Open Directory Project

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Was ist das Open Directory Project?

Das Open Directory Project, abgek├╝rzt ODP, war f├╝r einige Jahre das gr├Â├čte von Menschen gepflegte Webverzeichnis. Das Open Directory Project ist allgemein unter der Abk├╝rzung DMOZ (von Directory Mozilla) bekannt. Die Inhalte des Verzeichnisses waren frei und f├╝r jedermann kostenlos zug├Ąnglich. Die Verzeichniseintr├Ąge wurden von freiwilligen Redakteuren, den Editoren, bearbeitet und fortlaufend aktualisiert.

Ziel des ODP

Mit dem Open Directory Project sollten Webadressen in einem allgemein zug├Ąnglichen und strukturierten Verzeichnis katalogisiert werden. Informationen ├╝ber Webseiten sollten Usern auf diese Weise leichter zug├Ąnglich gemacht werden. In der Zeit der Entstehung von DMOZ war es f├╝r Internetnutzer bedeutend aufwendiger als heute, relevante Informationen zu erhalten. Suchmaschinen wie Google (Start 1998), Yahoo, Lycos oder AltaVista waren bei Weitem nicht so leistungsf├Ąhig wie heute.

Ein Merkmal des Open Directory Project waren die fehlenden kommerziellen Interessen. DMOZ war eine Reaktion auf die zunehmende Kommerzialisierung des Internets. Anders als bei anderen damals und heute noch existierenden Webverzeichnissen war der Eintrag bei DMOZ kostenlos und konnte auch nicht erkauft werden. Ebenso war es m├Âglich, den Verzeichnisinhalt kostenlos zu nutzen und zu teilen, ohne Gefahr zu laufen, Urheberrechte zu verletzen. F├╝r einige Jahre wurde die Meta Description aus der Beschreibung einer Webseite bei DMOZ von Google f├╝r das in den Suchergebnissen anzeigte Snippet verwendet.

Aufbau des ODP

Die urspr├╝nglichen Hauptkategorien des DMOZ waren f├╝r Erwachsene, Kunst, Unternehmen, Computer, Spiele, Gesundheit, Home, Nachrichten, Erholung, Gesellschaft, Regionales, Wissenschaft, Shopping, Gesellschaft, Sport und “Welt”. W├Ąhrend diese sechzehn Kategorien der obersten Ebene unver├Ąndert geblieben sind, hat sich die Ontologie der Kategorien zweiter und weiterer Ebenen allm├Ąhlich entwickelt. Das Projekt war nach Themen und diese wiederum nach L├Ąndern und Regionen gegliedert. Wesentliche Ver├Ąnderungen wurden durch die Diskussion unter den Redakteuren initiiert und umgesetzt, wenn ein Konsens erzielt wurde.

Jeder Webseitenbetreiber konnte seine Webseite bei DMOZ anmelden. Es gab jedoch keinen Anspruch darauf, dass der Eintrag tats├Ąchlich erfolgte. Die Editoren konnten eine Anmeldung zur├╝ckweisen, wenn der gew├╝nschte Eintrag nicht den Anforderungen des Verzeichnisses entsprach. Der Eintrag enthielt einen Titel, die URL und eine kurze Beschreibung der Webseite.

Geschichte des ODP

Das Open Directory Project wurde 1998 von den beiden Sun Microsystems Ingenieuren Rich Skrenta und Bob Truel unter dem Namen Gnuhoo in den USA gegr├╝ndet. Die urspr├╝ngliche Kategoriestruktur des Gnuhoo-Verzeichnisses basierte auf der Struktur der damals existierenden Usenet-Newsgroups. Das Verzeichnis ging am 5. Juni 1998 erstmals online.

Nachdem in einem News-Artikel behauptet wurde, dass Gnuhoo nichts mit freier Software gemein hatte, f├╝r den das GNU-Projekt bekannt war, widersprachen Richard Stallman und die Free Software Foundation der Verwendung von “Gnu” im Namen. Daraufhin wurde das Projekt in NewHoo umbenannt. Yahoo! widersprach wiederum der Verwendung von “Hoo” in NewHoo. Bevor der Name erneut ge├Ąndert wurde, ├╝bernahm die Netscape Communications Corporation das Verzeichnis im Oktober 1998 und ├Ąnderte den Namen schlie├člich in Open Directory Project. Netscape ver├Âffentlichte die Open Directory-Daten unter der Open Directory-Lizenz. Netscape und damit DMOZ wurden kurz danach von AOL ├╝bernommen.

Zur Zeit der ├ťbernahme durch Netscape verf├╝gte DMOZ ├╝ber rund 100.000 eingetragene URLs, die von etwa 4500 Editoren indexiert wurden. Am 5. Oktober 1999 ├╝berstieg die Anzahl der vom Open Directory Project indexierten URLs erstmals die Millionengrenze. Laut einer inoffiziellen Sch├Ątzung betrug die Zahl der URLs im April 2000 bereits 1,6 Millionen. Bis zum April 2013 stieg die Gesamtzahl auf gut 5,1 Millionen Webseiten in mehr als einer Million Kategorien, die von mehr als 97.000 Editoren gepflegt wurden. Danach sank die Zahl der Eintr├Ąge wieder. Am 31. Januar 2014 verzeichnete DMOZ noch etwas ├╝ber 4,2 Millionen Eintr├Ąge, davon etwa 500.000 im deutschsprachigen Teil. Im Juli 2016 gab es noch rund 3,9 Millionen Eintr├Ąge und gut 91.000 Editoren.

Am 17. M├Ąrz 2017 wurde das Open Directory Project vom Betreiber AOL nach einer kurzfristigen Vorank├╝ndigung eingestellt. Seit dem existiert noch eine von den ehemaligen Editoren eingerichtete statische Spiegelseite, die jedoch nicht weiter gepflegt wird.

Bedeutung von DMOZ f├╝r die Suchmaschinenoptimierung

Bis vor wenigen Jahren war der Eintrag einer Webadresse im Open Directory Project Pflicht f├╝r jeden Webseitenbetreiber. Ein Backlink aus dem als sehr hochwertig angesehenen Verzeichnis war f├╝r Google ein wichtiges Indiz f├╝r die Reputation einer Website. Zudem hat Google selbst die im Verzeichnis enthaltenen Daten verwendet. Heute ist ein Backlink nur eines von zahlreichen Kriterien, die Google bei der Bewertung einer Webseite ber├╝cksichtigt. Zudem wurden die Suchalgorithmen von Google & Co in den vergangenen Jahren immer weiter verbessert, sodass der Eintrag im Open Directory Project, selbst als es noch gepflegt wurde, an Bedeutung verloren hatte.

Tipp

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