Domaingrabbing

domain grabbing

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Domaingrabbing?

Der Begriff Domaingrabbing stammt von dem englischen Wort “grab” ab, zu deutsch “an sich rei√üen, schnappen”. Er bezeichnet den Vorgang, Domains mit teilweise missbr√§uchlichen Absichten zur Gewinnmaximierung zu registrieren. Domaingrabbing bezieht sich vor allem auf Domains mit Gattungsbegriffen und unterscheidet sich dadurch vom Cybersquatting, das insbesondere auf die Registrierung fremder Markenbegriffe und Firmennamen abzielt. Eine etwas schwammigere Definition des Grabbings bezieht sich schlicht auf den Vorgang, Domains zu registrieren, die k√ľrzlich gel√∂scht wurden oder potenziell einen Mehrwert f√ľr Dritte darstellen k√∂nnten.

Die Urspr√ľnge des Domaingrabbings

Mit der Einf√ľhrung von Domains wurde ein riesiger Markt geschaffen, der teilweise f√ľr regelrechte Goldgr√§berstimmung sorgte. Domainh√§ndler spezialisierten sich auf die massenhafte Registrierung generischer Begriffe in allen Abwandlungen und unter allen verf√ľgbaren Top-Level-Domains. Dar√ľber hinaus wurden auch gezielt Firmen- und Markennamen als Domains registriert, bei denen die jeweiligen Rechte-Inhaber dies vers√§umt hatten. Die Namen wurden anschlie√üend gewinnbringend verkauft.

Eine klare Rechtsprechung existierte lange Zeit nicht, weshalb das Domaingrabbing florierte. Zwischenzeitlich wurde diese L√ľcke soweit als m√∂glich geschlossen. Domainhandel und Domaingrabbing werden nun klar voneinander unterschieden. Wer eine Domain nur mit dem Ziel registriert, einem Rechte-Inhaber zu schaden oder von ihm einen finanziellen Vorteil f√ľr sich selbst erwartet, der betreibt Domaingrabbing. Der Rechte-Inhaber kann entsprechende Mittel gegen das Vorgehen einlegen und gegebenenfalls sogar Schadensersatz geltend machen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=0dr8FyQzs08

Beschreibungsvideo zum Thema Domaingrabbing und wie man es verhindert.

Formen des Domaingrabbings

Domaingrabbing als (massenhafte) Registrierung zur Gewinnmaximierung ist nicht unbedingt illegal. Generische Begriffe an sich k√∂nnen gesichert und diese Domains dann auch mit Profit verkauft werden. Problematisch wird der Sachverhalt dann, wenn der registrierte Domainname rechtlich gesch√ľtzt ist. Der reine Vorgang der Domain-Registrierung an sich kann kein Domaingrabbing sein. Ausschlaggebend f√ľr die rechtliche Beurteilung ist, was der Inhaber der Domain mit der Registrierung beabsichtigt. Davon ausgehend ergeben sich verschiedene Formen des Grabbings.

Hinderung

Hierbei wird eine Domain nicht deshalb registriert, weil der Inhaber sie f√ľr sich sichern oder aktiv nutzen m√∂chte. Vielmehr ist das Ziel lediglich, einen Dritten an der Registrierung und Verwendung des Domainnamens zu hindern.

Parking und Registrierung zum Verkauf

In diesem Fall registriert eine Partei eine Domain, von der sie wei√ü, dass bei einer anderen Partei ein offensichtliches Interesse am Namen besteht. Oft handelt es sich um markenrechtlich gesch√ľtzte Begriffe oder Firmennamen. Die Domain wird einzig dazu registriert, um den Rechte-Inhaber zu einem Kauf der Domain zu n√∂tigen.

Vertipperdomains

Domainnamen werden regelmäßig falsch geschrieben. Bei sogenannten Vertipperdomains handelt es sich um Namen, die genau diese häufigen Tippfehler enthalten. Teilweise werden auch gezielt Domains registriert, die Sonderzeichen enthalten, welche mit Buchstaben des lateinischen Alphabets verwechselt werden können.

TLD-Grabbing

Jede Domain hat eine bestimmte Top-Level-Domain. Ist eine Domain beispielsweise unter der Endung .COM registriert, ist sie nicht automatisch auch unter allen anderen Endungen belegt. TLD-Grabbing bedeutet, dass bekannte Domains unter noch verf√ľgbaren Endungen registriert werden, um Besucher von der urspr√ľnglichen Domain auf das eigene Angebot oder Phishing-Seiten zu leiten.

Folgen von Domaingrabbing

Hier ist zu unterscheiden zwischen wirtschaftlichen und rechtlichen Folgen. F√ľr die Partei, deren Domainname weggeschnappt (“gegrabbt”) wurde, bedeutet dies unter Umst√§nden einen enormen wirtschaftlichen Schaden. Kunden werden zu Fremdanbietern oder Schadseiten weitergeleitet oder der eigene Firmenname taucht in der Suchmaschine pl√∂tzlich in Verbindung mit dubiosen Inhalten auf. Um die Rechte an der Domain geltend zu machen, ist oftmals ein hoher zeitlicher und finanzieller Aufwand n√∂tig.

F√ľr die Partei, die Domaingrabbing betreibt, ergeben sich mitunter unangenehme rechtliche Konsequenzen. Je nach Sachverhalt k√∂nnen markenrechtliche und wettbewerbsrechtliche Anspr√ľche geltend gemacht werden. Hieraus folgen m√∂glicherweise Unterlassungsanspr√ľche, gegebenenfalls auch der Anspruch auf Schadensersatz. Ob eine Domain im Fall von Domaingrabbing an den urspr√ľnglichen Rechte-Inhaber √ľbertragen werden muss, ist nicht abschlie√üend gekl√§rt. Zudem sind Verfahren in Sachen Grabbing jeweils Einzelfallentscheidungen, eine allgemeing√ľltige Regel gibt es nicht.

Quelle: Youtube


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