Random Surfer Model

Was ist das Random Surfer Model?

Der Begriff Random Surfer Model beschreibt eine Art der Berechnung fĂŒr den PageRank Algorithmus. Mithilfe dieses Modells soll das Verhalten von Usern im Internet abgebildet werden und damit soll ersichtlich werden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein zufĂ€lliger User eine bestimmte Webseite besucht.

Nutzer- / Surferverhalten im Internet

Das Verhalten von Internetusern lĂ€sst sich in zwei verschiedene Arten einteilen. Die erste Möglichkeit ist, dass der User eine URL in den Browser eingibt oder ein Lesezeichen verwendet, das ihn auf die entsprechende Seite leitet. Die zweite Möglichkeit ist, dass der User einem Link oder einer Reihe von Links folgt, die ihn von einer auf die nĂ€chste Internetseite fĂŒhren. Das Prinzip des Random Surfer Model geht von der Annahme aus, dass ein Surfer sich von Seite zu Seite klickt und dabei ganz zufĂ€llig einen Link auf jeder Seite aufruft, welcher ihn dann weiter zu einer nĂ€chsten und wieder nĂ€chsten Seite geleitet. Die Auswahl der Links erfolgt beim Random Surfer Model durch einen Zufallsgenerator. Inhalte werden bei diesem Modell nicht berĂŒcksichtigt. Zudem wird bei diesem Modell angenommen, dass Nutzer nicht unendlich weiter auf Links klicken, sondern nach einer unbestimmten Zeit auch wieder die Kette unterbrechen und selbst eine URL eingeben. So kann das Verhalten von Nutzern im Netz simuliert werden.

Wahrscheinlichkeitsannahmen

Man kann ĂŒber den PageRank eine Wahrscheinlichkeit ermitteln, mit der ein Nutzer auf eine bestimmte Webseite gelangt. Ist der Nutzer nun auf dieser Webseite angelangt und hat sie verschiedene Links, dann gibt es wiederum eine Wahrscheinlichkeit, mit der er einem dieser Links folgt. Diese hĂ€ngt mit der Anzahl der vorhandenen Links zusammen. Die Wahrscheinlichkeiten summieren sich und es ergibt sich, dass eine Webseite, die öfter auf externen Webseiten verlinkt ist, hĂ€ufiger aufgerufen wird, als eine Webseite, die nicht so viele Links auf anderen Internetseiten hat. HĂ€ufig verlinkte Webseiten werden nach dieser Theorie öfter angeklickt als wenig verlinkte Webseiten und haben daher einen hohen PageRank.

Tipp

Wenn Sie noch Fragen bezĂŒglich PageRank haben, dann können Sie gerne den jeweiligen Glossar dazu besuchen und sich ĂŒber das Thema informieren.

Im Random Surfer Model gibt es zur Regulierung noch einen Faktor d, der den Wert, der sich aus der Wahrscheinlichkeitsberechnung ergibt, verringert. Dieser Faktor wurde eingerichtet, weil ein Zufalls-Surfer nicht auf ewig immer wieder derselben Linkkette folgt, sondern irgendwann auch immer wieder selbst eine andere Webseite aufsucht. Dieser Faktor d kann zwischen 0 und 1 liegen, je nachdem wie hoch die Wahrscheinlichkeit eingeschĂ€tzt wird, dass ein beliebiger Surfer stetig der Verlinkung folgt oder eher wieder abbricht. Liegt der Wert des Faktors d nĂ€her an der 1 als an der 0, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der User einer Linkkette folgt. Im Endeffekt kann man ĂŒber diese Rechnungen die Wahrscheinlichkeit angeben, mit der ein bestimmter User eine bestimmte Webseite besucht. Diese Wahrscheinlichkeit wird mit der Konstante 1-d multipliziert.

Bezug zur RealitÀt

In der normalen Welt hat jeder Nutzer ein Ziel vor Augen, wenn er sich im Internet bewegt. Kaum ein Nutzer klickt sich zufĂ€llig durch das Internet, auch wenn es natĂŒrlich immer mal wieder vorkommt, dass jemand zufĂ€llig auf einen Link gelangt. Reale Nutzer klicken einen Link nur dann an, wenn ihnen der Inhalt ansprechend oder interessant vorkommt. Der Inhalt spielt also, anders als im Random Surfer Model durchaus eine ganz entscheidende Rolle. Mit dem Random Surfer Model kann man daher nicht die heutige RealitĂ€t abbilden.

Das Random Surfer Model ist ein Modell, mit dem es möglich sein soll, die Bedeutung und die Vernetzung einer Webseite zu messen. Es stammt aus einer Zeit, als der PageRank fĂŒr die Suchmaschinenoptimierung noch eine entscheidendere Rolle gespielt hat und als der PageRank noch ein Indikator dafĂŒr war, ob eine Internetseite seriös und wertvoll war. Das Modell basiert sich ausschließlich auf der Verlinkung und Vernetzung im Web, also auf den eingehenden Links. Die Inhalte der Zielseite wurden dabei nicht betrachtet, was heute als nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ und nicht zielfĂŒhrend fĂŒr die SEO ist.

Als das Random Surfer Model noch zu den gĂ€ngigen Tools gehörte, war es möglich, dass eine Internetseite mit sehr wenigen und fragwĂŒrdigen Inhalten einen PageRank von 6 erzielte, nur weil die Seite auf einer anderen Seite mit besserem PageRank verlinkt war. Da die Inhalte außer Acht gelassen wurden, hat Google relativ schnell daran gearbeitet, andere Kriterien zu bevorzugen. Daher ist es heute nicht mehr möglich, Seiten mit schwachen Inhalten nur ĂŒber Links auf den oberen RankingplĂ€tzen zu halten. Der PageRank ist fĂŒr Google heute kein Gradmesser mehr fĂŒr die eigentliche QualitĂ€t von Internetseiten. Der PageRank war ohnehin ursprĂŒnglich nur als Hinweis fĂŒr Internetuser gedacht und ist heute obsolet. Suchmaschinenbetreiber wie Google bewerten die QualitĂ€t von Webseiten heute auf andere Weise.

Bedeutung des Random Surfer Model fĂŒr SEO

Heute bestimmen viele verschiedene Faktoren, wie stark ein Backlink gewertet wird. Der PageRank hat stark an Bedeutung verloren und daher ist das Random Surfer Model auch fĂŒr die Bestimmung des PageRank nicht mehr sehr relevant fĂŒr SEO.

Tipp

Wenn Sie noch Fragen bezĂŒglich eines Online Marketing Themas haben, dann können Sie gerne unseren Glossar besuchen und sich ĂŒber das Thema informieren, wo Sie noch speziell Fragen haben.


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