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Jappy

Was ist Jappy?

Bei Jappy handelt es sich um ein soziales Netzwerk deutschen Ursprungs, das im Juni 2001 gegründet wurde. Die Grundidee ist ein “Netzwerk für Freunde”; die Mitglieder stammen in erster Linie aus Ballungsgebieten im gesamten deutschsprachigen Raum.

Die Geschichte

Christian Wimmer, Student der Elektrotechnik, und Matthias Vogl, BWL-Student, gründeten in 2001 das Online-Angebot “Singletreffen.net” als GbR. Es handelte sich dabei zunächst um eine Art Flirt-Plattform. Die beiden Gründer benannten das Netzwerk bereits ein Jahr später in “Jappy.tv” um, 2005 erhielt es seine endgültige Bezeichnung “Jappy.de”. Der Name wurde dm Pseudonym eines Mitarbeiters der Exil-Ausgabe von Simplicissimus entlehnt, der bekannten deutschen Satire-Zeitschrift.

2006 wurde aus der GbR eine GmbH; das Netzwerk wies inzwischen über 100.000 Mitglieder auf. Bereits im November 2008 hatte sich die Zahl der Mitglieder auf über eine Million erhöht; die monatlichen Seitenaufrufe betrugen im Schnitte 2,5 Milliarden. Die GmbH hat ihren Sitz im bayerischen Landkreis Passau in Hauzenberg; darüber hinaus betreibt das Unternehmen ein Büro in Neutraubling, Landkreis Regensburg.

Die beiden Gründer zeichnen nach wie vor als Geschäftsführer und finanzieren das soziale Netzwerk durch Werbeeinnahmen. Seit Herbst 2011 werden die Versionen immer wieder erneuert und überarbeitet. Die aktuelle Version ist seit August 2015 online und orientiert sich optisch stark an der mobilen Version: schlicht und einfach gestaltet, leicht in der Handhabung.

Die weitere Entwicklung seit 2011

Seit 2011 gehen die Mitgliederzahlen von Jappy stark zurück. Im März 2013 waren noch rund 1,5 Millionen Nutzer registriert. Damit stand das soziale Netzwerk auf Platz 16 in Deutschland. Mitte März 2018 waren nur noch knapp 300.000 Nutzer registriert. Damit hat die Community innerhalb von vier Jahren rund eine Million Mitglieder verloren.

Die Mitgliederzahl verringert sich stetig weiter; monatlich melden sich zwischen 10.000 und 20.000 Nutzer ab. Auch die Zahl der Seitenaufrufe geht entsprechend stark zurück, und zwar um knapp 40 Prozent.

Im Jahr 2011 wurde die Online-Community von Spiegel online als relativ kleines Netzwerk bezeichnet, und zwar im direkten Vergleich zu den zeitgleich existierenden und sehr beliebten VZ-Netzwerken (SchülerVZ, StudiVZ). Dabei seien die Nutzer von Jappy äußerst aktiv. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung betrug die Mitgliederzahl von Jappy etwa 1,9 Millionen.

Das Branchenmagazin Meedia.de zeigte im Februar 2011 anhand einer Google AdPlanner-Auswertung, dass Jappy zu den Top Ten der sozialen Netzwerke in Deutschland zählt. Weiterhin stellte sich heraus, dass es sich hinsichtlich der Verweildauer pro Seitenaufruf auf Platz Eins befindet.

Bereits im August 2012 zeigte eine Studie des Statistik-Portals Statista, dass Jappy seinen Platz unter den zehn beliebtesten sozialen Netzwerken Deutschlands aufgeben musste. Im März des darauffolgenden Jahres befand sich das Online-Portal nur noch auf dem 16. Platz.

Mitgliedschaft, Betreuung und Nutzung

Bis Anfang 2017 waren ungefähr 200 ehrenamtliche Moderatoren für die Betreuung des sozialen Netzwerks im Einsatz. Seitdem hat sich das Team drastisch auf einige wenige hauptamtliche Moderatoren verkleinert. Das Team betreut einzelne Sparten und Bereich wie User, Coms (Gruppen), Spiele, Botschaft und Jugendschutz und ist dabei entsprechenden Zuständigkeiten zugeteilt.

In der Jappy-Wiki wurde am 15. April 2017 das letzte “aktuelle Ereignis” eingepflegt. Die letzten Einträge betreffen virtuelle Ostergeschenke, die Umstellung auf die Sommerzeit und ähnliches. Auch der auf der Startseite angekündigte wichtige Artikel betrifft Infos zum Update im März 2017. Demnach scheint das Wiki seit mehr als einem Jahr nicht mehr bearbeitet oder aktualisiert worden zu sein. Weiterhin finden die Besucher des Wiki Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie Themenartikel zum Einstieg in das Soziale Netzwerk, zu den Vorgaben hinsichtlich des Nicknames und des Profilbildes, zu den Privatsphäre-Einstellungen und auch Informationen zur mobilen Version.

Das Angebot von Jappy

Die Plattform bzw. das soziale Netzwerk ist für User mit einem Mindestalter von 14 Jahren zugänglich, wobei der Betreiber keine Altersprüfung vornimmt. Für registrierte Nutzer im Alter von 14 bis 18 Jahren ist bei der Anmeldung ein Kontaktfilter voreingestellt. Dieser sorgt dafür, dass andere Nutzer ausschließlich im Alter von 14 bis 20 Jahren Kontaktanfragen stellen können. Allerdings können die jugendlichen Nutzer diese Option selbst ändern oder sogar abschalten.

Um in dieser Online-Community Mitglied zu werden, müssen die neuen Nutzer sich registrieren. Dabei geben sie in der Regel einen Nickname an; seit Anfang 2010 können sie außerdem ihre tatsächlichen Vor- und Nachnamen angeben und selbst einstellen, ob diese im Profil angezeigt werden dürfen. Im November 2012 erfolgte eine Änderung: Es wird lediglich der Vorname abgefragt und – je nach Einstellung – im Profil dargestellt.

Das Angebot von Jappy ist umfangreich und beinhaltet ein Mailsystem, Gästebücher, Ticker und Gruppen. Die Nutzer haben die Option, einen eigenen Begrüßungstext im Profil zu hinterlegen, Bilder einzufügen und Unterseiten zu gestalten. Auch eine Flirtoption kann aktiviert werden. Zusätzlich existiert eine virtuelle Währung namens Jappy Credits. Damit können anderen Nutzern virtuelle Geschenke und Emoticons übersendet werden.

Es existiert eine mobile Version von Jappy sowie den Jappy Messenger. Dabei handelt es sich um eine App für Smartphones und Tablets, die sowohl für Android als auch für Apple iOS verfügbar ist.

Kritische Stimmen

Kritik aus den Reihen der Mitglieder

Bemerkenswert ist die Skala der Nutzerstimmen, die von außerordentlichem Lob bis zu heftiger Kritik reicht. Auch in Bewertungen und Testberichten sind die Kritiken über die Internet-Community veröffentlicht. Bereits seit Jahren werden dort fast ausnahmslos negative Bewertungen verzeichnet. Zu den Kritikpunkten zählen das Löschen von Profilen ohne triftigen Grund, den Rauswurf aus der Community ohne jegliche Erklärung oder auch das bevormundende Verhalten der Moderatoren. Darüber hinaus wird der mangelhafte Support kritisiert – zahlreiche Fragen und eingesandte Nachrichten werden nicht beantwortet.

Kritik aus der Presse

Vom Online-Magazin Stern.de erhielt Jappy bereits im März 2009 mehrere negative Bezeichnungen wie “Visuelles Abenteuer”, “Parallel-Universum der Gesellschaft” oder “Kitschuniversum” (Quelle: https://www.stern.de/digital/online/social-network-jappy-mieze-kaetzchen-und-playboy-bunnys-3432872.html). Als Aufhänger für diese deutliche negative Bewertung nannte Stern.de die “Anhäufung an kitschen Gruß-Karten”.

Auch das Magazin “Der Spiegel” veröffentlichte im April 2011 zu Jappy einen kritischen Kommentar: Im Vergleich zu anderen sozialen Plattformen handele es sich bei dieser um eine “eher freizügige Kontaktbörse” (Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/soziale-spaltung-im-netz-ich-will-keine-asis-als-freunde-a-757280-2.html). Im selben Artikel hatte das Magazin vorher festgestellt, dass jede Plattform ihr eigenes Profil und ihren eigenen Ruf habe.

Kritik zum Daten- und Jugendschutz

Die Stiftung Warentest machte es sich im März 2010 zur Aufgabe, zehn deutschsprachige Social Networks zu untersuchen, die mehr als 100.000 Besucher täglich verzeichneten – und zwar hinsichtlich des Datenschutzes.

Sie entdeckten bei Jappy eine Sicherheitslücke, über die sich Hacker mit simplen Mitteln Zugang zu den Nutzerkonten verschaffen konnten, nämlich mit einem Computer und einer einfachen, selbst konzipierten Software. Mit der Bewertung “deutliche Mängel” landete Jappy auf dem dritten Platz des Rankings. Inzwischen soll die Datensicherheit laut den Betreibern geändert worden sein.

Anfang November 2013 gelang es einem oder mehreren Hackern, Zugriff auf die Datenbank der Internet-Community zu erlangen. Dabei wurden unterschiedliche Daten ausgelesen wie Nutzername, Geburtsdatum, Passwort und E-Mail-Adresse.

Es gibt bei Jappy keine Pflicht, Klarnamen zu verwenden, daher können die meisten Datenschutzregeln kaum greifen. Auch die erwähnten Schutzmechanismen für Jugendliche, die nicht von älteren Mitgliedern kontaktiert werden können, beruhen auf Freiwilligkeit und stellen keine echte Sicherheit für die jungen Nutzer dar. In den Nutzungsbedingungen heißt es, dass eine Registrierung bei Jappy erst ab einem Alter von 16 Jahren erlaubt ist und bei Minderjährigen die ausdrückliche Erlaubnis der gesetzlichen Vertreter vorliegen muss. Darüber hinaus verlangen die Bedingungen, dass eine gewisse “Einsichtsfähigkeit und persönliche Reife” vorhanden sein muss. Sollten weiterhin Unklarheit hinsichtlich der Nutzungsbedingungen bestehen, sei eine Registrierung und damit eine Mitgliedschaft nicht erlaubt. Allerdings soll es wenig bis gar keine Kontrollen hinsichtlich der Profilangaben geben. Darüber hinaus stellt sich vielen Kritikern die Frage, warum ein Portal, das als Single- und Flirttreff genutzt wird, bereits Jugendlichen ab 14 Jahren die Mitgliedschaft ermöglicht.

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