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GOMS Analyse

Was ist eine GOMS Analyse?

Die GOMS Analyse ist eine Methode für die analytische Betrachtung der Mensch-Computer-Interaktion. Bei dieser Methode wird die kognitive Struktur eines Benutzers in die vier Komponenten Goals, Operators, Methods und Selection rules, auf Deutsch: Ziele, Operatoren, Methoden und Selektionsregeln unterteilt. Dadurch wird es möglich, quantitative und qualitative Vorhersagen über die Verwendung und Usability von Computerschnittstellen zu treffen.

Das GOMS Analyse Modell beinhaltet Methoden (Methods), mit denen bestimmte Ziele (Goals) erreicht werden. Diese Methoden bestehen wiederum aus Operatoren (Operators) auf der untersten Ebene. Die Operatoren sind elementare motorische oder kognitive Handlungen, die ein Benutzer ausführt. Für die Ausführung wird eine bestimmte Zeit vorgegeben. Wenn ein Ziel mit mehr als einer Methode erreicht werden kann, werden die Auswahlregeln (Selection rules) verwendet, um die richtige Methode zu bestimmen.

Es existieren bei GOMS mehrere verschiedene Analyse Varianten, mit denen verschiedene Aspekte einer Schnittstelle genau untersucht und vorhergesagt werden können. Die ursprüngliche, heute als CMN-GOMS bezeichnete Variante wurde bereits im Jahr 1983 von den Amerikanern Newell, Card und Moran in einem Buch mit dem Titel “Human Computer Interaction” beschrieben und veröffentlicht.

Vorteile der GOMS Analyse

Grundsätzlich liefern alle Analyse Modelle wichtige und nützliche Informationen zur Usability von Schnittstellen und Arbeitsumgebungen. Die Analyse Modelle erlauben einen direkten Vergleich zwischen einem alten und einem neuen Arbeitsplatzmodell und ermöglichen genaue Vorhersagen, wie sich eine Veränderung des Arbeitsplatzes auf die Produktivität auswirkt. Ebenso können die Analyse Techniken für die Beurteilung der Usability von Softwareprogrammen genutzt werden, um aufzuzeigen, wo beispielsweise inkonsistente Methoden die Nutzer verwirren, sodass sie Probleme haben, sich nach einer gewissen Zeit zu erinnern, was sie tun müssen, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen.

Nachteile der GOMS Analyse

Die GOMS-Techniken haben allerdings auch ein paar Nachteile. Alle Analyse Modelle vernachlässigen einen wichtigen Faktor: die menschliche Unberechenbarkeit. Die Persönlichkeit der Benutzer, seine Gewohnheiten oder physische Einschränkungen, zum Beispiel Behinderungen, die Ermüdung des Nutzers, das Arbeits- und das soziale Umfeld werden in keinem der GOMS Analyse Modelle berücksichtigt. Die GOMS Analyse geht davon aus, dass alle Benutzer genau gleich sind. Erst in letzter Zeit wurden Erweiterungen für die GOMS Analyse entwickelt, die es erlauben, die Analyse Modelle so zu formulieren, dass beispielsweise das Interaktionsverhalten behinderter Benutzer beschrieben werden kann.

Bei den grundlegenden Bewegungsoperatoren sind die Analyse Techniken des GOMS Modells sehr spezifisch und genau. Ungenau werden sie bei den kognitiven Aktionen der Nutzer. So wird beispielsweise nicht berücksichtigt, dass bei der Nutzung von Systemen Fehler nicht immer vermieden werden können. Im Allgemeinen ist bei der Analyse mittels GOMS die Modellierung von Fehlern nicht möglich. Die einzige Möglichkeit, Fehler in der GOMS Analyse zu berücksichtigen, besteht darin, vorherzusagen, wo die Fehler am wahrscheinlichsten auftreten, und die Zeit zu messen, die für die Korrektur der vorhergesagten Fehler benötigt wird. Spezielle Fehlersituationen sind mittlerweile über Erweiterungen von GOMS darstellbar. Mit einer entsprechenden Erweiterung ist es beispielsweise möglich, die Wahrscheinlichkeit des zufälligen Verlustes des Fokus auf ein Ziel durch Fehler des Benutzers bei der Navigation auf einer Webseite mit einem Keyboard zu berücksichtigen.

Tipp

Darüber hinaus wird bei der GOMS Analyse davon ausgegangen, dass ein Nutzer zu jedem Zeitpunkt weiß, was er zu tun hat. Diese Annahme ist in der Regel jedoch nur für erfahrene Nutzer zutreffend, sodass dass die Analyse für unerfahrene Nutzer nur bedingt einsetzbar ist.

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