Rapid Prototyping

Was ist Rapid Prototyping?

Rapid Prototyping (RP) ist ein Begriff für Verfahren zur schnellen und unkomplizierten Anfertigung von Modellen. Auf Deutsch bedeutet der Begriff so viel wie “schneller Bau eines Modells”. Ursprünglich kommt das Verfahren aus der Fertigungstechnik. RP ist eine spezielle Form des herkömmlichen Prototypings, bei der Maschinen automatisch Protoypen durch das Auslesen digitaler Modelle herstellen.

Ziel ist es, möglichst schnell ein Modell bzw. Muster zu entwickeln und herzustellen, das in seiner Form dem späteren Produkt gleicht. Dabei sollen vorhandene CAD-Dateien (computer-aided design) ausgelesen und ohne Umwege in Werkstücke umgesetzt werden. Das Verfahren ist jedoch nicht nur auf die Fertigung von Bauteilen beschränkt. Es findet in vielen Bereichen, wie der Entwicklung von Software,  Apps oder Webseiten Anwendung. Hier umfasst RP eine automatische Generierung von Codes.

Wofür benötigt man Rapid Prototyping?

Rapid Prototyping hilft dabei, schon früh eine Vorstellung zu entwickeln, die dem späteren Endprodukt in Teilen gleicht. Der Vorteil dieses Verfahren ist, dass bereits frühzeitig Fehler und Schwächen des jeweiligen Produktes erkannt und noch vor dem eigentlichen Produktionsprozess behoben werden können. Des Weiteren ist ein frühes Feedback vom Kunden möglich. Demzufolge kann das spätere Endprodukt genauer seinen Anforderungen entsprechen. Zudem erleichtert ein Prototyp die Kommunikation mit dem Kunden, da dieser sich nur anhand von abstrakten Modellen oft schlecht vorstellen kann, wie das endgültige Softwareprodukt aussieht. Dadurch, dass mögliche Fehler früh entdeckt werden, können Kosten vermieden werden.

Welche Arten von Prototyping gibt es?

Es gibt mehrere Varianten vom Rapid Prototyping, die unterschiedliche Ziele verfolgen. Beim explorativen Prototyping testet man beispielsweise, ob bestimmte Konzepte überhaupt realisierbar sind. Ähnlich ist das evolutionäre Prototyping, bei dem man allerdings vornehmlich die Grundfunktionen nach und nach in einen funktionierenden Prototyp erweitert. Ein gänzlich anderes Ziel verfolgt man beim experimentellen Prototyping. Bei dieser Variante wird nach Möglichkeiten zur Realisierung von Anforderungen gesucht. Im Vergleich zur theoretischen Findung von Lösungsansätzen für bestimmte Anforderungen hat das Prototyping den Vorteil, dass es qualitativ bessere Lösungen hervor bringt, wenn auch oft die Zeit für die Suche nach diesen Lösungen ähnlich oder vielleicht sogar länger ist, als bei anderen Methoden zur Realisierung von Funktionen.

Was ist beim Rapid Prototyping zu beachten?

Wichtig beim Rapid Prototyping ist, dass sich die Entwickler bewusst sind, dass der kein fertiges Produkt ist, sondern immer nur Tests für die Entwicklung oder Umsetzung einzelner Funktionen. Jeder Prototyp wird daher früher oder später einmal “weggeworfen”, da lediglich einzelne Bereiche, die funktioniert haben, in das spätere Endprodukt integriert werden. Daher ist es wichtig, dass es für jeden Prototyp definierte Kriterien für den Abbruch gibt. Dies kann beispielsweise eine fertige Funktion sein, aber auch Kriterien, die das Scheitern einer Methode für die Entwicklung einer Funktion definieren.

Es ist zwar möglich, die Entwicklung auf einen Prototyp aufzubauen, allerdings sollte daraus nie ein fertiges Endprodukt resultieren, da man den Prototyp immer nur zum Experimentieren nutzen sollte. Zudem muss ein Prototyp nicht perfekt sein, sondern man sollte ihn in seiner Struktur immer möglichst simpel halten, damit man sich auf das Wichtigste konzentrieren kann. Dadurch legt man den Fokus bei der späteren Implementierung auch automatisch immer auf die wichtigen Anforderungen und kann optionale Features nachrangig behandeln. Optionale Funktionen kann man, wenn bei der Entwicklung noch genug Zeit bleibt, später in das fertige Endprodukt integrieren.


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