Referring Domains

Was sind Referring Domains?

Referring Domains sind eigenständige Websites, von denen mindestens ein Backlink auf eine untersuchte Domain oder URL führt. Zehn Links von derselben Website zählen als eine verweisende Domain. Die Kennzahl beschreibt damit die Quellenvielfalt eines Backlink-Profils und ergänzt die reine Anzahl eingehender Links um eine wichtige Perspektive.

Referring Domains zeigen, wie viele unterschiedliche Websites auf deine Inhalte verweisen. Die deutsche Entsprechung lautet „verweisende Domains“. Jeder eindeutige Domainname wird einmal gezählt, unabhängig davon, ob er einen oder mehrere Backlinks setzt.

Wie werden Referring Domains gezählt?

Die Berechnung folgt einer einfachen Bedingung: Sobald mindestens ein erfasster Link von Domain A zu Domain B führt, besitzt Domain B eine Referring Domain. Weitere Links von Domain A erhöhen die Zahl der Backlinks, aber nicht die Zahl der Referring Domains.

Eine Website erhält 100 Backlinks. Stammen alle 100 Links von derselben Domain, ergibt das eine Referring Domain. Stammt jeder Link von einer anderen Website, ergeben sich 100 Referring Domains. Die Backlink-Zahl ist in beiden Fällen gleich, die Quellenvielfalt unterscheidet sich jedoch deutlich.

Die Kennzahl wird häufig als Domain-Popularität bezeichnet. Ein Verhältnis lässt sich berechnen, indem du die Anzahl der Backlinks durch die Anzahl der Referring Domains teilst. Bei 600 Backlinks aus 120 Domains liegt der Durchschnitt bei fünf Links pro Domain. Ein hoher Durchschnitt ist nicht automatisch problematisch, sollte aber anhand der Linkquellen geprüft werden.

Referring Domains und Backlinks

Der Unterschied zwischen Referring Domains und Backlinks liegt in der Zähleinheit. Ein Backlink ist ein einzelner Link. Eine Referring Domain ist die Website, von der dieser Link stammt. Eine Domain kann deshalb Hunderte Backlinks liefern und trotzdem nur einmal zur Domain-Popularität beitragen.

KennzahlWas wird gezählt?Beispiel
BacklinksJeder einzelne eingehende Link20 Links von einem Branchenportal ergeben 20 Backlinks.
Referring DomainsJede eigenständige verweisende Domain20 Links von einem Branchenportal ergeben eine Referring Domain.
IP-PopularitätUnterschiedliche IP-Adressen der LinkquellenMehrere Domains auf derselben IP zählen als eine IP-Quelle.

Die IP-Popularität ergänzt Referring Domains um eine technische Ebene. Mehrere Domains können auf derselben IP-Adresse oder innerhalb derselben Infrastruktur betrieben werden. Eine breite Domain-Popularität bedeutet deshalb nicht automatisch, dass alle Quellen organisatorisch unabhängig sind.

Qualität vor bloßer Domain-Anzahl

Eine hohe Zahl an Referring Domains ist nur aussagekräftig, wenn die Quellen thematisch passen und nachvollziehbar verlinken. Ein redaktioneller Link aus einem relevanten Fachartikel liefert einen anderen Kontext als ein automatisch erzeugter Eintrag auf einer inhaltsarmen Website. Prüfe deshalb jede wichtige Quelle anhand ihrer Themenrelevanz, verlinkten Seite, Platzierung und ihres Ankertexts.

Für die Bewertung eines Linkprofils sind unter anderem folgende Merkmale relevant:

  • Themenbezug: Die verweisende Website behandelt ein fachlich passendes Thema.
  • Linkkontext: Der Link steht nachvollziehbar in einem redaktionellen oder funktionalen Zusammenhang.
  • Zielseite: Die verlinkte URL beantwortet die durch den Link geweckte Erwartung.
  • Ankertext: Der klickbare Text beschreibt das Ziel, ohne Money-Keywords auffällig zu wiederholen.
  • Quellenstruktur: Die Domains stammen nicht überwiegend aus einem einzigen Netzwerk oder Seitentyp.

Der verbreitete Denkfehler besteht darin, Referring Domains als Qualitätswert zu behandeln. Die Kennzahl misst ausschließlich die Anzahl unterschiedlicher Linkquellen. Ob eine Quelle vertrauenswürdig, relevant oder organisch entstanden ist, muss eine strukturierte Prüfung des Backlink-Profils klären.

Referring Domains im Linkbuilding

Im strategischen Linkbuilding dienen Referring Domains vor allem zur Wettbewerbsanalyse. Du vergleichst, welche relevanten Websites auf Wettbewerber verlinken, deiner Domain aber noch fehlen. Daraus entstehen konkrete Ansätze für Fachbeiträge, Verbandsprofile, Branchenverzeichnisse, Studien, digitale PR oder verlinkbare Hilfsmittel.

Eine Linklücke ist noch keine automatische Empfehlung. Eine Domain kann einen Wettbewerber wegen einer früheren Partnerschaft, einer regionalen Verbindung oder eines inzwischen veralteten Inhalts verlinken. Prüfe vor dem Outreach, warum der vorhandene Link gesetzt wurde und welchen eigenständigen Mehrwert deine Zielseite bietet.

Neue Quellen statt vieler Wiederholungen

Mehrere Links von einer starken, passenden Domain können sinnvoll sein, wenn sie auf unterschiedlichen Seiten in einem echten redaktionellen Zusammenhang stehen. Für den Ausbau der Quellenvielfalt bringt der sechste Link derselben Website jedoch keine sechste Referring Domain. Ein ausgewogenes Linkbuilding verbindet deshalb neue relevante Domains mit wiederkehrenden Erwähnungen auf bereits etablierten Quellen.

Referring Domains richtig messen

Messbar ist die Kennzahl zum Beispiel so: Erfasse monatlich die Gesamtzahl der Referring Domains, neue und verlorene Quellen sowie die am häufigsten verlinkten Zielseiten. Vergleiche die Entwicklung mit Wettbewerbern aus demselben Markt und untersuche auffällige Sprünge auf konkrete Domains. Reine Gesamtwerte ohne zeitlichen Verlauf verbergen Verluste und kurzfristige Ausschläge.

Das Backlink-Tool der Performance Suite stellt Backlinks, Domain-Popularität, Linktypen, Ankertexte und neue oder verlorene Links gemeinsam dar. Die Kombination ist aussagekräftiger als eine isolierte Zahl, weil sie zeigt, woher eine Veränderung stammt und welche Zielseiten betroffen sind.

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Referring Domains für SEO und GEO

Für SEO liefern Referring Domains Hinweise darauf, wie breit eine Website im Web vernetzt ist. Suchmaschinen bewerten jedoch nicht nach einer öffentlich bekannten Formel wie „eine Domain entspricht einem festen Ranking-Gewinn“. Linkherkunft, Kontext, Zielseite und weitere Qualitätssignale bestimmen, wie ein Backlink eingeordnet wird.

Für GEO, also Generative Engine Optimization, sind Referring Domains ein ergänzendes Autoritätssignal. KI-Systeme können Marken und Inhalte auch über nicht verlinkte Erwähnungen oder zitierte Quellen erfassen. Eine hohe Domain-Popularität garantiert deshalb keine Nennung in ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Grok. Prüfe zusätzlich, auf welchen Fachportalen deine Marke erwähnt und als Quelle verwendet wird.

Häufige Fragen zu Referring Domains

Was ist eine gute Anzahl an Referring Domains?

Eine pauschal gute Zahl gibt es nicht. Vergleiche deine Domain mit direkten Wettbewerbern derselben Branche, ähnlicher Größe und vergleichbarer Marktregion. Qualität, Themenbezug und Entwicklung sind aussagekräftiger als ein allgemeiner Grenzwert.

Kann eine Website mehrere Referring Domains liefern?

Nein. Ein eindeutiger Domainname zählt innerhalb einer Analyse als eine Referring Domain, auch wenn von dieser Website viele Seiten verlinken. Subdomains können je nach Datenanbieter getrennt oder gemeinsam ausgewiesen werden.

Wie finde ich die Referring Domains meiner Website?

Du benötigst einen Backlink-Checker oder ein Backlink-Tool, das eingehende Links nach ihren Quelldomains gruppiert. Prüfe neben der Gesamtzahl auch neue und verlorene Domains, Ankertexte, Zielseiten und die thematische Relevanz der Quellen.

Sind mehr Referring Domains immer besser?

Mehr Quellen sind nur dann hilfreich, wenn die Links nachvollziehbar und thematisch passend sind. Viele automatisch erzeugte oder offensichtlich zusammengehörige Domains können die Kennzahl erhöhen, ohne das Linkprofil entsprechend aufzuwerten.

Zählen Nofollow-Links als Referring Domains?

Ja, Backlink-Tools zählen eine Domain in der Regel auch dann als verweisende Domain, wenn ihr Link mit nofollow gekennzeichnet ist. Die Darstellung und Bewertung können sich jedoch zwischen Datenanbietern unterscheiden.

Wie kann ich neue Referring Domains gewinnen?

Neue Referring Domains entstehen durch Inhalte und Beziehungen, die einen nachvollziehbaren Linkanlass schaffen. Geeignet sind beispielsweise Fachbeiträge, eigene Daten, hilfreiche Werkzeuge, digitale PR, Partnerschaften und sorgfältig ausgewählte Branchenverzeichnisse.

Wenn du Quellenpotenziale, Wettbewerber und Risiken deines Backlink-Profils systematisch bewerten lassen möchtest, kannst du einen unverbindlichen Potenzialcheck anfragen.

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