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Remote Usability Test

Was ist der Remote Usability Test?

Der Remote Usability Test ist eine Methode zum Testen der Usability oder Nutzerfreundlichkeit von Webseiten. Ein entscheidender Unterschied zu herkömmlichen Usability-Tests ist, dass sich Teilnehmer und Moderator während des Testablaufs an zwei räumlich getrennten Orten befinden. Der Testteilnehmer interagiert mit dem Design in seinem eigenen Haus, in seinem Büro oder einem anderen Ort und der Moderator befindet sich an seinem Arbeitsplatz.

Der Remote Usability Test eine gute Lösung bei einem engen Zeitrahmen, da Anfahrtswege und Reisezeiten eingespart werden können. Darüber hinaus können die Teilnehmer aus jedem geografischen Gebiet stammen, wodurch die Rekrutierung von geeigneten Teilnehmern gegebenenfalls schneller und einfacher wird. Wenn das persönliche Testen vor Ort aus Budget- oder Zeitgründen nicht möglich ist, ist der Remote Usability Test eine praktikable und aussagekräftige Alternative zu einem Face-to-Face-Test. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Testteilnehmer ihre eigene Hardware einsetzen. So können wichtige und aufschlussreiche Informationen darüber gesammelt werden, wie beispielsweise jeder Einzelne durch Programme navigiert und seinen Computer nutzt.

Remote Usability Tests können auf zwei unterschiedliche Arten durchgeführt werden. Bei diesen Tests wird zwischen der moderierten und unmoderierten Durchführung unterschieden.

Moderierter Remote Usability Test

Bei einem moderierten Remote Usability Test befinden sich Benutzer und Moderatoren gleichzeitig im selben “virtuellen” Raum. Der Moderator verfolgt den Testablauf in Echtzeit. Moderator und Testpersonen kommunizieren direkt über Telefon, E-Mail oder Chat miteinander. Moderierte Usability Tests ermöglichen es, direkt Fragen in beide Richtungen zu stellen, Unstimmigkeiten und Missverständnisse zu klären. Allerdings sehen sich die beiden Parteien nicht. Der Moderator hat keine Kontrolle darüber, ob der Tester ganz bei der Sache ist oder zwischendurch abgelenkt wird. Ein Schweigen am anderen Ende der Leitung kann bedeuten, dass der Tester auf ein Problem gestoßen und vielleicht verwirrt ist oder, dass er seine volle Aufmerksamkeit dem Test widmet. Eine Unterbrechung durch eine Frage des Moderators kann an einem solchen Punkt hilfreich oder störend sein. Die richtige Balance zwischen einer Unterbrechung und Stillschweigen zu finden, ist für den Moderator bei einem Remote Usability Test nicht immer einfach.

Unmoderierter Remote Usability Test

Unmoderierte Remote Usability Tests werden vom Teilnehmer alleine durchgeführt. Bei dieser Form des Usability-Tests findet keine Interaktion zwischen Moderator und Testperson in Echtzeit statt. Mit speziellen Tools für Remote-Tests können beispielsweise vordefinierte Follow-up-Fragen nach Erledigung einzelner Aufgaben oder nach Abschluss des Tests der Testperson zur Beantwortung angezeigt oder per E-Mail zugeschickt werden. Es gibt jedoch in der Regel keine Möglichkeit, spezifische Fragen zu einer bestimmten Aktion der Testperson im laufenden Test zu stellen.

Auf der anderen Seite haben die Testpersonen keinen Echtzeit-Support, wenn sie eine Frage haben oder eine Klärung benötigen. Diese Trennung bedeutet auch, dass der Moderator erst mit Abschluss des Tests erfährt, wie der Test abgelaufen ist. Wenn eine Testperson auf ein Problem gestoßen ist, Aufgaben übersprungen hat oder die angeforderten Aufgaben nicht abgeschlossen hat, erfährt der Moderater davon erst nach dem Ende des Remote Usability Test. Je nach Aufgabenstellung kann dieser Umstand dazu führen, dass das Testergebnis nur bedingt oder vollständig unbrauchbar ist.

In einem moderierten Test kann der Moderator einen Tester wieder auf den richtigen Weg bringen, wenn eine Aufgabe missverstanden wird. In einem unmoderierten Test gibt es kein Sicherheitsnetz. Die schriftlichen Anweisungen müssen eigenständig stehen und verstanden werden können. Jede Anweisung, Aufgabe und Frage muss genau abgestimmt werden, um mögliche Missverständnisse auszuschließen.

Weitere Form des Tests

Bis zu einem gewissen Grad kann die Nutzung eines Think-Aloud-Protokolls bei einem Remote Usability Test für ein aussagekräftiges Testergebnis sorgen. Hierbei werden die Testteilnehmer aufgefordert, gewissermaßen laut zu denken und alle Handlungen zu kommentieren. Bei einem moderierten Test kann der Moderator einen ruhigen Teilnehmer direkt bitten, laut auszusprechen, was er gerade tut, um mehr Informationen zu seinen Aktionen zu erhalten. Bei einem unmoderierten Test ist dies nicht möglich.

Welcher Test ist der richtige für mich?

Der unmoderierte Remote Usability Test ist wegen der eingeschränkten Möglichkeiten zur Nachverfolgung der Interaktion der Testpersonen empfehlenswert, wenn spezifische Elemente bezüglich ihrer Nutzerfreundlichkeit getestet werden sollen. Zum Beispiel für das Sammeln von Daten zu einem Element oder einem Widget und zum Erkennen der Auswirkungen einer kleinen Änderung. Für eine Gesamtüberprüfung eines neuen Designs ist der unmoderierte Remote Usability Test weniger geeignet.

Wenn möglich, sollten persönliche Usability-Tests durchgeführt werden. Für Usability-Moderatoren ist es einfacher, die Körpersprache der Testperson zu lesen und einen angemessenen Zeitpunkt für eine Sondierungs- oder Folgefrage zu erkennen, wenn sich beide während des Tests in einem Raum befinden.

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