es sich messen – sogar auf mehreren Wegen. Vor allem persönliche Interviews geben Aufschluss darüber, wie hoch ein Nutzer die individuelle Nutzungsfreude beurteilt. Anhand der aggregierten Interviewergebnisse lassen sich Optimierungsmöglichkeiten identifizieren und umsetzen.
Auch Eyetracking eignet sich dazu, die Joy of Use zu messen. Dabei erden die Augenbewegungen des Nutzers beim Wahrnehmen und Navigieren auf einer Weboberfläche gemessen. Dies gibt Aufschluss über die Erwartungshaltungen des Nutzers, beispielsweise hinsichtlich der Platzierung von Navigationselementen. Zur Messung der Nutzungsfreude werden zudem auch EEG-Messungen eingesetzt

Weitere Maßnahmen für mehr Joy of Use

Gerade im E-Commerce gibt es einige konkret umsetzbare Faktoren, die zu einer Erhöhung der Nutzungsfreude beitragen. Eine leichte Zeitverzögerung beim Einblenden von Inhalten, bzw. das weiche Einblenden von Bildern wird bei Nutzern als besonders angenehm und elegant empfunden. Zudem erzeugt es Spannung und Neugier auf die Vollansicht.

Schnelle Ladezeiten tragen zur Erhöhung der Nutzungsfreude maßgeblich bei. Dies ist zwar zunächst eine eher technische Frage, sind lange Ladezeiten nicht vermeidbar, lassen sie sich aber überspielen, um trotzdem eine positive Joy of Use zu erzeugen. Webseiten können beispielsweise so gestaltet werden, dass Inhalte dynamisch an die Nutzerbedürfnisse angepasst werden und erst zu einem späteren Zeitpunkt nachgeladen werden. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass Inhalte hochrelevant für den User sind, sondern führt gleichzeitig zu besonders schnellen Ladezeiten.

Filter bedeuten in Online-Shops oft Wartezeit – keine gute Voraussetzung, um die Nutzungsfreude zu verbessern. Als Optimierungsmaßnahme sollten die Filter so eingestellt werden, dass sie bereits dann reagieren, wenn das Häkchen gesetzt wird. So zeigen sie dem Nutzer, dass bereits etwas passiert, bevor er den Filter vollständig gesetzt hat.

Große, hochauflösende Produktbilder, die zoombar sind und freies Drehen zulassen verbessern die Joy of Use. Dadurch erhalten Nutzer noch bessere Detailansichten und ein wesentlich exakteres Bild vom Produkt und seiner konkreten Handhabung. Diese Faktoren unterstützen nicht nur die Joy of Use, sondern gleichzeitig auch den Entscheidungsprozess.

Online-Shops können über dynamische Vorschaubilder die Nutzungsfreude positiv beeinflussten. Wird eine weitere Produktansicht gezeigt, wenn der Nutzer mit der Maus über das Bild fährt, sorgt dies für eine positive Überraschung, die neugierig macht.

Zu einer positiven Joy of Use trägt zusätzlich bei, wenn das Produkt in der konkreten Benutzung gezeigt wird. Animationen und Videos geben einen unterhaltsamen Blick auf Alltagssituationen mit dem Produkt und vermitteln den Nutzer positive Impulse.

Interaktion mit dem Nutzer – ein Rezept für hohe Joy of Use

Interaktivität gibt dem Nutzer das positive Gefühl, das Produkt bereits in der Hand zu haben und beeinflussen zu können. Wer seine Nutzer aktiviert und sie auf eine Entdeckungsreise durch die Webseite oder Produktwelt mitnimmt, kann sich über hohe Nutzungsfreude und dessen Vorteile freuen.

Bei Lifestyleprodukten, die zusätzlich Status oder Lebenseinstellung vermitteln sind weitere Features ein Vorteil, die es dem Nutzer erlauben, seine Wahl mit anderen zu teilen. Mit Produktkonfiguratoren kann dies auf der Webseite ganz leicht implementiert werden. Sie sind einfach zu bedienen und zeigen dem Nutzer sofort das Ergebnis seiner Einstellungen an. Dies spricht zum einen den Spieltrieb des Nutzers an, unterstütz ihn aber gleichzeitig bei der Suche nach seinem idealen Produkt.

Ähnlich verhält es sich auch bei Produktvergleichsseiten. Hier lassen sich mehrere Produkte und ihre spezifischen Merkmale auf einer einzigen Seite darstellen und direkt miteinander vergleichen. So erhält der Nutzer nicht nur einen konkreten Überblick, den er sich selbst zusammenstellen kann, sondern auch wertvolle Hilfestellung, das für ihn am geeignetste Produkt zu finden.

Die Suchfunktion einer Webseite bietet eine weitere wertvolle Interaktionsmöglichkeit. Sie muss nicht nur das gewünschte Suchergebnis liefern, sondern kann durch weitere Features die Nutzungsfreude verstärken. Mit einer Vervollständigungsfunktion gewinnen Nutzer beim Eingeben des Suchbegriffs einen größeren Überblick über ähnliche Produkte. So werden sie auch auf Produkte aufmerksam, die sie bisher noch nicht entdeckt haben, die aber trotzdem Relevanz besitzen. Auch eine hohe Fehlertoleranz gegenüber möglichen Vertippern oder Schreibfehlern der Nutzer sollte in der Suchfunktion enthalten sein. Dadurch kommen Nutzer trotz unpräziser Eingabe schnell und einfach ans Ziel.

Zur Interaktion mit dem Nutzer gehört für E-Commerce-Webseiten auch der Checkout-Prozess. Dieser sollte für eine hohe Nutzungsfreude aus möglichst einfachen und wenigen Schritten bestehen. Dies verhindert, dass es sich der Nutzer im letzten Moment noch einmal anders überlegt, weil der Checkout zu lange dauert oder unübersichtlich gestaltet ist.

Ohne Frage bieten Soziale Medien maximale Interaktionsmöglichkeiten für ihre Nutzer. Dies können sich Webseitenbetreiber zur Erhöhung der Joy of Use nutzbar machen. Mit Social-Media-Integrationen können Nutzer die beispielsweise im Produktkonfigurator generierten Inhalte reibungsfrei auf der Plattform ihrer Wahl teilen.

Joy of Use für nachhaltig gebundene Nutzer

Angenehme Überraschungen beim Nutzen von Software, der berühmte “Aha-“Effekt beim Suchen auf einer Webseite und ähnliche Erlebnisse erzeugen beim Nutzer über Joy of Use eine sicherere dauerhafte Bindung. Gute Usability ist in vielen Bereichen und sogar in den meisten Nischen schon längst zu erwarten. Dient perfekte Usability nicht mehr als Unterscheidungsmerkmal zwischen prinzipiell gleichwertigen Produkt- oder Dienstleistungsangeboten müssen sich Unternehmen anderweitig differenzieren. Mit einer auf hohen Joy of Use optimierten Webseite oder Software kann dies gelingen. Das Erzeugen von Joy of Use ist nicht auf den E-Commerce begrenzt und lässt sich auch auf Webangebote oder Softwareoberflächen anwenden. Gerade bei Produkten oder Dienstleistungen, bei denen auch Lifestyle verkauft wird, spielt Joy of use eine entscheidende Rolle für den Abschluss. Hier müssen sich die Nutzer mit dem Produkt identifizieren können und es gerne nach außen präsentieren.

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